Prägung :: Welpen - Junghunde

Prägung

von Elisabeth(YCH) am 22. Juni 1999 18:31


Hallo, Hundefreunde!

Wer kann mir den Begriff Prägung bei Welpen erklären und wann ist sie abgeschlossen?


Ciao,

ELISABETH

von Anneke(YCH) am 22. Juni 1999 19:10

Die Bezeichnung "Prägung" bezieht sich auf die sensible Phase ab etwa der 2.-3 Woche (wenn der Welpe langsam seine Umwelt richtig wahrnimmt) bis zur (je nach Rasse oder Typ/Entwicklung) 12.-16. Woche. Dies ist die Zeit des intensivsten Lernens in der der Welpe seine Umwelt und seine späteren Sozialpartner und deren Kommunikation kennenlernt. Die in der Prägephase gemachten Eindrücke sind für das ganze Leben gespeichert. Fehlende Umweltreize oder Isolation von Artgenossen und Menschen können bleibende Verhaltensstörungen oder Probleme hervorrufen (z.B. Angst vor Geräuschen oder bestimmten Objekten, Agression, Angst oder einfach Mißverständnisse gegenüber Artgenossen, deren Sprache der Welpe nicht austeichend erlernen konnte)
Um spätere Probleme zu vermeiden, sollten die Welpen von Anfang an (beim Züchter) mit Reizsituationen bekannt gemacht werden, also z.B. Haushaltsgeräusche, verschiedene Bodenbeläge, verschiedene Spielsachen, Autofahren und Verkehr, andere Haustiere, erwachsene Hunde, Menschen verschiedenen Alters u.v.m. Diese Begegnungen sollten natürlich positiv und angstfrei sein (deshalb muß z.B. die Begegnung mit Kindern beaufsichtigt werden). Alles in allem viel Arbeit für den engagierten Züchter.
Nach der Abgabe kann der Welpenkäufer dann vielerorts Prägungsspieltage besuchen, wo dem Welpen neben der Gewöhnung an seine Menschen weiterhin (also noch während der sensiblen Phase) die Möglichkeit gegeben wird die Kommunikation mit seinen Artgenossen weiter einzuüben. Dort werden die Welpen auch mit allerlei Spielsachen Geräuschen/Personen etc. vertraut gemacht, außerdem können die Besitzer einiges über Hundeverhalten lernen.

Wenn Du mehr über Welpenprägung wissen möchtest solltest Du Dir dieses Buch ansehen: Weidt/Berlowitz, Spielend vom Welpen zum Hund, Naturbuchverlag, ISBN 3-89440-287-3

Viele Grüße, Anneke

von Elisabeth(YCH) am 22. Juni 1999 19:40

Hi, Anneke!

Vielen Dank führ deine ausführliche Antwort. Wenn ich alles richtig verstanden habe, würde das aber bedeuten ,daß ein älterer Hund, der, warum auch immer, einen neuen Besitzer bekommt kein " normales " Leben mehr führen kann, da er die Person auf die er geprägt ist, verloren hat.

Gruß,

Elisabeth

von Anneke(YCH) am 22. Juni 1999 20:22

Hallo Elisabeth,

Nein, das hast Du falsch interpretiert. Der Welpe wird in der Prägephase nicht auf eine bestimmte Person geprägt, sondern lernt vielmehr, welcher Art seine Mitgeschöpfe sind und mit welchen er wie umzugehen hat. Mal ganz simpel ausgedrückt lernt der Welpe in dieser Zeit: das ist meine Mama, da gibt es Milch, das ist meine Familie (Geschwister )- so sehen also Artgenossen aus - und so reden die miteinander (und mit mir). Aha, der Kleine dahinten (Yorki) ist auch ein Artgenosse, der redet genauso wie meine Mama (Hovawart) obwohl der ja ein wenig seltsam aussieht. Und das sind die netten Menschen, die immer zum knuddeln, füttern und spielen kommen. Irgendwie benehmen die sich zwar manchmal etwas seltsam, aber sie sind immer nett und Mama freut sich auch immer, wenn sie reinkommen. Das merk ich mir!
Und das merkt er sich für das ganze Leben. Seine Grundeinstellung zum Menschen ist also positiv, so daß er auch mit einem späteren Besitzerwechsel leichter zurecht kommen würde (da gibt es natürlich individuelle Unterschiede).
Die Grundeinstellung zu Artgenossen ist ebenfalls positiv und der hat Welpe gelernt sich sozial zu verständigen bevor es zu Unannehmlichkeiten kommt. (Das nennt man Ritualisieren: der Welpe lernt kleine Signale zu erkennen, die unangenehme Folgen haben könnten. Also die Mama bleckt erst die Zähne, dann knurrt sie, dann kommt der Schnauzengriff. Spätestens nach einigen Wiederholungen reagiert der Welpe schon beim Zähneblecken. Es dient also dazu, Beschädigungen an Rudelmitgliedern zu vermeiden. Ebenso lernt der Welpe, seine seine "Mitteilungen" genauso differenziert zu machen. Und er lernt Grenzen kennen...)

Bis dann, viele Grüße, Anneke


von yasmin(YCH) am 23. Juni 1999 12:51

Lese dazu auch mal den Artikel "Grundregeln", den ich in diesem Zusammenhang recht interessant finde.
Zu finden auf
[www.chihuahua.de]
s. Inhaltsverzeichnis
Yasmin

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