Ist 'Rüdenverhalten' rasseabhängig?? :: Was sonst nirgends passt

Ist 'Rüdenverhalten' rasseabhängig??

von Stephan & Nash(YCH) am 24. Juni 1999 13:48

Hallo Holger,

ich will da noch was nachschieben.

zunächst mal bin ich der Meinung, dass jeder Hund so ist, wie er nun mal geboren wurde: Mit seinen Instinkten, seiner Grösse, seinem Temperament. Dazu kommt, was er noch gelernt hat, seine Erziehung. Damit kann man erreichen, dass unerwünschte "Erblasten" so gemildert werden, dass der Hund für unsere soziale Menschenwelt erträglich wird.

Mit anderen Worten, man kann den Trieb nicht wegoperieren, man kann aber versuchen, ihn durch Erziehung in den Griff zu bekommen. Aber auch das klappt nicht immer (weil der Treib zu stark und/oder die Erziehung wirkungsschwach ist), dann müssen eben andere Vorsichtsmassnahmen (Leine, Maulkorb o.ä.)greifen. Und man darf nicht vergessen, dass viele Hundehalter nicht erkennen, dass nicht alles von der Erziehung abhängt, sondern eben auch angeboren ist. Diese polemisieren dann gerne rum, aber das ist meines Erachtens reines Unwissen.

Übrigens ist gerade das Dominanzverhalten von Rüden durch Erziehung nicht zu beeinflussen (nicht zu verwechseln mit Angstbeissen!). Man wird einem dominanten Rüden das Spielen mit anderen Rüden nicht lehren können, das ist wieder die Natur. (Damit meine ich nicht, dass Rüden prinzipiell nicht miteinander spielen könnten - aber dann muss ein eindeutiges Dominanzgefälle bestehen, das von keinem der beiden in Frage gestellt wird).

Viele Grüsse

Stephan & Nash



von Iris und ERIC(YCH) am 24. Juni 1999 16:08

Hallo Stephan!

: Übrigens ist gerade das Dominanzverhalten von Rüden durch Erziehung nicht zu beeinflussen
: (nicht zu verwechseln mit Angstbeissen!).

Hier stimme ich Dir weitgehend zu, das kann ich an meinem Hund sehr deutlich feststellen. (Bobtail)

: Man wird einem dominanten Rüden das Spielen mit anderen Rüden nicht lehren können,
: das ist wieder die Natur.

Hier kann ich Dir nicht zustimmen!
Mein Rüde spielt mit Rüden aller möglichen Rassen, auch mit sehr dominanten Rüden.
Aber dabei spielt die Freundschaft eine größere Rolle.
Jeder Rüde ist auf seine Art dominant.
Diese Dominanz wird aber zeitweilig - z.B. beim Spiel - außer Kraft gesetzt.

Kritisch wird es, wenn z.B. eine läufige Hündin auftaucht. Da werden dann die noch eben friedlich spielenden "Machos" wieder zu Rivalen.
Es ist natürlich kritisch, wenn ein fremder Rüde in die Gruppe der spielenden Hunde kommt.
Dann ist besonders mein Bobtail plötzlich der "Hütehund", der notfalls seine "Spielherde" abschirmt,
vor allem wenn sich auch noch Hündinnen und Jungtiere in seiner "Herde" befinden.

Er hört dann auf zu spielen und stellt sich zwischen seine Freunde und den fremden Hund
und baut sich riesengroß auf.
Dann kann ich nur hoffen, daß der andere nicht plötzlich angreift und "echt" beißt!!!
Die Größe des "Eindringlings" spielt bei ERIC dann keine Rolle (kleiner Terrier oder riesige Dogge oder Rottweiler).
Wenn dann der fremde Hund ERICs Dominanz und "Schutzfunktion" für die Gruppe anerkennt,
darf er mitspielen, wird aber hin und wieder beobachtet und im Auge behalten.

Hündinnen und Jungtiere dürfen jederzeit in die Gruppe.

: (Damit meine ich nicht, dass Rüden prinzipiell nicht miteinander spielen könnten
: - aber dann muss ein eindeutiges Dominanzgefälle bestehen,
: das von keinem der beiden in Frage gestellt wird).

Ich habe häufig beobachtet, daß Rüden miteinander spielen, ohne daß die Dominanz überhaupt eine Rolle spielt.
Meiner Meinung nach müssen Rüden auch nicht immer die Rangordnung "im Kampf" unter sich ausmachen,
wovon leider immer noch einige - meistens Männer - überzeugt sind.
Unter unseren Bekannten sind viele dominante Rüden, die sich gegenseitig respektieren.

Allerdings haben wir sicher eine Idealsituation,
da sich fast alle Hunde kennen und sich schon in Spielabsicht treffen auf ihrer Hundewiese.


Viele Grüße von
Iris und ERIC, der sich selbst sicher für "den Größten" hält,
aber dennoch mit vielen mindestens genauso "Großen" befreundet ist und spielt.


von Stephan(YCH) am 25. Juni 1999 07:07

Hallo Iris

: : Man wird einem dominanten Rüden das Spielen mit anderen Rüden nicht lehren können,
: : das ist wieder die Natur.
:
: Hier kann ich Dir nicht zustimmen!
: Mein Rüde spielt mit Rüden aller möglichen Rassen, auch mit sehr dominanten Rüden.
: Aber dabei spielt die Freundschaft eine größere Rolle.
: Jeder Rüde ist auf seine Art dominant.
: Diese Dominanz wird aber zeitweilig - z.B. beim Spiel - außer Kraft gesetzt.
:

Meiner Meinung wird sie nur dann ausser Kraft gesetzt, wenn die Rangstellung eindeutig geklärt ist. Es gibt Rassen, die das schon aufgrund der Grösse tun oder des Alters, andere müssen erst die Messer wetzen. Gerade beim Spiel habe ich die gegenteilige Beobachtung gemacht: Erst wird gespielt, dann wird es heftiger, dann kommt es zu einer Rüpelei, die dann in Agression umschlägt. Es mag Rassen geben, die es weniger genau wissen wollen und wo das Spiel im Vordergrund steht bzw. wo es mit einer kurzen Drohgebärde erledigt ist (so einen hatte ich auch schon), aber das kann man nicht verallgemeinern.

: Kritisch wird es, wenn z.B. eine läufige Hündin auftaucht. Da werden dann die noch eben friedlich spielenden "Machos" wieder zu Rivalen.
: Es ist natürlich kritisch, wenn ein fremder Rüde in die Gruppe der spielenden Hunde kommt.
: Dann ist besonders mein Bobtail plötzlich der "Hütehund", der notfalls seine "Spielherde" abschirmt,
: vor allem wenn sich auch noch Hündinnen und Jungtiere in seiner "Herde" befinden.

Diesen Schutzinstinkt gibt es bei anderen Rassen auch, z.T. sehr entwickelt!

: Er hört dann auf zu spielen und stellt sich zwischen seine Freunde und den fremden Hund
: und baut sich riesengroß auf.
: Dann kann ich nur hoffen, daß der andere nicht plötzlich angreift und "echt" beißt!!!
: Die Größe des "Eindringlings" spielt bei ERIC dann keine Rolle (kleiner Terrier oder riesige Dogge oder Rottweiler).

Das kenne ich auch!

: Wenn dann der fremde Hund ERICs Dominanz und "Schutzfunktion" für die Gruppe anerkennt,
: darf er mitspielen, wird aber hin und wieder beobachtet und im Auge behalten.
:
: Hündinnen und Jungtiere dürfen jederzeit in die Gruppe.
:
: : (Damit meine ich nicht, dass Rüden prinzipiell nicht miteinander spielen könnten
: : - aber dann muss ein eindeutiges Dominanzgefälle bestehen,
: : das von keinem der beiden in Frage gestellt wird).
:
: Ich habe häufig beobachtet, daß Rüden miteinander spielen, ohne daß die Dominanz überhaupt eine Rolle spielt.

Wie gesagt, ich behaupte auch nichts anderes. Nur muss man sich (und den Hunden) den Stress antun, wenn man weiss, wie sie reagieren.

: Meiner Meinung nach müssen Rüden auch nicht immer die Rangordnung "im Kampf" unter sich ausmachen,
: wovon leider immer noch einige - meistens Männer - überzeugt sind.
: Unter unseren Bekannten sind viele dominante Rüden, die sich gegenseitig respektieren.

Wie gesagt, Du hast völlig recht, nur kann man es nicht verallgemeinern.
:
: Allerdings haben wir sicher eine Idealsituation,
: da sich fast alle Hunde kennen und sich schon in Spielabsicht treffen auf ihrer Hundewiese.
:
So ist es, ich meinte es auch eher auf fremde Hunde bezogen!

Viele Grüsse von Stephan

und Nash, der zwar geduldig ist, aber immer der schnellere!

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