Ist 'Rüdenverhalten' rasseabhängig?? :: Was sonst nirgends passt

Ist 'Rüdenverhalten' rasseabhängig??

von K. Keck(YCH) am 01. Juni 1999 11:01

Hallo Simone,

auch wenn's jetzt nicht direkt was mit dem Thema zu tun hat: Ein Fila ist
zwar gegen Fremde extrem mißtrauisch bis aggressiv (bei schlechter Sozialisierung),
aber hat in der eigenen Familie eine extrem hohe Reizschwelle, läßt sich so gut
wie alles gefallen. Ich weiß wovon ich rede, ich hatte 9 Jahre einen (aus einem Tierheim)
und kenne noch andere. Mißtrauen gegen Fremde hat nichts mit niedriger Reizschwelle
zu tun. Welche Züchter haben denn behaupet, ein Fila hätte eine niedrige Reizschwelle?

Viele Grüße

K. Keck

von Holger + Ajax(YCH) am 01. Juni 1999 12:50

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten (aber hoffentlich kommen noch welche hinzu) auf meine Frage. Ich habe dadurch einige für mich neue Aspekte des Problems erkannt, was natürlich auch sofort neue Fragen aufgeworfen hat.
Falls ich Eure Antworten 'mal zusammenfassen darf, so sind die meisten von Euch der Meinung, daß es durchaus eine rassenspezifische Disposition bzgl. des von mir sogennannten 'Rüdenverhaltens' geben könne. (Die Aussagen sind da auch eher vorsichtig formuliert ;-)
Als Beispiel werden da die Meutehunde und die Herdenschutzhunde genannt.

(Ein kleiner Exkurs an dieser Stelle: Der Landseer stammt auch von einem Herdenschutzhund ab, dem Pyrenäenberghund. Man geht davon aus, daß diese mit baskischen Walfängern nach Neufundland kamenn und von dort in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts zunächst nach England und dann zu uns kamen. Heutzutage ist wird vom FCI als Heimatland der Rasse immer 'Schweiz/Deutschland' angegeben, was aber nur bedeutet, daß diese Länder die Inhaber des Rassestandards sind.
In der weiteren Diskussion werde ich mich aber nicht mehr auf den Landseer beziehen, sonst besteht die Gefahr, daß sich hier im Forum noch irgendwie festsetzt, daß der Landseer ein "ganz böser" Hund sei. Damit wäre der Rasse nun aber wirklich Unrecht getan)

Einhellig wird von Euch aber die Meinung vertreten, daß durch eine entsprechende Erziehung und Sozialisierung die Symptome dieses 'Rüdenverhaltens' in den Griff zu bekommen seien. Da sehe ich jetzt aber ein Problem, welches ich auch teilweise schon erfahren habe:
Dieses 'Rüdenverhalten' wird auch von "aufgeklärten" Hundehaltern (und dazu zähle ich alle Teilnehmer dieses Forums) emotional gewertet. Dies zeigen mir auch Formulierungen in den Antworten, wo dieses Verhalten als ".. schlecht sozialisiert..", "..überhastet oder übertrieben.." und als "..übersteigertes Verhalten.." bezeichnet wird (Die AutorInnen dieser Formulierungen mögen dies jetzt um Gotteswillen nicht als Kritik meinerseits ansehen, aber ich brauche diese Zitate für meine Argumentationskette).
Wo aber finde ich die Möglichkeit mit einem Hund von 65kg Körpergewicht und einer Schulterhöhe von 79cm, dessen Verhalten derart stigmatisiert wird, ein anderes soziales Verhalten einzutrainieren?? Um sicher zu gehen, daß ich richtig verstanden werde, möchte ich es noch einaml etwas anders und auch allgemeiner formulieren: Wo (und natürlich auch wie) kann ich mit einem "Riesen", der u.U Defizite im innerhundlichen Sozialverhalten hat, ein neues und anderes Sozialverhalten trainieren?? (eigentlich wollte ich aus diesem Problem 'mal ein eigenen Beitrag machen, aber es drängt sich mir an dieser Stelle geradezu auf)

Jetzt bin ich auf Antworten wirklich gespannt und hoffe nur, daß ich das was ich sagen will auch deutlich "rüber gebracht" habe.
Viele Grüße
Holger mit Ajax & Danessa


von Simone(YCH) am 01. Juni 1999 19:17

: Hallo K. Keck!
Auch wenns ein anderes Thema ist, bin ich froh über die Nachricht, denn mein Interesse für diese Rasse ist natürlich geblieben! Und ich bin froh mit jemandem zu sprechen, der mit dieser Rasse Erfahrung hat. Also, die Züchter (ich weiss nicht wie sie hießen, war in Dortmund auf der Ausstellung)sagten wie Sie, daß der Fila mit Fremden sehr mißtrauisch ist. Das hat mich ganz schön abgeschreckt. Heißt das, daß er von Fremden sich nur nicht anfassen lassen will, oder daß er eventuell auch agressives Verhalten Fremden und dann auch fremden Kindern gegenüber zeigen würde?
Zu der niedrigen Reizschwelle: Buch:Knaurs grosses Hundebuch, S. 200, ich zitiere: "Der Fila besitzt eine (erwünschte) große Naturschärfe und eine niedrige Reizschwelle. Das verbiete seine Haltung zusammen mit kleinen Kindern." Ich glaube natürlich nicht alles was ich lese. Aber ich habe soetwas ähnliches mehrmals gelesen. Momentan weiß ich nicht mehr genau wo, aber ich schreibe es Ihnen gerne, wenn ich es finde. Da ich aber vielleicht noch Kinder bekommen möchte, hat mich der Wunsch nach einem Fila zumindest vorerst abgeschreckt.

Viele Gruesse, Simone.

von Sonja und Nero(YCH) am 01. Juni 1999 19:36

Hallo Holger,

mich wuerde interessieren ( ich hoffe, ich habs nicht irgendwo ueberlesen)
wo Du die uU vorhandenen Defizite festmachst, will sagen, wie sich
das aeussert?

Gruesse
Sonja und Nero

von Holger + Ajax(YCH) am 02. Juni 1999 06:07

Hallo Sonja,

vielen Dank für Deine Rückfrage, zeigt es mit doch, daß ich 'mal wieder "unscharf" ausgedrückt habe.
Ich wollte mit meiner Antwort eigentlich ein anderes Problem, welches mich auch schon lange beschäftigt, ansprechen und dazu die diversen Antworten auf meinen Beitrag "Ist Rüdenverhalten rasseabhängig" zum Aufhänger nehmen.
Dazu bin ich davon ausgegangen, daß, wie die meisten Antworten besagten, das von mir als 'Rüdenverhalten' betitelte Verhalten ein Problem der Sozialisierung sei und wollte nun einfach wissen, wie ich einen "Riesen", der dieses oder auch ein anderes, fiktives (!) Problem mit dem innerhundlichen Verhalten hat, nachträglich sozialisieren kann. Denn 'Feldversuche' sind da doch u.U. mit gewissen Risiken, insbesondere für die unfreiwilligen "Versuchsteilnehmer" behaftet.

Viele Grüße
Holger mit Ajax & Danessa

von Stephan & Nash(YCH) am 24. Juni 1999 13:28

Hallo Holger

Natürlich sind alle Rüden im Prinzip gleich und handeln ähnlich. Der hauptsächliche Unterschied zwischen den Rassen besteht wohl in der Grösse der Hunde (und dem damit möglichen Verletzungsrisiken) und in deren Temperament (und letzeres ist mit Sicherheit rassespezifisch, aber dann auch noch individuell verschieden). Es gibt "hitzigere" Rassen, die sich schneller provozieren lassen oder auch nur schneller reagieren. Unser Dobi greift nie zuerst an, aber wenn der andere ihn nur schon anknurrt, ist er schon bei der Sache. Dann meinen immer alle, er hätte zuerst angegriffen. Dazu kommt, dass es "entschlossenere" Rassen gibt als andere, d.h. welche, die sich nicht mit einem "Geplänkel" zufrieden geben.

Ich würde mich schon auf die Erfahrung der Rassekenner verlassen, denn es wäre doch viel bequemer, wenn man sie alle frei laufen lassen könnte!

Gruss

Stephan

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