Gebrauchshund :: Hundesport & Freizeit mit Hund

Gebrauchshund

von Edith(YCH) am 20. Mai 2003 05:29

Hallo!

Das ist natürlich eine sehr sehr berechtigte Frage.
Einige solcher HUnde, die ich kenne, wurden erst mit 5-6 Jahren, also eher gegen Ende ihrer Dienstzeit, als sie auch schon komplett ausgebildet waren ( ihr wisst schon, ein Hund lernt auch nie aus, aber irgendwann ist auch ein DIensthund auf einem bestimmten Level...) zur Zucht herangenommen und hatten höchstens 2 Würfe.

Grüße
Edith

von Antje(YCH) am 20. Mai 2003 06:44

Hallo Edith,

wobei ich natürlich bei zwei Würfen pro Hündin nicht von "Zucht" sprechen kann, in Bezug auf die Selektion von Gebrauchshundeigenschaften. Der Phänotyp entspricht ja nicht immer dem Genotyp, und der erste Wurf einer Hündin ist immer nur ein Versuch, was einem die Genetik bringt. Auch der zweite, mit einem anderen Partner, ist noch ein genetisches Glücksspiel. Erst wenn eine Hündin mehrere Würfe gebracht hat, kann ich eigentlich erst "richtig züchten", sprich Interieurmerkmale selektieren.

Ein guter Weg in der Zucht ist für mich, nachdem die Hündin auf einem gewissen Ausbildungsstand ist, einen Wurf zu machen und dann die Hündin erst einmal zur Arbeit heranzuziehen. Sind die ersten Welpen älter und hat man beobachtet, wie sich andere Nachkommen des Vaters entwickelt haben, kann man den ersten Wurf "auswerten" und dementsprechend den 2. Deckpartner der Hündin aussuchen. Die wirklich "wertvollen" Welpen (= die, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit für die Aufgabe eignen, für die sie gezüchtet werden, d.h. wo man die Entwicklung, soweit möglich, weitgehend voraussagen kann), stammen i.d.R. aus älteren Hündinnen, die schon arbeitende Nachkommen haben. Nehme ich eine Hündin erst spät in die Zucht, nehme ich mir diese wichtige Selektionsmöglichkeit.

Es ist immer ein zeitlicher Balanceakt, mit arbeitenden Hündinnen zu züchten. Bei Dienst- und Rettungshündinnen stelle ich es mir besonders schwierig vor.

Viele Grüße

Antje

von Sören(YCH) am 20. Mai 2003 07:58

Hallo P.H.,

das Problem bei jeglichen Prüfungen ist, das Du nicht die Veranlagung sondern die Ausbildung des Hundes beurteilst. Und das Problem wirst Du immer haben, egal wie hoch Du das Niveau für eine Prüfung schraubst. Was siehst Du denn, wenn Du einen 5jährigen Hund beurteilen willst?? Du siehst das Ergebnis von mindestens 4 Jahren Arbeit. Was in diesen 4 Jahren gelaufen ist, was der Hund da für Schwächen hatte und woran gearbeitet wurde, also wie der Hund von der Veranlagung am Anfang war, das kannst Du nicht mehr sehen.

Die Hundeausbildung hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Angefangen hat es mit dem Erkennen und Aufteilen der einzelnen Triebbereiche (Beute, Wehr, Aggression, etc.). Davon wußte man auf den Hundeplätzen Anfang der 80er Jahre viel weniger als heute. Und die Ausbildung hat sich dementsprechend verfeinert und verbessert. Man bekommt also mit wesentlich schlechter veranlagten Hunden wesentlich bessere Ergebnisse.

Warum gibt es denn die klassische "Mutprobe" nicht mehr? Damals war es für viele Hunde die in erster Linie gelernt haben über Belastung aus der Aggression zu beißen ein Problem, wenn der flüchtende Helfer plötzlich umkehrte und einen Angriff auf den Hund startete. Da haben einige Hunde schon klare Nerven gezeigt. Und wie sieht es heute aus?? Die Hunde sind durch die Basisarbeit so hoch im Beutebereich angesiedelt, das diese Art Belastung gar nicht mehr wahr genommen wird. Der Helfer bewegt sich, also wird die Beute ausgelöst. Richtige Belastung kommt für den Hund gar nicht auf. Das Resultat sind dann schlecht veranlagte Hunde die aber trotzdem wuchtig durch den Angriff gehen... das Ergebnis einer guten Ausbildung, also Überbrückung von Belastung in die Beute.

Ich denke das eine Wesensbeurteilung beim Hund vor seinem 2. Lebensjahr zu erfolgen hat, bevor er überhaupt auf Prüfungen geführt wird. Da ist der Hund noch ziemlich roh und unverbraucht und man kann mit Ausbildung noch nicht so viel überspielt haben. Bei älteren Hunden ist eine Überprüfung des Grundwesens m. E. nicht mehr möglich.

Viele Grüße

Sören

von P.H(YCH) am 20. Mai 2003 08:39

: Hallo P.H.,


: das Problem bei jeglichen Prüfungen ist, das Du nicht die Veranlagung sondern die Ausbildung des Hundes beurteilst. Was siehst Du denn, wenn Du einen 5jährigen Hund beurteilen willst?? Du siehst das Ergebnis von mindestens 4 Jahren Arbeit. Was in diesen 4 Jahren gelaufen ist, was der Hund da für Schwächen hatte und woran gearbeitet wurde, also wie der Hund von der Veranlagung am Anfang war, das kannst Du nicht mehr sehen.
:

Ich sehe viel, wie der Hund gearbeitet wurde, ob er es durchsteht, ob es ein führiger Hund ist, ob er ein Pressing aushält, ob er Aggression und Wehr zeigt, wie er die Triebwechsel vollbringt usw. Sehr interessant ist auch, wie wird der Hund vorbereitet.

Wichtig ist eben auch, dass der Hund noch Wehrelemente in der Beute zeigen darf. Nicht eben Beute, Aus. Sondern Beute, Wehr, Aus. Früher als man den Softstock noch nicht hatte, musste man den Hund im Training so absichern, dass er auf den Schlag in die Beute ging. Das stand nicht jeder Hund durch, die schieden schon im Training aus. Heute kann einer bei der Belastung in der Beute bleiben, das verkraftet er. Was ist aber, wenn er überbelastet wird, wenn er keine Beute mehr machen kann? Schwanz einziehen und weg? Die Prüfungen decken heute eben zuwenig auf, das sollte sich ändern und auch die Beurteilungen. Es ist eben eine Gebrauchshundeprüfung und da will ich nicht nur Beute und Unterordnung sehen, sondern alle Elemente.

Gruss P.H

von Andreas(YCH) am 20. Mai 2003 08:49

Hallo zusammen,

eine Prüfung im Sinne der Gebrauchshunde die örtlich gebunden ist und zum anderen durch detailierte Ausbildungsmöglichkeiten beeinflußt werden kann, hat mit der Qualitätsfindung für einen Gebrauchshund keine Grundlage.

Vielfach werden die Grundvoraussetzungen soweit verschoben, dass die zu prüfenden Hunde, Platz und Helfer vor einer Prüfung erleben dürfen. Wo besteht der Punkt der Neutralität jetzt noch in einer Beurteilung von Triebveranlagungen und Gebrauchsfähigkeit??

Ob ich nun den Sport, den Rettungshundebereich, das Diensthundwesen etc. nehme, es ist realitätsfern in vorbestimmten Prüfungsgrundlagen einen Hund gebrauchstauglich zu beurteilen.

Durch die Ausbildung kann ich selber bestimmen in welchen Triebbereichen ich den Hund vorführe und wie gut er sich an diesem Tage in den ihm über die Einstimmung klargemachten Übungen zeigt.

25 mal die Rettungshundeprüfung oder die Gebrauchshundeprüfungen wie IPO etc. zeigen nicht die Gebrauchsfähigkeit eines Hundes auf.

Grüße

Andreas

von Sören(YCH) am 20. Mai 2003 09:26

Wie gesagt P.H., Wunschdenken,

das Problem ist eben ein typisch deutsches. Wieviele Leute regen sich in Belgien oder Frankreich über den Ring auf?? Kaum einer... jedenfalls bedeutend weniger als hierzulande über den IPO-Sport. Was denkst Du was passiert, wenn Du die IPO nach Deinen Ansprüchen anpaßt... weg vom Softstock, hin zum Rohrstock und ein Helfer der wie im französischen Ring nicht nach einem Schema arbeitet sondern die Schwächen des Hundes aufdecken soll, egal wie er das anstellt.

Ist nicht möglich, denke ich. Einmal wegen der breiten Öffentlichkeit, der unser jetziger IPO-Sport ohnehin schon zu hart ist und der Hund sowieso viel zu sehr belastet wird und zum anderen wegen der Sportler selber. Stelle Dich mal bei einer Prüfung an den Zaun und höre Dir die Kritik an der Helferarbeit an. Da muß man nur mal einen Schritt zuviel / zuwenig / in die falsche Richtung machen, den Stockeinsatz zu hart bringen oder sich zu falschen Seite rausdrehen... Also ich bin mittlerweile aufgeregter wenn ich auf einer Landesausscheidung figuriere als wenn ich dort selber einen Hund vorführe.

Wie schon öfter gesagt: Eine harte, fundierte Wesensüberprüfung als Zuchtvoraussetzung würde uns die Diskussion ersparen.

Viele Grüße

Sören

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