Prosodie oder Brüllen wirkungsvoller? :: Clickertraining

Prosodie oder Brüllen wirkungsvoller?

von Carsten Sohn(YCH) am 14. Februar 1999 08:44

Hallo zusammen,

alle, die hier fleißig mitlesen, wissen, daß in unserer Mensch-Hunde-WG nicht alles in Butter ist. Sie wissen aber auch, daß ich mich bemühe durch Infos "state of the art", hier aus dem Forum, für artgerechte (wenn's das überhaupt gibt) Veränderung zu sorgen. - mit endlich vielversprechenden Anfangserfolgen.

Daher folgender Sachverhalt zur Diskussion:

Mein Freund G., weiß über alles Bescheid. Auch über Wuffis weiß er Bescheid, obwohl er keinen hat oder je hatte.

Sagt der zu mir: Ganz klar, warum das mit Deinem Hund nicht super läuft: Du redest zu lasch mit dem. Du mußt den mal richtig verbal zusammenstauchen, wenn er nicht gehorcht. Außerdem, die Kommandos müßte ich zackig wie bei der Bundeswehr rausbringen. Das würde dem Hund signalisieren, daß ich es wirklich ernst meine.

Meine Stellungnahme dazu war:

Richtig, gut und wichtig finde ich das die Kommandos wie bei der BW sein sollen - gleiche Kommandos meinen das Gleiche (Beispiel SITZ ist SITZ und nicht mal PLATZ usw.), also Konsistenz in der Wortwahl ist Trumpf. („consistency is the hobgoblin of little minds” – gilt für Hundetraining ja wohl nicht.)

Bekloppt finde ich, daß gebrüllte Kommandos angeblich besser (jetzt landet mal gerade kein Tornado) verstanden werden sollen, als Kommandos, die in normaler Lautstärke geäußert werden. Mein Hund kann doch gut hören ;-).

Dann, habe ich gesagt, soweit ich weiß, kann man Taube Hunde mit einer Lampe konditionieren, kann man Delphine mit einer Pfeife konditionieren, und Hunde, habe ich hier gelernt, reagieren auch besser auf Sicht- als auf Hörzeichen. Es handelt sich also um Signalquellen, wo man anders als bei der gesprochenen Sprache *keine* Änderung der Akzentuierung bzw. der Silbenqualität (sprich: brüllen) vornehmen kann.

G. dazu: Quatsch.

Meine Fragen ans Forum:

Soll ich zum Büdchen rennen und mir Ricola holen, damit ich auch morgen noch sprechen kann?

Oder liege ich mit meiner Einschätzung richtig?
Ist brüllen beim Hund fallweise angesagt?
Hört ein Hund besser, wenn ich schärfer mit ihm spreche?

Ich bin gespannt.
Viele Grüße
Carsten und VE Moritz

von Anneke(YCH) am 14. Februar 1999 14:02

Hallo Carsten,

Du liegst völlig richtig mit Deiner Eischätzung. Der Hund verknüpft die Handlung mit dem Wort - ob leise oder gebrüllt. Hunde hören auch ruhige Worte, ihr Gehör ist ja um einiges besser als unseres. Der Hund unterscheidet aber den Tonfall und die Lautstärke. Das heißt, ein lautes, scharfes "Sitz" unterscheidet sich für ihn völlig von einem lasch und ruhig gesprochenen, denn er hört ja nicht wie wir den "Inhalt" des Wortes. Hunde die z. B. das Sitzen mit einem sehr scharfen Wort "Sitz" verknüpft haben, hören nur auf dieses, weil ein ruhigs "Sitz" für sie keine Bedeutung hat. Zu leicht folgert daraus der Besitzer fälschlicherweise, das der Hund eben nur hört wenn man ihn anbrüllt...

Bleib also lieber bei Deinem höflichen Umgangston, viele Grüße,

Anneke

von Kine(YCH) am 14. Februar 1999 21:43

Hallo Carsten!

Erst einmal vorweg: ich bin KEINE Hundetrainerin.

Aber ich habe ein sogenanntes "Problemhundchen" aus dem Tierheim, der jedesmal
"abdrehen" wollte, wenn man ihn in irgendeiner Art und Weise "körperlich" beeinflussen
wollte (ICH MEINE KEIN SCHLAGEN!).

Nunja, die schlimmste Strafe für ihn konnte also nur sein, daß ich ihn ggf. anschreie.
Er gehorcht mittlerweile - fast immer winking smiley - wenn ich meine Befehle auch nur ganz ganz leise
freundlich flüstere. Schlimm ist es somit wirklich für ihn, wenn ich mal (im Kasernenhof-Befehls-Ton)
schreie. Dann läßt er sofort alles liegen und stehen smiling smiley.

Was also sollte ich ihm entgegen bringen, wenn ich normale Befehle schon schreie??????????

Stell Dir mal vor, Du sitzt mit Deinem Hund im Bus und mußt ständig schreien, wenn er sich hinsetzen soll...

Was ich allerdings leider merke ist, wenn er zum Beispiel bei meinen "Schwiegereltern" war,
die auch der völligen Überzeugung sind, einen Hund müsse man im Kasernenhof-Ton erziehen, ist er völlig verunsichert. Ist er länger dort ohne mich,
reagiert er später eine ganze Zeitlang schlechter auf meine leisen Befehle....:-((((((((

FAZIT: Ricola sollte pleite werden winking smiley

Viele Grüße

Kine

P.S.: Keine Ahnung ob das auf alle Hunde zutrifft!




von Franziska und ganda(YCH) am 14. Februar 1999 22:39

Hallo Carsten,

es gibt immer solche selbsternannten experten, die meinen, ein hund wäre ein stures wesen, dem man absolute autorität nur durch brüllen, schlagen oder solche lustigen sachen zeigen kann. ich freu mich jedenfalls immer, wenn jemand, der seinen hund zu sich brüllt, und der hund deswegen trotzdem nicht kommt, sieht, wie ich zu meinem hund leise und bestimmt hierher sage, und er spurt (was leider auch nicht immer der fall ist). manchmal brülle ich auch, aber nur in extremsituationen, in denen ich angst um Ganda habe oder sowas, und das kommt sehr selten vor, und besser spuren tut er deswegen nicht. mach also weiter so. wie sieht das denn außerdem aus, wenn man brüllend und kreischend die straße langläuft?

Bis dann

Franziska

von Martin + Mirko(YCH) am 15. Februar 1999 09:57

Grüß Dich Carsten,

dieser hund muß zur bundeswehr!
nur dort lernt man mit sicherheit, auch das stärkste gebrüll zu ignorieren. wenn man dem größten brüller außerhalb der kaserne begegnet, vielleicht noch nach ende der dienstzeit, dann erkennt man den wahren wert einer gediegenen lautstärke. deinem freund empfehle, in die chinesische armee einzutreten. dort wird auch gebrüllt. er wird sicher sehr schnell chinesisch lernen.
aber: was man noch nicht kann, kann man auch nicht auf befehl.
was man nicht versteht, wird durch lautstärke nicht verständlicher.

: Bekloppt finde ich, daß gebrüllte Kommandos angeblich besser (jetzt landet mal gerade kein Tornado) verstanden werden sollen, als Kommandos, die in normaler Lautstärke geäußert werden. Mein Hund kann doch gut hören ;-).

es gibt natürlich beziehungen zwischen intensität eines reizes und schnelligkeit der verknüpfung mit anderen. dazu muß aber z.b. das gewünschte verhalten bereits sicher auftreten.
ein nachdrücklicher ton kann durchaus seine wirkung zeigen, indem er dem hund eine wahlentscheidung "erleichtert". dauernd laut führt unweigerlich zur gewöhnung - einem alltäglichen lernvorgang. der hund nimmt das entsprechende signal leise gar nicht mehr war.
der wert des brüllen zeigt sich, wenn man mit seinem hund in ein restaurant geht. dort wird man von allen leuten bewundert, wenn man so richtig klar und deutlich mit stentorstimme 5x PLATZ ruft. bei dem ist noch zug drin, der hund wird konsequent erzogen!
nur softige warmduscher zeigen mit dem finger auf den boden und der hund legt sich sofort.

du kannst ja mal spaßeshalber, jedesmal, wenn du von deinem freund irgendetwas willst, laut brüllen. frag ihn dann mal, wie er das empfindet.

tschüß martin & mirko









von Guenter(YCH) am 15. Februar 1999 19:50

Hallo Carsten, laß das mal mit der Bundeswehr,

ich hab zwar kaum Hundeerfahrung aber dafür offensichtlich einen ganz ähnlichen Hund - 4 1/2 kg, pechschwarz und mit Stehohren - aber den würde ich auch nicht anbrüllen. Schau in diese Augen und dann sei erst mal dazu überhaupt noch in der Lage ....
Intuitiv heb ich dem Hund einen kurzen, prägnanten Namen gegeben - Klecks - das kam mir in manchen Situationen vorteilhafter vor als Waldemar oder so und darauf hört er - oder besser
sie - auch ganz ordentlich. Aber brüllen ? Wäre ich selbst beim Bund gewesen, läge mir das vielleicht näher, aber was ich für mich selbst abgelehnt habe, braucht mein Hund sicher auch nicht.

: Viele Grüße
: Günter + Klecks

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