Habe noch Fragen zum Frischfutter :: Hundefutter & Hunde Ernährung

Habe noch Fragen zum Frischfutter

von Michaela + Dwayney(YCH) am 25. Oktober 2001 12:47

Hi Attila



:Wo also ist die "natürliche Ernährung" beim Menschen? Die paar "echten" Vegetarier, die ich kennenlernte, aßen zwar kein Fleisch, liebten aber Süßigkeiten und sahen aus wie Heroinsüchtige - bleich und klapperdürr.

Seit wann ist eine natürliche Ernährung des Menschen vegetarisch? Und sowieso ... ein Mensch hat doch ein ganz anderen Verdauungstrakt als ein Hund, kann man doch nicht wirklich vergleichen!

: Was die Ernährung unserer Hunde angeht, so ist ihnen mit einer Östrogenbombe von Hähnchen, die ich den guten Tieren verfüttere, um keinen Deut mehr geholfen als mit Bonzo oder Pedigree Pal.

DOCH, weil in Bonzo und Co. ebenso die Östrogene drin sind - aber gekocht, bis zum Umfallen und eben nicht wirklich das hochwertige und verdauliche Fleisch - das essen wir Menschen!

: Ein Premiumfutter, dessen Inhaltsstoffe deklariert sind, mit Fast Food zu vergleichen, ist vollkommen unangemessen und reine Ideologie. Einen hochaktiven Sport- oder Diensthund werde ich mit einer "natürlichen" Kost, deren Zusammenstellung ich wegen der oben erwähnten Unwägbarkeiten nie genau überprüfen kann, nur dann zufriedenstellen, wenn ich sehr gute, unbezweifelbare Quellen, detaillierte Kenntnisse und ein begnadetes Händchen habe.

Ich empfinde es nicht als Ideologie - warum ernährst Du Dich nicht mit Astronautennahrung? Ist doch alles drin, was Du zum Leben brauchst - warum empfehlen alle Experten mehrer Male pro Tag Frischkost... weil das Essen des Menschen nicht unbedingt gesund für uns ist...
Warum soll man einen Diensthund nicht mit gesundem Menschenverstand ernähren können? Bei allen anderen Lebewesen geht es doch auch! Vor 50 Jahren gab es kein FeFu, da starben die Hunde auch absolut nicht früher! Und das lag mit Sicherheit nicht nur an der Bewegung, Luft... Wenn ich Dir dabei auch absolut Recht gebe, daß dies superwichtig für die Gesunderhaltung ist. Aber wir sind eben momentan in der 'Ernährungssparte'.

: Wenn ich an eine statistische Gegenüberstellung von mit Fertigfutter und mit selbst zusammengestelltem Futter ernährten Hunden herankäme, würde ich vermutlich feststellen, daß die Krankheiten sich unabhängig von der Ernährungsweise ziemlich gleichmäßig verteilen.

kennst Du Kammerer???

: Gäbe es aber eine Statistik über Krankheiten bei aktiven und ausgelasteten Hunden einerseits und faulen Wohnzimmermolchen anderseits, ist die Verteilung der Krankheiten und Krankheitsbilder sicher eindeutig.

mit Sicherheit!

: Anstatt stundenlang Bücher über Kochrezepte zu wälzen und mich mit Waage und Meßlöffel abzumühen, bin ich lieber mit meinen Hunden unterwegs.

Ich glaube, da hast Du was falsch verstanden, wenn Du es 1 Mal weißt, ws der Hund brauchst, brauchst Du keine Bücher mehr wälzen - schon gar keine KOCH-Bücher. Waage und Messlöffel brauchst Du auch nicht und ca. 10 Min. pro Tag um Futter für 3 hungrige Mäuler zu richten, sollte wohl drin sein, meinst Du nicht?

Gruß,

Michaela

von Nina(YCH) am 25. Oktober 2001 12:57

Hallo Attila,

ich glaube auch nicht, das alle Ernährungsexperten etwas "böses" im Sinn haben, wenn sie uns Fertigfutter verkaufen. Aber wenn jemand mit etwas sein Geld verdient, dafür eine Ausbildung gemacht hat, sprich wenn es sein Job ist, dann bleibt die Moral manchmal etwas auf der Strecke. In vielen Fällen sicherlich nicht beabsichtigt. Sehr viele Futterhersteller wollen sicherlich nur das beste für den Hund, aber ob Fertigfutter gut für den Hund, das muss sich jeder selbst überlegen. Ich füttere z.B. fast nie getreide, weil ich glaube, dass es nicht der Natur des Hundes entspricht. Nun gibt es aber auch genügend Schäfer oder Gruppen, die ihren Hunden sehr viel Getreide, Milch und fast kein Fleisch geben. Und die Hunde sowie ihre Nachkommen sind gesund. Der Azawakh, eine rasse die mich sehr interessiert, wird im Ursprungsland fast nur mit Kamelmilch und Hirse ernährt. Das hat mich sehr verunsichert. Der Unterschied hier ist wohl aber auch, dass dies nicht erst seit 60 Jahren so ist, und das dieses Futter außerdem roh ist. Beim Kochen wird einfach zuviel der Nahrung zerstört. Die vielen Zivilisationskranheiten von Hunden und Menschen seit Beginn der Fertignahrung bestätigen mich aber darin, dass die Nahrung sehr wichtig für ein gesundes Leben ist. Du hast natürlich recht, dass dazu auch auch eine gute Haltung bzw. Lebensweise gehört, auch auch die Vererbung ihren Teil dazu beiträgt. Das selbts artgerecht ernährte Hunde oder gesund lebende Menschen schon sehr früh schwere Krankheiten bekommen zeigt doch, wie kaputt wir heute alle schon sind. Ich halte mich bei meiner Ernährung und bei der meiner Hunde daran, was wohl ursprünglich für uns gedacht war. Worüber man sich sicherlich wieder lange streiten kann. Das muss halt jeder selbst entscheiden.
Wir sollten uns aber vor Augen halten, dass auch die Industrie nur ihr Geld machen will, und dass man an gesunden Menschen und Hunden nun mal nicht verdient. Noch nicht!!!
Eines möchte ich noch erwähnen: die Hunde sowie Menschen litten früher zwar auch an Krankheiten, aber die heutige starke Verbreitung an Zivilisationskranheiten gab es nicht!

Gruß Nina

von Oliver und Kara(YCH) am 25. Oktober 2001 13:06

Hi,

noch ein Nachtrag.

Ich denke das man sich auch bei bewuster Ernährung genug Gifte zu sich nimmt .
Man denke nur an die gespritzen Obst und Gemüsesorten .
Täglich Bio zu kaufen kann ich mir zumindest nicht leist und wäre hier auch kaum moeglich .

Grüße oli

von heidrun+C(YCH) am 25. Oktober 2001 13:11

Hallo Attila!

grinning smileyie paar "echten" Vegetarier, die ich kennenlernte, aßen zwar kein Fleisch, liebten aber Süßigkeiten und sahen aus wie Heroinsüchtige - bleich und klapperdürr.

Auch wenn das jetzt ein wenig "off topic" ist - meinst Du hier *Vegetarier* oder *Veganer*?
Denn ich kenne keine bleichgesichtigen oder klapperdürren Vegetarier...

Da ich selbst Vegetarierin bin (allerdings nicht, weil ich mich "gesund" ernähren will) kann ich zumindest von mir behaupten: ich esse alles, was mir schmeckt - ausser Fleisch/Fleischprodukten und Fisch - und dazu gehören sicher auch Süssigkeiten und anderes "ungesundes" Zeug ;-)

Dass beim Hund vegetarische Ernährung im Normalfall unangebracht ist, ist klar - aber der Mensch kann prima ohne Fleisch.

Vegi-Grüsse
heidrun+C

von Nina(YCH) am 25. Oktober 2001 13:14

Hallo Oli,

da kann ich dir nur zustimmen. Bio-Gemüse und Fleisch zu kaufen wäre da zwar hilfreich, aber auch ich kann mir dass für die ganze Familie + 3 Hunde nicht immer leisten. Ich versuche eben so gut wie möglich einzukaufen. Eine reglemäßige Entgiftung für Hund und Mensch ist wohl auch hilfreich. Wenn man dazu noch bedenkt, dass z.B. ein Apfel durchschnittlich 60-70% weniger Vitamine als früher haben soll, dann kann man echt verzweifeln. Deshalb gebe ich den Hunden auch etwas Vitamin C oder hagebutten zum Futter, auch mir schaden manchmal (ca alle 2-3 Monate) künstliche Vitamine wohl nicht. Da ich sehr ländlich wohne, kann ich aber noch sehr günstig an "besseres" Gemüse und Obst rankommen.

Gruß Nina

von Attila(YCH) am 25. Oktober 2001 14:44

Hi Michaela,

noch ein paar Präzisierungen.

: Seit wann ist eine natürliche Ernährung des Menschen vegetarisch? Und sowieso ... ein Mensch hat doch ein ganz anderen Verdauungstrakt als ein Hund, kann man doch nicht wirklich vergleichen!

Natürlich kann man es nicht vergleichen! Es geht um den Anspruch, hie etwas "Natürliches" und da etwas "Künstliches" zu unterscheiden, ein Anspruch, der angesichts einer allgemeinen Denaturierung, Vergiftung und Vermüllung nicht mehr aufrecht zu erhalten ist; es gibt eben keinen einzigen Landstrich, keinen einzigen Wald, kein einziges Feld in besiedelten Gegenden mehr in "ursprünglichem" (also durch Menscheneinfluß nicht verändertem) Zustand. "Natürliche" Quellen aufzutun, erweist sich in dieser Lage als schwierig. Dieses ganze Gerede von "Ursprünglichkeit" und "der Wolf frißt aber...", alles sinnloses Geschwätz, weil unsere Hunde eben nicht leben wie Wölfe, keinerlei naturaler Anfeindung ausgesetzt sind und keine Belastungen ertragen müssen, die wir ihnen nicht verschaffen. Dieser Zusammenhang ist evident und durch tausend Ernährungsdiskussionen nicht aus der Welt zu schaffen.

: DOCH, weil in Bonzo und Co. ebenso die Östrogene drin sind - aber gekocht, bis zum Umfallen und eben nicht wirklich das hochwertige und verdauliche Fleisch - das essen wir Menschen!

Deswegen geht's den fleischfressenden Menschen ja auch so prächtig! Im Ernst, wenn Du mir Quellen für hochwertiges und verdauliches Fleisch nennst, das ich meinen Hunden geben kann, ohne das unterschwellige Gefühl zu haben, sie zu vergiften (sie bekommen rohes Fleisch - aber das Gefühl bleibt), kriegst Du einen Orden von mir. Auch der Ökobauer aus Kleintupfingen ist da keine probate Adresse, abgesehen davon, daß ich ihn ohnehin nicht erreichen könnte.

: Ich empfinde es nicht als Ideologie - warum ernährst Du Dich nicht mit Astronautennahrung? Ist doch alles drin, was Du zum Leben brauchst - warum empfehlen alle Experten mehrer Male pro Tag Frischkost... weil das Essen des Menschen nicht unbedingt gesund für uns ist...

Nun, der radikalste Verfechter der sogenannten "Sonnenkost" (reine Rohkosternährung), Helmut Wandmaker, empfiehlt seit ein paar Jahren den Zusatz synthetischer Vitamine, weil man nicht mehr sicher sein könne, daß die Früchte noch alles enthielten, was ihnen "ursprünglich" zugeschrieben wurde... Ich denke, ein starker und trainierter Organismus könnte auch mit Astronautennahrung klar kommen. Es ist vor allem eine Frage der Konstitution, der Lebensweise, der erblichen Disposition, was man verträgt und was nicht. Allergien gegen bestimmte Obst- und Gemüsesorten sind übrigens sicher genauso häufig wie Maggie-Allergien, nicht wahr? Ja klar, ich weiß, wer z. B. auf Melonen allergisch reagiert, hat seine "Ursprünglichkeit" verloren, und es wäre alles besser, wenn... Blablabla.

: Warum soll man einen Diensthund nicht mit gesundem Menschenverstand ernähren können? Bei allen anderen Lebewesen geht es doch auch! Vor 50 Jahren gab es kein FeFu, da starben die Hunde auch absolut nicht früher! Und das lag mit Sicherheit nicht nur an der Bewegung, Luft...

Woher weißt Du das? Fakten bitte! Man setze ihre Lebensumstände (auch die Voraussetzung einer noch teilweise intakten Natur, geringerer Vergiftung usw.) ins Verhältnis zu ihrer Ernährung, dann kommt man der Sache auf die Spur. Du bist also der Meinung, ich könnte meine Hunde guten Gewissens mit meinen Essensresten füttern? Wenn ich dann bedenke, wie meine Großmutter gekocht hat - sehr fett, sehr salzig, sehr ballaststoffarm... nein danke.

: Wenn ich Dir dabei auch absolut Recht gebe, daß dies superwichtig für die Gesunderhaltung ist. Aber wir sind eben momentan in der 'Ernährungssparte'.

Wie gesagt, diese Aspekte lassen sich nicht separat voneinander betrachten. Das ist ja gerade der Irrtum, hier de facto Monokausalität anzusetzen: "Das andere ist zwar auch wichtig, aber..."

: kennst Du Kammerer???

Ich kenne diese ganze Diskussion. Wie gesagt, monolineare und damit unwissenschaftliche Erklärungs- und Begründungsketten. Das Leben unserer Hunde hat sich in den letzten fünfzig Jahren grundlegend verändert - zum Guten, indem sie aus der Rolle des reinen Arbeitstiers erlöst wurden, zum Schlechten, indem man sie vermenschlichte, verhätschelte, ohne Ansprache und Aufgabenstellungen verfaulen ließ. Es ist ganz wie beim Menschen: noch NIE hatte der Mensch ein so umfassendes Ernährungswissen, noch NIE befaßte er sich so manisch mit Gesundheit, Diät, Nahrungszusätzen, Training usw., noch NIE war er so krank, namentlich an seiner Seele.

: Ich glaube, da hast Du was falsch verstanden, wenn Du es 1 Mal weißt, ws der Hund brauchst, brauchst Du keine Bücher mehr wälzen - schon gar keine KOCH-Bücher. Waage und Messlöffel brauchst Du auch nicht und ca. 10 Min. pro Tag um Futter für 3 hungrige Mäuler zu richten, sollte wohl drin sein, meinst Du nicht?

Meinen Hunden geht's prächtig. Ich bringe mehr als zehn Minuten pro Tag damit zu, ihnen ihre Mahlzeiten zu richten: ein hochwertiges Trockenfutter als Grundlage, 20 Prozent Kopffleisch oder Pansen, 20 Prozent Obst und Gemüse; gelegentlich einen Knochen. Von Kleinkram ("mit Pfötchen in Glasscherbe getreten"winking smiley abgesehen, waren sie noch nie krank; aber das hat andere Gründe, ich bin nicht so vermessen, dies auf mein "ausgeklügeltes Ernährungskonzept" (frei nach Schnauze) zurückzuführen.

Gruß, Attila

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