Dobermann und kleines Kind ? :: Was sonst nirgends passt

Dobermann und kleines Kind ?

von Andrea(YCH) am 05. Oktober 1999 13:32

Hallo Peter!

Ich kann nur bestätigen, dass Du mit einem Dobermann einen - normalerweise - temperamentvollen Hund ins Haus holst. Wie auch schon meine "Vorredner" sagten, wird es möglich sein, dass eine Male Deine Tochter umgeworfen wird, wobei das nie böse von dem Hund gemeint ist. Er ist halt - auch älter - ein Temperamentsbündel. Ich selbst habe 4 Dobis und weiß, wovon ich rede. Sie brauchen viel, viel Auslauf, Bewegung und Beschäftigung, sonst kann es wirklich sein, dass sie in der Wohnung Unfug treiben.
Als ich vor über 10 Jahren meinen ersten Dobi gekauft habe, hatte ich fast die ganze Familie gegen mich. Man sagte mir, dass ich mich noch umsehen werde, was ich da für eine "Bestie" ins Haus bekomme, vor allem, wenn er ausgewachsen is. "Hinterhältig", "falsch" und "unberechenbar" war die allgemeine Meinung über diese Rasse, und schon gar nicht würde er sich mit unseren beiden anderen Hunden verstehen. Ich habe mich aber trotzdem nicht davon abbringen lassen und habe mir meinen "Mitsch" zugelegt, was ich auch keinesfalls bereut habe (obwohl es mit ihm nicht einfach war - er war das Musterexemplar eines sturen Esels).
Bei ordentlicher Erziehung kannst Du mit einem Dobi sehr viel Freude haben, aber achte auf jeden Fall darauf, dass Du aus einer ordentlichen Zucht einen Welpen kaufst. Wichtig ist in erster Linie das Wesen/Sozialverhalten. Lass' Dich nicht von irgendwelchen Champientiteln oder Leistungsprüfungen blenden...die sagen nichts darüber aus, wie der Charakter des Hundes letztendlich ist. Wichtig ist das Wesen der Mutterhündin und das Verhältnis Züchter-Hund - darauf habe ich - zumindest ab dem 2. Dobermann - immer geachtet und bin damit nicht "auf die Nase gefallen".
Viele Grüße
Andrea und ihre Dobis

von Peter(YCH) am 05. Oktober 1999 15:48

Hallo Andrea,

das mit der "Bestie" kenne ich von Familie, Freunden und Bekannten, und aus dem Grunde bin ich ja auch so unsicher geworden. Denn wenn man so viele Gerüchte hört, zweifelt man nachher selber und denkt sich, es könnte ja doch etwas Wahres dran sein.
Aber Du meinst auch, daß wir als Ersthundebesitzer trotzdem geeignet werden? Wir haben ja noch nie einen Hund erzogen, aber ich denke wir haben genug Durchsetzungsvermögen und auch Angst vor fremden Hunden, außer natürlich der normale Respekt ( nicht einfach anfassen etc.), haben wir beide nicht.Ich muß dazu sagen, wir haben uns wirklich viel über Dobis informiert ( Bücher, Ausstellungen etc.).
Kannst Du mir denn ein paar Züchter nennen, an die ich mich wenden kann, damit auch wir nicht "auf die Nase fallen".

Vielen Dank!
Bis bald,
Peter

von Andrea(YCH) am 05. Oktober 1999 16:17

Hallo Peter!

Als Ersthundebesitzer macht man natürlich Fehler, wie z. B. den armen, kleinen, wimmernde Welpen mit auf die Couch oder ins Bett nehmen, oder z. B. wenn der Welpe die ersten 1 - 2 Tage in der neuen Umgebung nicht gut fressen will, mit "Leckerli's" verwöhnen. Das wichtigste bei der Erziehung des Dobermanns ist die Konsequenz; Du musst Dir im Klaren sein, dass ein Dobi sehr intelligent und clever ist (ja, auch ein 8 Wochen alter Welpe!) und er sehr schnell begreift, wie man seine Leute "erzieht". Ich habe mit meinem Mitsch die gleichen Fehler gemacht. Man darf nicht zu hart zu dem Hund sein (sonst bricht man seinen Willen) und auch nicht zu weich (dann kann es sein, dass Du einen Haustyrannen bekommst), man sollte einfach nur konsequent sein, was also einmal verboten wird, sollte immer verboten sein, was einmal erlaubt ist, sollte dann auch immer erlaubt sein. Später, wenn der Hund seine "Grenzen" kennt, kann man schon mal eine Ausnahme machen. Durch diese Konsequenz, was natürlich nicht immer einfach ist (schau einem bettelnden Welpen in die Augen und Du weisst, was ich meine), hast Du aber schon einen großen Teil der Erziehung geschafft. Normalerweise kannst Du auch bei dem Züchter Deiner Wahl jederzeit auf Hilfe hoffen. Ich z. B. züchte auch Dobis und versuche immer, so gut wie möglich Ratschläge zu geben. Ich sage z. B. meinen Welpenkäufern auch, dass sie nicht irgendwelche Leute fragen sollen, sondern mich, da ich mit der Rasse vertraut bin und vor allen Dingen wirklich am Wohlergehen der Welpen interessiert bin.
Ich denke, ich kann Dir schon ein paar Züchter in Deiner Nähe nennen, schreib' mir doch auf, in welcher Gegend Du wohnst und schicke eine e-mail an mich persönlich.
Noch ein Tipp: Schau' Dir einige Züchter an und vergleiche! Es gibt himmelweite Unterschiede!!!
Viele Grüße
Andrea

von Franziska + Wonda(YCH) am 05. Oktober 1999 21:36

: Hallo Peter!

Na, läßt er Euch doch noch nicht los, der Dobi?! Wie ich Heike schon am Telefon sagte: Ich halte einen Dobi nicht für den idealen Anfängerhund. Aber natürlich kommt es auch darauf an, was für "ein Händchen" Du für diesen Hund entwickelst. Tatsache ist aber, daß die Dobis übersprühen vor Temperament und äußerst arbeitswillig und intelligent sind. Und für so einen Hund muß man dann natürlich auch die entsprechenden Nerven haben. Wenn nun ein zweijähriges Kind da sein wird, wenn der Welpe kommt, dann ist es auch wichtig, dem Kind klar zu machen, daß der Hund kein Stofftier ist (das gilt aber für jeden Hund). Habt Ihr wirklich die Nerven und die Zeit, täglich zwei bis drei Stunden ein absolutes Temperamentsbündel zu beschäftigen. Viel Laufen ist ja am Anfang nicht, da ist dann "Gehirnjogging" besonders angesagt. Wenn man es geschickt anstellt, dann kann man sich den jungen Dobi mit absoluter Konsequenz und gleichzeitig viel Liebe zu einem Superhund erziehen. Er kann helfen die Wäsche zu sortierne, Licht an und ausmachen, Türen schließen und was weiß ich nicht noch alles (macht der Dobi einer Freundin). (Von klassischen Hundeplätzen halt ich übrigens nichts, mir wird immer schlecht, wenn ich den Ton dort erlebe. Das hat kein Hund verdient, es gibt auch bessere Methoden, einen Hund auszubilden (Clickertraining).) Wenn man aber nicht die Nerven besitzt und nicht ausreichend Konsequenz, dann kann so ein Hund wirklich übel sein.
Ich erinnere mich aber auch deutlich, daß Günther Bloch auf einem Seminar sagte, daß es inzwischen richtig schwer geworden ist, einen guten Dobi zu finden. Die meisten, die er kennt, seien hochgradig nervös, was bitte nicht mit temperamentvoll zu verwechseln sei. Ich habe auf der Ausstellung in München im Februar leider auch viele sehr hektische Dobis gesehen und mußte da sofort an Bloch denken.

Wenn es also noch Zeit hat mit dem Welpen, dann schaut Euch den Züchter seeeehr gut an. Auf der Ausstellung in Dortmund könnt Ihr Euch ja umsehen. Sprecht die Aussteller an, deren Hunde am gelassensten sind, Nervenstärke geht immer vor Schönheit, gerade bei dieser Rasse. Und berichtet doch mal, ob sich inzwischen auch schon Leute mit kompletten Dobis trauen, die Hunde richten zu lassen. Ich würde es mir wünschen!

Ich wünsche Euch, daß Ihr zu der Rasse findet, mit der Ihr letztlich wirklich glücklich werdet!

Schöne Grüße von Franziska und Wonda

P.S.: Die Landseer-Idee schon wieder verworfen?!


von Peter(YCH) am 06. Oktober 1999 06:17

Hallo Franziska,

wie Du schon richtig erkannt hast, läßt uns der Dobi wirklich nicht los. Das liegt aber eben daran, daß er für uns der absolute " Traumhund " ist und uns so viele Jahre sicher waren, daß es ein Dobi sein soll und dann kommen auf einmal die Zweifel, die einem aber eben nur von "Nicht-Dobi- Kennern" eingeflößt werden, so daß wir völlig unsicher waren, was nun stimmt und was nicht.

Was die Landseer-Idee betrifft, so ist sie nicht verworfen, nur haben wir sie erstens noch nie in Natura gesehen, was wir dann ja in Dortmund tun werden, und zweitens, was ich viel wichtiger finde, was nützt es uns, wenn wir uns eine andere Rasse zulegen, letztlich aber nur den Dobis hinterhertrauern, ich denke, das würde ein Hund auch merken.
D.h. also wenn wir uns einen Landseer zulegen würden, müßten wir davon genauso überzeugt sein wie von den Dobis.

Trotzdem noch mal vielen Dank für Deine Hilfe. Wir werden uns bestimmt noch mal bei Dir melden, was es denn nun geworden ist.

Viele Grüße
Peter und Familie

P.S.: Wann und wo können wir Dich denn mal in Dortmund antreffen ?

von Christiane(YCH) am 06. Oktober 1999 07:42

Hallo Andrea,

da Du Dich ja sehr gut auskennst mit (4) Dobis würde ich gerne ein paar Erfahrungswerte von Dir wissen:
unser Dobi bellt gerne und zwar immer dann, wenn er gerade besonders Ruhe halten soll: im Auto(nur während der Fahrt), wenn man ihm in der Wohnung das Spielen verweigert und auf dem Hundeplatz wenn er abgelegt wird.
Ist das Rassenspezifisch und wie kann man dagegen angehen?
Witzige Frage: frieren Deine auch so schnell? Noch witzigere Frage: legen sich Deine auch immer zuerst mit dem Vorderteil und dann mit dem Hinterteil hin?
Daß das Temperament auch im Alter nicht verschwindet habe ich schon von anderen Dobibesitzern gehört. (Schwitz)
Ist es wahr, daß Dobis sich mehr auf eine Person konzentrieren?

Zum Peter bin ich Deiner Meinung, daß man sehr stark bedenken soll ob man dem Energiebündel gewachsen ist.
Ich hatte(habe) noch einige Probleme damit.
Die Erziehung empfinde ich auch als schwierig, weil auch unserer seeehr stur ist. Er nutzt jedes Schlupfloch aus.
Aber er ist sooooooooo ein Lieber! Alles was ich bisher von Dobis gedacht habe(Fernsehverseucht) trifft nicht zu.
Gruß Christiane


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