Hunde aus Inzucht? :: Hundezucht & Hundeaufzucht

Hunde aus Inzucht?

von Cindy(YCH) am 07. Januar 2003 08:31

HAllo Kathi,

: alles was unter 15% liegt, fände ich schon ideal. Bei seltenen Rassen, z.B. Islandhund, war (oder ist) sogar nur ein Wert von 25% angestrebst. Bei vielen Zuchten liegt der Wet um 30% und höher.

Was "streiten" wir uns dann eigentlich? smiling smiley

Dann sehen wir zumindest das ganze so ziemlich gleich.

Gruss Cindy

von Kathi(YCH) am 07. Januar 2003 08:43

:Hi Cindy,

: Was "streiten" wir uns dann eigentlich? smiling smiley

wir "streiten" doch gar nicht. Ich fand die Diskussion interessant und anregend.

: Dann sehen wir zumindest das ganze so ziemlich gleich.

waren wir ind bei dem Thema nicht schon einmal ziemlich einig ? :-)

Grüße
Kathi

von Susanne(YCH) am 09. Januar 2003 19:30

Hallo Cindy,

was sind denn nun die schlagenden Vorteile der Inzucht, die schleichenden Vitalitätsverlust des Einzeltieres durch Inzuchtdepression und genetische Verarmung der Rasse mehr als wettmachen?

Je enger man den Rassebegriff (oder den der Population) faßt, desto niedriger kann man die Inzuchtbelastung rechnen, deshalb ist das für mich z.T. Augenwischerei. Schon zwischen verschiedenen Zuchtverbänden innerhalb des VDH findet nur stark begrenzter Zuchttieraustausch statt.

Extrem kleine Rassen steuern ohne Out-cross wohl generell dem Untergang zu, bewußt betriebene Inzucht wird den genetischen Verfall aber beschleunigen. Meines Wissens wird deshalb ja in Zootierpopulationen so ein rigides weltweites Zuchtmanagement gefahren, um Allelverlust durch Inzucht zu vermeiden.

Grüße von Susanne

von Lorena(YCH) am 14. Januar 2003 22:35

Hallo Sam,
meinst Du Inzestzucht oder Linienzucht? Alle Rassehunde sind mehr oder weniger ingezüchtet. Als ingezüchtet bezeichnet man einen Hund, der weniger Ahnen hat, als der Durchschnitt der Rassenpopulation (Ahnenverlust).

Inzestzucht ist, Mutter-Sohn, Vater-Tochter, Bruder-Schwester. Alles andere wird als Linienzucht bezeichnet und ist (leider) in der Rassehundezucht immer noch stark verbreitet. Inzestzucht ist in den meisten VDH-Vereinen nicht erlaubt oder nur mit Sondergenehmigung.

Selbst bei gewissenhaftester Linien-Verpaarung, lässt es sich nicht vermeiden, dass Genverlust auftritt, ist ja auch Zweck der Sache, es sollen Schadgene verlustig gehen und gute Gene reinerbig gemacht werden. Dies war die Philosophie vieler Züchtergenerationen. Mittlerweile kommt man (sehr) jedoch langsam davon ab. Man war der Ansicht, man könnte alle Schadgene auf diese Art ausmerzen und die guten Gene festigen (reinerbig). Jedoch ist dies nicht möglich, denn es gibt viel zu viele Gene,die zudem oft gekoppelt sind. Schaltet man ein Schadgen aus, hat man ein anderes angeknipst.

Selbst wenn es heute sofort keinerlei Linienzucht mehr gäbe, erleidet jede Rasse einen progressiven Genverlust, aufgrund der bereits bestehenden Inzucht in der Population, d.h. praktisch über kurz oder lang würde sich die Rasse totlaufen, nämlich dann, wenn man bei einem so niedrigen Genpool angelangt ist, dass das Tier nicht mehr lebensfähig ist.

In Holland hat man diese große Gefahr erkannt und man ist mittlerweile sehr rigoros im Zuchtprogramm. Z.T. gibt es Paarungseinschränkungen, dh. Rüden haben nur noch eine begrenzte Anzahl von Deckakten im Leben, Hündinnen nur noch bestimmte Anzahl von Hündinnen, Wiederholungspaarungen sind verboten, Inzestzucht auch, Inzuchtkoeffizient darf einen bestimmten Wert nicht übersteigen, z.T. in kleinen Zuchten rotierende Paarung. Auch in Deutschland gibt es schon einige wenige Vereine, die das genau so machen, viele jedoch stellen sich quer.

Ohne Inzucht (Linienzucht etc.) würde es aber überhaupt keine Rassen gegeben. Sie hat also durchaus ihre Berechtigung (gehabt). Allerdings ist irgendwann der Punkt erreicht, wo eine Rasse ausreichend unverkennbar als eine Rasse zu erkennen ist und dann sollte man nur noch begrenzt oder möglichst gar keine Linienzucht mehr einsetzen, um den Genpool nicht weiter zu verkleinern. Ein hoher Genpool ist lebensnotwendig für jedes Lebewesen, um sich überhaupt jeglicher Umweltveränderung (Auftreten neuer Virenstämme, Umweltgifte, neue Bakterienstämme, Ernährungsumstellungen, Witterungsverhältnisse etc.) anpassen zu können. Je geringer der Genpool desto häufiger treten Imunstörungen, Allergien, Krebs etc. auf.

Nachzulesen bei Dr. Hellmuth Wachtel (Genetiker), Hundezucht 2000, ein Buch über Populationsgenetik und keineswegs über den sonst üblichen Kram wie Welpenaufzucht, Paarung etc. Außerdem das einzige Buch überhaupt in deutscher Sprache, dass sich mit dem Thema in verständlicher Weise auseinandersetzt.

Ein Hund der entsprechend eng auf Linie gezogen und dabei aber hart selektiert wurde, kann durchaus ein gesunder, intelligenter Hund sein, kann - im Einzelfall. Vom Standpunkt der Populationsgesundheit und -Vitalität jedoch schädigt Linienzucht über Generationen gesehen ganz klar die Rasse und sollte daher nicht mehr länger geübt werden.

Gruß Lorena

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