Arterhaltung? :: Was sonst nirgends passt

Arterhaltung?

von Elke R.(YCH) am 21. Februar 2002 10:27

Hi P.H.

Gerade beim Löwen gibt es einige neuere Erkenntnisse, daß die Löwinnen eines Rudels den neuen "Pascha" nicht akzeptieren, solange sie Nachkommen des vorigen Männchens betreuen. Etliche Forscher erklären damit den Infantizid nach Machtübernahme. Mit dem Fortpflanzungszyklus könnte es insofern zu tun haben, daß Löwinnen, wenn sie ihren Wurf verlieren, früher wieder in Hitze kommen. Ansonsten werden Löwinnen, so wie Wolfsfähen jedes Jahr hitzig. Auch das Wurfverhalten bei Löwen ist anders als bei Wölfen - die Löwin sondert sich zum Werfen vom Rudel ab und läßt die Jungen alleine zurück, wenn sie auf die Jagd geht, was das Töten der Welpen erleichtert, während Wolfsfähen in der Regel im Rudelverband bleiben und auch die Jungen in der ersten Zeit nicht alleine lassen um zu jagen, sondern vom Rudel versorgt werden.
Allerdings glaube ich mich erinnern zu können, daß männliche Löwen ganzjährig paarungsbereit sind, während Wolfsrüden einem Brunftzyklus unterliegen, wodurch es für sie wenig Sinn machen würde einen vorhandenen Wurf zu töten. Werde das noch einmal nachlesen.
Bei Wölfen konnte mitunter beobachtet werden, daß die Alphawölfin den Wurf eines niederrangigén Weibchens tötete, ebenso wurde jedoch auch beobachtet, daß die Alphawölfin die Jungen eines niederrangigen Weibchens zu ihrem eigenen Wurflager trug und gemeinsam mit den eigenen Jungen aufzog. Das Alphaweibchen bestimmte in diesem Fall, ob und wann die niederrangige Wölfin zu den Jungen durfte um sie zu säugen.
In diesem Fall dürfte das Verhalten der Alphawölfin eher vom Nahrungsangebot abhängen. Auch ist es eher selten, daß sich in einem Wolfsrudel niederrangige Tiere fortpflanzen, da in der Regel schon die Paarung von den Alphatieren verhindert wird.
War aber nicht Deine Frage, oder. Die Frage war eher, haben Tiere den Drang sich fortzupflanzen, um die Art zu erhalten, oder erhalten sie die Art, weil sie den Drang haben, sich fortzupflanzen? Ich schätze mal, das ist so, wie die Frage, was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Ich denke, das werden wir erst erfahren, wenn wir einen Löwen dazu bringen, uns mitzuteilen, ob er die Jungen jetzt tötet, weil er die Gene des Vorgängers als minderwertig ansieht, oder um akzeptiert zu werden und sich selbst so schnell wie irgend möglich fortzupflanzen. Bis dahin ist alles Vermutung aufgrund beobachteten Verhaltens und können beide Erklärungen mit derselben Berechtigung als richtig oder falsch angesehen werden.

Liebe Grüße

Elke

von Anke + Rico(YCH) am 21. Februar 2002 10:01

Hi Mina,

: Wenn dem so ist haben die Löwenwelpen doch kaum Überlebenschancen,

Yeap, dem ist so.

: Soweit ich zumindest die jeweiligen Berichte zu dem Löwenthema verstanden habe, wird die Löwin nach Wegbleiben des Säugens wieder aufnahmebereit. Würde sie jedoch hingegen weiterhin ihre Welpen säugen, könnte sie nicht wieder aufnehmen. Du sagst, das ist falsch?

Nein, das war eine hypothetische Annahme, im Konjunktiv geschrieben, meine ich.

tschuldigung, wollte niemanden verwirren :-)

Gruß
Anke

von Elke R.(YCH) am 21. Februar 2002 10:37

Hi Jenny

Ähnliches Verhalten gibt es auch unter unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen. Dort wurde allerdings auch Infantizid und Kannibalismus beobachtet, der sowohl von Männchen als auch Weibchen praktiziert wird. Auch das Eingehen von Koalitionen ist bei Schimpansen beobachtet worden.
Es gibt übrigens Untersuchungen, ob Tiere ihre eigenen Nachkommen am Geruch erkennen. Hunde können z.B. Verwandte ihrer Besitzer, die sie noch nie gesehen haben, am Geruch als Familienmitglieder identifizieren und reagieren anders auf sie als auf andere Besucher. Konnte ich auch bei meinen schon beobachten.

Liebe Grüße

Elke

von P.H(YCH) am 21. Februar 2002 11:09

Tschau Elke

Das ist schon ein bisschen verwirrend. Zudem muss man ja beachten, dass ein Wolfsrudel ganz andere soziale Strukturen hat.
Der Pascha, bleibt ja auch beim Rudel, biss er von einem Konkurrent vertrieben wird.
Ein Wolfsrudel besteht ja aus verschiedenen Rüden. Einer ist der Alpha, das natürlich nicht heißt, dass er sich überall durchsetzt, aber dort wo es für ihn Sinn macht, setzt er sich durch.

Nun habe ich eben gelesen, dass ein Welpen, also ein Hund bis zirka 14-16 Wochen gar keinen Welpenschutz genießt, da andere Hunde gar nicht das Bedürfnis haben dieses Welpen und somit die Art zu beschützen, wenn es nicht direkte Nachkommen von ihnen sind.
Aber auch da frage ich mich, wieso passieren dann so wenig Unfälle mit Welpen. Der gegenüber muss ja keine Angst haben, dass er sich beschädigen würde, er könnte doch ohne Probleme den Welpen töten. Nur weil er selber als Welpe sozialisiert wurde? Er merkt doch selber, dass das Welpen ohne Chance ist. Wenn dem so wäre, wäre es da nicht gefährlich ein Welpen zu einer Familie zu geben, die schon einen älteren Hund haben? Und was ist mit den Ammen die man aufnimmt, wieso beisst dies Hündin diese Welpen nicht zu Tode? Nur weil die Nahrung nicht zu knapp ist? Einen Energieverlust hat sie ja allemal und was wäre wenn die Nahrung wirklich zu knapp würde, würde sie dann die fremden zuerst töten. Gibt es über solches Verhalten überhaupt eine Studie?

Ich weiß es nicht und nur glauben was im Buch steht, ist mir auch zu einfach, deshalb die vielen Fragen.

Gruß P.H

von Karin & Rottis(YCH) am 21. Februar 2002 11:26

Hallo!

Die Idee des Welpenschutzes hat wohl schon einige Hundehalter (vor allem von Hündinnen) ihr Bild vom sozialisierten Hund gekostet. Man kann wohl sagen, dass Hündinnen häufiger Welpen beißen, als Rüden. Nach neuesten Erkenntnissen kann ein Rüde sehr wohl erkennen, ob ein Welpe sein eigener ist oder nicht, aber es interessiert ihn nicht. Er kümmert sich trotzdem darum. Im Wolfsrudel ist es ein Rüde, der den Jungwölfen ihre ersten Jagdschritte beibringt. Es gibt auch eine Wölfin, die mit den Kleinen spielt und alles nicht so ernst nimmt. Die Mutter selbst hat nach dem Entwöhnen kaum noch Interesse an ihren Jungen. Das alles natürlich nur in entsprechend großen und intakten Rudeln. Es gibt ja je nach Jagdgebiet auch unterschiedlich große Rudel, in manchen Fällen nur Wölfin und Rüde und später deren Junge. Ist alles nicht ganz so einfach.

Viele Grüße von Karin & Rottis!

von Elke R.(YCH) am 21. Februar 2002 13:05

Hallo P.H.

: Das ist schon ein bisschen verwirrend. Zudem muss man ja beachten, dass ein Wolfsrudel ganz andere soziale Strukturen hat.

Ganz Richtig.

: Der Pascha, bleibt ja auch beim Rudel, biss er von einem Konkurrent vertrieben wird.

Wieder richtig, und es kommt ja auch in der Regel nicht vor, daß der Pascha seinen eigenen Nachwuchs tötet.

: Ein Wolfsrudel besteht ja aus verschiedenen Rüden. Einer ist der Alpha, das natürlich nicht heißt, dass er sich überall durchsetzt, aber dort wo es für ihn Sinn macht, setzt er sich durch.

Ebenfalls richtig, und im Falle der Fortpflanzung macht es offenbar Sinn für ihn, sich durchzusetzen, denn ein Alpharüde wird untergeordnete Rüden an der Paarung hindern.
:
: Nun habe ich eben gelesen, dass ein Welpen, also ein Hund bis zirka 14-16 Wochen gar keinen Welpenschutz genießt, da andere Hunde gar nicht das Bedürfnis haben dieses Welpen und somit die Art zu beschützen, wenn es nicht direkte Nachkommen von ihnen sind.

Zwischen beschützen und nicht umbringen liegen Welten. Nur weil ein erwachsener Hund einen Welpen nicht zwangsläufig schützt, heißt das noch lange nicht, daß er ihn beseitigen will.

: Aber auch da frage ich mich, wieso passieren dann so wenig Unfälle mit Welpen. Der gegenüber muss ja keine Angst haben, dass er sich beschädigen würde, er könnte doch ohne Probleme den Welpen töten. Nur weil er selber als Welpe sozialisiert wurde? Er merkt doch selber, dass das Welpen ohne Chance ist. Wenn dem so wäre, wäre es da nicht gefährlich ein Welpen zu einer Familie zu geben, die schon einen älteren Hund haben?

Du hast sicher schon beobachtet, wie sich Welpen einem erwachsenen Hund nähern. Ein Beschwichtigungssignal nach dem anderen. Das zeigt, soferne der Erwachsene eine halbwegs erfolgreiche Sozialisierung erfahren hat, seine Wirkung. Der Welpe weiß, daß er dem anderen ausgeliefert ist und verhält sich dementsprechend. Welpen, die keine CS gelernt haben, hätten ohne Eingreifen des Menschen kein langes Leben, umgekehrt schützen die heftigsten CS den Welpen mitunter nicht, wenn das Gegenüber diese nicht kennt oder nicht zur Kenntnis nimmt - was erklärt, warum es immer wieder zu Angriffen erwachsener Hunde auf Welpen kommt. Ich persönlich würde einen Welpen in der ersten Zeit (bis er in das Rudel aufgenommen ist) nicht in Vertrauen auf Welpenschutz mit einem oder mehreren Erwachsenen alleine lassen.

Und was ist mit den Ammen die man aufnimmt, wieso beisst dies Hündin diese Welpen nicht zu Tode? Nur weil die Nahrung nicht zu knapp ist? Einen Energieverlust hat sie ja allemal und was wäre wenn die Nahrung wirklich zu knapp würde, würde sie dann die fremden zuerst töten. Gibt es über solches Verhalten überhaupt eine Studie?

Dazu kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß sich durchaus nicht alle Hündinnen als Ammen eignen, da manche die fremden Jungen nicht annehmen und manche diesen gegenüber durchaus aggressiv reagieren - dies oft auch trotz Verlust der eigenen Welpen, ohne daß eine Verhaltensstörung vorliegt.
:
: Ich weiß es nicht und nur glauben was im Buch steht, ist mir auch zu einfach, deshalb die vielen Fragen.

Geht mir auch so, nur habe ich weder Zeit noch Geld, in der Serengeti Löwen zu beobachten, also muß ich mich auf meine Buch- und Videoerfahrungen berufen.

Liebe Grüße

Elke

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