Hundeflüsterer-das Antiwort des Jahres? :: Ungereimtes

Hundeflüsterer-das Antiwort des Jahres?

von Yvonne(YCH) am 04. Oktober 2001 13:16

: Ich hab einfach die Erfahrung gemacht, das wenn du Leuten ins Gesicht sagst was sie falschmachen , siehst du sie nie wieder auf dem Platz .
: Und dann wird halt der nächste Platz/Trainer/Verein oder auch mal ein Flüsterer ausprobiert.

:-))))))))))!!!!

Gruss
Yvonne


von Elke(YCH) am 04. Oktober 2001 14:39

Hallo Christine

Es ist mir sehr wohl bewußt, daß es die Hundebesitzer, die Du hier beschreibst gibt und ich habe auch selbst schon (zu) viele von ihnen kennengelernt. Ich führe sie unter der Kategorie Durchgangsquartier für zukünftige Tierheiminsassen, denn bei dieser Einstellung kann weder ein "Hundeflüsterer" noch der liebe Gott persönlich den Hund zum "Funktionieren" bringen, egal, was manche versprechen.
Eigentlich komme ich aus der "Pferdeecke" und habe ca. 15 Jahre mit sogenannten schwierigen Pferden gearbeitet. Im Zuge dieser Arbeit sind auch immer wieder Menschen mit Hunden an mich herangetreten, darunter auch sehr viele, die trotz Abrichtung durch einen Profi, manche auch deswegen, keineswegs den versprochenen Erfolg zeigten - sprich er funktionierte immer noch nicht.
Die wenigsten dieser Menschen haben ihren Hund aus Bösartigkeit harten Abrichtemethoden ausgesetzt. Den meisten war einfach nicht bewußt, daß auch der Hund ein denkendes und fühlendes Wesen und nicht nur eine instinktgesteuerte Biomaschine ist, die man nach dem Motto reiß hier so an, dann macht er das oder das, erziehen muß. Manchen war diese Erkenntnis sogar schon gekommen, aber gezielt wieder ausgeredet worden. Der Satz den ich zu dieser Zeit am häufigsten gehört habe war "Wenn ich das früher gewußt hätte, hätte ich das nie getan." Daher auch mein (möglicherweise ungerechtfertigtes) Vertrauen in die Menschheit.
Ich habe auch die andere Kategorie kennen und fürchten gelernt, aber die waren wie gesagt, in der Minderzahl. Und wenn man dieses Forum als repräsentativen Durchschnitt betrachten könnte, wären sie es noch.

Liebe Grüße

Elke

von René(YCH) am 04. Oktober 2001 15:27

Hallo Andreas,

: du hast in vielem Recht, aber man sollte es nicht zu sehr an dem Wort "Führer" festmachen.
: Führen heißt nicht nur lenken und leiten, sondern auch Fürsorge und Verantwortung und die Anerkennung der Rechte, im Gegensatz zu der Diktatur.

Wenn die übergroße Mehrheit der "Hundeführer" es so sehen würde, wie Du es siehst, hätte ich kein Problem mit diesem Wort, aber wenn ich auf die Jahrzehnte zurückblicke, die ich in Deutschland umgeben von HundeFÜHRERN gelebt habe, mit meiner Mentalität, mit meiner Sicht der Dinge, dann fiel mir dazu leider allzu oft immer noch der Satz von Erich Fried ein "An ihren Worten wirst Du sie erkennen", vielleicht reagiere ich da auch sehr sensibel, weil ich die Diktatur noch hautnah erlebt habe, aber im "Umkehrschluß" habe ich erlebt, dass Menschen, die sich innerlich gegen den Begriff "Hundeführer" wehren, junge wie alte Menschen, auch äußerlich nicht bei den Hundezerstörern landen, sondern sich selbst rechtzeitig Gedanken machen.

: Es gibt sehr, sehr unterschiedliche Führungsstile!

Ja, natürlich gibt es die, und mit "Führungsstil" habe ich auch kein Problem, mit "führen" auch nicht, auch wenn ich selbst immer sage "ich lebe mit meinen Hunde, ich teile mit ihnen mein Leben, und oft genug führen sie mich, ohne dass ich dadurch meine Stellung als Rudelchef verliere, aber es gibt Situationen, in denen ein Rudel Hunde einfach fähiger ist, in der Wildnis zu überleben, als ich als einzelner Mensch es wäre", aber das Wort Führere ist unbewußt noch sehr eindeutig besetzt, es ist mit Macht und Herrschaft verbunden, auch wenn es vielen nicht klar ist, nicht bewußt wird, und ich habe oft erlebt, dass der Sprachgebrauch sehr viel ändern kann, weil das menschliche Bewußtsein extrem sprachlich geprägt ist, und über neue Worte werden bei vielen Menschen auch neue Gefühle möglich, schau, es geht ja nicht um Menschen wie Dich, oder Christine, oder andere, die in Hunden ein lebendiges Wesen, ein individuelles Subjekt sehen und seine Gefühle achten, sondern wirklich um Menschen, die den Hund zu einem austauschbaren Objekt degradieren, und wenn diese menschen beginnen, sich über ihren Sprachgebrauch klarerzuwerden, dann ist damit oft eine kleine Tür aufgestoßen, das ist dann noch keine endgültige Rettung für den Hund, aber ein Anfang.

: Deswegen ist Führen/Führer absolut wertneutral.

Ich wünsche mir, es wäre in Deutschland wirklich schon so, ehrlich, denn ich habe dieses Land sehr, sehr gern, aber leider spukt da noch und schon wieder viel zu viel altes Zeug in den Köpfen.
Konstantin Wecker hat mal im Hinblick auf ein anderes Thema einen schönen Text geschrieben, er paßt für mich auch auf Hunde, denn auch für die meisten Hunde hat sich nicht viel geändert bzw. es wird z.T. wieder schlimmer (ich zitiere jetzt Wecker, im Zweifel also bitte mit ihm schimpfen, ok.?):
"Oh Deutschland, unseliges Vaterland,
Du Land der Dichter und Denker,
gestern noch hast Du Europa verbrannt,
und nun spielst du schon wieder den Henker."
Und eben das ist es, die Menschen, die so mit Tieren umgehen, begreifen nicht den wirklichen Ernst der Situation, sie begreifen nicht, dass die Hunde ernsthaft Schaden nehmen, es ist für viele ein "Ausprobieren", ob es diese Methode oder der "Ausbilder" (für mich sind solche Tierquäler keine Ausbilder, sondern es sind die wirklichen Bestien, die ihr Bestiensein brutal auf die Hunde übertragen und dann im Hund ihre eigenen finsteren Seelenanteile bekämpfen) nun endlich etwas bringt, damit der "Köter" wieder "funktioniert", sie verstehen nicht, vom Fühlen zu schweigen, dass sie sich selbst in ihrem Kopf die "Bestie" erst herbeireden müssen, die sie dann bezwingen wollen.
Und ich für mich kann es verbal nicht verantworten, Menschen wie Dich, Christine, Elke usw. (ich habe nicht alle behalten, sorry) mit diesen "Führern" in einen Topf zu werfen, deshalb distanziere ich mich selbst immer wieder von diesem Wort, ich habe unter "dem Führer" sehr gelitten, ich werde es nie wieder neutral gebrauchen wollen, denn es gibt für mich einige wenige Punkte, in denen ich nicht vergessen will, was nicht heißt, dass ich ansonsten dauernd "Asche auf der Deutschen Haupt" stereuen will, keinesfalls, es ist ein schönes Land, es ist eine beeindruckende Demokratie, aber manchen Begriffen haftet noch zuviel an.
Ich hoffe, das ist verstehbar und kommt Dir jetzt nicht "verschroben" vor?

Viele Grüße aus der Ferne von

René

von René(YCH) am 04. Oktober 2001 15:31

Hallo Elke,

sehr, sehr gerne und, uff, ganz herzlich Danke für Deine Antwort.

Viele hunde-herzliche Grüße von René

von Andreas(YCH) am 04. Oktober 2001 16:07

Hallo,

wenn du es so siehst, wie du es geschrieben hast, dann geb ich dir Recht. Ich halte dich auch nicht für verschroben, sondern kann es nachvollziehen.

: Konstantin Wecker hat mal im Hinblick auf ein anderes Thema einen schönen Text geschrieben, er paßt für mich auch auf Hunde, denn auch für die meisten Hunde hat sich nicht viel geändert bzw. es wird z.T. wieder schlimmer (ich zitiere jetzt Wecker, im Zweifel also bitte mit ihm schimpfen, ok.?):

Als uralter Weckerfan werde ich den sicherlich zuletzt beschimpfen :-).

Grüße
Andreas

PS: Wie aber würdest du einen Rettungshundeführer umbenennen?

von Sabine S.(YCH) am 04. Oktober 2001 17:15

: PS: Wie aber würdest du einen Rettungshundeführer umbenennen?

Wie wäre es mit "Bei-jedem-Wetter-im-Gebüsch-Herumkriecher", "Mit-Spinnen-und-Ratten-im-Verließ-Hocker", "Mit-abgestorbenen-Beinen-unter-dem-Baum-Aushalter" oder vielleicht einfach "Motivationskünstler in tierischen und menschlichen Belangen"? ;-))

Gruß
Sabine S.
(die ihre Spinnenphobie dank Trümmersuche auf unorthodoxe Weise überwunden hat)

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