Aggression oder "Wann ist der Hund böse?" :: Hund + Umwelt

Aggression oder "Wann ist der Hund böse?"

von Liesel am 21. September 2009 20:20
Hallo Annegret!

Yvonne hat erkannt, wie ich es gemeint habe.

Dein Hund hat im eigentlichen Sinne auch nichts gegen Kinder, er handelt aus einer Unsicherheit heraus. Kinder sind kleine, junge Menschen mit einer abweichenden Motorik, Stimmlage und Lautstärke. Seine Mutter konnte ihm nicht beibringen, dass Kinder ok sind und du konntest es auch nicht, weil du wegen der Umstände damit beschäftigt warst, ihm das Leben zu retten.

Was sich in den ersten 8 Wochen in den Hund prägt, prägt ihn fürs Leben. Die Prägung auf Kinder fehlt ihm aber nun mal. Er hat sich ein-zweimal für eine falsche Reaktion entschieden, was dich dann sozusagen falsch geprägt hat: nun hast du beim Anblick von Kindern eine negative Erwartungshaltung gegen deinen Hund, und diese Angst vor der Situation überträgt sich als negative Spannung auf deinen Hund. Ihr befindet euch gerade in einem Teufelskreis. Das Schlimme ist, dass du dabei Selbstzweifel bekommst und das Vertrauen zu deinem Hund verlierst, der Hund lebt aber von deiner Selbstsicherheit und dem Vertrauen, das du in ihn setzt.

Genau das Gleiche ist mir im Frühjahr auch passiert, ich bin auch nur ein Mensch. Es war eine Prüfungssituation, ich merkte dass ich einen Fehler gemacht habe, weil ich vergessen hatte, ein kleines Detail mit in mein Training einzubauen. Meine Hündin hat eine falsche Reaktion gezeigt und ich legte meine Unterordnung mit dem Gedanken ab "das geht sowieso in die Hose". Und wie das in die Hose ging: je negativer ich dachte, desto mehr versuchte mein Püppchen mich mit Kapriolen auf fröhliche Gedanken zu bringen. Dabei machte sie so viele Fehler, dass wir strenggenommen durchgefallen waren. Wegen der Freudigkeit und Fröhlichkeit des Hundes haben wir dann aber eine kleine Aufrundung erhalten, so eben mit der Mindestpunktzahl bestanden.

So herumgekaspert hat sie seitdem nie wieder. Wir sind zuvor einige Prüfungen zusammen gelaufen, bei denen ich den Kopf klar hatte, da ist so etwas auch nicht passiert. Es handelte sich da um eine überregionale Prüfung auf Landesebene, bei der mein Kopf versagt hatte. Ja genau, mein Kopf hatte versagt, nicht der Hund!

Ich habe ein gutes Ausbilderteam, das mich beim Üben kontrolliert, mich auf Fehlerquellen hinweist. Sechs Augen sehen mehr, drei Köpfe haben mehr Ideen. Deshalb empfehle ich auch für Donner und dich die Verhaltenstherapie, denn ein geschultes Auge erkennt vielleicht die Fehlerquelle von außen besser als man selbst. Manchmal kommt es nur auf den Blickwinkel an.

LG, Liesel

von Frieda am 22. September 2009 07:27
Huhu,

ich muss wirklich sagen, dass diese emotionale Verbindung zu einem Hund wirklich sehr wichtig ist. Natürlich wirkt diese extremer je besser die eigentliche Bindung zwischen Hund und Halter ist.
Mir ist das ganze gestern leider auch wieder passiert: Wir waren in Göttingen in der Stadt. Ich fand es super stressig und hatte darauf gar keine Lust mehr, weil die Mutter meines Freundes mich ständig angerufen hat, er die ganze Zeit in irgendwelchen Läden zugebracht hat wo ich eh nichts kaufen würde, die vielen Meneschen... Und was macht mein Hund? Geht auf den nächstbesten Rüden los, den er eben grad findet, nur um dieser angestauten Wut irgendwie Luft zu machen, die er ja auch gespürt hat. Fand ich wieder sehr erstaunlich. Zumal er solche Aggressionen ja gar nicht mehr zeigt (außer eben in Situationen in denen ich selbst fast platzen könnte). War für mich dann die Bestätigung: Raus aus der Stadt und so schnell wie möglich in den Wald. Dort sind wir dann vielen Hunden an der Leine und ohne begegnet, Ärger gabs aber keinen mehr...

LG Frieda

von Sciuba am 22. September 2009 07:44
Hallo Frieda,

da sind alle Tiere sehr sensibel, finde ich. Um so enger die Beziehung, um so mehr die Emotionsübertragung. Mein Kaninchen wusste immer wie meine Stimmung war, wenn ich aus der Schule kam und hüpfte, wenn ich in die Tür kam fröhlich herum, wenn ich guter Laune war oder kam und legte seine Schnauze unter meinen Arm, wenn ich gerade wieder einen dunklen Vorhang um mich hatte. Sie war echt klasse. Sciuba war anders: er kam und nahm mir meine dunklen (sehr seltenen) Momente. Ich nahm ich dann in den Arm und habe mein Gesicht in seinem Fell gerieben. Es nahm mir alle negativen Gedanken. Aber wie gesagt: das kam selten, waren eher Ängste. Ich bin extrem ausgeglichen und immer positiv. Wobei ich heute nicht mehr sagen kann, ob es an Sciuba liegt, dass kann auch sein. Er hatte wirklich gaaaaanz selten schlechte Laune.

Liebe Grüße

Heidi

von Yvonne & Ari am 22. September 2009 09:22
Ich habe z.B. auch festgestellt, wenn ich souverän durch die Gegend laufe, ist auch mein Hund entspannt.
Wenn ich allerdings unsicher werden oder gar über etwas erschrecke, dreht meiner durch.
Zum Glück ist mir dies in 6 Jahren noch nicht so oft passiert. 2x bin ich über Fahrradfahrer erschrocken, ich dachte Ari will die "fressen"..... Sonst interessieren ihn Radler überhaupt nicht. Einmal hat ein Kind uns einen Blitzknaller zwischen die Beine geworfen (ich habe Panik davor). Auch dort ist er so schlimm durchgedreht, dass der Junge ganz fix weggerannt ist und noch gerufen hat, dass er es nie wieder macht. smiling smiley
Und einmal sind uns etwas später abends auf dem Feld 2 komische Typen entgegengekommen..... Auch dort hat Ari sofort seine "Muckis aufgepumpt" und wollte die beiden angehen, da ich dort echt unsicher geworden bin.
Liebe Grüße Yvonne

von Frieda am 22. September 2009 20:39
Huhu Yvonne,

na sowas kenn ich auch. Ich habe wirklich große Angst im Dunkeln und kommt dann jemand auf uns zu und naja irgendwas stimmt nicht mit dem Menschen (kommt uns zu nahe, pöbelt uns an...) dann dreht Vasco auch durch und kann richtig zur Bestie werden.

lg Frieda

von Annegret am 23. September 2009 08:29
Aus diesem Grund gehe ich garnicht im Dunkeln spazieren. Ich lass ihn dann einfach in den Garten.
Aber bald zieh ich nach Berlin und da muss ich dann wohl auch im Dunkeln raus.. das kann ja was werden mit Donnismiling smiley
liebe Grüße Annegret

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