Heulen! :: Welpen - Junghunde

Heulen!

von Monika(YCH) am 22. August 2001 19:56

Gestern ist etwas komisches vorgefallen. Unser Hund, Aik (Beagle 16 Wo.), ist ziemlich dominant. Die Leiterin von der Hundeschule hat uns empfohlen das schnell in den Griff zu bekommen. Wir sollen, wenn er schnappt, ihn auf den Rücken legen und erst loslassen wenn er sich beruhigt hat. Das hat bis jetzt auch gut geklappt aber gestern war das anders. Es fing an, dass er auf die Polstergruppe sprang. Ich schaute ihn an und mit einem starken "Pfui" sprang er dann auch wieder von der Polstergruppe runter. Aber dann rante er um mich herum und knurrte und bellte. Aik bellt sonst sehr sehr selten. Da ich es nicht wie eine Spielaufforderung sah, versuchte ich ihn zu ergreifen blieb aber immer am selben Ort stehen. Ich rannte ihm nicht hinterher. Auf einmal steht er vormir und heult. Wie die Wölfe das tun. Es war kein Jaulen wie wenn er Schmerzen hätte sondern ein richtiges kurzes heulen. Wie soll ich das interpretieren? Was wollte er damit andeuten?
Vielen Dank für Eure Hilfe

von Mina(YCH) am 22. August 2001 20:22

Grüß dich Monika,
vielleicht kann dir ja ein Beagle-Freund mehr helfen als ich, vielleicht sind auch die amerikanischen Beagle anders als die deutschen. Doch die Beagle hier bellen und heulen alle, man kann schon an der Stimme den Beagle erkennen. Mir fällt dabei zuerst immer die Fuchsjagd ein, wo Foxhounds oder Beagle heulen und bellen. Es könnte ja sein, dass dein Hund erst jetzt seine Stimme erkannt hat. Frag doch mal bei dem Züchter nach, welche Sprachgewandtheit in der Familie deines Hundes steckt.
Liebe Grüße
Mina

von Gabrielle(YCH) am 23. August 2001 12:28

Hallo Monika

:Unser Hund, Aik (Beagle 16 Wo.), ist ziemlich dominant.

Dominanz ist was zwischen Zweien ist. Der Hund kann in seiner Beziehung zu dir dominant sein. Er alleine, das geht nicht.

:Wir sollen, wenn er schnappt, ihn auf den Rücken legen und erst loslassen wenn er sich beruhigt hat.
?? Wie soll er so Beisshemmung lernen? Oder macht das die Leiterin dann in anderen Situationen?

:Ich schaute ihn an und mit einem starken "Pfui" sprang er dann auch wieder von der Polstergruppe runter.
Hast du das konditioniert als "Unterlass sofort, was du jetzt tust"? Und auch dann, der Hund kann das auf so vieles beziehen: dass er auf dem Sofa ist, dass er huepft, dass er dich anschaut.....
Wenn du ihm sagst was er tun soll (anstelle was er lassen soll), dann wird es ploetzlich klar fuer den Hund, z.B. runter!, das du als "alle vier Pfoten auf dem Boden" konditioniert hast.

Liebe Gruesse
Gabrielle

von Monika(YCH) am 23. August 2001 14:45

Hallo Gabrielle
Danke für Deine Antwort. Erkläre Dir kurz das mit dem auf den Rückendrehen. Bei der ersten Welpenstunde, hat Aik die Leiterin in die Hand gebissen, weil sie ihn von irgendetwas wegnehmen wollte. Sie packte ihn am nacken und drehte ihn um. Wir sollen das so machen, damit er lernt, dass er sich uns unterwerfen muss. Das mit dem "Pfui" hasst recht. Habe es nie von der Seite angeschaut. Könnte sein, dass wir den Hund nicht verstehen und umgekehrt. Vielleicht kann uns da ein Buch weiterhelfen. Hast Du eventuell gerade einen Typ? Sehe schon, wir müssen noch viel über die Hundesprache lernen. Aber für irgendetwas gehen wir ja in die Hundeschule....Grüessli Monika

von Gabrielle(YCH) am 24. August 2001 00:34

Hallo Monika
: Erkläre Dir kurz das mit dem auf den Rückendrehen. Bei der ersten Welpenstunde, hat Aik die Leiterin in die Hand gebissen, weil sie ihn von irgendetwas wegnehmen wollte. Sie packte ihn am nacken und drehte ihn um. Wir sollen das so machen, damit er lernt, dass er sich uns unterwerfen muss.

Ich habe das auch mal so gemacht, heute weiss man aber mehr zum Thema Unterwerfung. Der hoeher stehende Hund wirft den anderen nicht auf den Ruecken, zwingt den anderen nicht, sich zu unterwerfen. Unterwerfung wird vom tiefer stehenden angeboten/offeriert. Das Leittier erzwingt seine Stellung nicht offensiv, mit Aggression sondern sehr souveraen ueber die Ressourcen. Das ist ein Grund, warum Clickertraining gut ist: bei jedem C&T demonstriere ich dem Hund, dass ich die Ressource Futter kontrolliere. Du willst Futter? Ok, mach das, dann kommt's. Ich brauche nicht aggressiv zu sein, sondern bin ganz relaxed und cool. Willst das Futter nicht. Das ist ok und ich ziehe von dannen. Der Hunger wird schon noch kommen.

Das Aufgeben von Gegenstaenden mit Gewalt zu erzwingen geht auch wieder in diese aggressive, offensive Richtung. Ich biete dem Welpen etwas Besseres an, er gibt den Gegenstand ab, end of story. Naechste Stufe: ich biete ihm Futter, er gibt den Gegenstand (er kann nicht beides gleichzeitig halten), frisst und bekommt den Gegenstand wieder. So kommst du zu dem Punkt, an dem dir der Welpe jederzeit alles ueberlaesst, du hast nun Ressourcenkontrolle.
Gleichzeitig kannst du es im Training verwenden: Du willst deinen Ball. Ok, setzt dich hin, dann bekommst du ihn.

Abgesehen davon ist es vom Aufbau der Beisshemmung her gesehen absolut notwendig, dass bei jedem Zahn-Hautkontakt laut aufgeschrien wird. So machen das die Welpen untereinander, was du in der Spielstunde vielleicht schon beobachten konntest. Der ander Welpe laesst sofort ab. So lernen sie ihren Biss zu kontrollieren. Menschenhaut ist aber sehr viel sensibler, sodass sie Mensch und Beisshemmung getrennt lernen muessen. Je nach deinen Umstaenden gehst du bist zur vollen Hemmung, d.h. jeglicher Kontakt mit Menschenhaut/Kleidern loest sofort die Beisshemmung aus (Familie mit Kindern)oder du erlaubst dem Hund das zaertlcihe in den Fang nehmen deiner Hand.

:Könnte sein, dass wir den Hund nicht verstehen und umgekehrt.
Durchaus. Wenn du es noch nicht kennst, wuerde ich dir Jean Donaldsons "Culture Clash" empfehlen, das gibt es nun auch auf deutsch (weiss den Titel nicht). Die Uebersetztung ist an gewissen Stellen nicht spitzenhaft, auch bin ich mit ihrem Ausbildungsansatz nicht einverstanden, aber in Bezug auf Verhalten etc (was den groesseren Teil des Buches ausmacht) ist sie eine Kapazitaet.

Die Buecher von Feddersen-Peterson sind etwas wissenschaftlich geschrieben, aber gut, wenn ich auch hier nicht mit den Ausbildungsvorschlaegen einverstanden bin. Aber die kommen eh nur am Rande.

:Aber für irgendetwas gehen wir ja in die Hundeschulen

Richtig. Ich finde es gut, wenn man abklaert, woher die AusbilderInnen das Wissen haben, ihre Qualifikation, welche Buecher/AutorInnen sie kennen, welche Seminare/Konferenzen sie besucht haben, wie ihre Weiterbildung aussieht etc. Dann kann ich mir ein Bild machen von der Schule, der Ausbilderin.

Liebe Gruesse
Gabrielle

von ChristineHd(YCH) am 24. August 2001 04:55

Hallo Gabrielle,

: Ich habe das auch mal so gemacht, heute weiss man aber mehr zum Thema Unterwerfung. Der hoeher stehende Hund wirft den anderen nicht auf den Ruecken, zwingt den anderen nicht, sich zu unterwerfen. Unterwerfung wird vom tiefer stehenden angeboten/offeriert.

Da muß ich mich mal kurz dazwischenwerfen:-) Manchmal hab ich das Gefühl, das Dominanz und auch Leittier idealisiert wird? Demzufolge, was Du sagst, dürfte es in einem Rudel überhaupt keine Rangordnungskämpfe geben, es gibt ja nicht nur ein dominantes Tier, sondern Wechselbeziehungen.
Ein unterlegenes Tier unterwirft sich nur solange, wie es sich wirklich unterlegen fühlt und ein dominanteres Tier ist nicht immer nur souverän.

Ein Welpe muß das sich unterwerfen erst mal lernen und lernt seine Grenzen im Rudel nicht immer gerade liebevoll.

Womit ich nun nicht sagen will, daß man den Hund ständig auf den Rücken legen soll, vor allem, weil bei der Beziehung Mensch-Hund in der Regel erst mal andere Mißstände "beseitigt" werden müssen, bevor man einfach nur sozusagen mechanisch unterwirft.

Liebe Grüße
Christine + JW + Bambuli

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