Ohne Titel :: Hundeerziehung + Soziales

Ohne Titel

von sinam(YCH) am 08. Januar 2003 15:30

Hallo,

eins vorweg: Ich habe den Thread weiter unten gelesen, fand aber keinen zufriedenstellenden Lösungsansatz für mein Problem.

Das Problem heisst Lucky, ist ein DSH/Labrador Rüde und 1 3/4 Jahre alt. Lucky mag unsere Tochter und sowieso alle Kinder jedweden Alters, kommt mit allen Hunden (egal welches Geschlecht, Alter und Rasse) bestens aus, liebt abgöttisch unseren Kater Charly und berherrscht alle gängigen Kommandos - kurzum ein Traumfamilienhund, bis auf eine Ausnahme:

Sein Jadtrieb wird immer ausgeprägter. Gerade sind wir von einem Horrorspaziergang aus dem Feld zurückgekommen, der das Fass zum überlaufen brachte. Schon beim Ableinen rast Lucky aufgeregt auf den brachliegenden Felder umher - man spürt förmlich seine innere Unruhe und den Jagdtrieb.

Anfangs habe ich ihn noch gut unter Kontrolle und er kommt auch sofort wenn man ihn ruft (natürlich mit überschwenglichem Lob und einem Leckerlie). Je länger der Spaziergang dauert, desto unruhiger und aufgeregter rennt er immer wieder in das Feld und er kommt immer zögerlicher zurück. Bis, ja bis alle Stricke reissen, er sich noch einmal zögernd umschaut (soll ich, oder soll ich nicht?) und dann seinem Jagdtrieb freienm Lauf lässt.

Natürlich dauert es in dieser Jahreszeit dann auch nicht lange, bis er auf ein Kanninchen/Hasen stösst und dann über mehrere Felder jagt. Heute dauerte es dann ca. eine halbe Stunde bis er total erschöpft bei mir wieder auftauchte. Ich musste mich richtig zwingen ihn trotzdem für das Zurückkommen zu loben.

Der nach Hauseweg war dann für uns beide sehr frustrierend: Für Lucky, da er nur noch Fuss gehen durfte (was er dann auch perfekt macht) und für mich sowieso.

Was tun? Schleppleine? Wenn ja, wie stelle ich das am Besten an?

Auf Eure Hilfe und Unterstützung hoffend
Markus

von Melli und Sammy(YCH) am 08. Januar 2003 15:54

Hallo!

: Anfangs habe ich ihn noch gut unter Kontrolle und er kommt auch sofort wenn man ihn ruft (natürlich mit überschwenglichem Lob und einem Leckerlie).

Na denn, das ist doch schon einiges smiling smiley

:Je länger der Spaziergang dauert, desto unruhiger und aufgeregter rennt er immer wieder in das Feld und er kommt immer zögerlicher zurück.

Lass es doch gar nicht so weit kommen...

: Bis, ja bis alle Stricke reissen, er sich noch einmal zögernd umschaut (soll ich, oder soll ich nicht?)

Selbst da könntest du mit etwas Geschick eingreifen. Bedien dich aller Tricks: Bälle, Stöcke, Trockenfisch, Frischfleisch oder gekochtes, Quietschies oder Apportels. Aber natürlich erst zeigen nachdem er bei dir angekommen ist.
Was du heute wieder tolles mit hast sollte immer eine Überraschung bleiben, damit der Hund auch wirklich zu dir kommt und guckt was es diesmal sein könnte und nicht aus 20 Meter Entfernung beschließt dass er heute gar keine Lust hat auf den roten Ball und doch noch abdüst.

Im Prinzip könntest du ihn sogar für das zögerliche Umschauen bestätigen (würde ich so machen, vor allem nachdem er schon auf hatz gegangen ist). Wie viele Hunde düsen einfach los, selbst im direkten Einwirkungskreis ihres Besitzers? Da bietet er dir den Ansatzpunkt ja geradezu an.
Bestätige nicht nur das Bei-dir-ankommen, sondern schon das zu dir umdrehen oder auch nur dich-ansehen (clicker als hilfe?).

Für mich hört es sich nach einer Kotzen-Nutzen-Rechnung deines schlauen Hundes an. Du bist ihm nicht interessant genug! Biete ihm Jagd-Ersatz-Spiele (oder was immer er gerne hat)an, Action gibt es nur bei DIR.

Bist du dir zu unsicher ihn wieder völlig abzuleinen - Schleppleine rauf. Aber NUR die SL und trockenes Training wird dir hier wohl nicht wirklich helfen.

Versuche neue Erfolge zu verhindern und ich bin mir sicher dass das (sowohl das verhindern neuerlichen Erfolges als auch zuverlässiges "Hier"winking smiley mit einer Portion Enthusiasmus zu schaffen ist.

viel Glück und viele liebe Grüße
Melli und Sammy (der auch gerne mal eine Runde drehte)

von Yna(YCH) am 08. Januar 2003 16:24

Hallo Markus,

habe auch zwei Jäger hier, weiß deinen Ärger also durchaus einzuschätzen. Eure Basis ist doch schon gar nicht verkehrt, scheint es. Melli schreibt du solltest dem Hudn mehr Action und Entertainment bieten. Richtig, würde ich auch sagen.
Und die Jagdausflüge musst du definitv verhindern, das darf nicht passieren. So ein verhalten schleift sich ein und dein Hund macht immer mehr tolle Erfahrungen und zwar ohne Dich!
Sicher dich ab mit der SL. Absolvier ein Pfeifentrainung, mach Suchspiele, Jagdspiele, Apportierübungen oder was auch immer.
Gib mal einige Begriffe hier in die Suche-Funktion ein, am Seitenende. Da wirst du eine Menge zu den Spielchen, zum Jagen, zur SL finden.

Viel Erfolg! Viel Geduld, aber ihr schafft das schon, wenn du wirklich dran arbeitest!;-)

Yna

von Nina(YCH) am 08. Januar 2003 18:54

Hi Markus!

Ich kann dir ja einfach mal "unsere Geschichte" aufschreiben, vielleicht findest du ein paar brauchbare Ansätze. Also:
Ich habe eine ebenfalls 1 3/4 Jahre alte Kleine Münsterländer Hündin, eigentlich ein Hund bei dessen Rasse man sich schon auf einiges bezüglich Jagen gefasst machen müsste. Leider waren wir anfangs etwas naiv, ich habe überhaupt nicht darauf geachtet, wie interessiert sie plötzlich die Gebüsche und Felder neben uns betrachtete und eines Tages war sie dann weg. Nur für ein oder zwei Minuten, das ist es auch bis jetzt maximal geblieben, dann kommt sie fröhlich wieder, ist erschöpft und freut sich mich wieder zu sehen. Wenn sie das passende Feld gefunden hat, dann dreht sie Schwanzroutierend ihre Runden, wirkt total aufgeregt, obwohl sie noch nicht mal was gefunden hat. Allein der Geruch von Kaninchen bringt sie schon in diese Stimmung.
Ok, dann war sie etwa 3/4 bis 1 Jahr alt und ich hab von der Schleppleine gehört, daran lief sie etwa 1 oder 2 Monate, ich persönlich fand es eher hinderlich, mein Hund lernte ganz genau rauszufinden, WANN sie frei war und wann nicht.

Ich glaube schon, dass die Schleppleine eine super Hilfe ist, wenn denn der Mensch sie sinnvoll einsetzt. Das einzige was wir daraus gelernt haben, war, dass meine Hündin sowie sie im 10 Meter Umkreis von mir ist (egal ob mit oder ohne Leine) recht zuverlässig auf "NEIN" reagiert und nicht beim Anblick eines Hasen losstürmt.

Nun, meine ist leider kein Hund, der ununterbrochen an meinen Fersen klebt und auf Unterhaltung meinerseits wartet, sie läuft im Gegenteil dazu am liebsten weit vor und schnuppert am Rand. Wobei sich dann die Gelegenheit (für sie) bot, erst mal weit wegzurennen und dann über Graben/durchs Gebüsch auf den nächsten Acker abzuhauen - Rufen war dann zwecklos.

Ok, nächste Konsequenz war ihr den Graben oder das Gebüsch als Begrenzung einzuführen, das dauerte zwar etwas länger, aber letztendlich hat sie es begriffen, sie bleibt auf dem Weg (inklusive Grünstreifen am Rand), außer ich gehe auf das Feld/Wiese vor.
Seit einem viertel Jahr sind wir dabei die normalen Spaziergänge in Arbeitsspaziergänge umzuwandeln, d.h. kein Dahergetrotte für Frauchen, kein ununterbrochenes Geschnüffele für den Hund.
Wir üben ständig "Komm", "Sitz auf Entfernung", "Guck" (wobei "Sitz" bei uns Hinsetzen UND Angucken heißt), irgendwelche Kunststückchen wie Drehen, Pfotegeben beim Laufen (also Steppen), Slalom durch die Beine, Rückwärtslaufen, Sitz, Platz, Steh in allen Varianten, ...
Und auch Suchspiele, also Leckerchen ins Gras werfen und sie suchen lassen, sowie Apportierspiele und Ball-Zerren. Wenn Baumstämme in der Nähe sind, wird darauf balanciert, die Übungen werden darauf verlegt, es wird gesprungen und co.

Zum "Sitz" muss ich noch sagen, dass sie vor jedem Ableinen erst sitzen und mich angucken muss, dass sie, bevor sie zu den Hundefreunden auf die Wiese darf, erst mich angucken muss, kurz, bevor es irgendwas interessantes gibt, muss sie erst ihren fixierenden Blick von dem Interessanten abwenden, bevor es den Spaß gibt.
Naja, an einigen Tagen hab ich mich verflucht für diese Idee, mein sturer Hund schaffte es echt 10 Minuten wie verhext durch die Gegend zu gucken und herauszufinden, OB da nicht was interessantes sein könnte. Zehn Minuten klingt ja jetzt echt nicht lang, aber steh mal die Zeit hinter deinem Hund und tu nichts. Es ist zum verzweifeln, am liebsten hätte ich sie irgendwo an einen Baum gebunden und wär weggefahren. Dann hätte sie den ganzen Tag gucken können und am Ende hätte ich sie wieder abgeholt und sie hätte wohl noch nicht mal gemerkt, dass ich weg war.

Naja, jetzt geht es schneller, wenn nichts spannendes ist, dreht sie den Kopf schon beim Sitzen zu mir, ansonsten wird noch mal kurz die Gegend inspiziert, bevor sie mich anguckt.

Heute morgen war sie etwa 20 Meter vor mir, als ich plötzlich einen Hasen über die Straße rennen sah - wargh. Eigentlich sah ich meinen Hund schon auf dem Feld, ich rief sie dennoch und sie blieb stehen. Zwar nicht wirklich begeistert, aber sie blieb stehen, ließ den Hasen passieren und kam zurück. *TotaleFreunde* (bin jetzt noch ganz benommen von diesem Ereignis)

Wir sind natürlich noch längst nicht am Ende, unsere Spaziergänge erfordern 100% Aufmerksamkeit, insbesondere wenn sie merkt, dass ich mich unterhalte oder nicht aufpasse, steht mein Hund dann genauso wie früher wild SchwanzRoutierend auf dem Feld und nutzt ihre Nase.
Im Frühjahr fangen wir mit Fährtenarbeit an, ich weiß nicht, ob es was bringt, ich hoffe es sehr und einen Versuch ist es ja wert.

Also, ich wünsche dir viel Erfolg, viel Geduld und viel, viel Zeit auf den Spaziergängen. Alles Gute,
Nina

von Rosmarie(YCH) am 08. Januar 2003 18:00

Hallo Markus!

Ich habe mit meinem Hund dasselbe Problem wie du - auch dieselben Verhaltensweisen. Du darfst es gar nicht dazu kommen lassen, daß dein Hund davonrennt - schon vorher reagieren, sobald du merkst, daß er eine Spur aufgenommen hat. Da muß man natürlich während des Spaziergangs immer gut aufpassen, was der Hund macht und erfinderisch sein. Falls er auf Ablenkung nicht reagiert, so wie meiner, dann könntest du ihn ja an die Leine nehmen. Meine Hündin geht an der Flexileine und das funktioniert recht gut.

Grüße, Rosmarie

von Konny(YCH) am 09. Januar 2003 07:06

Hy Nina

SUPER!!!!!!!!!!
Habe wieder was Neues gelernt.
Beschäftigung mit dem Hund unterwegs ist selbstverständlich.
Aber natürliche Hindernisse als Grenze zu nehmen auf die Idee bin ich noch nicht gekommen.Wie hast Du das angefangen???????
Danke!!!!!!!
Gruß Konny

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