Gebell in der Wohnung abgewöhnen :: Clickertraining

Gebell in der Wohnung abgewöhnen

von DS1 am 23. Oktober 2007 08:38
Hi,
Ich habe auch einen Melder zu Hause - und bin froh darüber! :-) Ich wohne unter der Woche auch in einer Wohnung mit Stiegenhaus am Wochenende in einem Haus am Waldrand.
Ich erlaube meinem zu Bellen, gehe dann hin sag etwas wie "bin schon da,is okay"-das ist sein Kommando für ihn ruhig zu sein.
Angefangen habe ich mit dem Bellen auf Wunsch um ihn gezielt stoppen zu können.Wenn er bereits gebellt hat,habe ich das Kommando bellen gegen und hat er wieder gebellt (anfangs war er etwas verdutzt,was das denn plötzlich soll) habe ich es bestätigt (ev.mit Clicker, ich mit Stimme und Leckerli) - danach habe ich das "Aus" geübt - Kommando bellen - Kommando "aus" aufhören. Bei Meinem hat`s vielleicht 5Min gedauert und er hat`s kappiert.
Danach habe ich das "Aus" auch beim Melden eingesetzt, aber immer erst NACHDEM ich zu ihm gegangen bin,mich für seine Aufmerksamkeit bedankt habe und bereit war die Situation selbst zu checken. Mittlerweile kennt er die Hauseigenen Leute und bellt nur mehr wenn Fremde im Stiegenhaus sind - und da schau`ich gerne nach!!!

DS

von DS1 am 23. Oktober 2007 08:48
Sorry,
habe gerade Martin`s Beitrag gelesen - hat ja schon das selbe geschrieben wie ich grinning smiley - sollte wohl vorher alles lesen!!!! yawning smiley

DS

von martin am 24. Oktober 2007 10:58
Hallo Angelika,

deine Antwort ist interessant. Sie zeigt, wie leicht etwas übersehen werden kann.
Quote :
Original geschrieben von akilawa

Das stelle ich mir schwierig vor, weil ich nicht weiss wie ich den Hund zum Bellen bringen soll.
Es reicht, wenn er bellt und du in diesem moment (oder was auch immer du als kommando nehmen möchtest) sagst und sofort danach clickst. Der hund wird total verblüfft sein. Ich komme unten noch einmal darauf zurück.

Quote :
Weisst Du Martin,
es ist eigentlich nicht schlimm wenn der Hund am Tag in der Wohnung mal bellt, weil im Haus jemand vorbei geht. ich gehe dann zur Tür sag ihm es ist alles ok, und erreiche damit was Du mir oben beschreibst.
Mir gehts um die Nächte, die Ruhe in der Nacht möchte ich in den Griff bekommen, also sollte ich am Tag damit beginnen.
So ist es. Du musst einen Weg gehen und nicht an das fertige ergebnis denken. Bei diesem hund könnte nachts auch angst vorliegen. Da könnte man mit einem kondionierten entspannungssignal ansetzen. Aber das wird natürlich auch am tage begonnen.

Nochmals zu den kommandos. Die falle ist ganz unscheinbar. Wir pflegen, vor allem, wenn wir den clicker ablehnen, uns auf unsere worte zu verlassen und unbewusst auf ihre bedeutung. Also sagen wir wenn der hund fuss gehen soll, wir sagen , wenn der hund auslassen soll und wir sagen , wenn er die schnauze halten soll. Fällt etwas auf? Es kommt immer das wort soll darin vor.Wir wollen etwas erreichen und genau so geht es nicht.
Die klassischen konditionierungsregeln sagen, dass das assoziiert wird, was gleichzeitig oder in engem zeitabstand stattfindet. Also wird ein hund, der einen ball oder einen schuh im maul hat und dem man sagt, auf dieses wort zukünftig erst recht fest halten, ein hund der an der leine zerrt, wird auf später sehr wahrscheinlich ins vorpreschen verfallen, und ein ruhiger hund wird irgendwann den einen oder anderen beller von sich geben, wenn man ihm sagt. Man erreicht das gegenteil, an dem man dann wunderschön und lange herumdoktern kann, vor allem, wenn man noch emotionen darunter mischt.
Die einfachste regel, simple kommandos aufzubauen, ist es, dastun des hundes mit dem kommando zu kommentieren, das seine momentane tätigkeit des beschreibt. Erst wenn diese phase am besten noch mit belohnungen intensiv abgelaufen ist, können wir ein "um zu " versuchen.

tschüß martin




von Anonymus am 12. November 2007 18:58
hallo angelika,

finde ich toll, dass du den hund huetest und auch bereit bist, an ihm zu arbeiten.

meiner ansicht nach kannst du auf jeden fall an ihm 'arbeiten', obschon er nur einen tag pro woche bei dir ist. hunde koennen sehr wohl unterscheiden was an verschiedenen orten wo laeuft. nur, vielleicht dauert es ein ganz wenig mehr als bei einem hund der immer bei dir ist. aber borders lernen sehr schnell . .. . . .

ich habe auch eine border huendin, die auch an die decke starrt fuer reflektionen. oder besser, starrte. sie ist aus einem englischen tierheim und ich denke mal, die drei heime wo sie vorher waren, dachten auch, die muss ja soooooooooo viel bewegung haben. nach der stundenlangen action konnte sie dann nicht mehr runterfahren und rannte nur noch um den kuechentisch (selber erlebt).

sie ist erst zwei und kann super gut hoch und runterfahren. dank eine routine und nichts uebertun denke ich. wir gehen zwei mal pro tag raus und machen auch viele suchspiele. daneben tricke lernen mit dem clicker, da muss sie 'ueberlegen' und loesungen fuer probleme finden. sie ist natuerlich bei der arbeit voll dabei, aber ansonsten ein entspannter familienhund.

war sie aber nicht, als sie gekommen ist. voellig ueberdreht, konnte keine sekunde ruhig stehen oder sich gar hinlegen, ueberreagierte auf alle geraeusche und visuelle stimuli (kannte sie auch noch nicht im hause), und konnte sich auch nicht konzentrieren. ich denke, die ruehe, oder gemaessigte action, haben ihr gut getan.

zum bellen habe ich auch einen kommentar. wir sind eben umgezogen, von einem haus in eine mehrfamilienhaus. ich war erst auch besorgt, dass die beiden hunde alles im treppenhaus anbellen wuerden. haben sie aber nicht, vielleicht weil wir sie schon an sehr vielen orten dabei hatten. nur eben, die kleine border etwas mehr. das erste war, den zugang zur wohnungstuer versperren, also management. musik anstellen, sie in einem raum weit weg der tuer beschaeftigen und mit kindergitter 'wegsperren'. somit konnte sie von weitem hoeren und hat sich an einiges gewoehnt. hatte sie zugang zur tuer und bellte, rufe ich sie weg.oder ich sage ganz ruhig, es ist ok, ein paar wufferls toleriere ich.

das andere was du machen kannst ist die ankunft von leuten im treppenhaus zum signal werden lassen, dass es bei dir was ganz tolles gibt. vielleicht hast du auch ein wort fuer die hunde, das ein leckerchen ankuendigt. das ziel ist es also, anstatt dieses wort zu brauchen, dass die geraeusche ein signal fuer die leckerchen werden. das ist klassische kondizionierung. hat jean donaldson ganz schoen erklaert (buch: hunde sind anders, empfehle ich waermstens, wenn's geht auf english). egal was das verhalten der hunde ist (zu beginn) fuetterst du wenn es gerauesche gibt. ziel ist, der hund kommt direkt zu dir fuer leckerchen sobald er etwas hoert.

du kannst auch operant angehen. das geraeusch wird signal fuer den hund, eine handlung auszufuehren. er hat zb gelernt, dass auf das wort sitz, er seinen hintern auf die erde setzen soll. du hast das wort 'sitz' gewaehlt, koenntest aber auch einen reiz aus der umgebung als signal waehlen, wie das geraeusch im treppenhaus. (bestaetigung geht mit dem clicker auch).

eigentlich wollte ich nicht so viel schreiben. aber wenn ich mal in schuss komme, dann kommt es so. und eben, vielleicht hilft es den hund generell etwas runterzufahren. meine koennte auch nicht mehr still sitzen wenn ich 4 (!!) stunden frisbee spielen wuerde. ja, die mentale beschaeftigung ist viel wichtiger, einem frisbee nachzulaufen ist viiiiieeeeel zu einfach fuer einen border.

liebe gruesse,

daisy

von akilawa am 13. November 2007 19:28
Hallo ihr Lieben ;-))

vielen Dank für Eure vielen Ratschläge, die bringen mich auf jeden Fall weiter.

Hallo daisy,

ich habe den jerry jetzt 4 Tage die Woche von 8.00 Uhr bis ca 18.00 Uhr.
Die Fortschritte die wir machen, können sich sehen lassen. Jeder Tag ist immer ein bischen besser.
Das ziehen an der Leine lässt auch nach. Ich nehme Ihn auf die "Linke Seite" und sag ihm das auch, dann nehme ich die Leine recht kurz und Kommando "langsam". Lässt der Zug nach lobe ich ihn. Das machen wir jetzt jeden Tag und es wird immer besser.
Ans Clickern traue ich mich immer noch nicht richtig heran.
Mit dem Gebell an der Tür wirds auch besser. Manchmal ist Bewegung im haus und er reagiert garnicht sondern sucht sich einen anderen ruhigeren Platz, das passiert nach dem Spazieren gehen.
Ich habe gelesen das der Raum für den Hund die Wurfhöhle darstellt, er liegt gern unterm Tisch, und die gilt es zu verteidigen, aber nur wenn Rüdelfühererin nicht ganz glaubwürdig ist, also die Rangordnung noch nicht ganz klar ist. Daran arbeite ich auch, das heisst Konsequenz in allen Varianten ;-))
Ich selbst muss mir vieles noch verinnerlichen......
Es ist richtig Arbeit, macht aber viel Spass.
Ich dachte auch dass jerry alles wieder vergisst, wenn er nicht bei mir ist, aber er hat sich vieles gemerkt. Montags merke ich schon ob seine Halter was mit ihm üben oder nicht. Sie üben nicht.
ich sehe das inzwischen ganz entspannt, und lache herzlich wenn Jerry zuerst die Treppe runterennt und sein Halter kommt kaum nach ;-))
Border-Collis starren gern auf Lichter weil sie glauben dass sie diese zur Bewegung animieren ?
Umso mehr Jerry ausgelastet ist umso mehr lässt das nach.
manche Leute machen sehr viel falsch, Jerry musste mal ne ganz weite Strecke am Fahrrad laufen, da waren die Pfötchen ganz wund.
Vom Fahrrad fahren mit Hund halte ich nicht so viel, ich möchte durch Kommandos und Spiel auf Ihn eingehen.
So nach und nach lese ich mir auch vieles an was weiter hilft und nicht zuletzt die Kommentare hier in diesem Forum.
Ich gratuliere Dir zu Deiner Arbeit mit den Hunden und das sie so ein schönes neues Zu Hause gefunden haben.
Der Tip gegen das Bellen an der Tür ist interessant, wenn meine Versuche nicht fruchten, kann ich das probieren.

Was machst Du für Suchspiele ?
Hast Du paar Vorschläge ?

LG
Angelika



von Selma am 04. Januar 2010 08:06
Guten Morgen, und ein gutes neues Jahr,
auf der Suche nach neuen und guten Inputs durchforste ich das www und bin - dank Martin Pietrallas Buch - auf diese Seite gestoßen. Ich habe aber das Gefühl, dass hier nicht soviel los ist, versuchs aber trotzdem...
Ich möchte diesen Thread nochmal auffrischen, weil mich Martins Vorschlag - das Bellen unter Kommando zu stellen - interessiert:

Martin (falls du da irgendwo bist), habe ich das richtig verstanden: Du wartest, bis der Hund bellt, und clickst sofort und Bestätigst ihn. Kann ich das sofort unter einen Befehl stellen (weil er das Verhalten ja schon sicher zeigt)?
Also, er bellt, ich sage xy und bestätige?

Was wird danach sein? er wird gleich wieder bellen, und ich mache das Spielchen weiter? Vielleicht solange, bis er 1 oder 2 Mal bellt, und dann von selber kommt?

Wie lange mache ich das, und wie baue ich das "sei still" ein?

Und was mache ich mit dem "Unheimlichen Geräusch von draußen"? Ignoriere ich das als souveränes Alphatier?

Und wie verhindere ich, dass schlaue Hundi denkt: Ich hätte Lust auf Guti, und wenn ich einmal belle, und dann still bin, dann krieg ich was?


Noch eine Frage zur Rütteldose:
Es ist doch so, dass durch Bestrafung ein Verhalten seltener gezeigt wird. Was sind die Nachteile dieser Methode lerntheoretisch gesehen?

Vielleicht hat sonst noch jemand auch eine Idee,
danke und liebe Grüße
Heidi

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