Gedanken zu Tierheimmitarbeitern :: Was sonst nirgends passt

Gedanken zu Tierheimmitarbeitern

von Annette S.(YCH) am 30. März 2003 20:03

Hallo!

Unseren jetzigen Hund haben wir auch aus dem Tierheim und vom ersten TH wo wir uns umgeschaut haben, waren wir auch nicht grade begeistert. Wir hatten Interesse an einem Setter-Mix, leider konnten wir aber geschlagene 2 Stunden lang keinen Mitarbeiter dort finden, der uns zu dem Hund eine kompetente Auskunft bzw. überhaupt irgendeine Auskunft geben konnte. Wir kamen uns irgendwie eher vor wie ungebetene Störenfriede. Wir haben uns zwei Stunden lang erfolglos bemüht, irgendeine Auskunft zu bekommen und sind dann mehr als enttäuscht - und weiterhin unbeachtet - wieder abgezogen. Für mich völlig unverständlich. Ich habe Verständnis dafür, daß in einem Tierheim mal ein Engpass ist, es überall "brennt" und niemand Zeit hat für ein ausführliches Gespräch aber dann könnte man das den Interessenten ja auch sagen und einen festen Termin für einen anderen Tag ausmachen. Das wäre für uns überhaupt kein Problem gewesen, wir wären gerne nochmal zu einem Gespräch wiedergekommen, aber man hätte sich doch überhaupt irgendwie um uns kümmern müssen, zumal wir ja an einem bestimmten Hund Interesse hatten. Erst dachte ich, wir haben vielleicht wirklich nur einen extrem schlechten Tag erwischt aber später habe ich auch von anderen Leuten gehört, denen es in diesem TH genauso ergangen ist und die auch unverrichteter Dinge wieder gegangen sind. Dabei hat genau dieses Tierheim in unserer Tageszeitung jede Woche eine riesige Anzeige, wieviele Tiere sie haben die dringend ein neues Zuhause suchen. Kein Wunder, wenn potenzielle Interessenten erstmal stundenlang mit MIßachtung gestraft werden ... Für mich unverständlich.

In dem Tierheim aus dem wir unseren Hund schließlich bekommen haben, fühlten wir uns von Anfang an bei den Mitarbeitern gut aufgehoben und kompetent und freundlich beraten. Und das finde ich sehr wichtig bei einem so sensiblen Thema wie der Vermittlung eines Hundes aus 2. Hand.

Liebe Grüße
Annette

von Wilma u. Arno(YCH) am 30. März 2003 20:46

Hallo Nicola,

dem hab ich eigentlich nix mehr hinzuzufügen, das kann ich nur aus vollem Herzen unterschreiben.

Wie heißt es so schön: schlechte Nachrichten verbreiten sich schnell. Und so werden negative Geschichten auch sehr viel mehr verbreitet als positive.

Gruß
Wilma

von Gabi(YCH) am 31. März 2003 05:07

hallo Nicola,

: Wir zumindest geben uns Mühe, Interessenten gut zu beraten. Das Dumme ist nur, dass man dem Menschen LEIDER nur vor den Kopf schauen kann - und nicht dahinter...

genau! aber das gilt im positiven wie im negativen. du hast sicherlich recht, dass man kritisch wird und dass es zu jeder geschichte zwei seiten gibt. und du hast ganz sicher recht damit, dass nicht jedes tierheim gleich ist.
ich kenne aber auch menschen, die wirklich engagierte tierfreunde sind, bei denen es ein hund/katze sehr gut hat. die haben im TH aber keinen hund/katze gekriegt. die haben sich dann dafür entschuldigt, dass sie keinen hund aus dem th haben, sondern ihn vom züchter/zeitung/bauernhof geholt haben, die legen sich teilweise krumm für ihr tier, würden es nie wieder weggeben usw. und ich kenne so manche geschichte über "sehr gut vermittelte tiere", da stehen dir die haare zu berge, wenn du genauer hinguckst. ein kleines beispiel ist z. b. das berühmte "haus mit garten" - und dann sitzt der hund tag und nach in besagtem garten und evtl. nachts im geräteschuppen, ohne anschluss an die familie. nur wenn man lust drauf hat, dann geht man sonntags mal mit ihm "wandern" - wieso? er hats doch gut, er hat doch seinen garten. und andere hunde sitzen im hochhaus - und gehen täglich 4 stunden gassi. wie du sagst: man kann niemanden in den kopf hinein gucken, nur davor.
so ab und zu etwas mehr menschenkenntnis wäre vielleicht von nöten.
dass die arbeit im tierschutz desillusioniert stimmt, da gebe ich dir aber recht.

von Danni mit G+H(YCH) am 31. März 2003 10:11

Hallo Katrin,

ich verstehe,was Du meinst und weiß auch, daß es solche Tierheime und deren Mitarbeiter auch durchaus gibt.
Ich selbst helfe hier auch ehrenamtlich im Tierheim und will auch unser Tierheim nicht freisprechen von Fehlverhalten der Mitarbeiter.

Fakt ist aber auch, daß sich ein Tierheim seine Mitarbeiter nicht aussuchen kann. Wie Du schon schriebst, werden Leute per ABM-Maßnahme eingestellt. Wir haben es mittlerweile so geregelt, daß wir da zumindest ein Mitspracherecht haben, wer bei uns arbeitet und wer nicht. Allerdings ist es eben kein geschultes Personal.
Bei uns ist es deshalb so organisiert, daß unser Personal keine Auskünfte mehr geben darf, sondern die Leute ins Tierheimbüro schickt. Dort bekommen die Interessenten dann sehr gerne Auskunft über das gewünschte Tier. Aber wehe, es ist mal viel los und man muß fünf Minuten warten.... dabei können wir eben nicht mehr als einen Interessenten auf einmal "bedienen" und da die meisten Leute am Wochenende kommen, ist dann dementsprechend viel los. Manche Leute beschweren sich dann überall über unseren schlechten Service und das unfreundliche Personal....

Ich denke nicht, daß DU Dich so verhalten würdest. Aber ich möchte hier dennoch auch die Gegenseite mal darstellen.

: Begegnen mir immer die Extremfälle? Warum stellen sich manche TH auch quer, wenn man Hilfe anbietet? ( Bin in einer Hundinitiative tätig, welche dem städt. Th angeboten hat, kostenlos sich mit TH personal zusammen zusetzen und über diese Probleme zu sprechen und gemeinsam nach lösungen zu suchen?

Offengesagt denke ich, dass wir das auch nicht annehmen würden. Ich glaube, wir als Tierheimleitung sind dafür verantwortlich, wie sich unsere Mitarbeiter verhalten. Und deshalb setzen wir uns mit ihnen zusammen und klären das. Initiativen von außen finde ich da nicht sehr hilfreich.

Ich weiß, daß Du darauf nicht angespielt hast, aber dennoch möchte ich nochmal darauf hinweisen, daß viele Leute diese Arbeit ehrenamtlich machen. Manchmal fällt mir auch zum ein oder anderen Hund nicht gleich der Lebenslauf ein, was bei fast 100 Hunden auch kein Wunder ist.

Oft genug ist es zudem so, daß Interessenten, die für einen bestimmten Hund eben nicht geeignet sind, die Gründe, warum sie das Tier nicht bekommen, einfach nicht akzeptieren und / oder dann einfach verdrehen und falsch weitergeben.
Eine Frau war mit ihrer 7 Jahre alten Tochter hier. Diese hatte sich in einen Hund verguckt, der allerdings Angstbeißer ist und nicht für eine Familie mit Kindern geeignet. Er läßt sich weder anleinen, noch streicheln etc.. Ich erklärte das der Frau, aber diese hörte mir garnicht zu, sondern sagte ständig nur, daß sie keinen anderen als diesen wolle, ihre Tochter hätte sich in genau diesen verguckt und wolle nur den haben (wohlgemerkt ist die Tochter sieben Jahre alt).
Die Frau wohnt bei mir im Ort. Zwei Tage später erzählte mir die Verkäuferin in der Bäckerei, dass sich eine über unser Tierheim beschwert hätte: wir würden ihr keinen Hund geben, weil sie uns nicht gut genug wären und wir würden unsere Hunde nur an Leute ohne Kinder vermittelt, wären total kinderfeindlich.... etc..

Sorry, auch vom Thema abgekommen ;-)))
Aber ich fühle mich durch Dein Posting schon angesprochen und stimme Dir teilweise sicher zu. Dennoch gibt es nicht immer nur schwarz und weiß.

Lb. Grüsslis,

Danni

von Danni mit G+H(YCH) am 31. März 2003 10:16

Hallo Nicola,

Du bist doch im Tierheim Mainz, oder?
Wir haben schon öfter mit euch zusammengearbeitet und würden
das evtl. bald gerne mal wieder tun (eine Hand wäscht die andere).

Wenn Du mir Deine Email-Addi geben würdest, dann könnten wir
ja deswegen mal mailen.

Lb. Grüsse,

Danni

von Conny und Trio(YCH) am 31. März 2003 16:18

Hallo Danni,

ich kann Deine Meinung gut verstehen und sicher gibt es auch immer mal wieder "schwierige" Interessenten.
Ich bin besagte Freundin, die sich vergeblich um Darius bemüht hat. Ich will hier noch etwas präzisieren. In Bitterfeld haben sich die Tierheimmitarbeiter überhaupt nicht die Mühe gemacht, etwas über mich und über die Haltungsbedingungen bei mir zu erfahren, sondern sind mir gleich mit 1000 Ausreden gekommen. Und das noch bei einem Hund (Rottimix), der heutzutage wirklich nicht leicht zu vermitteln ist (14 Monate später sitzt der arme Kerl nun immernoch dort).
Ich habe schon einmal einen Angstbeißer zum gesellschaftsfähigen Hund gemacht. Dieser lebt leider nicht mehr. Dann habe ich mir eine Hündin aus dem Tierheim geholt, die zwangsenteignet war, weil der Vorbesitzer sie nicht artgerecht gehalten hat. Dass sie fürchterliche Angst vor Männern hatte, spricht Bände - sie ist inzwischen auch gesellschaftsfähig (Rottimix übrigens). Mein großer Rottimix hats auch in sich, auch aus zweiter Hand und kannt vorher bloß "seine" Hundewiese und sein festes Rudel, wo er der King war und dann plötzlich wechselnde Umgebung, fremde Rüden... er ist inzwischen ein ganz toller Hund geworden.
Nachdem mir in Bitterfeld vorgelogen wurde, Darius sei vermittelt (Ich bin so ein Mensch der das erstmal glaubt), bin ich ins Leipziger Tierheim gegangen (dann schon Juli 2002) wegen eines dritten Hundes. Siehe da, die wollten alles über mich, meine Familie, meine Wohnverhältnisse, Erlaubnis vom Vermieter, Erfahrungen ect. ganz genau wissen - was ich übrigens sehr begrüße, es zeugt von Verantwortung. Und, was glaubst Du? Sie haben mir nach 2 Wochen Probe einen Dobermannmischling vermittelt, mit genauer Prüfung und trotzdem vermittelt. Der kleine macht übrigens in einer Woche die Begleithundprüfung, obwohl er vor Temperament kaum zu bändigen ist.
Was ich damit sagen will: hätten sich die Bitterfelder Mitarbeiter überhaupt die Mühe gemacht, etwas über mich zu erfahren (ich habe ihnen die paar Informationen aufdrängen müssen und zugehört hat keiner), hätte der arme Darius schon lange ein Zuhause. Solche katastrophale Vermittlungspraxis geht doch nur auf Kosten der Hunde, die eh schon schlimm dran sind. Das darf meiner Meinung nach nicht sein - hat auch nichts mehr mit Tierschutz zu tun!
Viele Grüße
Conny mit Trio

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