Prägung/Züchter :: Welpen - Junghunde

Prägung/Züchter

von Brigitte(YCH) am 09. August 2002 06:37

Hallo miteinander,
ausgehend von Melanies Posting (mit dem ich völlig übereinstimme), frage ich Euch, wie Ihr Euch eigentlich eine Züchter/Züchterhaushalt vorstellt.
M.E. ist es doch nicht so, dass wenn man von Züchter spricht, es sich um eine irgendwo im Wald wohnende Einzelperson handelt. In der Regel ist das doch eine ganz normale Familie/Partnerschaft/Gemeinschaft, in der gezüchtet wird. Die Welpen haben also schon mal zwangsläufig Kontakt zu Personen verschieden Geschlechts und Alters. Meine Hunde stammen z.B. aus einer "Großfamilie" (teilweise 4 Generationen unter einem Dach), dazu noch anderes Getier wie Vögel, Katzen, Hühner, Pferde und jedem Menge Besucher (Welpeninteressenten und ZUFRIEDENE Welpenbkäufer, die immer mal wieder vorbeischauen). Ich kenne mehr als diesen einen Züchter und die, die alleine sind, achten stets darauf, dass ihre Hunde rechtzeitig Kontakt zu anderen Menschen als ihnen selbst haben, wo also soll da ein Sozialisierungsdefizit entstehen?
Eine Person, die in der von vielen von Euch vermuteten Weise (oder habt Ihr gar einen Hund aus solch einer "Zucht"winking smileyzüchtet, hat die Bezeichnung Züchter nicht verdient, von dort einen Hund zu erwerben wäre FÜR MICH indiskutabel, so einer käme mir auch nicht mit 8 Wochen ins Haus!
Einige Züchter haben Euch doch schon geschildert, dass sie Zucht innerhalb ihres ganz normalen Familienverbandes betreiben. Sucht Euch solche für Eure zukünftigen Gefährten aus und ihr müßt die Welpen nicht schon mit 8 Wochen seiner Geschwister und des sonstigen Rudels berauben, um sie dann in einer Welpenschule aufs "wirkliche Leben" vorzubereiten. DASS ES RASSEN GIBT; BEI DENEN 8 WOCHEN TATSÄCHLICH DIE BESTE ZEIT FÜR DEN WECHSEL SIND, BESTREITE ICH HIERMIT NICHT!!!!!
Frdl. Grüße
Brigitte

von JanaLPN(YCH) am 09. August 2002 06:51

Hallo Brigitte,

den ersten Teil deines Postings kann ich voll und ganz unterstützen. Ich kann mir keine bessere Zuchtstätte vorstellen als die, woher ich meine Hündin habe (davon gibt es sicher noch viele ähnlche): Züchterin lebt mit den Welpen im Wohnzimmer, tagsüber kommen sie bei gutem Wetter in den Welpenauslauf. 4 erwachsene Hunde im Haus, 2 erwachsene Menschen (es gibt nämlich Familien, wo die Kinder nicht im Haus bleiben, bis sie 40 sind ;-))), jede Menge Besuch ab der 3. Lebenswoche, darunter natürlich auch Kinder aller Altersgruppen, ausgenommen Babys, die kannte Nell noch nicht. Mit denen habe ich sie bekannt gemacht. Haushaltsgeräusche, Autofahren - all das kannte sie schon.

Dennoch hatte ich keineswegs das Gefühl, meiner Hündin irgendetwas zu "berauben". Für einen sozial-sicheren Welpen ist der Wechsel in sein neues Rudel kein Problem. Meine Kleine war schon sehr selbstständig, dürstete regelrecht nach neuen Abenteuern, war keine Sekunde irritiert oder ängstlich in der neuen Umgebung. Und ich denke, dass sie keine Ausnahme darstellt.

Ich habe jedenfalls wesentlich mehr Zeit, mich intensiv um den Welpen zu kümmern als meine Züchterin, die ihre erwachsenen Hunde beschäftigen muss und dann noch auf jeden Welpen einzeln eingehen muss bei einem so großen Wurf. Ganz davon abgesehen, dass ich noch nie eine so traumhafte Bindung zu einem meiner Hunde hatte. Was ich mir bei meinem anderen Hunden, die später zu mir kamen, schwer erarbeiten musste, klappte in diesem Fall fast wie von selbst.

Welpenschulen halte ich, wie mehrfach geäußert, für äußerst wichtig, weil meine Hunde so lernen, dass es auch andere Hundetypen gibt. So sind sie im Umgang mit den verschiedensten Hunden flexibel.

Liebe Grüße - JanaLPN

von Antje(YCH) am 09. August 2002 06:57

Hallo Brigitte,

sich den richtigen Züchter auszusuchen ist das A und O beim Welpenkauf. Eher sollte man beim Wunschhund Abstriche machen (Farbe, Geschlecht, Zeitpunkt der Übernahme etc.) als bei der Qualität des Züchters. Wie der optimale Züchter aussieht kann man pauschal nicht sagen, der einzeln im Wald wohnende Züchter kann in der Selektion der Zuchttiere und der Prägung der Welpen gewissenhafterer sein als der, bei dem sich eine ganze Familie um die Welpen kümmert und umgedreht. Auch beim von Dir beschriebenen "Familienzüchter", bei dem die Kids durch die Wurfkiste toben, kann einiges furchtbar schief gehen in Bezug auf die Prägung!


: Sucht Euch solche für Eure zukünftigen Gefährten aus und ihr müßt die
: Welpen nicht schon mit 8 Wochen seiner Geschwister und des sonstigen
: Rudels berauben, um sie dann in einer Welpenschule aufs "wirkliche
: Leben" vorzubereiten.
: DASS ES RASSEN GIBT; BEI DENEN 8 WOCHEN TATSÄCHLICH DIE BESTE ZEIT FÜR
: DEN WECHSEL SIND, BESTREITE ICH HIERMIT NICHT!!!!!

Die Natur hat uns einen optimalen Zeitpunkt für die Welpenübergabe geschaffen, nämlich die Zeit, in der sich die Hündin (wenn sie kann) von den Welpen zurückzieht und vermehrt die anderen Rudelmitglieder die Betreuung der Welpen übernehmen. Das ist der natürlich vorgegebene Zeitpunkt der bestmöglichsten Prägung auf andere Sozialpartner, und ich denke, den sollte man nutzen...

Viele Grüße

Antje


von Brigitte(YCH) am 09. August 2002 07:16

An Antje und Jana,
Antje: ich habe sinnbildlich gesprochen: mit dem einsamen Waldzüchter meine ich, dass nicht auf Fremdkontakte geachtet wird und dass züchten im Familienverband regelndes Eingreifen in Bezug auf (Klein-)Kinder erfordert, ist selbstverständlich. Ein GUTER Züchter wird allen Bedürfnissen gerecht: denen seiner Kinder und denen der Hunde/Welpen, und zwar in einem ausgewogenen, für alle Beteiligten förderlichen Rahmen.
Jana: fühle Dich mit Deinem Hund zugehörig zu den Rassen, für die eine frühe Abgabe optimal ist. Ohne eine neue Diskussion lostreten zu wollen, denke ich dass das vor allem Arbeitsrassen und Schutzhundrassen sind. Kleinhunderassen, die den Gesellschaftsrassen zugerechnet werden, sind es eher nicht, ebenso wie Rassen, die den Meuteverband besonders lieben (Beagles?) und für mich ganz sicher nicht WHIPPETS, da maße ich mir Urteilskraft an.
In diesem Sinne viele Grüße
Brigitte

von Antje(YCH) am 09. August 2002 07:38

Hallo Brigitte,

: Antje: ich habe sinnbildlich gesprochen....

Das war mir klar. Ich halte es aber für gefährlich, potentiellen Welpenkäufern ein bestimmtes Bild des "optimalen Züchters" zu vermitteln, sprich "viel Trubel um die Hunde = optimaler Züchter". Dem ist nicht so, es muß auf sehr viele Feinheiten geachtet werden und man daf sich nie auf den ersten Eindruck verlassen (sofern der einen nicht zum fluchtartigen Verlassen des Schauplatzes veranlasst).


: Jana: fühle Dich mit Deinem Hund zugehörig zu den Rassen, für die eine
: frühe Abgabe optimal ist. Ohne eine neue Diskussion lostreten zu
: wollen, denke ich dass das vor allem Arbeitsrassen und Schutzhundrassen
: sind. Kleinhunderassen, die den Gesellschaftsrassen zugerechnet werden,
: sind es eher nicht, ebenso wie Rassen, die den Meuteverband besonders
: lieben (Beagles?) und für mich ganz sicher nicht WHIPPETS, da maße ich
: mir Urteilskraft an.

Sicherlich gibt es rassebedingte Ausnahmen, bei denen evtl. eine spätere Abgabe der Welpen einen Sinn machen kann. Aber sollten nicht gerade Rassen wie der Beagle möglichst weitgehend auf den Menschen geprägt werden, sofern sie nicht zeitlebens als Meutehund leben sollen (aber wer hat schon 'ne Beaglemeute?)? Ich kenne inzwischen einige Beagles, und die, die frühzeitig (6 bis 8 Wochen) in ihre Familie gekommen sind, sind meiner Meinung nach die glücklicheren Familenbeagles geworden, mit den anderen gab es häufig schwerwiegendere Probleme (konnten z.B. nicht frei laufen gelassen werden etc.).

Viele Grüße

Antje

von Franziska(YCH) am 09. August 2002 08:13

Hi Brigitte,

ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Laut Trumler ist der ideale Abgabezeitpunkt in der siebenten Woche, WEIL in diesem Alter bei Wildhunden die Erziehung der Welpen durch die Hündin an das gesamte Rudel abgetreten werden. Die Welpen sollen in dieser Zeit eine Umorientierungsphase (genetisch fixiert) machen, die sie ganz besonders genau dann besonders "neubindungsfähig" machen. Bleiben die Welpen in der Zeit weiterhin bei der Mutter und bei deren Besitzern, bauen sie ab da eine extreme Bindung zu diesen auf und wenn erst später abgegeben werden, fällt es ihnen wesentlich schwerer, sich umzuorientieren.

Beim Hund wird das nicht viel anders sein (Warum sollte es?) und gerade kleine Hunde entwickeln sich ja zumindest vom körperlichen her etwas schneller, als die Großen. Es ist sicherlich auch eine Frage, wie weit man sich die Welpen bis zu diesem Zeitpunkt entwickeln LÄSST.

Was ich aus meiner Erfahrung sagen kann (was meine zwei eigenen Hunde angeht) ist, dass die achte Woche als Weggabetermin für meine beiden ganz sicher nicht zu früh war und es ihnen nicht geschadet hat.

Viele Grüße

Franziska

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