Gewaltphantasien und Kampfhunde"" :: Was sonst nirgends passt

Gewaltphantasien und Kampfhunde""

von Julia(YCH) am 27. Juli 1999 11:37

Lieber Burkhard,

in diesem Falle scheint es sich dann tatsächlich um eine Verwechselung zu handeln, für die ich mich entschuldigt habe. Ich tue das hier aber gerne noch einmal.
Des weiteren muß ich Dir mitteilen, daß ich Deine Beiträge immer sehr genau gelesen habe und, soviel Grips mußt Du mir schon zugestehen, auch verstanden habe. Es scheint daran zu liegen, daß Dein Einflechten von Sarkasmus an bestimmten Stellen einer Diskussion von mir nicht ganz nachvollzogen werden kann. Villeicht verstehen wir uns deshalb nicht? Du kannst die Nase voll haben oder auch nicht, ob soviel Angst, bzw. Abneigung gegen sog. Kampfhunde. "Heilen" oder "Therapieren" kannst Du mich als Berlinerin von Bochum aus nicht. ABER: Wir laden Dich gerne nach Berlin ein. Ein Plätzchen für Dich und Baxter ist bei uns immer frei. Komme uns doch mal besuchen und wir drehen eine Runde auf einem Berliner Kampfhundetreff und Du wirst Deine Meinung mit Sicherheit ändern. Wie gesagt, Du bist herzlich eingeladen. Hier, vor allen Zulesern, so daß ich dokumentieren kann, wie ernst es mir damit ist.
Ein "Spray" oder "Klappmesser" kann ich Dir gerne borgen für unseren gemeinsamen Spaziergang, denn ich bin mir ganz sicher, daß auch Du nicht tatenlos zusehen wirst, wie Dein Baxter von einem "gut ausgebideten" Berliner Szenekampfhund auseiander genommen wird. Das es auch liebe und völlig harmlose sog. Kampfhunde gibt, bei Dir in Bochum, nützt mir bei meinen alltäglichen Spaziergängen in Berlin gar nüscht.

Es grüßt Dich


Julia
P. S. Für eine Terminabsprache und Austausch von Telefonnummern, zwecks Besuch bei uns, maile mich doch bitte an.

von Wolf Peter(YCH) am 27. Juli 1999 11:57

Hallo Burkhard !

Also was die Julia hier erwähnt hatte, habe ich auch noch sehr gut in Erinnerung, aber nachdem man dich etwas besser kennengelernt hatte,
via Internet, kann man so ungefähr einschätzen was du damit gemeint hast.

In meinem letzten beiden beiträgen an dich habe ich es auch beschrieben.

Aber was für mich viel wichtiger erscheint: ist die Einladung an Dich
in Berlin ein Rundgang zu machen, wo diese sog. Szenentreff zu Hause ist.

Du bist nämlich derjenige, der zu den sozusagen unbescholtenen und vernünftigen Hundehalter der Rasse gehört.

Aber ich würde mich sehr dafür interessieren, wie du mit deiner Einstellung die Leute vom Berlin begegnen bzw. verarbeiten würdest.

Ich weiß die Entfernung ist nicht zu unterschätzen, aber falls es tatsächlich zu einem Treff zwischen Dir und Julia kommen sollte oder
könnte, dann möchte ich Dich darum bitten, hier einen Bericht zu verfassen, wie du die Lage dort beurteilst bzw. einschätzt.

Ich weiß, ich habe leicht zu reden bzw. schreiben, da ich in München wohne und auch nicht angesprochen wurde.

Aber jemand wie du, der eigentlich die Ängste von Ahnungslosen immer
unbegründet hält, könnte einen objektiven Bericht über die Situation
in Berlin verfassen.

Ich hoffe ich bin Dir nicht Nahe getreteten !

Ciao Wolf Peter

von Burkhard(YCH) am 27. Juli 1999 12:39

Hallo Julia,

: Komme uns doch mal besuchen und wir drehen eine Runde auf einem Berliner Kampfhundetreff und Du wirst Deine Meinung mit Sicherheit ändern.

danke fuer das Angebot, aber das wird wohl nicht notwendig sein. Ich hatte das Vergnuegen,
von 1981 bis 1997 in Berlin zu leben, zuerst in Tiergarten, dann in Kreuzberg (davon 2
Jahre im schmuddeligsten Kiez von SO36). Mir sind die Probleme in den entsprechenden
Stadtteilen durchaus bewusst. Nur betrachte ich weniger die Symptome (die Kampfhunde),
als mehr die Ursachen (soziologischer Natur). Ich kann mir das aus der Distanz leisten,
gluecklicherweise habe ich den Absprung aus Berlin rechtzeitig geschafft.
Eins kann ich Dir aus meiner damaligen Erfahrung versichern, sobald per Verordnung oder
wie auch immer das "Kampfhundeproblem" in Berlin geloest ist, ruestet die
bekannte Clientel auf Schrotflinte oder Faustfeuerwaffe um, da kenn ich meine "Schaefechen"
gut genug. Vieleicht haben unsere Sandkastengangs dann genug Gangster-Rap Videos
aus South Central LA gesehen und vergnuegen sich eher auf die amerikanische Ghetto-
Art mit der Maschinenpistole, als sich weiterhin bei Hunderaufereien zu langweilen.
Leider wird Dich aber keiner fragen was Dir lieber ist, dass Eine kennst Du schon,
dass Andere kommt sicher.

Kleine Anekdote am Rande, dass letzte spektakulaere Ereignis welches ich in Berlin
kurz vor meinem Umzug erleben durfte, war eine sagen wir mal "multikulturelle"
Massenschlaegerei in meiner Strasse in Kreuzberg, quasi direkt vor meiner Haustuer.
Dort durfte ich aus naechster Naehe miterleben, wie einem jungen Thailaender
eine spitze Eisenstange (Baustellenabsperrung) von hinten durch die Brust gestossen
wurde. Ein ca. 14-jaehriger Kontrahent konnte dann nicht darauf verzichten, dem
sterbenden dreimal voll auf den Kopf zu springen. Desweiteren gab es 6 schwer-
verletzte durch Messerstiche. Damals habe ich erste Hilfe geleistet und das Wort
"Blutbad" hat fuer mich eine recht konkrete Bedeutung bekommen.

Hunde waren nicht zugegen.

Seit dem haben "Kampfhunde" fuer mich nur noch zwei Beine!

Glaubst Du im Ernst, dass man einer derart verrohten Clientel nur ihre Hunde
wegnehmen muss, damit wieder Frieden einkehrt?

Selbstverstaendlich hat jeder Hundehalter das Recht, mit angemessenen Mitteln
den Angriff eines aggressiven Hundes auf sich oder sein Tier zu verhindern.
Genauso selbstverstaendlich wuerde ich Baxters Unversehrtheit und Leben mit
Gewalt verteidigen, aber ich fabuliere darueber nicht oeffentlich.

Und noch ein Argument. In den USA gibt es bekanntlich ein weitaus liberaleres
Waffengesetz als in Deutschland. So kommt es, das im Laufe eines Jahres mehr als
tausend Menschen in vermeintlichen Notwehrsituationen erschossen werden.
Nur in einem gringen Teil dieser Vorfaelle wurde ein echter Angreifer getroffen.
Die meisten Opfer sind unbeteiligte Passanten, die aus Versehen das falsche
Grundstueck betreten haben.

Genauso wuerde es hier kommen. Ganz sicher reicht ein herrantrabender Bull-Hund
der vielleicht nur mal schnueffeln moechte, um in einer Panikreaktion den Overkill
mittels Messer oder Gasspray auszuloesen.

Burkhard



von Porcha & Dino(YCH) am 27. Juli 1999 12:32

Hi Julia,

würde gerne wissen, in welchem Bezirk Du wohnst.

Ich wohne in Charlottenburg, davor in Zehlendorf und sogenannte 'Kampfhunde' sind mir allgemein im Straßenbild nicht so extrem negativ aufgefallen wie bei Dir, daß ich bewaffnet auf die Straße gehen muß. Da wird der Spaziergang zum Horror-Trip.

Auf Ausstellungen sind mir teilweise einige Halter bestimmter Rassen, wie z.B. American Staffordshire Terrier negativ aufgefallen. Diese Halter hatten Hunde, die nicht leinenführig waren und die wie Hechtsuppe gezogen haben und die pubertären Besitzer am anderen Ende fanden das total 'cool', daß ihr Hund so stark ist oder sie kaufen eine Lunte, schleppen den hinter sich her und der Hund hängt dran. Manche tragen Maulkorb und/oder Stachelwürger. Nur frage ich mich, was hat ein Hund auf einer Ausstellung zu suchen, der ein Maulkorb und/oder Stachelwürger tragen muß? Spätestens im Ring muß der Hundehalter den Hund im Griff haben. Das gilt für alle Hunderassen.

Ich kenne 2 Am-Staff, 1 Am-Staff-Mix und 1 Mastino und habe persönlich gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Sie sind sehr lieb und verschmust aber wie bei allen Hunderassen gibt es solche und solche.

Die Schwester meines Freundes hat einen Staff-Rüden und als ich ihn das erste Mal begegnet bin, hat ich auch ein bißchen Angst aber ich glaub mehr wegen der media-hype. Ich habe meine Angst aber nicht gezeigt und habe ihn auch gestreichelt. Habe aber gemerkt, daß wenn er sich bewegt hat, daß ich zusammengezuckt bin. Obwohl ich einen Dobie-Rüden habe und auch sehr viel mit Vorurteilen zu kämpfen habe, hatte ich doch unbewußt Vorurteile gegen den Staff. Ich hatte einen ziemlichen Respekt vor ihm aber wir haben uns gegenseitig 'beschnüffelt' und mochten uns. Er ist ein ganz lieber, extrem ruhiger Kerl (da ist eine Schlaftablette aufregender)und ist eigetnlich glücklich und zufrieden damit, zu Hause in seinem Körbchen zu schlafen.

Schöne Grüsse

Porcha & Dino



von Heidi(YCH) am 27. Juli 1999 12:25

Hallo Wolf Peter,

Deine Idee ist sicher sehr gut und ich hoffe, daß es dazu kommen wird. Ich denke aber, daß Burkhard sicher schon differenziert und auch Verständnis für Leute aufbringt, die mit gewissen Hunden (Kampfhund ist nunmal keine Rasse) Probleme hatten und deshalb reserviert sind. Wahrscheinlich geht es Burckhard so wie mir. Was stört ist halt die Verallgemeinerung, daß alle diese Hunde, die als Kampfhunde diffamiert werden über einen Kamm kommen. In Berlin ist die Situation sicher manchmal etwas kritisch, zumindest kritischer als in Kleinstädten oder auf dem Land. Generell hat Burkhard recht, wenn er meint, daß die Hetze gegen bestimmte Hunderassen endlich aufhören sollte. Wer die Schlagzeile der Blödzeitung heute gelesen hat, der weiß was ich meine. Irgendwann ist es sonst soweit, daß einige Hunderassen für immer ausgelöscht werden, weil einige idiotische, kriminelle Hundehalter ihre Hunde als Waffen einsetzen. Hier muß angesetzt werden.

Viele Grüße

Heidi

von Heidi(YCH) am 27. Juli 1999 12:32

Hallo Julia,

ich glaube nicht, daß Burkhard Dich heilen oder therapieren will. Er will vielleich nur versuchen ein wenig Verständnis für verschiedenen Hunderassen zu schaffen. Jeder kann nachvollziehen, daß Du Dich in Berlin unwohl fühlst wenn Dir ein großer Hund begegnet, der von einem kriminellen Element geführt wird. Du solltest vielleicht eingestehen, daß die Ursache nicht der Hund sondern die Szene ist, die in dazu macht ist. Daraus folgt nämlich, daß der Gesetzgeber die Kontrollen besser verschärfen sollte um diese Ursachen zu bekämpfen. Es gibt nämlich tatsächlich Unmengen von Hunden, die einige unwissende Menschen (lies mal bei Gerd Haucke. "Hund aufs Herz" nach) als Kampfhunde bezeichnen, die noch nie auffällig geworden sind, weil sie in den richtigen Händen sind.

Viele Grüße

Heidi

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