von Katja(YCH) am 31. Oktober 2002 17:42
Hallo Sonja,
Oje, das hört sich nicht nicht grade nach dem idealen Start ins Hundeleben an.
Natürlich wäre es möglich, daß Deine Hündin schlechte Erfahrungen gemacht hat, viel wahrscheinlicher ist allerdings in aller Regel, daß das Gegenteil der Fall ist - meist ist das Problem bei extrem ängstlichen Junghunden, daß sie in der entscheidenden Zeit GAR KEINE oder zumindest viel zu wenig Erfahrungen gemacht haben.
So hört sich für mich ehrlich gesagt auch Deine Geschichte an.
Die eogentliche Haupt Sozialisierungsphase bei Hunden endet bereits zwischen der 12. und 16. Woche.
Bis dahin sollte ein Hund alle wesentlichen Dinge im Leben auf entspannte positive Art kennengelernt haben.
Alles was der Hund bis dahin nicht kennengelernt hat wird er für den Rest seines Lebens als fremdartig und damit als furchteinflößend betrachten.
Bei einem "Züchter" der Welpen einfach ohne Besichtigung von Elterntieren und Umfeld in eine andere Stadt karrt und dort verkauft möchte ich einfach mal kühn vermuten, daß die Welpen bis dahin ausschließlich einer kargen Zwingeranlage gelebt haben ohne jegliche Umweltreize oder gar sorgfältige Sozialisation.
Große eisame Wiese und Hunde treffen ist natürlich auch schön für einen Welpen, zur Sozialisation gehört aber weit mehr als der Kontakt zu Artgenossen. Es wäre, gerade wenn der Hund vorher abgeschirmt gehalten wurde enorm wichtig gewesen der Kleinen von ersten Tag bei Dir an alles Mögliche zu zeigen - Verschiedene Menschen, Kinder jeden Alters, lauter Strassenverkehr, andere Tiere, Radfahrer, Bahnhof.......
In einer GUTEN Welpengruppe werden die Welpen nicht einfach zum Spielen auf eine eingezäunte Wiese gelassen sondern auch gerade mit solchen Umweltsituationen vertraut gemacht.
Nun ja, nun ist es eben wie es ist und Du mußt eben versuchen nachzuholen was noch nachholbar ist, so alt ist Dein Hund ja gottseidank nun auch noch nicht.
Geh also den furchteinflößenden Situationen nicht aus dem Weg, führe Deine Hündin behutsam an all die oben genannten Dinge heran, belohne sie für furchtloses verhalten, bitte unterschiedliche fremde Menschen Deine Hund zu füttern, dabei sollen sie sich nicht über den Hund beugen sondern vor ihm in die Hocke gehen......
Ganz wichtig ist auch, daß Du Deine Hündin nicht für ihr ängstliches verhalten bemitleidest und auf keinen fall versuchst beruhigend aus sie einzureden wenn sie sich fürchtet. Hunde kennen kein gegenseitiges Beruhigen, sie würde Deine versuche als Lob für das ängstliche Verhalten empfinden.
Tu also so, als würdest Du gar nicht merken, daß sie Angst hat und lobe und belohne sie stattdessen immer dann wenn sie grade nicht ängstlich ist.
Außerdem würde ich Dir raten, such Dir eine Junghundegruppe in einer GUTEN Hundeschule, die die Hunde auch an Umweltreize gewöhnt und wissen, wie man mit ängstlichen Hunden umgehen muß.
Du schreibst, Du hast den Züchter im Internet gefunden, würdest Du mir die Internetseite verraten, das würde ich mir gerne mal ansehen?
Ansonsten wünsche ich Dir und Deiner Hündin alles Gute, ich hoffe Du wirst das beste aus der Situation machen und Dir eines Tages nach hoffentlich vielen glücklichen Jahren mit Deiner Hündin den Züchter des nächsten Hundes sorgfältiger aussuchen.
Darf ich noch fragen, wie Du gerade auf einen Husky gekommen bist?
Viel Glück und Grüße, Katja.