Zur Diskussion gestellt, wie weit gehe ich um meinen Hund zu retten? :: Hunde in den Medien

Zur Diskussion gestellt, wie weit gehe ich um meinen Hund zu retten?

von duke2009 am 15. November 2009 17:35
Also für mich gibt und gab es immer einen Unterschied zwischen Kind und Tier. Auch als wir noch kein Kind hatten, waren unsere Hunde udn Katzen immer noch Tiere. Was aber nicht ausschließt, dass man trotzdem einem Tier in einem bedingten Rahmen helfen muss! Allerdings muss ich auch sagen, dass es nicht wirklich schön ist, die Entscheidung zum Einschläfern zu treffen, egal wie lange man ein Tier hatte. Uns ist es leider mit einem Welpen so ergangen, der gerade mal 7 Wochen alt war, aus einem unserer Würfe. Es war für mich richtig schlimm, weil wir alles gemacht haben, was möglich war und trotzdem musste er eingeschläfert werden.

Aber oft hängt es einfach nicht nur an der Krankheit selbst, sondern einfach auch daran, was man bereit ist, zu zahlen. Eine OP kann unter Umständen richtig teuer werden. Das sind Fragen, die man sich immer vor dem Anschaffen eines Tieres stellen sollte. Will ich ein bisschen finanzielle Absicherung, wenn es um eine OP geht, kann ich Euch nur eine OP Versicherung oder Krankenversicherung empfehlen. Bei meinem Pferd zB kann eine OP schon mal bis zu 5000 Euro kosten. Das kann eine Familie ganz schnell um Lichjahre in einen finanziellen Engpass katapultieren.

Aber eines sei mal gesagt, die Entscheidung, wann ein Tier den letzten Weg gehen soll, kann einem keiner abnehmen. Ich ziehe den Hut vor Tierärzten, die ehrlich mit einem sind und nicht nur Geld an einer unsinnigen Behandlung verdienen wollen. Ist es dann wirklich soweit, muss man den letzten Weg mit seinem Tier gehen. Das gehört nun mal dazu.

von Sciuba am 15. November 2009 18:38
Hallo,

ich schließe mich der Meinung der meisten an und sage - aus Erfahrung - ich würde alles für meine Tiere machen, ohne wenn und aber. Ich habe wegen Sciuba Irland gewählt, seinetwegen einen neuen Job gelernt. Als Sciuba am Ende war, konnte er schon lange nicht mehr aufstehen aus eigener Kraft. Ich habe ihm aufgeholfen, ihn nach draußen begleitet und ihn an der Hüfte gehalten, damit er seine Toilette machen konnte. Ich habe meine Matratze ins Wohnzimmer gelegt und mit ihm Monatelang dort geschlafen, ich habe ihm - obwohl ich nicht mal Geld hatte für Miete und genug zu essen - Medizin gekauft, bin zum Arzt und habe dafür wenig und nur billigstes gegessen, bin nirgends hin, habe nichts gekauft. Mein Kater wurde vergiftet, der Tierarzt sagte, er solle eingeschläfert werden. Ich habe ihn 2 Tage lang in meinem Arm getragen, jede Kontraktion mitgemacht. Er wurde gesund. Er hatte einen Autounfall, beide Beine aus der Hüfte, das ganze Hinterteil auf, dass man die Eingeweide sah. Der Tierarzt hat ihm etwas gegen die Schmerzen gegeben, und den Kopf geschüttelt. Ich habe ihn 2 Tage (und Nächte) ununterbrochen gestreichelt, wenn ich beim Einschlafen war hat er geschrien... heute springt er über einen Meter hoch und ist der Traum eines Katers. Nein, bis ein kleinster Funke Hoffnung ist, wird nicht aufgegeben. Und es wird auch das letzte Geld ausgegeben. Arbeite ich eben mehr, leiste mir nichts, ich brauche nichts im Leben - aber meine Familienmitglieder. Und das gilt für ALLE. Ich habe keine Kinder, aber es wäre nicht anders.

Betreff Einschläfern/Eutanasie: Es wäre schön, wenn es auf Menschen übertragen werden würde. Es gibt genug Situationen (ich spreche leider auch hier aus Erfahrung, hatte einen Freund, der bis zum Hals gelähmt war nach einem Unfall und NICHT leben wollte so)

Liebe Grüße

Heidi

von blodwyn am 15. November 2009 21:57
"Alles für den Hund" zu tun, kann ich auch nur begrüßen und so halte ich es auch. Allerdings gehört zu diesem "allem" auch, im richtigen Moment loszulassen und dem Tier unerträgliche und irreparable Qualen zu ersparen. Ich hatte auch eine Windhündin mit einem plötzlich auftretenden Lymphdrüsenkrebs am Darm. Ich habe sie noch in einer Tierklinik operieren lassen wollen. Doch als der Hund offen war, bekam ich die Prognose, dass die OP das Problem nicht aus der Welt schaffen könnte. Ob sie die OP überlebt hätte, war die Frage. Und selbst wenn, hätte sie eine Chemotherapie gebraucht. Diese hätte aber das Ende nur hinaus gezögert und wäre mit erheblichen quälenden Nebenwirkungen verbunden gewesen. Die Hündin war auch erst 8. Dennoch entschied ich mich schweren Herzens dazu, sie nicht mehr aufwachen zu lassen aus der Narkose. Sie hatte immer "Vollgas" gelebt. Sie nun mit einer Chemo zu quälen ohne 100% Chancen auf Erfolg, das wäre reiner Egoismus meinerseits gewesen.
Bei jedem Hund ist es schwer, ihn gehen zu lassen. Und bei jedem ist der Zeitpunkt ein anderer, an dem es nicht mehr geht. Genau wie Heidi habe aber auch ich erlebt, dass Totgesagte häufig länger leben. Ich gebe allen meinen Tieren eine letzte Chance, selbst wenn die Diagnose nicht gut aussieht. Und Leni beispielsweise lebt seit drei Monaten, ohne dass wir oder der Tierarzt nach einem schlimmen Tief im Sommer gedacht hätten, dass sie diese Zeit noch hat. Mein türkischer Hund drehte etliche "Ehrenrunden" im Leben und selbst als er nach einem einstündigen epileptischen Anfall nicht mehr zu befreien war und ich ihn erlösen wollte, kämpfte er so dagegen an, dass es ein Horror für den Tierarzt war. Macht einen schon sehr nachdenklich.
Das Tier signalisiert entweder, wann es nicht mehr will. Oder man muß eine eindeutige Diagnose samt Leiden des Tieres haben, um eine Euthanasie zu rechtfertigen - finde ich.
Ein Gelähmtsein, dass ein Bein fehlt oder das Tier inkontinent ist o.ä. rechtfertigt meiner Ansicht nach kein Einschläfern. Da erlöst sich der Mensch, weil er es nicht mehr erträgt. Ein Tier dagegen geht ja mit dem Tod nicht so intellektuell um wie wir. Es nimmt ihn natürlich hin.
Daher: Zu früh aufgeben ist verkehrt und häufig egoisitsch. Zu spät ebenso. Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist allerdings immer wieder schwierig. Und Loslassen leichter gesagt als getan. Aber ich finde, das ist man dem Tier genau so schuldig wie auf dem letzten Weg bei ihm zu sein.
Kosten sollten bei all diesen Entscheidungen keine Rolle spielen. Aber es kann sich eben auch nicht jeder leisten, für tausende von Euro OPs zu bezahlen. Das kann man ja nur bedingt jemandem zum Vorwurf machen (Lebensumstände ändern sich manchmal. Soll man einen Hund, den man jahrlang hatte, dann weggeben, nur weil das Geld für eventuelle teure OPs nicht (mehr) da wäre? Und dann hockt der Hund - womöglich krank - im Tierheim? - das kann es ja auch nicht sein).

In jedem Fall interessantes, wichtiges, aber auch sehr schwieriges Thema.

Sabine

von Fljuri am 15. November 2009 23:18
hallo,

also ich würde auch alles in meiner macht stehnde tun ....
Aber wenn der wuffie wirklich nicht mehr zu retten ist sollte man loslassen können und die restliche zeit noch geniessen..
Ist meine Ansicht...

Für mein Kind würde ich es tun also auch für meinen Wauwau

von Anila am 16. November 2009 00:21
Hallo,

das ist ein schwieriges und vielschichtiges Thema.

Ich selbst verstehe nicht, warum man einen solchen Unterschied zwischen Mensch und Tier macht. Ich stehe zwar natürlich auch meiner Familie näher als meinen Tieren, aber ich würde nicht sagen, dass das Leben eines Menschen generell wertvoller als das Leben eines Tieres ist. Ich finde, dass man verschiedene Leben einfach nicht gegeneinander aufwiegen kann und ich würde mir wünschen, dass das Leben des Tieres aufgewertet würde, und zwar auch gesetzmäßig

Auch das Thema Einschläferung beim Tier oder Sterbehilfe beim Menschen sind sehr schwierige und vielschichtige Themen. Ich selbst würde mir momentan (wo es mir aber auch sehr gut geht) wünschen, dass auch ich das Recht habe, human sterben zu dürfen. Wenn ich so lese, wie es in Altenheimen zugeht, wenn ich mir unsere Demografie angucke und das, was wohl in ein paar Jahren zu erwarten ist, dann bekomme ich das Grausen und möchte lieber in Würde sterben können, als unwürdig mit allen Mitteln zu Tode gepflegt zu werden.

Trotzdem: Wann ist der Punkt gekommen, ab dem man entscheiden sollte: Jetzt ist es Zeit zum Sterben? Das finde ich sowohl beim Menschen als beim Tier extrem schwierig. Es wird keine pauschale Antwort dafür geben, jedenfalls nicht beim Menschen.

Beim Tier mag es wieder anders sein, weil es im Jetzt lebt und sich keine Gedanken um Zukunft, um den Tod oder um die Vergangenheit macht. Unnötiges Leiden würde ich einem Tier ersparen wollen - aber wo fängt das an? Eine eindeutige Antwort darauf habe ich nicht.

Viele Grüße
Anila

von blodwyn am 16. November 2009 16:38
Ich glaube, wir dürfen nie vergessen, wenn wir sagen "zum Glück können wir Tiere ja erlösen und Menschen nicht), dass wir dabei Herr über Leben und Tod spielen. Ich fühle mich in dieser Rolle äußerst unwohl! Auch wenn es vermeintlich nur zum Besten des Tieres sein soll: Sicher kann man sich nie sein. Ich weiß daher auch von Tierhaltern, die Euthanasie (grausames Wort übrigens) bei Tieren ablehnen.
Beim Menschen kann theoretisch jeder selbst entscheiden bzw. in guten Zeiten eine Verfügung treffen (wobei die Frage ist, ob die dann genau auf die kritische Situation passt, in der es im Einzelfall um Leben und Tod geht - niemand weiß, wie er mal dran sein wird). Ich habe sterbende Menschen getroffen, Krebspatienten ohne Chance auf Heilung, Menschen im Hospiz. Und ich habe mit ihnen und Ärzten über das Thema gesprochen. Die Meinungen waren sehr unterschiedlich. Aber die Quote derjenigen, die TROTZ einer ausweglosen tödlichen Krankheit noch LEBEN wollten, war ungeheuer groß. Der Arzt sagte wörtlich: "Wenn es einem gut geht, macht man eine Verfügung, dass man um Gottes Willen bloß erlöst werden möchte, sobald eine schlimme, unheilbare Diagnose vorliegt. Aus der Sicht eines Gesunden ein ganz normales Verhalten. Aber wenn sie dann in die Situation kommen, dass sie eine unheilbare Diagnose erhalten, dann hängen die gleichen Menschen plötzlich an ihrem Leben. Kämpfen, möchten nicht sterben und schon gar nicht einfach "erlöst" werden.". Ich finde das sehr anschaulich. Und es ist aus der Praxis eines Palliativmediziners. Natürlich wollen auch dort nicht alle Menschen leben. Aber eben viel mehr als man denken würde. Und daher ist das Thema "Sterbenhilfe" so schwierig. Man hängt im Ernstfall mehr am Leben oder hat eine andere Schmerzgrenze als in guten Zeiten.
Bei unseren Tieren ist es ein Stück anders, weil sie nicht rational oder emotional mit dem Thema umgehen. Sie nehmen es als natürlich hin. Das macht es einfacher einerseits, weil ihnen die Angst vorm Sterben fehlt. Aber eben auch schwieriger, weil man doch wieder als Mensch entscheidet und nicht weiß, ob das richtig ist.
Übrigens habe ich heute von einem Komapatienten gelesen, der aufgewacht ist. Der totgeglaubt war, aber lebt, spricht, kämpft und froh ist, dass er noch lebt. Was, wenn seine Angehörigen entschieden hätten, ihn zu "erlösen"? Sie merkten - und das deckt sich auch mit Gesprächen und Erlebnissen, die ich mit Wachkomapatienten und Ärzten und Angehörigen hatte - dass viel mehr an Außeneinflüssen zu den Patienten dringt, als man meint. Vielleicht haben sie trotz Koma auf ihre Art eine Lebensqualität. Sie lachen, weinen, zeigen Reaktionen, Gefühle. Wer will da entscheiden, sie sterben zu lassen???


Sabine

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