Galgenfrist im Tierheim :: Was sonst nirgends passt

Galgenfrist im Tierheim

von Anneke(YCH) am 16. Juli 1999 11:05

Hallo Kine,

Ich wohne jetzt in Oldenburg, kenne aber jemanden, der jahrelang im Tierheim WH gearbeitet hat. das ist zwar schon fünf Jahre her, seit dem hat die Leitung des TH gewechselt, aber ich glaube zum besseren;-) 100% ist es natürlich nicht, aber soweit ich weiß, werden in dem TH keine Hunde ohne Grund eingeschläfert. Die Sache mit dem Stafford hatte sicher eine entsprechende Vorgeschichte?!

Viele Grüße, Anneke

von Burkhard(YCH) am 16. Juli 1999 11:36

Hallo,

: Die Sache mit dem Stafford hatte sicher eine entsprechende Vorgeschichte?!

darf ich das so interpretieren, dass die Vorgehensweise (Einschlaeferung direkt
nach der Einweisung ohne Benachrichtigung des Halters und ohne weitere Pruefung
des Sachverhaltes ) bei AmStaff's mit "Vorgeschichte" zulaessig und legitim ist?

Der genannte Hund starb im Tierheim WHV auch nicht wie geschildert binnen 1 -
max. 2 Tagen, sondern innerhalb 2 Stunden nach der Einlieferung durch den Hunde-
faenger, quasi noch in der Transportbox.

Zum Verhaengnis wurde ihm nicht sein Fehlverhalten, sondern die Tatsache das
er einer in Doitschland unerwuenschten Rasse angehoerte. Dumm gelaufen!!!

Und hier zur allgemeinen Erbauung der vom Halter des AmStaff geschilderte
Sachverhalt:

--------------------------- cut ----------------------------

F. O.
c/o Familie J.
Tilsiter Straße
26389 Wilhelmshaven

An Bandit´s friends!

Auf Grund einer großen Ungerechtigkeit würde ich mich gerne Eurem Freundeskreis anschließen und ihn in Form von Öffentlichkeitsarbeit (Unterschriften sammeln,
Flugblätter verteilen etc.) unterstützen.
Ich war jahrelang Mitglied und Sprecher des GREENPEACE Kinder- und Jugendprojektes GREENTEAM WILHELMSHAVEN und habe dadurch einen großen Erfahrungsschatz in
Sachen Öffentlichkeit sammeln können.

Leider verfüge ich über keinen Internet-Anschluß, so daß eine Kommunikation nur via Post möglich ist.

Auf Euren Freundeskreis bin ich durch das Internet der Fachhochschule gestoßen, weil ich Menschen gesucht habe, die sich für "unsere" Hunde einsetzen.
Ich war überrascht, daß es solch eine Initiative auch in Deutschland gibt. Aber um so besser.

Vicky Hearne´s BANDIT habe ich mittlerweile dreimal gelesen und halte es für das beste Buch, das zur Zeit über "unsere" Hunde auf dem deutschen Büchermarkt
erhältlich ist.

Ich möchte Euch jetzt von der Ungerechtigkeit berichten, die meinem Hund und mir widerfahren ist. Dazu schicke ich sofort 2 weitere Mails hinter dieser her.
Wenn Ihr dafür Verwendung habt, könnt Ihr sie gerne veröffentlichen. Und wenn Ihr einen schlauen juristischen Ratschlag zur Verfügung habt, der mir bei meinem
folgendem Problem hilft, wäre ich auch recht dankbar.


F. O.

F. O., bei Familie J., Tilsiter Straße, 26389 Wilhelmshaven

Die Geschichte ist sehr kompliziert, darum fange ich ganz vorne an. Einer meiner besten Freunde hat seit 18 Jahren Bullies. Er überredete mich vor knapp 2 Jahren
mir auch einen zu meiner Schäferhündin dazuzuholen, damit sie nicht so alleine ist, wenn ich zur Schule gehe. Ein paar Wochen später kaufte ich mir einen 12wöchigen
American Staffordshire Terrier. Nach ein paar Tagen (!) begann er Aggression gegen andere Junghunde zu zeigen. Wie ich später erfuhr, lag das daran, daß er (Shadow)
der Jüngste seines Wurfes war. Er wurde von seinen Geschwistern immer von den Mutterzitzen vertrieben und unterdrückt, so daß er schon im Babyalter das Durchsetzen
lernte. Alle sagten mir: "Gib den bloß wieder ab. Der ist Irre. Hole Dir einen, der sich nicht so aggressiv verhält." Doch ich in meiner besserwissenden Weise glaubte
daran, ihn erziehen zu können. Schließlich habe ich das bei meiner Schäferhündin auch alleine geschafft, die superlieb ist.

1,5 Jahre lang schaffte ich es, allen Konfrontationen mit anderen Hunden aus dem Weg zu gehen. Doch dann kam es zu einer (geringfügigen) Beißerei mit einem Dackel.
Verletzung des Dackels: eine 1,5 cm lange Wunde an der Pfote. 4 Monate später riß meine neue Leine, und es kam zu einer zweiten Beißerei mit einem Jack Russel Terrier.
Wieder eine Wunde von 1,5 cm Länge.

Bei uns am Strand passieren fast täglich schlimmere Beißereien zwischen anderen Hunden. Das soll nichts entschuldigen, denn jede Beißerei ist verwerflich, aber
ungerecht ist die Tatsache, daß Shadow wegen diesen zwei Vorfällen Maulkorbzwang bekam, während andere Hunde anderer Rassen quasi Narrenfreiheit genießen.

In der Silvesternacht ´98/99 (also gerade erst geschehen) passierte dann das Unglück. Shadow hatte Geburtstag. Er wurde auf den Tag zwei Jahre alt. Ein paar Freunde
und ich feierten ein wenig Silvester und Shadows Geburtstag, als wir uns entschlossen, noch eine Diskothek zu besuchen. Als wir gingen, schlüpfte Shadow einem meiner
Freunde durch die Beine nach draußen. Es kam zu einer Konfrontation mit dem Westie-Rüden meiner Nachbarn. Ich ging sofort dazwischen, wodurch die Situation unter
Kontrolle schien. Es wäre nichts passiert. Plötzlich wurde ich von dem stark alkoholisierten Halter des Westies von hinten bewußtlos geschlagen. Gezwungenermaßen ließ
ich meinen Hund wieder los. Shadow schnappte sich den ebenfalls unangeleinten Westie erneut. Ein Krankenwagen kam, in den ich hineingelegt wurde. Shadow ließ
freiwillig von dem Westie ab, der noch lebt, und kam zu mir an den Krankenwagen. Doch dieser fuhr ab. Shadow wurde ohne Probleme eingefangen und wurde zur Verwahrung
ins Tierheim gebracht, bis ich ihn wieder abhole. Sagte man mir zumindest. Ein paar Stunden später, am Nachmittag des 01.01.1998 wollte ich ihn holen, rief aber vorher
im Tierheim an, um mich zu erkundigen, ob am Neujahrstag einer dort ist. Man sagte mir, Shadow wurde sofort eingeschläfert. Heute ein Hund, morgen ein Kind - so die
Leiterin wörtlich.

Morgen ein Kind - so ein Unsinn! Shadow ging jedem Menschen offen und freundlich entgegen. Niemals hätte er einen Menschen verletzt. Nicht einmal dann, wenn ich
zusammengeschlagen wurde. Schließlich ging er nicht dazwischen, als der Typ auf mich eintrat, sogar noch als ich bewußtlos war. Shadows Aggression war innerartlich,
jedoch auch nicht so schlimm. Ein wirklich aggressiver AmStaff hätte nie freiwillig von dem Westie abgelassen. Wie bei den zwei Vorfällen zuvor (jeweils eine 1,5 cm
lange Wunde) wollte Shadow diese Hunde lediglich festhalten. Ich vermute, um sich selbst zu schützen; um zu verhindern, daß er selbst gebissen wird. Denn das waren ja
seine Erfahrungen aus dem Welpenalter mit seinen Wurfgeschwistern.

Ich ging natürlich sofort zum Rechtsanwalt, aber der machte mir wenig Hoffnungen. Es reiche nicht, zig Zeugen vorzuführen, die alle bestätigen, daß Shadow lieb war,
da es sich bei dem Amtsveterinär, der den Tötungsbefehl gab, um eine kompetente Fachperson handelt. Aussichten auf Erfolg gäbe es nur, wenn ich mindestens einen anderen
Tierarzt oder einen Gutachter plus meine Zeugen ins Spiel bringe, die alle anderer Meinung sind als der Amtsveterinär. Und selbst dann hängt alles vom Ermessen des
Richters ab.

Verliere ich den Prozeß, würde ich mit viel Schulden dasitzen. Ich müßte den oder die Gutachter bezahlen, den Anwalt der Stadt sowie meinen eigenen. Und somit riet mir
mein Rechtsanwalt von der Klage ab.

Zugegeben, Shadow war nicht der liebste Hund der Erde, aber wie haben ihn die Leute im Tierheim eigentlich beurteilt? Keiner durfte ihn berühren. Er saß die ganze Zeit in
der engen Transportbox der Feuerwehr, die ihn ins Tierheim brachte. Um ihn herum waren nur fremde Menschen in einer fremden Umgebung. Und die Knallerei der Silvesternacht
tat ein übriges. Wie bildet man sich ein Urteil in dieser Situation durch ein paar Gitterstäbe hindurch? Ich behaupte, das ist nicht möglich, und Shadow wurde ungerechtfertigt
hingerichtet. Einfach so, weil er einer der Bulldograssen war. Ohne faires Verfahren spielte der Amtsveterinär Richter und Henker in einer Person. Mit einem Schäferhund etc.
wäre das nicht so schnell passiert.

Und das ist der Grund, warum ich mich dem Freundeskreis von Bandit´s friends anschließen möchte: um zu verhindern, daß solche Vorfälle in Zukunft weiterhin passieren.
Ich erkläre mich bereit, meine gesamte Energie und Freizeit für eine fundierte Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen. Allein schon deswegen, damit Shadow nicht völlig umsonst
gestorben ist.

--------------------------- cut ----------------------------

Mit besten Gruessen
Burkhard



von Kine(YCH) am 16. Juli 1999 11:45

Hallo Anneke!
:
: Ich wohne jetzt in Oldenburg,

Noch ein Nordlicht *jubel* smiling smiley

:.. kenne aber jemanden, der jahrelang im Tierheim WH gearbeitet hat. das ist zwar schon fünf Jahre her, seit dem hat die Leitung des TH gewechselt, aber ich glaube zum besseren;-)

Na, das hoff ich ja wohl :-)

:100% ist es natürlich nicht, aber soweit ich weiß, werden in dem TH keine Hunde ohne Grund eingeschläfert.

grinning smileyie Sache mit dem Stafford hatte sicher eine entsprechende Vorgeschichte?!

Ich kann ja leider auch nur wiedergeben, wie es in der Zeitung stand.
Dieser Stafford hatte bereits "Zwei-Kämpfe" mit anderen Hunden (ist zum Glück kein anderer Hund zu Tode gekommen). Was mir nur sehr ... äh...
wie soll ich sagen... aufgestossen hat, ist, dass der Hund innerhalb so kurzer Zeit eingeschläfert wurde. Der Halter lag einen Tag im Krankenhaus, der Hund ist erstmal ins Tierheim gekommen, hat sich in einer Box sitzend verstört und aggressiv verhalten. Als der Halter aus dem Krankenhaus kam und seinen Hund holen wollte, war dieser schon tot.

Leider stand keine "Gegendarstellung" des Tierheims dazu in der Zeitung... :-(

Ich muss zum besseren Verständnis wohl noch dazu sagen, dass ich eine Gegnerin des Einschläferns von Hunden aus - sagen wir mal "Verhaltensgründen" bin.
Dabei werd ich immer soooooo wütend...erst versaut der Mensch die Tiere und dann bringt er sie um, weil er sich nicht die Mühe gibt oder einfach nicht mit ihnen klar kommt... *grrr*

Ich hoffe, Klarheit reingebracht zu haben?! :-))

Viele Grüsse,

Kine


von Kine(YCH) am 16. Juli 1999 11:51

Danke Burkhard!!!

Genau den Text hab ich gerad gesucht smiling smiley

Schöne Grüsse

Kine

von Marion(YCH) am 16. Juli 1999 13:13

Hallo Gesa.

Ich wusste davon bis vor 3 Tagen auch nichts. Dann hat mir jemand erzählt, daß in Ludwigshafen eingeschläfert wird, wenn das Tier eine gewisse Zeit im Tierheim gehockt hat, und nicht vermittelt werden konnte.Sozusagen die Bestände geschrumpft. Derjenige weiss das von einer TA die das
"unter der Hand " macht.
Hat man da noch Worte?

Marion

von Anneke(YCH) am 16. Juli 1999 15:07


Hallo Burkhard,

: darf ich das so interpretieren, dass die Vorgehensweise (Einschlaeferung direkt
: nach der Einweisung ohne Benachrichtigung des Halters und ohne weitere Pruefung
: des Sachverhaltes ) bei AmStaff's mit "Vorgeschichte" zulaessig und legitim ist?
: Der genannte Hund starb im Tierheim WHV auch nicht wie geschildert binnen 1 -
: max. 2 Tagen, sondern innerhalb 2 Stunden nach der Einlieferung durch den Hunde-
: faenger, quasi noch in der Transportbox.

Nein, so darfst Du das natürlich nicht interpretieren... Ich kannte den Sachverhalt ja nicht so genau, wie er jetzt beschrieben wurde. Ich wollte nur vermeiden, das ein Tierheim wegen eines Falles unter einen doch ziemlich harten Verdacht gerät und deshalb anmerken, das das dort soweit ich weiß nicht die gängige Praxis ist. Dabei will ich keinesfalls behaupten, das TH WHV wäre ein gutes Tierheim;-) Wir hatten da schon so unsere eigenen Erfahrungen...
Es hätte ja auch eine andere Sachlage vorliegen können, etwa der Halter ist gestorben, der Hund ist vorher schon einigen Male aufgefallen, beißt im TH nur um sich... oder was weiß ich.
So wie es hier beschrieben ist, ist es natürlich ein Unding.

Viele Grüße, Anneke

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