fremder Hund - fremdes Kind :: Hundeerziehung + Soziales

fremder Hund - fremdes Kind

von Sonja Gerberding(YCH) am 14. Juni 1997 11:13

Hallo Hundefreunde,

ich würde gern wissen wie Ihr Euch in folgender Situation die mir heute
- wiedermal - passiert ist verhalten würdet. Als Hundehalter und, so Ihr es seid, als Eltern.

Ich gehe mit Nero Einkaufen, stehe an einer Bude. Neben mir Eltern mit Kind.
Mama rechts von mir Papa links, das Kind - etwa 4 Jahre schawenzelt um Nero rum.
Wie ich ja schon erzählt habe, ist Nero Fremden gegenüber sehr unsicher und ängstlich.
Das Kind geht immer dichter an den Hund, (etwa bis auf 20 cm ) Mama und Papa sehen argwöhnisch zu.
Ich hab Nero (fast schon auf dem Armsmiling smiley am Halsband ganz dicht bei mir und versuche zu bezahlen, daß Kind immer im Augenwinkel. Schießlich wird es Nero zuviel und er schnappt einmal VOR dem Kind. Das Kind erschrickt und fängt an zu weinen. Mama ist völlig ausser sich, Papa bleibt gelassen.
Ich kann das Kind verstehen, ich wollte, als ich klein war auch jeden Hund knuddeln und
hab mir dabei mal einen üblen Biß eingefangen.

Wie also soll ich mich verhalten?
Soll ich sagen :"Vorsicht, der Hund beißt"? und mir dann vielleicht anhören, daß ein „gefährlicher" Hund einen Maulkorb tragen soll.

Oder soll ich sagen „Nehmen Sie Ihr Kind weg"? Klingt auch nicht gerade freundlich.

Ich hoffe, daß Nero, wenn er älter wird, etwas mehr Gleichgültigkeit an Tag legt. Wenn jemand hierzu Erziehungstips hat, bitte her damit. Besonders Kinder mit ihrem „tolpatschigem Charme"smiling smiley verunsichern Nero völlig.

Auf der anderen Seite kann ich aber nicht verstehen, warum Eltern Ihre kleinen Kinder oft so dicht an fremde Hunde ranlassen. Hätten die Eltern, statt die Situation nur zu beobachten, dem Kind nicht sagen können, daß man besser nicht so dicht an fremde Hunde rangeht?

Ich fühle mich in solchen Situationen immer völlig hilfslos.

Liebe Grüße Sonja

von Petra Führmann(YCH) am 14. Juni 1997 12:32

Hallo Sonja,
ich würde zum einen versuchen, Nero die Angst vor fremden Leuten durch positive Erfahrungen zu nehmen. Sehr hilfreich ist hier der TTouch, Leckerchen, und, wenn er es erlaubt, Streicheln. Ist er sehr unsicher, soll ihn die fremde Person dabei nicht ansehen, sondern freundlich lächelnd an ihm vorbeisehen. Natürlich muß dies gezielt trainiert werden (nicht einfach jemanden auf der Straße ansprechen), am besten mit Freund/innen, Verwandtschaft, im Verein (falls Du in einem vernünftigen bis). Das ganze natürlich auch mit Kindern, falls Du besonnene und ruhige auftreiben kannst. Verhält er sich ruhig, kannst Du ihn natürlich auch loben. Schnappen oder Knurren in "ungefährlichen" Situationen (ungefährlich für ihn, sprich, er soll nur gestreichelt werden, würde ich ihm untersagen - DU entscheidest, wer Freund oder Feind ist!).

Bis dies alles besser klappt, würde ich Situationen wie von Dir beschrieben dadurch entschärfen, indem Du dem Kind und den Eltern erklärst, daß Du einen armen Tierheimhund hast (ob es stimmt oder nicht), der schreckliche Angst hat und sich gerade erst an die Öffentlichkeit gewöhnt. Daher sollte er noch nicht gestreichelt werden. Zur Not, Kind festhalten, wenn Eltern zu weit weg sind oder ein Kleinkind nicht auf Dich hört. Ein empört schreiendes Kind ist immer noch besser als ein gebissenes!

Bei der heutigen Stimmung gegen Hunde ist ein Maulkorb- und Leinenzwang schnell verhängt!

Gruß
Petra

von mecki(YCH) am 16. Juni 1997 10:23

Hallo Sonja,

hab mit Laika, daß "Problem mit Kindern" in ähnlicher Variante.

Viele Kinder wollen Laika (Husky) immer mal streicheln, weil sie für die Kinder (anscheinend auch für Erwachsene) wohl so aussieht, wie ein Stofftier. Laika hingegen mag keine Berührung, ohne vorher angesprochen zu werden. Wenn sie jemand, auch Bekannte, plötzlich streicheln will, duckt sie sich und marschiert rückwärts. Bei ihr unangenehmen Menschen, stranguliert sie sich förmlich an der Leine, um der Berührung zu entkommen. Am liebsten versteckt sie sich dann hinter meinen Beinen oder drückt sich ganz fest an mich.
Wenn ich es zulasse, daß der für Laika unangenehme Mensch sie trotzdem streichelt, zittert sie am ganzen Körper (wehren tut sich nie), so daß ich soetwas nur in Ausnahmesituationen (sie hat panische Angst vor meinem Schwiegervater)zulasse.
Wenn ich mit Laika alleine (ohne Janosch) unterwegs bin und ein Kind (hab die Erfahrung gemacht, daß Kinder die Hunde selten ansprechen, bevor sie sie streicheln) Laika streicheln will, halte ich - ähnlich wie Petra es rät - das Kind auf und sageDas ist noch ein ganz junger Hund, der hat furchtbare Angst vor Dir, weil Du so groß (Kinder beeindruckt es oft, wenn jemand angeblich "Angst" vor Ihnen bzw. vor ihrer Größe, wo sie doch alle schnell ganz groß werden wollen, hat und hören mir dann meistens zu) bist, sprich sie erstmal an (dann sag ich dem Kind den Namen) und wenn sie dann keine Angst mehr vor Dir hat, dann kannst Du sie ruhig streicheln. Wenn es ein "uneinsichtiges" Kind ist, halte ich es solange fest bis die Eltern kommen und erkläre die Situation.
Wenn ich mit Laika und Janosch unterwegs bin, lassen die Eltern ihr Kind nie an uns ran, weil Janosch so "gefährlich" aussieht.

Paßt zwar jetzt nicht ganz zum Thema, erzähl´s aber trotzdem...

Diese Erklärung "benutze" ich auch oft, wenn ich mit meinem Pferd im Gelände unterwegs bin, und mir Menschen (z.B. in engen Waldwegen, wo wir nicht großartig einander ausweichen können) begegnen, die sich offentlich vor Pferden fürchten.
Dann parriere ich mindestens 15m vorher zum Schritt durch, rufe dem Menschen, der sich gerade wiedermal auf der Flucht vor dem "Ungetüm Pferd" ins Gebüsch schlagen will (wodurch Pferde sich jetzt wirklich erschrecken)zu, er solle doch bitte stehenbleiben und uns nicht so "böse" anschauen, weil mein Pferd (ist natürlich frei erfunden) dann fruchbare Angst bekäme. Meistens lächeln diese Menschen dann sogar und es kommt zu einem "Erfahrungsaustausch" zwischen Fußgänger und Reiter, bei dem jeder wieder mal was lernen kann.

gruß mecki

von Barbara(YCH) am 28. Juni 1997 22:28

Liebe Sonja

So etwas wie Du schilderst passiert mir auch oefter.
Ich muß dazu sagen, daß wir einen Chihuahua besitzen und alle kleinen
Mädels ihn sooooo süß finden. Ich hatte auch immer Probleme mich gegen
die heranstürmenden Horden von Mädels zu erwehren.
Mein Freund hat eine ganz einfache und wirksame Lösung gefunden. Sein
erster Satz lautet immer"Keiner fasst den Hund an", wenn dann nachgefragt
wird warum etc lautet seine plausible Antwort"Weil man fremde Hunde
nicht anfasst (auf den Arm nimmt, etc).
Ich war total verblüfftES WIRKT

Viele Gruesse

Barbara

von Heidi(YCH) am 30. Juni 1997 14:37


Liebe Sonja

So etwas wie Du schilderst passiert mir auch oefter.
Ich muß dazu sagen, daß wir einen Chihuahua besitzen und alle kleinen
Mädels ihn sooooo süß finden. Ich hatte auch immer Probleme mich gegen
die heranstürmenden Horden von Mädels zu erwehren.
Mein Freund hat eine ganz einfache und wirksame Lösung gefunden. Sein
erster Satz lautet immer"Keiner fasst den Hund an", wenn dann nachgefragt
wird warum etc lautet seine plausible Antwort"Weil man fremde Hunde
nicht anfasst (auf den Arm nimmt, etc).
Ich war total verblüfftES WIRKT

Viele Gruesse

Barbara

Liebe Barbara,

ich kann die Haltung zwar verstehen, daß keiner den Hund anfassen soll, aber sie ist nicht ganz ungefährlich. Hunde müssen an Kinder gewöhnt werden. Unsere Rottweiler sind von klein an an Kinder und fremde Menschen gewöhnt worden. Kinder machen Hunde nervenstark. Eine Abschottung der Hunde ist gefährlich und auch unklug. Wenn die Hunde erwachsen werden, gehen Sie automatisch etwas mehr auf Distanz. (Sorry, wenn ich etwas vom Thema abgelenkt habe)

Gruß

Heidi

von Martin + Mirko(YCH) am 30. Juni 1997 18:24

Hallo Sonja

Dein Problem:

Das Kind geht immer dichter an den Hund, (etwa bis auf 20 cm ) Mama und Papa sehen argwöhnisch zu.
Ich hab Nero (fast schon auf dem Armsmiling smiley am Halsband ganz dicht bei mir und versuche zu bezahlen, daß Kind immer im Augenwinkel. Schießlich wird es Nero zuviel und er schnappt einmal VOR dem Kind. Das Kind erschrickt und fängt an zu weinen. Mama ist völlig ausser sich, Papa bleibt gelassen.
Ich kann das Kind verstehen, ich wollte, als ich klein war auch jeden Hund knuddeln und
hab mir dabei mal einen üblen Biß eingefangen.

Wie also soll ich mich verhalten?

ist mir nur zu gut bekannt. Du musst die Initiative ergreifen, bevor etwas passiert.
Sprich das Kind an (Hinterher kannst Du den Eltern in aller Höflichkeit erklären, dass sie sehr leichtsinnig sind, denn nicht alle Hunde sind so geduldig und friedlich wie Deiner.) und frage, ob es den Hund streicheln will.
Deswegen meine Überschrift "Beisst der?". dann ist höchste Alarmstufe! Antwortest Du mit Nein, musst Du damit rechnen, dass das Kind ansatzlos dem Hund um den Hals fällt und das kann übel ausgehen.
Deswegen stelle ich immer die Gegenfrage"Möchtest Du den Hund streicheln?"
Dann erkläre ich dem Kind, dass der Hund erst einmal wissen muss, wer es ist und da muss er schnuffeln!
Also nehme ich die flache Hand des Kindes in meine und lasse den Hund das ganze beriechen. Dann weiss ich vor allem wie der Hund drauf ist. Meistens sage ich dann"Du kannst ihm sogar ein Leckerle geben, von dir nimmt er eines." und gebe dem Kind ein Leckerle, dass es in der flachen Hand hinhalten kann.
Das stimmt den Hund auf Dauer freundlich, macht das Kind stolz (Mirko ist ein schwarzer Trum!) und entspannt die Situation.
Dann kann ich noch eine Warnung nachschieben"Nie einen Hund streicheln, der vorher nicht schnuppern durfte!" Und streicheln NIE ÜBER DEN KOPF, immer an den Lefzen entlang!

Ansonsten bin ich immer morgens den Schulkindern vor der Schule entgegen gegangen. Das gibt viel Gelegeneheit zu Belohnung und Gewöhnung.

viele Grüsse von Martin & Mirko

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