Aggressive Hunde :: Hundeerziehung + Soziales

Aggressive Hunde

von Franziska(YCH) am 11. Juni 1999 15:05

Hi Suki,

ich glaube, wenn man wirklich von einem hund angegriffen wird, reagiert man eh eher reflexartig, vor allem, wenn man wirklich angst hat. Ich glaube allerdings, daß Leute, die selbst Hunde haben oder viel mit hunden zu tun haben/hatten automatisch "richtiger" reagieren.

Ich bin übrigens in der hinsicht völlig anderer ansicht, daß man einem fremden hund zeigen muss, daß man der ranghöhere ist. Als Mensch ist man nämlich schwer in der Lage, die Körpersprache eines hundes nachzuahmen, und daß der Hund evtl. heftig reagieren könnte, wenn man ihm gegenüber auch noch den Obermacker markiert, daran sollte man auch denken. wenn der Hund nur kläfft, würde ich also versuchen, so zu tun, als wenn da gar nichts wäre, wenn er mich angreift, würde ich einfach nur versuchen, mich irgendwie zu schützen.


Zu der Sache mit dem Hund, den man sich aus dem Tierheim holt, und der einen angeht: Wenn ich merken würde, daß das passiert, würde ich in der ersten situation erstmal den mit Absicht den kürzeren ziehen, dann so schnell, wie möglich in eine zoohandlung gehen und mir ein Maulkorb besorgen. Wenn der Hund den dann umhat, kann ich ihm ohne Angst und Unsicherheit zu zeigen, wer hier das sagen hat, da ich mich nicht mehr vor Verletzungen fürchten bräuchte. Dabei sollte der Maulkorb allerdings nur eine vorrübergehende massnahme sein, einfach nur um mir (bzw. dem jeweiligen Besitzer) die Unsicherheit zu nehmen, denn ein ständig unsicherer Mensch kann für einen hund ganz gewiss kein Alpha sein.

Bis dann

Franziska


von daniela(YCH) am 11. Juni 1999 17:37

Hi Suki!

: Na, dann kann ich für Dich nur hoffen, daß sie Dir das auch in Zukunft abnehmen... Mal im Ernst, bei einem großen Hund kann das für Dich böse ausgehen. Du BIST schließlich im Zweifelsfall NICHT die Stärkere, und das ist leider eine Tatsache, die man vielleicht unterschätzt, wenn man noch nie von einem Hund angegriffen wurde. Ich dachte auch immer, wenn ich selbstsicher auftrete, kommt das bei einem Hund an. Aber ich fürchte, davon kann man bei völlig fremden Hunden absolut nicht immer ausgehen und entsprechend lebst Du mit dieser Einstellung - glaub ich zumindest - ganz schön gefährlich.. ;-)

: Wie Du weiter oben schon selber geschrieben hast, handelt es sich in diesen Fällen aber um hundliche Aggression, die erst einmal nicht gegen Deine Person gerichtet ist. Und ich denke, das ist ein gewaltiger Unterschied....

Da magst Du Recht haben, ich bin bisher immer sehr "dominant" gegenüber angreifenden Hunden aufgetreten, die meinen Welpen/Junghund beißen wollte/gebissen haben. Das hat aber auch seine Gründe; denn ich beobachte doch oft, daß, wenn ein angreifender Hund merkt, daß sein "Gegner" sich zurückziehen will, er dann nachsetzt und die Beißerei mit dem Ziel losgeht, den Unterlegenen schließlich am Boden unter sich zu haben. Ist wohl auch Sinn dieses Dominanzverhaltens.
Doch eines steht fest, auch wenn hier möglicherweise einige anderer Meinung sein werden: Für mich ist der Mensch IMMER das ranghöhere "Tier", daran will ich nie Zweifel lassen! Bei meinen Hunden habe ich diesbezüglich keine Probleme, beide Setter sind von Natur/von der Rasse her sehr freundliche, sanftmütige Wesen, keiner von beiden würde auch nur auf die Idee kommen, je einen Menschen anzugreifen.

Wie würdest Du Dich denn verhalten? Zeigst Du Unterlegenheitsgesten oder nur Unsicherheit, könnte ich mir schon vorstellen, daß der angreifende Hund Dich zu Boden wirft. Vielleicht passiert Dir dabei nichts. Möglich. Den nächsten, bei dem dieses Tier dann sein Spielchen macht, verletzt er aber eventuell (ältere Menschen oder Kinder)

Ich bin absolut nicht bereit, einem drohenden Hund das Gefühl zu geben, er könne die Oberhand über mich gewinnen. Wie ich das mache, ist auch unterschiedlich und situationsbedingt. Die Angriffe auf Linus habe ich heftig abgewehrt, hier wollte ich eingreifen, um größere Verletzungen zu vermeiden. In einer anderen Situation bleibe ich vielleicht ruhig, aber nie passiv, dem Blick ausweichend. Ich würde eher mit dem Hund reden, ruhig und selbstsicher, eventuell energisch.
Ich komme allerdings auch kaum in Situationen, in denen ich unerlaubterweise das bewachte Revier eines Hundes betrete oder sein Herrchen bedrohe, das sind sicher Situationen, in denen der Hund etwas verteidigt, und das ist ja auch korrekt.
Ich habe viel mehr Angst vor der Reaktion eines mir drohenden Hundes, dem ich deutlich mache, daß ich mich ihm unterwerfe, als vor der Reaktion eines solchen Tieres, das nun abwägt, ob ich zu besiegen bin oder nicht.

Davon ab: wenn ein kräftiger Hund derart verstört ist, daß er einen Menschen beißen "will", weswegen auch immer (schlechte Erfahrungen, nicht sozialisiert...), dann hast Du meist sowieso keine Chance. Aber diese Situation kommt nur sehr selten vor. Ich habe es nie erlebt, und ich habe mein Leben lang sehr viel mit Hunden (und anderen Tieren) zu tun gehabt.

Na, hoffen wir, daß dies keinem je passiert!
Liebe Grüße
Daniela

von daniela(YCH) am 11. Juni 1999 18:05

Hallo Franziska!

: wenn er mich angreift, würde ich einfach nur versuchen, mich irgendwie zu schützen.
wie stellst Du Dir das vor? Es ist Sommer, die Leute sind leicht gekleidet und ein großer kräftiger Hund springt Dir mit einem Lachen auf die Schulter. Ich fürchte, wenn es schon zu einem Angriff kommt, ist Deine Chance, Dich wirkungsvoll zu verteidigen, extrem gering!

: Zu der Sache mit dem Hund, den man sich aus dem Tierheim holt, und der einen angeht: Wenn ich merken würde, daß das passiert, würde ich in der ersten situation erstmal den mit Absicht den kürzeren ziehen, dann so schnell, wie möglich in eine zoohandlung gehen und mir ein Maulkorb besorgen. Wenn der Hund den dann umhat, kann ich ihm ohne Angst und Unsicherheit zu zeigen, wer hier das sagen hat, da ich mich nicht mehr vor Verletzungen fürchten bräuchte. Dabei sollte der Maulkorb allerdings nur eine vorrübergehende massnahme sein, einfach nur um mir (bzw. dem jeweiligen Besitzer) die Unsicherheit zu nehmen, denn ein ständig unsicherer Mensch kann für einen hund ganz gewiss kein Alpha sein.
Ja, und das liebe Tier greift ja net nur Dich, sondern auch andere Leute an. Er fühlt sich dann ja stark. Es mag hier keinen Anklang finden, doch ich bin sehr dafür, daß solche "Problemhunde" nur in die Hände sehr erfahrener Besitzer gehen sollten, also kein bildschöner kräftiger Rottimix mit leichtem Dominanzverhalten zu einer zarten jungen Frau, die den Hund ja soooo schön findet und sich in seiner Gegenwart auch so sicher fühlt. Dann ist der Ärger nämlich schon vorprogrammiert und außerdem ist es dem Hund gegenüber ausgesprochen unfair.
Liebe Grüße
Daniela

von Kine(YCH) am 11. Juni 1999 19:28

Hallo Daniela!

: Ja, und das liebe Tier greift ja net nur Dich, sondern auch andere Leute an. Er fühlt sich dann ja stark. Es mag hier keinen Anklang finden, doch ich bin sehr dafür, daß solche "Problemhunde" nur in die Hände sehr erfahrener Besitzer gehen sollten, also kein bildschöner kräftiger Rottimix mit leichtem Dominanzverhalten zu einer zarten jungen Frau, die den Hund ja soooo schön findet und sich in seiner Gegenwart auch so sicher fühlt. Dann ist der Ärger nämlich schon vorprogrammiert und außerdem ist es dem Hund gegenüber ausgesprochen unfair.

Du hast sicherlich Recht, wenn Du sagst, dass ein GROSSER "Problem-Hund" in erfahrene Hände gehört (bei kleineren kann nicht sooo viel passieren...da "reicht" es, wenn der Besitzer mit kompetenter Hilfe an die Sache rangeht & sich selber schult!)

Ich kann Dir allerdings bei einer Sache nicht zustimmen, dominante Hunde, die gerlernt haben, dass sie mit aggressivem Verhalten weiterkommen (dominant heisst nicht immer gleich aggressiv!!!) beissen in der Regel nicht "einfach so" wild um sich (und somit auch nicht fremde Leute). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das aggressive Verhalten einzig und alleine "im Rudel" ausgeübt wird.

Ein Alpha-Hund muss sein Rudel führen, dazu gehört auch, nicht einfach wahllos aggressiv andere Hunde/Personen anzufallen. Damit könnte er ja
"sein Rudel" in Gefahr bringen.

Mein Hund (ich weiss nicht, ob Du vielleicht schon von ihm gelesen hast in der Moritz-Diskussion) ist verträglich mit anderen Hunden/Tieren.
Er fängt nicht einfach wahllos Beissereien mit anderen Hunden an. Warum auch? Wenn sie nicht zu seinem Rudel gehören und er kein Revier verteidigen muss? Gut, er würde sich vor anderen Hunden nicht ergeben.
Und sich sicherlich auch nicht alles gefallen lassen (d. h. aber nicht, dass er sofort richtig zubeissen würde!) Bei den Menschen im Rudel hat er leider wohl gelernt, damit durchzukommen, wenn er sie "richtig zurechtweist" (=knurren, Zähne fletschen, ggf. auch beissen). Da ist es halt auch ein Machtkampf um die Führungsposition, die ihm der Mensch ja nicht zugestehen will.

Ich habe allerdings bei meinem Hund (mein kleines dominantes "Engelchen" winking smiley ) nie erlebt, dass er fremde Leute gebissen hätte. Er beschützte mich anfangs sicherlich angesichts fehlender Anerkennung meiner "Alpha-Rolle" nach seinem eigenen Gutdünken stark; dies drückte sich allerdings darin aus, dass er die Leute, von denen er meinte, sie wollen mir was, anknurrte und ggf. auch bellte. Weiter ging es aber NICHT (mir hat ja schliesslich keiner was getan und das hab ich ihm zu verstehen gegeben).

Dominante Hunde, die aggressiv sind, sind NICHT GLEICH MONSTER, die nicht berechenbar, nicht kontrollierbar und aggressiv gegen alles sind!

ICH wurde von ihm gebissen. Weil ich ihn erziehen wollte, weil ich als Rudelmitglied nicht das Fressen sofort gegeben hab und ICH das "Alpha-Tier" sein wollte...

Ich hoffe, ich hab jetzt nicht alles viel zu durcheinander geschrieben.
Bin keine Hunde-Expertin.
Also: wenn jemand Fehler in meinen Gedankengängen sieht: RAN AN DIE TASTATUR smiling smiley) Dafür ist das Forum doch schliesslich da!

Viele Grüsse

Kine

P.S.: Mein Siggi ist in der Nachbarschaft übrigens einer der beliebtesten Rüden als Gesellschaft für Welpen!!! *Stolz* smiling smiley)







von Kine(YCH) am 11. Juni 1999 19:36

Hallo Franziska!

: Ich bin übrigens in der hinsicht völlig anderer ansicht, daß man einem fremden hund zeigen muss, daß man der ranghöhere ist. Als Mensch ist man nämlich schwer in der Lage, die Körpersprache eines hundes nachzuahmen, und daß der Hund evtl. heftig reagieren könnte, wenn man ihm gegenüber auch noch den Obermacker markiert, daran sollte man auch denken. wenn der Hund nur kläfft, würde ich also versuchen, so zu tun, als wenn da gar nichts wäre, wenn er mich angreift, würde ich einfach nur versuchen, mich irgendwie zu schützen.
:

Ich bin völlig Deiner Meinung.
Ich würde auch erstmal, wenn ich von einem grossen, fremden Hund angeknurrt werden würde, so tun, als wäre doch gar nichts.
Würde versuchen, ziemlich unbeteiligt zu sein, ggf. DAUER GÄHNEN! smiling smiley)
Aber bloss keine Angst zeigen.

Viele Grüsse

Kine




von daniela(YCH) am 11. Juni 1999 19:52

Hallo Kine!

: Du hast sicherlich Recht, wenn Du sagst, dass ein GROSSER "Problem-Hund" in erfahrene Hände gehört (bei kleineren kann nicht sooo viel passieren...da "reicht" es, wenn der Besitzer mit kompetenter Hilfe an die Sache rangeht & sich selber schult!)

sicher, ernsthaft jemanden verletzen kann er sicher nicht. Aber ein Kind, das z.B. Hunde nicht gewöhnt ist, kann durch einen Biß auch vom kleinen Hund extreme Angst bekommen, und das muß doch nicht sein, oder? Fällt für manche vielleicht unter "Restrisiko für die Bevölkerung" - ich hasse dieses Wort!

: Ich kann Dir allerdings bei einer Sache nicht zustimmen, dominante Hunde, die gerlernt haben, dass sie mit aggressivem Verhalten weiterkommen (dominant heisst nicht immer gleich aggressiv!!!) beissen in der Regel nicht "einfach so" wild um sich (und somit auch nicht fremde Leute).

Meine einzigen Erfahrungen diesbezüglich galten Hunden, erwachsenen großen Rüden, die einen Welpen angriffen, und zwar aus heiterem Himmel. Andere Erfahrungen habe ich zu meinem großen Glück nie machen müssen.

: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das aggressive Verhalten einzig und alleine "im Rudel" ausgeübt wird.

Tja, diese Hunde griffen "einfach so" an, ohne Rudel, ohne Revier usw... Schätze, sie waren in ihrem Verhalten extrem gestört, denn der Welpenschutz war gleich null.

: Ein Alpha-Hund muss sein Rudel führen, dazu gehört auch, nicht einfach wahllos aggressiv andere Hunde/Personen anzufallen. Damit könnte er ja
: "sein Rudel" in Gefahr bringen.

Ich glaube, das gilt für einen gesunden dominanten Hund, das ist aber ein normales Verhalten und ich kann mir nicht vorstellen, daß ein solcher Hund einen Menschen ohne Provokation (Revier, Bedrohung) angreifen würde.
Ich bin von verhaltensgestörten Hunden ausgegangen, hab ich was falsch verstanden?

: P.S.: Mein Siggi ist in der Nachbarschaft übrigens einer der beliebtesten Rüden als Gesellschaft für Welpen!!! *Stolz* smiling smiley)

In meinen Augen das beste Zeichen für einen Hund mit festem Wesen und starkem Charakter - herzichen Glückwunsch!
yawning smiley))
Daniela
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