Machtkampf mit dem Sohn des Hauses :: Welpen - Junghunde

Machtkampf mit dem Sohn des Hauses

von Hardy(YCH) am 02. November 1999 17:50

Ich habe mit meinem jetzt 6 Monate alten Border-Collie-Rüden folgendes
Problem: Meine Tochter (13) hat den Hund wunderbar im Griff, mein
Sohn (11) wird seit einigen Tagen manchmal vom Hund angeknurrt, der
Hund zeigt ihm die Zähne, dabei fängt der Hund gleichfalls an, zu zittern. Die beiden sind eigentlich perfekte
Spielpartner (toben viel herum, ohne Probleme) - aber ab und zu
beginnt der Hund mit diesem Machtkampf.

Da mein Sohn sich nicht soweit durchsetzen kann, daß der Hund ihn als
übergeordnete Person anerkennt, und ich ebenfalls nur für mich, nicht
aber für meinen Sohn Autorität zeigen kann, weiß ich nicht recht
weiter.

Wer hat Rat?

MfG

HardyHDB@t-online.de

von Petra Führmann(YCH) am 02. November 1999 17:58

Hallo Hardy,

dazu erst einmal ein paar Fragen:

1. Ist der Hund ausgelastet (körperlich, geistig)? Was macht ihr mit ihm an Bewegung, Spiel, Training? Beim BC besteht immer die Gefahr, daß er aufgrund von Unterforderung "grundlos" Aggressionen zeigt.

2. Kann es sein, daß Dein Sohn den Hund manchmal ärgert oder auch nur nervt? Bitte ganz selbstkritisch darüber nachdenken und mal ein Auge drauf haben (wenn Sohnemann sich unbeobachtet fühlt).

3. Wie lange sind die Kinder mit dem Hund alleine (im Zimmer, im Garten, beim Gassigehen womöglich?)?

Fragende Grüsse
Petra Führmann

von Antje(YCH) am 03. November 1999 06:31

Ich halte das für eine völlig natürliche Reaktion des Hundes. Der Rüde befindet sich mit 6 Monaten in einer Entwicklungsphase, in der er gnadenlos jede ihm sich bietende Gelegenheit ausnutzt, um in der Rangfolge im Rudel aufzusteigen und hat sich dazu den schwächsten Punkt gesucht.

Auch untereinander testen die Junghunde in Raufspielen immer wieder aus, wie weit sie gehen können. Dadurch, daß der eine oder andere Junghund (und für einen Junghund wird der Rüde einen 11-jährigen zweibeinigen Spielgefährten halten) ab einer bestimmten Grenze regelmäßig einen Rückzieher macht, bildet sich automatisch, ohne daß es größere Beißereien geben muß, eine Rangordnung. Und in dieser ist der Rüde jetzt ganz still und heimlich an dem Jungen vorbei hinaufgeklettert.

Um diese Situation zu ändern, würde ich vorerst jegliche wilde Spiele zwischen den Beiden unterbinden, vor allem ohne Aufsicht von Erwachsenen. Wenn gespielt wird, ist es immer der Junge, der das Spiel beendet und z.B. das Beuteobjekt (Ball, Stock etc.) demonstrativ behält. Ich würde den Hund auch nicht auf die Sessel oder das Sofa lassen, sondern ihn vielmehr von den Jungen ab und zu im Schlaf stören und auf einen anderen Platz verweisen lassen. Dann nimmt der Junge für einen Moment demonstrativ den vorherigen Platz des Hundes ein. So etwas darf natürlich nur unter Aufsicht von Erwachsenen geschehen.

Wenn die "Rudelführer" nach Hause kommen, sollte der Hund erst einmal links liegen gelassen und das Kind überschweglich begrüßt werden. Nützlich kann es auch sein, wenn der Junge demonstrativ eine Zeitlang mit der vollen Futerschüssel hantiert bevor der Hund fressen darf. Auch sollte er ihm ohne Grund ab und zu das Spielzeug, den Kauknochen etc. wegnehmen, ohne daß der Hund ihn anschließend wiederbekommt.

Zusätzlich würde ich beginnen, mit dem Hund konsequent in der Unterordnung zu arbeiten. Sobald der Hund sicher die Kommandos "Sitz", "Platz" und "Aus" beherrscht, würde ich den Jungen mit in die Ausbildung einbeziehen, damit er möglichst bald in der Lage ist, die Rangordnung gefährdende Situationen durch das Kommando "Platz" zu entschärfen (zum einen ist das Hinlegen des Hundes in bestimmten Situationen ein Unterlegenheitsbeweis, zum anderen können ihm Beuteobjekte mit "Platz, Aus" leichter abgenommen werden). So kann der Hund z.B. beim Füttern durch den Jungen abgelegt werden und erst wenn der Junge die Erlaubnis zum Aufstehen gibt darf der Hund fressen.

Der Border Collie ist ein Hund, der sehr leicht lernt, sowohl im für uns positiven als auch negativen Sinne. Mit etwas Fingerspitzengefühl kann die Situation bereits in kurzer Zeit ausgestanden sein. Allerdings sollte der Hund als Abkömmling einer Gebrauchshunderasse unbedingt eine Aufgabe bekommen, z.B. im Agility geführt, als Fährten- oder Hütehund ausgebildet werden etc. Ein nützliches Buch für solche Probleme ist übrigens "Die unsichtbare Leine" von Myrna Milani.

Viele Grüße

Antje

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