Angst" und "Angst"" :: Hundeerziehung + Soziales

Angst" und "Angst""

von Kerstin & skipper(YCH) am 02. September 2002 08:46

Hallo Ingrid,


:
: Hunde, die Angst aufgrund von Vererbungen oder schlechten Erlebnissen haben, KANN man dahin bringen, dass diese Angst GANZ weg ist.
:
: Bei Hunden, die keine Prägung haben, kann man verbessern aber die Angst nicht GANZ wegbekommen
:
: Warum ist das so????????????????????????????


Also josh hat das ja schon sehr ausführlich beschrieben. Aber ich wollte doch mal ein Gegenbeipiel aus eigener Erfahrung bringen.

Skipper, auch als "nicht geprägter Hund auf fast alles", hatte panische Angst vor Autos, Bussen, Lkw's. Innerhalb von zwei bis drei Wochen konnten wir die Angst soweit abbauen, das sich an einer Bundestraße mit sehr dichtem Vehrkehr hingesetzt hat und zwar relativ gelassen.

Dann war er ja mal zwei Tage verschwunden und ist jenseits eines Autobahnkreuzes wiedergefunden worden. Danach war seine Angst vor Autos und LKW's noch viiiel schlimmer, als sie es vorher jemals gewesen ist. Wir vermuten, das er eventuell im Autobahnkreuz festgesessen hat oder in der Leitplanke, auf jeden Fall muss er schlechte Erfahrung gemacht haben. Es hat nun gute drei Monate gedauert bis wir wieder bei Sitz machen an der Hauptstraße angekommen sind (aber mit zusammenzucken, wenn LKW vorbei donnert).

Der Zeitraum den wir gebraucht haben, um die schlechte Erfahrung wieder gut zu machen, war viel länger und schwieriger als der Zeitraum für Angst vor "neuen Dingen" nehmen.

Und wie Alex schon sagt, da schlimmste ist wohl, schlechte Erfahrungen in der Prägezeit ....

Bist du den sicher, das Sina nie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat?

Liebe Grüße Kerstin & skipper, der immer noch ein paar Ängste hat und manchmal weiß man einfach nicht warum .....

von Mona-Lisa(YCH) am 02. September 2002 13:37

: Interessant wäre für mich noch die Frage, inwieweit sich diese Ängste besser in den Griff kriegen lassen, wenn sich ein sicherer unerschrockener 2.Hund an der "Erziehung" beteiligt. Ich denke der Einfluss müßte sich günstig auswirken.
:
Nach meiner Erfahrung hat das meinem ängstlichen Hund nicht wirklich weiter geholfen. Wenn sie mit der Kleinen frechen zusammen ist, trägt sie die Rute hoch und tut so, als ob sie alles im Griff hätte (bei ihren 68 cm sieht das recht imposant aus). Aber wehe, der Zwerg (28 cm) ist nicht in der Nähe. Dann schrumpft sie förmlich, die Rute hängt zwischen den Beinen und alles ist wieder ganz furchtbar schrecklich. Ich gehe von Anfang an mit beiden den langen Spaziergang getrennt und morgens und abends eine kurze Runde mit den zweien zusammen. Meinem Angsthasen hat es nur geholfen wenn die Kleine dabei ist, ansonsten leider nicht und wenn sie trotzdem vor irgend etwas Angst hat, ist es ihr auch egal, wenn die Kleine munter daran vorbei spaziert. Die Freche ist mit oder ohne die Große selbstbewußt. Obwohl die beiden eine enge Bindung haben, hat es sie letztlich nicht sehr geprägt, mit dem jeweils charakterlichen Gegenteil zusammen zu sein.

Soweit meine Erfahrung mit Mona und Lisa

von Ingrid und Sina(YCH) am 02. September 2002 15:01

Hallo Alex,

die 4. Form ist sicher auch mit dabei und spielt in meinen Augen gerade bei Sina eine grosse Rolle. Sie hatte je eine schlimme Verletzung an der Pfote, wo auch kein Fell mehr nachwächst und ihr fehlt ein Stück Zunge.

Sie lebte 6 Monate auf einem Bauplatz, wo nur ab und an LKW Fahrer hinkamen. Ihre Mutter war sehr ängstlich, die beiden Welpen, die sie noch hatte wohl auch, nur der Vater war absolut sicher.

Das weiss ich aber alles nur aus Erzählungen.

Sinas Verletzungen sollen wohl eher von Dingen, wie kaputte Dosen o.ä. herstammen, aber ehrlich gesagt, bin ich davon nicht so ganz überzeugt.

Sie hatte aufgrund der Umstände sicher eine mangelnde Prägung, ihre ängstliche Mutter hat auch einen Teil dazu beigetragen.

Es ist bei Sina keinesfalls nur Angst aufgrund von Misshandlungen, ich war bei mehreren Fachleuten und sie waren alle übereinstimmend der Meinung, dass die Hauptangst die mangelnde Prägung ist.

Erwähnt habe ich diese 4. Form nicht, weil sie ja eine Kombination aus mehreren der anderen Formen darstellt.

Was einen 2. Hund angeht: Sie hat ihre Kumpels, die sie regelrecht vergöttert, aber während diese souverän bei Menschenbegegnungen bleiben, färbt das leider nicht auf Sina ab.

Trotzdem hat sie ne Menge Fortschritte gemacht, ich kann sie mit zu Freunden nehmen, in Restaurants und auch mit dem Urlaub und Hotel klappt es super.

Durch ihre Filarien wurden wir ja auch immer wieder zurückgeworfen, da die TAs Hand an ihr anlegten, sei es durch Blutabnahmen, Tropf (bei der Babesienbehandlung), Herzultraschall etc. etc.

Trotzdem sind wir weiter gekommen und da die TA Besuche zur Zeit eher selten sind (klopf, klopf), hoffe ich , dass sie weiter Fortschritte macht.

Viele Grüsse

Ingrid und Sina

von Ingrid und Sina(YCH) am 02. September 2002 15:04

Hallo Kerstin,

so genau weiss man es nicht, was damals los war - siehe meine Antwort an Alex. Die Prägung spielt auf jeden Fall eine grosse Rolle bei ihr, zuätzliche Misshandlungen kann ich nicht ausschliessen.

Es gibt aber mittlerweile einige Leute, die sie heiss und innig liebt. Dann gibt es Leute, vor denen sie keine Angst mehr hat. Das ist zwar nur ein kleiner Teil der Menge Menschen, aber es sind Fortschritte.

Und wie gesagt, ich hoffe, dass sie noch stabiler wird, wenn diese ewigen TA Besuche jetzt weniger werden - sie muss allerdings im Nov nochmal getestet werden und im Februar zur Herzuntersuchung.

Viele Grüsse

Ingrid und Sina

von Natascha(YCH) am 04. September 2002 05:17

: Nein, Sina ist nicht genauso densibilisierbar wie ein Hund, der eine optimale Prägungsphase hatte.


Die Phase die ihr alle meint, heißt nicht Prägungsphase, sondern Sozialisierungsphase.
Prägung ist das, was du im Zusammenhang mit den Enten und Mama ansprachst. Das Lernfenster der 8-12. Woche und in diesem zusmamenhang gelerntes ist sozialisiert und nciht geprägt. vernünftig ausgearbeitet lässt sich ein Problem wie deine Sina es hat fast komplett in den Griff bekommen.
Nur ist das ein sehr langer Weg, in dem Du es desensibilisieren und Gegenkonditionieren musst. Das korrekt zu amchen ist extrem schwer.
Und es ist wenig förderlich in diesem Lernprozess den hund mit einer Restaurantsituation zu überfordern. Zumal das eine Situation sit, die sich vermeiden ließe.
Viel Erfolg, Natascha

von josh(YCH) am 04. September 2002 08:36

Ich glaube, der Unterschied zwischen Prägung und Sozialisierung ist der, das ersteres irreversibel ist, letzeres dagegen im Nachhinein verändert werden kann.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Wissenschaftler sich da bei Hunden so einig sind - ich habe den Eindruck, daß Fehler in der Präge/Sozialisierungsphase teilweise nicht wieder gutgemacht werden können. Manchmal schon, manchmal nicht. Wahrscheinlich ist die Trennung in der Begrifflichkeit sowieso mehr akademisch, die Welt hält sich mal wieder nicht an unsere Kategorien winking smiley.

Grüße
josh

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