Mitleidskauf :: Was sonst nirgends passt

Mitleidskauf

von Juliane mit Emmi(YCH) am 21. September 1999 09:59

Hallo,
auf dieser Foxl-Hundeseite im Internet wird genau so eine Geschichte beschrieben, wo ein Hund bei einem miesen Züchter gekauft wird, nur weil die Käufer Mitleid haben.
Dieses Beispiel passt zur Diskussion um den kranken Labrador. Es wäre interessant zu wissen, ob die Hundekäufer diesem "Züchter wenigstens den Tierschutz geschickt haben oder ob der nun eifrig so weitermachen kann.

Gruss, Juliane mit Emmi

von Ursel + Asta(YCH) am 21. September 1999 11:18

Hallo Juliane,

ich habe den Foxl gekauft.
der Züchter versicherte mir am Telefon, daß die Hunde im Haus mit "Familienanschluß" aufwachsen. Als wir dann dort ankamen, sah die Sache allerdings ganz anders aus. Zwinger, die wir nur aus der Ferne sehen durften.
Ja, ich habe den Hund auch aus Mitleid gekauft. Der Kaufpreis spielte dabei keine Rolle. Vielmehr ging es darum, daß bei dem Foxl die Ohren standen, statt zu kippen. Der "Züchter" schlug eine Operation vor. Dieses und eventuelle weitere Manipulationen wollte ich dem Hund ersparen.

Allerdings wurde uns das ganze Ausmaß der schlechten Haltung erst bewußt, als wir den Hund gekauft hatten.

Der "Züchter" ist im Foxterrierverband und im VDH. Ich habe mich selbstverständlich mit dem Foxterrierverband in Verbindung gesetzt. Dort sagte man mir, daß das alles ganz in Ordnung sei, daß ich keine Ahnung hätte und daß meine Tierärztin besser einen anderen Beruf hätte wählen sollen.
Der Tierschutz interessierte sich ebenfalls nicht für die Zustände. Offensichtlich erfüllte der "Züchter" die notwendigen tierschutzrechtlichen Bestimmungen, wie Größe der Zwinger, usw.

Der "Züchter" inseriert heute weiterhin in unserer Tageszeitung.
Ich habe inzwischen mit mehreren anderen Foxterrierzüchtern gesprochen, dieser Züchter ist bekannt.

Glaube mir, ich habe mich vor dem Kauf eines Hundes sehr genau informiert. Aber - in allen Büchern usw. wurde immer nur vor Massenzüchtern oder Scheunenvermehrern gewarnt. Ich habe tatsächlich eine Weile gedacht, das müsse so sein, schließlich war der Züchter im VDH.
Ich habe daraus gelernt.

Asta ist jetzt seit ca. einem halben Jahr gesund und macht uns sehr viel Freude. ich habe nicht eine Sekunde bereut, sie genommen zu haben, auch wenn ich es nicht wieder tun würde.

Viele Grüße
Ursel + Asta

von Kathi(YCH) am 21. September 1999 11:45

Hallo,

: auf dieser Foxl-Hundeseite im Internet wird genau so eine Geschichte beschrieben, wo ein Hund bei einem miesen Züchter gekauft wird, nur weil die Käufer Mitleid haben.
: Dieses Beispiel passt zur Diskussion um den kranken Labrador. Es wäre interessant zu wissen, ob die Hundekäufer diesem "Züchter wenigstens den Tierschutz geschickt haben oder ob der nun eifrig so weitermachen kann.


Es wird immer wieder Menschen geben, die aus Mitleid ein Tier anschaffen. Was wäre unsere Welt auch ohne solche Menschen!
Aber man muß immer bedenken: Dem "Züchter" ist es sch...egal warum jemand seine Hunde kauft, Hauptsache ist die Kunden kaufen weiter.
Aber gerade dadurch wird die Massenzucht immer wieder angeheizt, denn solange eine Nachfrage da ist solange wird auch ein Angebot da sein!!!!!!
Jeder aus Mitleid gekaufte "Rassehund"-Welpe trägt dazu bei, daß die "Produktion" weiterläuft!!!!

nachdenkliche Grüße
Kathi

von Amelie(YCH) am 21. September 1999 12:23

Hallo, Kathi!
Es ist sicherlich nicht Wert, darüber zu diskutieren, daß man bei miesen Hundehändlern nicht kaufen soll. Aber ist das nicht ein sehr theoretischer Anspruch? Ich stand zum Glück noch nicht vor einer solchen Entscheidung (ich habe sowieso immer second-Hand-Hunde), aber glaubst Du, daß es jemand, dem Tiere/Hunde lebensbedeutend sind, fertig bringt, einen Hund sitzen zu lassen in dem Wissen, daß er wahrscheinlich irgendwann umgebracht wird, nur, damit dieser "Züchter" nicht unterstützt wird ? Könntest ´Du da ganz cool 'rausgehen und sagen: den Hund "opfere" ich dem großen Ziel, den Hundevermehrern das Handwerk zu legen ? Oder gehören nicht die meisten zu denen, die sich
so ein Elend gar nicht erst anschauen gehen, weil sie Angst vor ihren eigenen Reaktionen haben ? Weil sie in dem Augenblick auch nicht wüßten, was sie tun würden ? Es gibt viele Leute, die trauen sich nicht mal in's Tierheim "weil sie dieses Elend nicht etragen können" (O-Ton einiger Hundebeitzer, mit denen ich mich unterhalten habe). Verstehe mich bitte richtig: ich bin ohne Diskussion gegen tierquälerisches Verhalten. Aber ich glaube, es ist gar nicht einfach, im Alltag dem eigenen großen Anspruch immer gerecht zu werden.
Liebe Grüße, Amelie

von Bianca(YCH) am 21. September 1999 12:30

Liebe Ursel,

ich danke Dir für Deinen Beitrag, obwohl er mit Sicherheit nicht schön ist. Nur dachte ich schon, ich wäre die einzige, die leider auch solche Leute kennt, denen dieses widerfahren ist.

Man müßte ein absoluter Experte sein, um wirklich sicher zu gehen,
daß auch alles in Ordnung ist. Leider artet das Thema "Labrador erkrankt" wieder derartig aus. Hoffe, daß alle die, die sich so allwissend mit Belehrungen geäußert haben, nie solche Erfahrungen machen werden! Hoffe, daß die Klugheit auch da ausreichend ist!

Es ist eben nicht so!

Viele Grüße
Bianca

von Kathi(YCH) am 21. September 1999 12:49


Hallo Amelie,

: Es ist sicherlich nicht Wert, darüber zu diskutieren, daß man bei miesen Hundehändlern nicht kaufen soll.

Offensichtlich doch. Da immer mehr Welpen aus solchen Produktionen kommen.

: Aber ist das nicht ein sehr theoretischer Anspruch?

Ja sicher aber jeder Praxis geht eine gewisse Theorie voraus.

: Ich stand zum Glück noch nicht vor einer solchen Entscheidung (ich habe sowieso immer second-Hand-Hunde), aber glaubst Du, daß es jemand, dem Tiere/Hunde lebensbedeutend sind, fertig bringt, einen Hund sitzen zu lassen in dem Wissen, daß er wahrscheinlich irgendwann umgebracht wird, nur, damit dieser "Züchter" nicht unterstützt wird ?
: Könntest ´Du da ganz cool 'rausgehen und sagen: den Hund "opfere" ich dem großen Ziel, den Hundevermehrern das Handwerk zu legen ?

Das hat doch nichts mit opfern zu tun. Außerdem, umgebracht werden dort selten Hunde denn was nicht verkauft wird ist die Grundlage für weitere Zuchtabsichten. Jede Hündin ist eine Gebärmaschine. Wenn dort etwas stirbt dann sicher aus gesundheitlichen Gründen.

: Oder gehören nicht die meisten zu denen, die sich
: so ein Elend gar nicht erst anschauen gehen, weil sie Angst vor ihren eigenen Reaktionen haben ? Weil sie in dem Augenblick auch nicht wüßten, was sie tun würden ? Es gibt viele Leute, die trauen sich nicht mal in's Tierheim "weil sie dieses Elend nicht etragen können" (O-Ton einiger Hundebeitzer, mit denen ich mich unterhalten habe). Verstehe mich bitte richtig: ich bin ohne Diskussion gegen tierquälerisches Verhalten. Aber ich glaube, es ist gar nicht einfach, im Alltag dem eigenen großen Anspruch immer gerecht zu werden.

Man darf sich diesem Elend nicht verschließen, das ist klar. Aber es wird sich nichts an diesem Hundeelend ändern wenn immer wieder aus Mitleid oder anderen Gründen dort gekauft wird. Man darf natürlich nicht "ein Leben für viele Opfern" aber was ist mit der Umkehrung? Du kauft dort aus Mitleid einen Welpen der überlebensfähig ist und es bei Dir gut hat. Dieser verkaufte Welpe vermittelt doch dem "Züchter": Bedarf ist da. Und er produziert natürlich weiter.
Diese ganze Misere kann man nicht auf einen Schlag beenden. Fact ist aber, daß viele solcher "Züchter" inzwischen aufgegeben haben weil keine Nachfrage mehr da war.
Konkret ändern kann man nur etwas, wenn die Behörden endlich mal die Augen öffnen und vor allem wenn das "kontrollierte" Züchten gefördert wird. Durch eine generelle Meldepflicht für Würfe würde sich vielleicht auch etwas ändern lassen.

Zum Tierheim: wer nicht ins Tierheim geht um das Elend nicht ansehen zu müssen, soll es auch lassen. Denn ein Hund, der aus Mitleid aus dem Tierheim geholt wird, ist genauso arm dran wie ein Welpe aus einer Massenzucht.

Mitleid allein ist der denkbar schlechteste Grund sich ein Tier anzuschaffen.

Kathi

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