Bouvier - Verrückt nach Autos :: Hundeerziehung + Soziales

Bouvier - Verrückt nach Autos

von Heidi(YCH) am 13. August 1997 13:14


Hallo Heidi,

schlagen gehört nun mal schlicht und ergreifend nicht zum Kommunikationsrepertoir
des Hundes und ist deshalb für eine annähernd artgerechte Hundeerziehung gänzlich ungeeignet.

Und was die Dalmatinermischlinge angeht:
Sich über tote Hunde aufzuregen ist wohl etwas spät. Hast Du etwas unternommen
um bei der Vermittlung der lebendigen zu helfen??

Ich habe auch keine Lust auf Streit und bemühe mich "um ruhig Blut"!
Aber wer Hunde hält, sollte sich auch die Mühe machen sich mit ihrer Art zu kommunizieren
auseinanderzusetzen. Der Hund zeigt mit seinem Bellen ja etwas an, will etwas mitteilen und ihm dafür
einfach "eins drüberzuhauen" finde ich einfach voll daneben.

Entweder ich versuche zu verstehen, was der Hund mir mitteilen möchte
und versuche dann mit dieser "Mitteilung" etwas anzufangen, oder ich trainiere dem Hund
dieses Verhalten auf eine für ihn verständlich un angenehme Weise ab.

Danke, daß auch ich meine Meinung äußrern darf, und die lautet:
Einen Hund zu schlagen ist falsch.

Liebe Grüße Sonja

Hallo,

vielleicht bin ich mit den Dalmatinern etwas vom Thema abgewichen. Das liegt wohl daran, daß ich immer noch empört bin und mich nur sehr schwer beruhigen kann.

Ich bin normalerweise absolut weich und so gut wie gar nicht in der Lage einem Hund oder auch einem Menschen irgentwas zu tun. Nachdem ich aber gesehen habe was absolut antiautoritäre Erziehung oder laizes faire (jeder kann machen was er will) bewirken kann bin ich etwas geläutert. Ein Bekannter von uns hat einen Rotti, der u.a. im Auto dasselbe Verhaltensmuster zeigt wie der Bouvier. Es wurde weder hier eingegriffen noch machte der Besitzer irgentwelche anstalten dem Hund zu zeigen wer der Rudelführer ist. Kannst Du Dir vorstellen was das bei einem so selbstsicheren und charakterstarken Hund wie dem Rottweiler bewirken kann. Wir haben den Besitzer nach einem Übergriff des Hundes im Krankenhaus besucht. Wie gesagt, Schläge sind in den meisten Fällen keine Erziehung. Leider läßt es sich in schwerwiegenden Fällen nicht immer vermeiden. Mit schwerwiegenden Fällen meine ich absolute Notfälle und keine brutalen Schläge.

Gruß

Heidi


von Sonja Gerberding(YCH) am 13. August 1997 13:49

Hallo Heidi,

ich habe nie von antiautoritärer Erziehung gesprochen.
Und kein Hund wird seinen Menschen anfallen, nur weil er im Auto mal bellen darf,
da ist wohl an anderer Stelle gewaltig was schief gelaufen.

Ich denke, einen Hund zu schlagen um ihm zu zeigen wer der Boss ist,
ist falsch. Hier gibt es viele andere Wege.

Grüße Sonja


von Martin + Mirko(YCH) am 13. August 1997 14:07

Grüss dich Sonja

ich möchte mich nicht mit Halbwissen dazwischen mischen,
aber hier müßte doch auch der Clicker gut einsetzbar sein, oder?

Das ist doch kein Halbwissen! Positive Ideen sind gefragt und Du hast sie.

Bellpause abwarten und C/T?

Genau so. Siehe z.B. im Clicker Board die Meldung vom "Bellen abstellen".
Bellen im Auto kann sehr verschiedene Ursachen haben. Der Hund kann im Auto gereizt worden sein und verknüpft das Auto und ausserhalb auftauchende Gestalten mit unangenehmen Erfahrungen. Dann geht C/T ausgezeichnet. Das wichtigste ist zunächst, den Hund weder versuchen zu beruhigen, noch durch laute Kommandos zu stoppen. Beides bewirkt das Gegenteil.
Meist steht der Hund dabei auf. SITZ sowie C/T falls er es ausführt. Das übt man zunächst im stehenden Auto.
Man muss nicht gleich losfahren, man kann erst einmal die Situation langsam aufbauen.
Ein Punkt, der mich immer wieder deprimiert, ist, dass die Hundehalter wollen, dass der Hund etwas kann, aber sie machen sich keine Mühe, ihm die Gelegenheit zu geben, es zu lernen.
Wir setzen immer voraus, dass der Hund weiss, was "gutes Benehmen" ist. Aber wir sagen ihm nicht, was wir drunter verstehen. Worte sind hier Schall und Rauch für den Hund. Aber der Clicker ist ein ausgezeichnetes Hilfsmittel dafür. Man muss es nur einmal probieren.

In den Folgemeldungen wurde das Dominanzproblem angesprochen. Dieses Problem löst man nicht im Auto, denn es besteht schon zu Hause. Dem Hund dann eine zu langen, kann bedeuten, dass er noch wesentlich eher beisst, als bei dem Rotti geschildert wurde.
Wer Wind säht, wird Sturm ernten. Es ist schlicht ziemlich unklug (bei der Formulierung habe ich mich ungeheuer zurückgehalten, nicht wahr?) einer Aggression mit einer Aggression zu begegnen. Was soll dabei herauskommen, Friede? Ein Hund reagiert schneller, hat die grösseren Zähne und das dickere Fell und die höhere Schmerzschwelle. Ich könnte nur verlieren.
Wenn man schon strafen will, dann kann man es mit einer Wassersprühflasche probieren. Der Sprühstrahl ist dem Hund unangenehm und verwirrt ihn. Er schadet nicht, aber er wirkt ausgezeichnet. In der Hunde Revue 9/97, die gerade herausgekommen ist, schildere ich die Anwendung bei Viktor in meinem Auto (bezieht sich nicht aufs Bellen, sondern aufs nach vorn Springen).

Entschuldige Sonja, wenn ich die weiteren Antworten hier in der Antwort an Dich mit untergebracht habe, aber ich bin zu faul, jedesmal die Kästchen auszufüllen, auch wenn es mir Rolf schon besonders einfach gemacht hat.
Ich fürchte, die Hitze macht uns alle auch ein wenig hitzig oder?
Erzähl uns doch mal, ob Du mit dem Clicker schon etwas erreicht hast.

viele Grüsse von Martin & Mirko



Übrigens, wer empfiehlt "hau mal eins drauf" oder so ähnlich,
sollte vor dem Reden mal das Hirn einschalten (das war jetzt nicht für Martin!).

Auch ich habe meine dummen Bemerkungen hinter mir.

von Sonja Gerberding(YCH) am 13. August 1997 14:23

Hallo Martin,

mit Clickertrainig üben wir z.Z. nur sporadisch, weil es mit Leckerlis
und Neros Darmproblem immer noch Schwierigkeiten gibt.

Allerdings haben wir schon erste Erfolge verbucht (Zeitfenster)
und werden es (das C/T) so bald wie möglich wieder intensivieren.

Nero bellt auch im Auto, immer wenn wir weiter weg ins Grüne fahren.
Es ist dann ein höheres "Kläff-Bellen", sobald die ersten Felder und Wälder
in Sicht kommen.

Für mich klingt das wie "Halt an, lass uns aussteigen, hier ist doch prima".
Ich kann mich dann immer amüsieren.
Schon erstaunlich, was ein Hund alles mitbekommt.
Bei solchen Gelegenheiten sage ich dannEtwas Geduld, Nero..
als ob ein Hund weiß, was Geduld ist, grins, weiß er natürlich nicht...smiling smiley
Was er aber weiß, ist, daß ich seinen "Einwand" zu Kenntnis genommen habe
und es nun bald losgeht.

Tja, mit den dummen Bemerkungen...
Bei "Hunde schlagen" setzt es bei mir halt aus, und dann wird der Ton auch mal unfein...

Viele Grüße Sonja

von Heidi(YCH) am 13. August 1997 14:38


Grüss dich Sonja

ich möchte mich nicht mit Halbwissen dazwischen mischen,
aber hier müßte doch auch der Clicker gut einsetzbar sein, oder?

Das ist doch kein Halbwissen! Positive Ideen sind gefragt und Du hast sie.

Bellpause abwarten und C/T?

Genau so. Siehe z.B. im Clicker Board die Meldung vom "Bellen abstellen".
Bellen im Auto kann sehr verschiedene Ursachen haben. Der Hund kann im Auto gereizt worden sein und verknüpft das Auto und ausserhalb auftauchende Gestalten mit unangenehmen Erfahrungen. Dann geht C/T ausgezeichnet. Das wichtigste ist zunächst, den Hund weder versuchen zu beruhigen, noch durch laute Kommandos zu stoppen. Beides bewirkt das Gegenteil.
Meist steht der Hund dabei auf. SITZ sowie C/T falls er es ausführt. Das übt man zunächst im stehenden Auto.
Man muss nicht gleich losfahren, man kann erst einmal die Situation langsam aufbauen.
Ein Punkt, der mich immer wieder deprimiert, ist, dass die Hundehalter wollen, dass der Hund etwas kann, aber sie machen sich keine Mühe, ihm die Gelegenheit zu geben, es zu lernen.
Wir setzen immer voraus, dass der Hund weiss, was "gutes Benehmen" ist. Aber wir sagen ihm nicht, was wir drunter verstehen. Worte sind hier Schall und Rauch für den Hund. Aber der Clicker ist ein ausgezeichnetes Hilfsmittel dafür. Man muss es nur einmal probieren.

In den Folgemeldungen wurde das Dominanzproblem angesprochen. Dieses Problem löst man nicht im Auto, denn es besteht schon zu Hause. Dem Hund dann eine zu langen, kann bedeuten, dass er noch wesentlich eher beisst, als bei dem Rotti geschildert wurde.
Wer Wind säht, wird Sturm ernten. Es ist schlicht ziemlich unklug (bei der Formulierung habe ich mich ungeheuer zurückgehalten, nicht wahr?) einer Aggression mit einer Aggression zu begegnen. Was soll dabei herauskommen, Friede? Ein Hund reagiert schneller, hat die grösseren Zähne und das dickere Fell und die höhere Schmerzschwelle. Ich könnte nur verlieren.
Wenn man schon strafen will, dann kann man es mit einer Wassersprühflasche probieren. Der Sprühstrahl ist dem Hund unangenehm und verwirrt ihn. Er schadet nicht, aber er wirkt ausgezeichnet. In der Hunde Revue 9/97, die gerade herausgekommen ist, schildere ich die Anwendung bei Viktor in meinem Auto (bezieht sich nicht aufs Bellen, sondern aufs nach vorn Springen).

Entschuldige Sonja, wenn ich die weiteren Antworten hier in der Antwort an Dich mit untergebracht habe, aber ich bin zu faul, jedesmal die Kästchen auszufüllen, auch wenn es mir Rolf schon besonders einfach gemacht hat.
Ich fürchte, die Hitze macht uns alle auch ein wenig hitzig oder?
Erzähl uns doch mal, ob Du mit dem Clicker schon etwas erreicht hast.

viele Grüsse von Martin & Mirko


Übrigens, wer empfiehlt "hau mal eins drauf" oder so ähnlich,
sollte vor dem Reden mal das Hirn einschalten (das war jetzt nicht für Martin!).

Auch ich habe meine dummen Bemerkungen hinter mir.

Hallo,

auch ich bin dankbar für positive Ideen. Unsere Rottis sind Gott sei Dank sehr brave und wohlerzogene Hunde (glückliche noch dazu). Wenn sie im Auto mal bellen reicht ein energisches Platz oder Sitz. Selbst unsere sechs Monate alte Alma weiß was das bedeutet, obwohl sie noch nie in Ihrem Leben einen Schlag bekommen hat und auch von mir nie einen bekommen wird.

Die Lösung mit der Wasserflasche scheint mir etwas fraglich Martin. Unsere würden sich freuen (sie lieben es naß gespritzt zu werden) und dann erneut angreifen (konjunktiv, denn in Wirklichkeit würden sie nie angreifen). Vielleicht kannst Du aber noch ein paar mehr Tips geben wie man dominante Hunde bändigt. Ein Ehepaar, daß einen Rüden Welpen gekauft hat tut sich etwas schwer dem Hund klar z u machen wer der Rudelführer ist.

Danke im voraus.

Gruß

Heidi

von Martin + Mirko(YCH) am 13. August 1997 17:07

Hallo Heidi

auch ich bin dankbar für positive Ideen. Unsere Rottis sind Gott sei Dank sehr brave und wohlerzogene Hunde (glückliche noch dazu). Wenn sie im Auto mal bellen reicht ein energisches Platz oder Sitz. Selbst unsere sechs Monate alte Alma weiß was das bedeutet, obwohl sie noch nie in Ihrem Leben einen Schlag bekommen hat und auch von mir nie einen bekommen wird.

Die Lösung mit der Wasserflasche scheint mir etwas fraglich Martin.

Ich verstehe Deine Vorbehalte. Du kannst Dir aber den Unterschied zwischen Wasserstrahl und Wassernebel selbst anschaulich klar machen:
Mit einer Wasserpistole auf die Nase gespritzt, wenn es heiss ist? Das reine Vergnügen!
Einen ganz breiten Sprühstrahl (Nebel) mit der Nase eingeatmet? Sehr unangenehm.
Genauso ist es für den Hund.
Probieren.

Eine Bekannte, die sich mit dem Clicker sehr gut auskennt, hat neulich diese Diskussionsseiten gelesen und mich spontan gefragt:
"Sag mal, probieren die Leute das eigentlich auch aus oder denken die nur immer darüber nach?"

Unsere würden sich freuen (sie lieben es naß gespritzt zu werden) und dann erneut angreifen (konjunktiv, denn in Wirklichkeit würden sie nie angreifen).

KonjunktivDu weisst es nicht! Mir hat meine Frau auch schlüssig erklärt, dass unser Mirko wegen so einem lächerlichen Blechfrosch-Click nie etwas tun würde....
Das war die Antithese. Also war ich in Beweiszwang. Von den Erfolgen war ich selbst überrascht.

:Vielleicht kannst Du aber noch ein paar mehr Tips geben wie man dominante Hunde bändigt. Ein Ehepaar, daß einen Rüden Welpen gekauft hat tut sich etwas schwer dem Hund klar zu machen, wer der Rudelführer ist.

- Erst selber essen, dann den Hund portionsweise füttern.
- Unterwegs füttern, zu Hause nichts geben (ab und zu)
- Spielanträge des Hundes ignorieren. Nach geraumer Zeit selber zum Spiel auffordern.
- Spiele willkürlich abbrechen.
- keine Reissspiele ausführen.
- Fellpflege durchführen, Bauch walken
- Von oben über die Schnauze greifen und 3-6 Sekunden ruhig halten (braucht man für den Tierarzt, sonst muss er einen Schnauzenverband machen, wenn es schmerzhaft wird.)
- zur Seite schubsen, wenn er im Wege herumsteht.
- ihn wegknurren, wenn er bettelt oder auf unserem Platz sitzt.
- Gäste an der Tür zuerst begrüssen. Der Hund wartet, bis er dran ist.
- ihn ignorieren, wenn er versucht Aufmerksamkeit zu erregen.

Ganz hervorragende Tips findet man in den Büchern:

"Was tu ich nur mit diesem Hund?" von Eric Aldigton
"Vom Strolch zum Freund" von John Fisher

Bei Dominanzproblemen muss man sehr umsichtig zu Werke gehen. Jede verlorene Dominanzdiskussion mit dem Hund baut diesen auf. Dann wird alles schwerer und zunehmend gefährlicher. Zum Glück suchen die wenigsten Hunde die eigene Dominanz hervorzukehren. Sie leben zumeist nur in ungeklärten Verhältnissen.

tschüss Martin & Mirko

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