Erziehung! :: Welpen - Junghunde

Erziehung!

von Kami3(YCH) am 18. Dezember 2001 14:51


Hallo!!!
Bin erst seit kurzem auf Eurer Seite.Möchte mich erst mal vorstellen. Mein Name ist Kamila, bin 23 Jahre alt, und ich bräuchte unbedingt eure Hilfe. Hab seit einer Woche einen neuen Hund (Jagdmix), hab ihn aus einem Tierheim. Ursprünglich kommt der Hund aus Griechenland. Mein Problem: ich kann den Hund nicht alleine zu hause lassen. Dann zerbeisst er mir alles und jault ohne ende, wie kann ich ihm das beibrinden daß er auch mal alleine bleibt??? Und was mache ich wenn er mir was kaputt macht, wie kann ich ihn bestraffen? Gruß an alle Kami

von Danni Gina+Harvey(YCH) am 18. Dezember 2001 15:25

Hallo Kami,

bestrafen kannst Du Deinen Hund garnicht, denn er tut nicht mit Absicht etwas Schlimmes, sondern hat ganz einfach Verlassensängste.

Du schreibst, Du hast ihn seit einer Woche - das ist eine sehr kurze Zeit. Wie lange hast Du ihn denn alleine gelassen?
Wichtig ist, daß Du gaaaanz langsam anfängst, ihn daran zu gewöhnen. Ich hab es bei Gina so gemacht, daß ich ihr erstmal beibrachte, daß ich in ein anderes Zimmer gehe, ohne daß sie mitdarf. Wenn ich nach etwa einer Minute wieder zu ihr kam und sie brav war, hab ich sie ganz doll gelobt.
Solange sie gebellt oder gejault hat, bin ich nicht zurückgekommen, sonst hätte sie ja gedacht, ihr hätte das Heulen was gebracht!!!!

Fang wirklich ganz klein an, mit 2-3 Minuten. Geh vor die Haustür und höre, was Dein Hund tut. Und wenn er brav ist, geh rein und lob ihn. Gib ihm ggfs. etwas zum Kauen, wenn Du gehst.

Er hatte noch keine Gelegenheit sich richtig einzuleben - er ist erst eine Woche bei Dir. Es ist jetzt ganz wichtig, daß er Vertrauen aufbaut und daß er merkt, Du verläßt ihn nicht für immer, wenn Du ihn alleine zuhause läßt.

Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich!

Liebe Grüsse,

Danni

von Hovi(YCH) am 18. Dezember 2001 18:33

Hallo Danni,

ergänzend zu Deinen Ausführungen würde ich empfehlen, die Wohnung (bzw. die Räume, in denen sich der Hund aufhält) "knabbersicher" zu machen, also Kissen, Schuhe, Plüschtiere und andere potentielle "Opfer" wegräumen. Stattdessen die Wohnung mit Dingen pflastern, die der Hund benagen darf: Papprollen, Hundespielzeug, Ochsenziemer, Büffelhautknochen, leere Kartons... viele, viele Sachen, praktisch ein "Abenteuerspielplatz" für den Hund.

Wichtig ist vor allen Dingen, dass der Hund die Chance bekommt, Vertrauen aufzubauen. Bei vielen Tierheimhunden besteht (ZU RECHT!) eine enorme Angst, wieder verlassen zu werden, die schrittweise (wie Du ja schon beschrieben hast) abgebaut werden muss.

Um Himmels Willen, den Hund NICHT bestrafen - er hat Angst und baut auf diese Weise seinen Stress ab. Angst beseitigt man nicht durch Strafe. Mit viel Geduld klappt das schon. Viel Erfolg!

von Lore_1940(YCH) am 18. Dezember 2001 20:41

Hallo Kami,

versuch doch einmal in Ruhe dir vorzustellen, was der Hund empfindet, wenn er jetzt allein gelassen wird. Zuerst Griechenland - wer weiß was für ein Leben er geführt hat - dann Tierheim - wieder keine Bezugsperson und jetzt endlich hat er jemand, nämlich dich und dann lässt du ihn allein. Er weiß ja nicht, dass du wieder kommst, jetzt noch nicht, wenn er erst 1 Woche bei dir ist. Ich habe meinen Spanierhund jetzt seit 3 Monaten und jetzt erst versuche ich langsam ihn in einem Raum zu lassen und gehe allein hinaus. Jetzt weiß er ich komme wieder, weil er Zeit hatte Vertrauen aufzubauen.

Und du fragst noch, wie du ihn bestrafen kannst, ein von Verlassensangst schon genug bestrafter Hund soll noch bestraft werden?

Ich hoffe sehr, dass du dir noch einmal in Ruhe überlegst, dass er dir nicht Ärger machen will, sondern einfach Angst hat.

Liebe Grüße, Lore

von Jenny(YCH) am 19. Dezember 2001 08:44

Hallo Kami

du könntest versuchen dir eine Hundebox zutun. Die erste Zeit (vielleicht 1-3 Wochen) machst du die Box zu etwas supertoll spannendem und angenehmen. du fütterst ihn nur noch in dieser Box, auch sonst ein paar mal am Tag tust du ein Leckerli hinein, so dass der Hund merkt, diese Hütte ist einfach supertoll und es lohnt sich immer wieder mal vorbeizuschauen. Dabei lässt du immer die Türe offen. Dann kannst du anfangen, während er frisst kurz die Türe zumachen und wieder auf. Dann gaaaanz langsam und schrittweise die Türe immer länger zulassen. Dann kannst du schnell aus dem Zimmer gehen und wieder kommen, die Türe aufmachen und NICHT überschwenglich loben. Es soll etwas ganz normales sein, ganz selbstverständliches. Die Zeit wo du aus dem Zimmer bleibst wieder gaanz sachte erhöhen. Dann holst du mal die Post, dann machst du mal die Wäsche, dann gehst du zum Nachbarn schnell einen Kaffee trinken, dann gehst du einkaufen, etc.

Während dieser Aufbauphase ist es aber ganz wichtig, dass dein Hund sonst nicht alleine bleiben muss! Falls du arbeiten, studieren etc. musst und den Hund nicht mitnehmen kannst, solltest du jemanden haben, der sich in dieser Zeit kümmert. Sonst ist die ganze Arbeit für die Katz. du musst damit rechnen, dass diese Arbeit über längere Zeit (evtl. Monate) gemacht werden muss. Je nachdem was der Hund schon erlebt/gelernt hat kann es länger oder kürzer dauern. Das ist wie bei einem Welpen und bei Tierheimhunden manchmal noch schwieriger aufgrund ihrer Vorerfahrungen.

Warum eine Hundebox? Viele Hunde lieben höhlenartige Hütten. Sie fühlen sich sicher darin, es ist ihr Platz, ihr Schlafplatz und dort haben sie Ruhe. Wenn es richtig aufgebaut wird, ziehen sich viele Hunde auch von sich aus dort zurück. Und ein netter Nebeneffekt: Wenn du weg bist und die Tür ist zu kann der Hund nichts kaputt machen. Später, wenn er all das kennt kannst du dann auch beim alleinebleiben die Türe offen lassen. Und er wird dir nichts mehr kaputt machen, weil er keine Angst hat verlassen zu werden. Es geht also nicht darum, den Hund einzusperren, sondern dem Hund eine Alternative zu geben!

Noch was zum bestrafen: Hunde können nur Sachen/Taten in Verbindung bringen, die zeitlich höchstens 1-2 Sekunden auseinanderliegen. Es nützt also nichts den Hund für etwas zu bestrafen, was er eine halbe Stunde vorher gemacht hat. Er weiss gar nicht, warum er nun Schimpfe bekommt und du wirst in seinen Augen inkosequent, unzuverlässig und cholerisch. Gift für eine gute Beziehung und Bindung.

Grüsse
Jenny

von Kamila(YCH) am 19. Dezember 2001 15:27

Hallo Jenny,
danke für Deinen Rat. Ich glaub ich werde es mal mit der Hundebox probieren.

Gruß Kami

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