Partner Hund S.18 :: Hunde in den Medien

Partner Hund S.18

von Martin + Mirko(YCH) am 01. Februar 2001 12:57

Grüß Dich Andrea,

jetzt muss ich mich doch ein wening wundern, wenn du schreibst:

: Den Fall den ich allerdings im Kopf hatte, ist ein Diensthundeführer dessen Hund nicht ablässt. Selbst bei starken Zwangeinwirkungen (Stachel oder E-Gerät auf hoher Stufe) hat der Hund den Schmerz in Aktion umgesetzt. Der Hund hat entweder noch mehr gebissen oder ist sogar den HF angegangen. So..soll der Diensthundeführer jetzt seine Ansprüche zurückschrauben? Sollte dieser Hund nicht im Gehorsam stehen?

Hier würde ich meinen, der hund wurde viel zu früh viel zu hoch gepuscht und dann heißt es "Samiel hilf". Und dann kommt der hammer:

:In diesem Fall hat der Hund mit E-Gerät (Stufe 1 + 2) das saubere Aus gelernt. Ohne Schmerz nur mit kribbeln. Das hat 5 Minuten gedauert und der HF wußte, wie er demnächst mit seinem Hund arbeiten muß. Es kann so einfach sein, wenn man weiß wie.

Das heißt für mich im klartext, dass die ausbildung des hundes und hundeführers nicht als professionell bezeichnet werden kann. Und wenn die situation im nachhinein "so einfach" bereinigt werden konnte, dann hätte sie zuvor nie aufzutreten brauchen.

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie die archaische faszination an der aggressiven aktion des partners hund den blick für den sinnvollen aufbau trüben kann.

Ich bezweifle nicht, dass man mit dem e-gerät maches "kind aus dem brunnen holen kann", aber ich bin umso mehr der meinung, dass man heute sichere brunnen bauen kann.

in diesem sinne
tschüß Martin & Mirko

von Anke + Rico(YCH) am 01. Februar 2001 13:13

Hallo Andrea,

welche Probleme ich mit e-Geräten sehe hab ich in diesem Forum schon zur Genüge erläutert, also lasse ich das hier... aber der Vergleich mit der Reiterei kommt mir nicht ganz glatt vor...

Natürlich wird da mit Körperkontakt gearbeitet (läßt sich wohl schwerlich vermeiden wenn man drauf hockt :-)) ), aber sind diese Kontakte nicht anderer Natur? Ich würde sie als Signale bezeichnen, halt "Fühlzeichen" keine "Hörzeichen" oder "Sichtzeichen". Auch einen Hund könnte ich auf "Fühlzeichen" arbeiten (Tip auf Hintern = Sitz, Tip auf Schnauze = gib Laut etc.pp.), halte ich aber für unpraktisch, da er ja meistens weiter weg ist. Der von Dir beschriebene e-Kontakt dient doch nicht als Signal für ein einziges bestimmtes Verhalten, sondern wird ergänzend eingesetzt - eher vergleichbar mit Sporen in der Reiterei...

Und der theoretische Hintergrund dieser leichten Reizstromanwendung ist mir immer noch nicht klar - soll das jetzt was positives für den Hund sein, weil es schmerz ja nicht soll sogar angenehm sein, oder was negatives, weil der Hund ja bemüht sein soll, dieses Kribbeln abzustellen...ich hab da immer noch einen Knoten im Hirn...kriegt man dieses Seminar mit Bart Bellon über Jürgen Rixen? Wie lang geht es und was kostet es?

Grüße
Anke + Rico

von Susanne(YCH) am 01. Februar 2001 13:50

Hallo Andrea!
: :
: : ..wie es anders gehen könnte. Schließlich ist er Profi.
:
: Meinst Du das dieses "andere" soooo neu ist?
: Meinst Du Lerckerli, Ball, Beutebestätigung, Clicker, u.s.w.?
Auf neu oder nicht, kommts mir nicht an, wenns wirkt. Wichtig ist mir, dass es ohne Schmerz geht. Es sollte für den Hund psychisch und physisch möglich sein. Obwohl ich schon Clickerfan bin.

.... immer einen Punkt geben wo es für den Hund etwas wichtigeres gibt als Dich. Wichtiger = interessanter, oder? Das kann man entweder akzeptieren oder daran arbeiten. Das ist ja nicht gleich Ungehorsam.

.... in jeder Situtation abrufbar ist. Garantieren kann das aber auch keiner. Mit keiner Methode, oder?

Das hat für mich nichts damit zu tun, das ein Hund wie eine Maschine funktionieren muß, er soll lediglich gehorsam sein. Dann funktioniert er aber wie eine Maschine.

....Auch in hohen Triebsituationen, darf der Hund mir nicht einen Vogel zeigen. Ich habe schon Hunde hinter Wild über die Bundesstraße laufen sehen. Und ein Klassenkamerad von mir ist durch so einen Hund beim Autounfall ums Leben gekommen. Ich möchte nicht, das mein Hund so etwas verursacht.
Natürlich nicht. Aber die Mehrheit der Autounfälle wird doch nicht durch wildernde Hunde verursacht.
: :
: : Und - auch Diensthunde sind keine Maschinen.
:
: Nein....aber sie müssen im gehorsam stehen und auf Befehl aus lassen. Niemand macht aus seinem Hund eine Maschine. Ein gut ausgebildeter Hund ist ein Traum ein schlecht ausgebildeter die Hölle.
Das sind doch nur die beiden Extreme, dazwischen spielt sich das Leben ab:-))

Motivationsgurus ES ist mir ziemlich wurscht, wer Zwang anwendet. Bei meinen Hund hab ich bemerkt, es geht einfacher, wenn ich zunächst einmal die Ansprüche herunterschraube und nicht zu stur bin. Da wird er einfach entgegenkommender.
Über Zwang ginge da gar nichts.
Ich hab früher auch Leute bewundert, deren Hunde soo super gefolgt haben. Seit ich mich auch eine wenig mit der Kpörpersprache der Hunde beschäftige, ist es mit Bewunderung oft nicht mehr weit her. So einen geknickten, aber folgsamen Hund möchte ich nicht haben. (Ich red nicht von deinen!)

: Noch ein Beispiel zur Kontaktmethode. Was sagst Du beispielsweise zu Reitern? Die arbeiten auch über körperlichen Kontakt mit Ihren Pferden. Ist das Tierquälerei, weil sie nicht ausschließlich mit Möhren arbeiten?
Ich hab nur 5 Reitstunden gehabt. Ich finde ohne Sporen ist es akzeptabel. Muss ich aber erst mit meiner Freundin (Reiterin) diskutieren.

Noch was zur Persönlichkeit von Hunden: Der Vater meines Freundes hatte einen Hund, der Türen schließen konnte. Wenn er sie selbst aufgemacht hat, und man hat ihm gesagt, mach die Tür zu, ist er hingegangen, hat die Tür zugemacht. Wenn wer anderer die Türe offen stehen ließ, und man hat ihn Tür-zu-machen geschickt, hat er sie zugeglescht.

Liebe Grüße
Susanne

von Andrea(YCH) am 01. Februar 2001 18:44

Hallo Anke,
:
: welche Probleme ich mit e-Geräten sehe hab ich in diesem Forum schon zur Genüge erläutert, also lasse ich das hier... aber der Vergleich mit der Reiterei kommt mir nicht ganz glatt vor...
:
: Natürlich wird da mit Körperkontakt gearbeitet (läßt sich wohl schwerlich vermeiden wenn man drauf hockt :-)) ), aber sind diese Kontakte nicht anderer Natur? Ich würde sie als Signale bezeichnen, halt "Fühlzeichen" keine "Hörzeichen" oder "Sichtzeichen". Auch einen Hund könnte ich auf "Fühlzeichen" arbeiten (Tip auf Hintern = Sitz, Tip auf Schnauze = gib Laut etc.pp.), halte ich aber für unpraktisch, da er ja meistens weiter weg ist.

Das ist bei einem E-Gerät egal, wie weit er weg ist. Aber genau das ist es. Als wenn Du Deinen Hund antippst. Ich bin noch hier.

Der von Dir beschriebene e-Kontakt dient doch nicht als Signal für ein einziges bestimmtes Verhalten, sondern wird ergänzend eingesetzt - eher vergleichbar mit Sporen in der Reiterei...

Sporen tun ja wieder weh. Meinst Du nicht, das ein Hund dem weh getan wird, dies auch zeigt? Selbst sensible Hunde haben sich maximal am Halsband gekratzt, das wars dann aber auch schon.
:
: Und der theoretische Hintergrund dieser leichten Reizstromanwendung ist mir immer noch nicht klar - soll das jetzt was positives für den Hund sein, weil es schmerz ja nicht soll sogar angenehm sein, oder was negatives, weil der Hund ja bemüht sein soll, dieses Kribbeln abzustellen...ich hab da immer noch einen Knoten im Hirn...kriegt man dieses Seminar mit Bart Bellon über Jürgen Rixen? Wie lang geht es und was kostet es?

Kommt darauf an? Bart sagte z.B. das er seinen Jagdhund mit Kurzimpuls sitz machen lässt und mit Langimpuls zurückruft (ohne Kommando). Hier wird der Impuls weder als Lob noch als Strafe sondern als Signal benutzt. In "Der Gebrauchshund" von Jürgen Rixen stehen Adressen die Seminare mit Bart Bellon anbieten. Es sind aber keine E-Geräte Seminare sondern meist Ringsportseminare aber das Thema E-Gerät ist immer dabei.

Viele Grüße
Andrea

von Andrea(YCH) am 01. Februar 2001 19:12

Hallo Martin,
:
: jetzt muss ich mich doch ein wening wundern, wenn du schreibst:
:
: : Den Fall den ich allerdings im Kopf hatte, ist ein Diensthundeführer dessen Hund nicht ablässt. Selbst bei starken Zwangeinwirkungen (Stachel oder E-Gerät auf hoher Stufe) hat der Hund den Schmerz in Aktion umgesetzt. Der Hund hat entweder noch mehr gebissen oder ist sogar den HF angegangen. So..soll der Diensthundeführer jetzt seine Ansprüche zurückschrauben? Sollte dieser Hund nicht im Gehorsam stehen?
:
: Hier würde ich meinen, der hund wurde viel zu früh viel zu hoch gepuscht und dann heißt es "Samiel hilf". Und dann kommt der hammer:

Da gebe ich Dir recht. Aber Du weißt sicherlich auch, daß die Polizei Ihre Hunde meist im Erwachsenenalter ankauft und das sie nicht immer die besten für wenig Geld bekommen ist ja wohl auch klar.
:
: :In diesem Fall hat der Hund mit E-Gerät (Stufe 1 + 2) das saubere Aus gelernt. Ohne Schmerz nur mit kribbeln. Das hat 5 Minuten gedauert und der HF wußte, wie er demnächst mit seinem Hund arbeiten muß. Es kann so einfach sein, wenn man weiß wie.
:
: Das heißt für mich im klartext, dass die ausbildung des hundes und hundeführers nicht als professionell bezeichnet werden kann. Und wenn die situation im nachhinein "so einfach" bereinigt werden konnte, dann hätte sie zuvor nie aufzutreten brauchen.

Theoretisch gebe ich Dir recht, aber ich habe Hund und HF gerade mal ein paar Minuten gesehen, kenne also weder die Geschichte des Hundes noch die Fähigkeiten des HF. Ist also schwer darüber eine Aussage zu treffen.
"So einfach"?...weiß nicht! Ich hätte es "so einfach" nicht gekonnt. Weil ich gar nicht gewußt hätte wie. Ich gehe mal davon aus, das die Diensthundeführer auch Erfahrung in Hundesausbildung haben und trotzdem nicht wußten, wie sie aus dem Teufelskreis rauskommen. Vielleicht hättest Du wieder eine ganz andere Lösung gehabt. Für mich wäre dieser Hund jedenfalls eine Nummer zu hoch gewesen.


: Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie die archaische faszination an der aggressiven aktion des partners hund den blick für den sinnvollen aufbau trüben kann.

Einen Hund der schon 1-3 Jahre alt ist kannst du nicht wie ein weißes Blatt Papier sehen und in dem Sinne von Anfang an sinnvoll aufbauen. Meist mußt du da die Fehler des Vorbesitzers ausbügeln und korrigieren.
:
Viele Grüße
Andrea

von Mina(YCH) am 01. Februar 2001 19:52

Hallo zusammen,
ich habe mir die Mühe gemacht und an die Redaktion geschrieben. Frei nach dem Motto, ob man denn bei Partner Hund zum Untergebenen Hund zurückkehren will, um den mittelalterlichen Methoden weiter zu fröhnen.
Die Antwort war recht ... ausführlich. Also, zum einen war das nur die Folge eins, es geht noch weiter. Im nächsten Teil geht es um Lob! Die Dame meint, sie hätte bei Obedience- und Agility-Trainern recherchiert, und musste feststellen, dass gerade im Sport öfter ein Innotec-Gerät eingesetzt wird, als man denkt (ist mir noch nicht untergekommen, würde ich auch nicht zulassen). Nun kommts, denn im Sport findet die Dame den Einsatz des Geräts "verwerflich". Jedoch wenn der Hund nicht kommt, z.B. in Autobahnnähe, ist diese Verwendung lebensnotwendig (ob die Dame schon mal was von der Erfindung der Leine oder der Erziehung gehört hat). Weiter argumentiert sie, dass auf ihrer Hundewiese die Tiere mit Brüllen und Stachelwürgern traktiert werden, ohne zu wissen warum. Warum sollten ihr dann die Hunde leid tun, die wissen, warum sie den prickelnden, aber schmerzlosen Kontakt bekommen (aber die Stachlertypen würden nicht zu Kleemann gehen, die gehen ja nicht mal in eine normale Hundeschule, was soll also die Referenz. Ich kann doch auch nicht sagen, warum soll ich mein Kind nicht schlagen, anderswo werden sie totgeprügelt). Außerdem haben alle Leute, die bei Kleemann waren, ihre Hunde lieb! Echt, das hat sie geschrieben. Weiter spricht sie von Hundeausstellungen, wo die Tiere am Strick gezogen präsentiert werden, von Sporthunden, die nach ihrem Lauf und einem nicht befriedigenden Ergebnis herumschikaniert werden. Sie fragt mich auch noch allen Ernstes, ob ich jemals bei einem Obedience- oder Agilitytraining zugesehen habe, wo man dies beobachten kann. Ach ja, ich soll ihr doch mal bei Gelegenheit erklären, wie man ins Internet und in die Foren kommt, damit sie mal selber gucken kann, wie die Reaktionen sind!
Also, macht euch selber eure Gedanken darüber. Ich bin nicht der Meinung, dass ich meinen Hund mit einem Kribbeln versuchen sollte zu erziehen, nur weil andere viel Schlimmeres mit ihren Tieren tun und ich ganz schlicht und ergreifend meinen Hund vergessen habe, einige Details in der Erziehung zu vermitteln. Da kann der Hund nun aber wirklich nichts dafür. Hohe Erfolge mit Clickertraining in Obedience, Dogdancing, Agility und ganz normaler Unterordnung haben gezeigt, dass der neue Weg der positiven Verstärkung sehr erfolgreich ist. Was nichts daran ändert, dass es noch immer die positive Bestrafung gibt und gerade im Schutzhundesport angewendet wird (nur die Guten kommen durch ...). Wie kann man sich nur als Magazin derart in den Schatten des Mittelalters stellen und dazu noch solche haltlosen Ausreden als Begründung sammeln.
Mina

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