Fee hat keine Lust zum Apportieren :: Clickertraining

Fee hat keine Lust zum Apportieren

von Horst Richter(YCH) am 13. Juli 2000 08:11

Hallo,
auf einem Seminar bei Dr. Pietralla haben meine Hündin Fee und ich die Grundzüge des Apportierens gelernt.
Zuhause (im Haus und im Garten) macht sie es schon ordentlich, so daß ich begonnen habe, das Apportieren als Übung auf unseren Spaziergängen einzubauen. Das läuft so ab: wir gehen ein Stück spazieren, dann lege ich das Holz 2 oder 3 mal aus und sie muss es bringen. Das funktioniert auch. Nach der kleinen Übung wird mit dem Schleuderball gespielt; sie nimmt unterwegs kein Leckerle nach dem Click, da sie den Schleuderball riecht (Zuhause gibts nach dem Click ein Leckerle).
Etws später will ich die Übung wiederholen, aber nichts funktioniert: sie bleibt nicht sitzen/liegen, sie bringt das Holz nicht, usw.. sondern sie stellt sich vor mich hin, stupst mit ihrer Schnauze an die Tasche mit dem Schleuderball und wartet.
Sie zeigt ganz deutlich, sie will spielen und nicht apportieren.
Nach ein paar vergeblichen Versuchen sie doch noch zum Arbeiten zu bewegen, breche ich dann die Übung ab und gehe ohne zu spielen bzw. zu Üben weiter, in der Hoffnung, daß der Spaziergang für sie so langweilig ist, daß sie am nächsten Tag gerne arbeitet. Aber Fehlanzeige! Seit einer Woche das Gleiche, sobald der Schleuderball ins Spiel kommt, will sie nicht mehr arbeiten.
Ich könnte es ja nur mir Leckerle probieren, möchte aber ungern auf den Ball als Motivation verzichten.

Hat irgend jemand eine Idee, was ich mit meinem Mädchen machen kann ?

Danke

von Gabrielle(YCH) am 14. Juli 2000 09:54

Hallo Horst
Warum willst du den Ball nicht gegen ein Leckerle tauschen, WENN das das Problem loesen wuerde?
Liebe Gruesse
Gabrielle

von Horst(YCH) am 14. Juli 2000 10:37

: Hallo Horst
: Warum willst du den Ball nicht gegen ein Leckerle tauschen, WENN das das Problem loesen wuerde?
: Liebe Gruesse
: Gabrielle

Hallo Gabrielle,

Fee ist ja ganz wild auf den Ball; in meinen Augen bedeutet dies, sie WILL einfach ihren Willen durchsetzen und ich bin der Meinung, wenn ich ihr das durchgehen lasse, kriege ich in Zukunft öfter Probleme mit ihr.
Sie ist in der Beziehung sowie etwas aufsässig und testet immer wieder mal ihre Grenzen aus. Außerdem wäre ihr Lieblingsball natürlich bei schwierigeren Übungen eine tolle Motivation.

Schönes Wochenende

von Franzi+Wonda+Chili(YCH) am 14. Juli 2000 11:37

: Hallo Horst!

Nachdem Du ja die Grundzüge schon drin hast, könntest Du ja vielleicht versuchen, ob Fee nicht lieber gleich den Schleuderball bringen möchte. Sie war ja doch recht enthusiastisch bei der Sache, soweit ich mich an das Seminar erinnere. Vielleicht motiviert sie das besser. Wonda hat ja auch nur über den Clicker das Apportieren gelernt und sie ist halt sehr verfressen. Entsprechend bringt sie mir das Schlampermäppchen mit dem Futter drin lieber als das pure Holz. Ich habe ihr aber auch beigebracht, auf "Nimm's auf!" verschiedene Sachen aufzunehmen, z.B. meinen Schlüsselbund (am Maskottchen aufgenommen, die Schlüssel sind ihr zu hart), meine Handschuhe etc. Eine richtig begeisterte Apportiererin wird sie aber wohl nie werden, ist als Nordische einfach nicht der Typ.
Aber ich denke, aus Fee könntest Du noch einiges herausholen. Vielleicht spürt sie auch Deine Enttäuschung, Ungeduld oder was auch immer und ist verunsichert. Fangt doch nochmal ganz von vorn an, ganz ohne Erwartungen, vielleicht klappt es dann besser.

viel Glück von Franziska und den Hunden

von Constanze+Jule(YCH) am 14. Juli 2000 12:22

Hallo Horst,

ich lese immer wieder, dass viele versuchen, das Apportieren direkt mit dem Holz zu beginnen. Meiner Erfahrung nach ist das aber nicht unbedingt der geeignete Einstiegsgegenstand wenn man einen apportierunlustigen Hund hat. Nimm doch erst mal was, was nicht so schwer und hart ist. Zum Beispiel einen kleinen Lappen, eine zusammengeknotete Socke o.ä.. Das nehmen die Hunde meistens lieber auf. Wenn die Übung dann sitzt, kannst Du ja sie langsam zu unangenehmeren Gegenständen steigern.
Wenn Deine Hündin ihren Schleuderball auf dem Spaziergang viel lieber möchte als ein Leckerchen, warum nicht? Ist doch völlig o.k. und ein Ball als Motivationsobjekt finde ich bei vielen Dingen sehr hilfreich. Ich würde aber immer beides etablieren, Futter- und Spielbelohnung, denn manchmal werden die Hunde durch die Ballmotivation so triebig, dass es schwer wird, zu arbeiten.
Wenn Deine Hündin zuhause gut apportiert und das ja auch auf dem Seminar getan hat, würde ich mal tippen, dass sie einfach die Verallgemeinerung nach draußen noch nicht kapiert hat. Ich würde also draußen nochmal ganz von vorn anfangen und auch die anfänglich kleinen Schritte belohnen. Genauso, wie Du die Übung drinnen aufgebaut hast, auch wieder ohne Kommando am Anfang.
Dass sie ihren Willen durchsetzen will, weil sie an den Ball will, denke ich nicht, zumindest nicht im Sinne von Grenzen austesten. Ich glaube, sie weiß einfach nicht so richtig, was Du draußen von ihr willst. Du schreibst, Du würdest dann die Übung abbrechen und erst auf dem nächsten Spaziergang wieder anfangen. Das frustriert sie natürlich und sie kann sich das sicherlich auch nicht so lange merken, dass da jetzt beim letzten mal was falsch gewesen sein soll und sie es diesmal anders machen muss.
Fang doch auf dem Spaziergang wirklich mal wieder ganz von vorne an. Und belohne sie dann für die ersten richtigen Schritte auch sofort mit ihrem Ball. Ich schätze, dann wird sie recht schnell herausfinden, dass ihren Ball ja kriegt, wenn sie was dafür tut.
Kann es ein, dass Du früher auf dem Spaziergang mit ihr oft mit dem Ball gespielt hast, ohne dass ihr dabei geübt habt? Das ist ihre Frusttoleranz natürlich recht niedrig, wenn sie nun plötzlich eine komplette Übung, die zudem noch nicht richtig verallgemeinert ist, ausführen muss, bevor sie das Ding, dass sie in Deiner Tasche weiß, endlich bekommt. In dem Fall würde ich vielleicht mal den alten Ball zuhause lassen und einen neuen nehmen, den sie noch nicht kennt und der auch noch nicht so schön stinkig riecht. Sie darf dann auch nicht sehen, dass Du ihn einsteckst. Steck ihn auch nicht in die gewohnte Tasche sondern vielleicht in die Innentasche Deiner Jacke. Und wenn ihr dann die Übung neu aufbaut, zauber zauber, kommt plötzlich ganz unerwartet ein neuer Ball als Belohnung dahergeflogen.
Ich hoffe, es waren ein paar brauchbare Tipps für Euch dabei.
Gruß
Conny

von Reinhold + Ayko(YCH) am 14. Juli 2000 12:38

Hallo Horst,

ich empfehle dir den Thread "Frustbellen bei CT"
und insbesondere die Antwort von Sabine Winkler
unter diesem Thema durchzulesen, das ist der
Beitrag vom 13.07.2000 00:13 Uhr.

Tenor: Anforderung zu hoch, zurück zu ganz kleinen
einfachen Übungen, die der Hund schon kann.

Nimm gelegentlich einen Jackpott, wenn die Übung besonders
schön war und verhalte dich äußerst konsequent. Ballspiel
z.B. gibt´s jetzt nur noch im Zusammenhang mit dem Clicker.

Erst wenn der Hund kapiert hat, dass C&T (also auch
das Ballspiel) eine konsequente Folge seiner Aktionen ist,
und das auch an allen Orten (Garten / Spaziergang usw.)
wird er seine Übungen auch wiederholen um mit dir zur
Belohnung spielen zu können. Von dem Moment an, wird
ihm auch das Apportieren immer mehr Freude machen.

Du schreibst im Garten klappe das Apportieren. Also
übe im Garten das Apportieren. Wenn das ein und zweimal
gut geklappt hat, dann bewege dich während der nächsten
Übung von dort hinaus auf die Straße, so dass dir der
Hund mit dem Apportel im Fang folgen muss. So lernt er
nahtlos, dass das was im Garten Erfolg bringt auch draußen
zu C&T führt. Gerade beim Apportieren bietet sich ein
solch nahtloser Übergang von einem Ort zum anderen an.

Sabine hat sehr treffend geschrieben, dass Hunde
Probleme haben bei der Verallgemeinerung. Uns
Menschen macht das Verallgemeinern (fast) gar keine
Probleme und genau daraus resultieren viele Miss-
verständnisse zwischen dem Menschen und seinem
Hund.

Völlig falsch wäre es jetzt, den Hund als
"arbeitsunwillig" einzustufen. Du zeigst eine
ganz typische Situation auf, wo wir den Fehler
viel zu oft beim Hund suchen aber unbedingt
bei uns selber suchen müssen. Mir geht es übrigens
sehr, sehr, sehr oft, ganz genauso wie dir!!! Das
ist überhaupt nichts Außergewöhnliches. Ich halte
mich daran auch nicht mehr auf, weil ich inzwischen
weiß, wie man diese Klippen umschifft.

: Ich könnte es ja nur mir Leckerle probieren,
: möchte aber ungern auf den Ball als Motivation
: verzichten.

Wenn das Leckerle zur Standard-Belohnung wird und
der Ball zum Jackpott, dann hast du vielleicht eine
gute Lösung gefunden.

Viele Grüße
aus Deutschlands Wildem Südwesten
Reinhold + Ayko

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