Zitat Anila:
Ich finde, die Züchter sind gefragt, die Kriterien zu ändern, aber offenbar geht es auch ihnen häufig ums Aussehen.
Falsch, Anila, die Züchter werden gezwungen, nach krank machenden Kriterien zu züchten, weil diese eben dem von Welpenkäufern erwünschten und von Zuchtrichtern hochprämierten Zuchtidealen entsprechen.
Bei meiner Rasse gibt es noch den goldenen Mittelweg: ein leistungsmäßig überdurchschnittlich veranlagter Hund darf auch schon mal eher vom Standard abweichen. Ich bekomme zwar keine guten Plätze auf Ausstellungen, aber eine Zuchtzulassung und Körung, dafür reicht es bei meinen Hunden immer, obwohl sie nicht mit der Bergab-Rückenlinie aufwarten können. Aber bei Käufern fängt das Problem schon an. Ich bekäme sehr schlecht bei Otto-Normal-Hundehalter einen Welpen los, denn die meisten erkennen die lackschwarzen und wolfsgrauen Schäferhunde gar nicht als DSH an! DSH sieht für die meisten aus wie Kommissar Rex.
Aber was machen die Züchter, bei denen es nur Formwertzucht gibt? Die können die Abweichung vom Standard ja nicht mit anderer Zuchtlinie (=Arbeitslinie) erklären! Wie z.B. englische Bulldogge, der Käufer will das plattnasige Knautschgesicht, egal wie es nach Luft schnappt, und nimmt die Krankheiten billigend in Kauf.
Also: alle, die wir Hunde kaufen (oder eben nicht mehr kaufen), können was ändern. Züchter sind nur Untergebene ihrer Verbände.
LG, Liesel