Gewissensfrage Kastration :: Hundeerziehung + Soziales

Gewissensfrage Kastration

von Antje(YCH) am 05. April 2001 06:10

Hallo Mina,

: Wie du sagst, kein Hund ist nur für die Couch, doch auch kein Hund ist
: nur für den Schutzdienst geboren. Der Beagle im Schutzdienst?

Wo habe ich jemals behauptet, jeder Hund müsse Schutzdienst machen, um glücklich zu sein??? Allerdings gehört ein Meutehund wie der Beagle für mich nicht auf die Couch, sondern in eine Meute, dafür wurde er gezüchtet! Ich kenne zu viele Meutebeagle als daß ich einen Familinbeagle als wirklich glücklich bezeichnen könnte...


: Aber im Agility, doch auch wieder nicht jeden Tag. Jeden Tag vier
: Stunden Spaziergang mit Aufgabenverteilung?

Deinen Ausführungen nach müßten eigentlich 99% aller Hunde einen Psychater benötigen, wenn nur Hunde mit 4 Stunden Bewegung am Tag und Schutzdienst ausgelastet sind. Wohl gibt es aber einzelne Rassen, die so viel Bewegung einfach brauchen, dafür wurden sie ursprünglich gezüchtet. In wie weit sie sich als Familienhunde eignen, naja...


: Manche Hund haben aber auch wirklich keinerlei Interesse an sportlichen
: Betätigungen, die ziehen die Couch vor. Oder welchem Sport möchtest du
: einer englischen Bulldogge anbieten?

Ga rkeinen, wenn es nach mir ginge, dann gäbe es keine Hunde mit dem Erscheinungsbild einer modernen Bulldogge! So etwas fällt für mich unter den Qualzuchtparagraphen...


: Es gibt aber auch Hundebesitzer, die wollen nicht dreimal die Woche auf
: dem Hundeplatz rumlungern, die wollen einen Couchpotato mit täglichen
: Auslauf.

Genau, alles muß möglichst einfach sein. Und erhebt der Hund Anspruch darauf, irgendwie gefordert zu werden, dann löst man das auch "einfach" und mit wenig Anstrengung, ritschratsch... Dabei kann man mit seinem Hintern sogar auf der Couch sitzenbleiben, der Onkel Doktor erledigt das alleine, und inzwischen kann man weiter irgendwelche Soaps oder Talkshows im Fernsehen gucken. Tut mir leid, für so etwas habe ich nun mal absolut kein Verständnis...


: Und genau dafür gibts ja auch die verschiedenen Rassen, damit für jeden
: Bedarf etwas dabei ist ... sei es für manche auch noch so abwägig, doch
: die Ansprüche sind nun mal unterschiedlich

Ich habe nix gegen unterschiedliche Ansprüche, aber wenn ich mir einen Hund anschaffe, dann ist es nun mal aus mit der Bequemlichkeit...


: Das ist doch wirklich an den Haaren herbeigezogen. Und die Pfoten
: schneiden wir auch gleich ab, weil er ja daran ebenfalls knabbern
: könnte. Du kannst nicht einfach verfaulte Tomanten mit knackfrischen
: roten Äpfeln vergleichen, nur weil hier der Unterschied auf der Hand
: liegt.

Findest Du? Ist aber ein Argument der Kupierbefürworter...


: Wenn der Rüde eh nie darf, wozu soll er dann potent bleiben?

Und wenn er durch die Kastration im Laufe der Jahre einen hündinnenähnlichen geruch bekommt und deswegen jeder halbwegs potente Rüde versucht, ihn zu besteigen und er arme Kerl deswegen dauernd in irgendwelchen Beißereien steckt? Ich kenen so einen Kastraten, die Besitzerin ergreift inzwischen jedesmal die Flucht, wenn ein fremder Hund kommt oder einer, von dem sie weiß, es ist ein Rüde. Wenn hier von Spießrutenlauf mit läufigen Hündinnen geredet wird, was ist dann das?


: Wenn die Hündin nie Welpen haben soll, wozu dann jede Läufigkeit
: mitmachen?

Und was ist mit dem Harträufeln? Auch wenn nicht jede kastrierte Hündin träufelt, die Möglichkeit, daß sie es tut, liegt rassebedingt zwischen 5 bis zu 80%, d.h. von 20 kastrierten Hündinnen träufeln später, je nach Rasse, eine bis sechzehn!!! Sind lebenslange Medikamnete, ganz abgesehen von den deswegen getöteten Hündinnen, kein Leiden? Muß ich dieses Risiko aus Bequemlichkeit eingehen?


: Ich glaube, du gehst zu weit, bist zu sehr vernarrt in das Bild des
: "naturbelassenen Hundes".

Ich bin nicht in den "Naturbelassenen Hund" vernarrt, sondern finde es zum Kotzen, daß ursprünglich kerngesunde Hündinnen eingeschläfert werden, nur weil man das Träufeln nach der Kastration nicht mehr in den Griff bekommt... Es gibt durchaus Situationen, die eine Kastration rechtfertigen. Häufige schwere Scheinträchtigkeiten wären ja ein medizinischer Grund. Nur gibt es auch viele Leute, die von vorneherein sagen, unser Hund wird kastriert, und dann geschieht das nur aus Bequemlichkeit. Und wenn Leute in einen Erziehungskurs kommen, weil ihr etwas dominanter und unerzogenen Jungrüde naturgemäß so zwischen dem 10 und 18 Monat ein paar Dominanzprobleme bereitet, dann hörst Du bei 9 von 9 Hundehaltern so etwas wie "Wir werden ihn kastrieren lassen, dnn gibt sich das ja wieder...".

Viele Grüße

Antje



von Antje(YCH) am 05. April 2001 08:05

Hallo Simone,

es gibt durchaus Gründe, die für eine Kastration sowohl bei Rüden als auch Hündinnen sprechen. Der allgemeine Tenor ist aber der, daß man oftmals versucht, Dominanzprobleme bei Rüden mit dem Skalpell zu lösen, und bei Hündinnen ist vielen Besitzern schlicht und ergreifend der Umstand eienr Läufigkeit zu viel. Es ist auffällig, daß gerade bei Familienhunden (Rüden) von Kastration gerade dann gesprochen wird, wenn altersgemäß einige Dominanzrangeleien auf dem Programm stehen und daß gerade bei diesen Rüden die Konsequenz in der Kindestube etwas zu wünschen übrig gelassen hat. Wenn wir im Hinblick auf das Rutenkupieren so einen Zinnober veranstalten, dann muß man bei den gesundheitlichen Folgen, die das für einen Hund haben KANN, auch bei der Kastrationsfrage alles kritisch hinterfragen! Wenn ich jemandem vorwerfe, er verstümmele seinen Hund aus optischen Gründen, dann muß ich das bei demjenigen, der es mit gesundheitlich viel größerer Konsequenz aus Bequemlichkeit betreibt, genauso tun. Keiner hier hat bestritten, daß es gesundheitliche Gründe gibt, die eine Katration notwendig machen. Lasse ich aber meinen Hund nicht aus gesundheitlcihen Gründen kastrieren, dann muß ich mir auch immer die Frage stellen, ob der Hund nicht schlicht und ergreifend "zu viel Hund" für mich und meine Verhältnisse ist. Da aber keiner gerne zugibt, die Lage nicht im Griff zu haben, werden auch manchmal Gründe für eine Kastration, die eigentlich gar nicht nötig wäre, an den Haaren herbeigezogen. Du glaubst gar nicht, was ich mir in dieser Hinsicht schon alles habe anhören müssen, obwohl sofort klar war, was eigentlich Sache ist, wenn man den betreffenden Hund 2 Minuten beobachtet hat. Meine eigenen Erfahrungen haben mir halt gezeigt, daß das "Leiden" der unkastrierten Rüden vielfacht durch die Besitzer noch forciert werden. Sorry, wenn sich durch meine Äußerungen hier Leute auf den Schlips getreten fühlen, obwohl sie doch schreiben, daß die Kastration ihres Hundes medizinisch notwendig war oder daß bereits massive Verhaltensstörungen bei einem Rüden vorlagen. Dann aber muß die Hinterfragung erlaubt sein, woher diese schweren Verhaltensstörungen eigentlich rühren (Genetik? Dann gehören nahe Verwandte unbedingt aus der Zucht. Oder doch erworben? Dann sollte der Hundehalter doch noch einmal seine Eignung für diese Rasse oder evtl. überhaupt für die Haltung eines Hundes überprüfen...). Bei anderen Dingen differenziert und hinterfragt man ja genau so kritisch.

Viele Grüße

Antje

von Ralf+July(YCH) am 05. April 2001 08:13

: Hallo an alle!
:
: Ich brauch eure Hilfe...bin mir nämlich momentan unsicher.
Hallo Simone!

Lies doch mal diese Seiten.
Gruss, Ralf und July

[sol.virologie.med.uni-giessen.de]



von Kerstin(YCH) am 05. April 2001 10:45

Hallo Antje,

züchtest du?

Wenn ja dann kann ich deine Meinung sehr gut verstehen, denn ich hab die
Erfahrung gemacht für einen Züchter gibt es nichts schlimmers als eine Kastration.

Gruß Kerstin

von Antje(YCH) am 05. April 2001 10:58

Hallo kerstin,

meine Einstellung hat nix damit zu tun, daß ich alle paar Jahre mal einen Wurf züchte, sondern eher damit, daß ich Hündinnen und auch Rüden kenne, denen die Kastration gesundheitlich und auch in Bezug auf ihr Seelenleben wirklich sehr schlecht bekommen ist (bis hin zum Einschläfern). Auch wenn es Rassen gibt, die weniger stark betroffen sind, ab Mittelgröße MUSS ich bei jeder Hündin davon ausgehen, daß sie nach der Kastration träufeln könnte. Bei manchen Rassen wie Dobermann und Boxer weigern sich inzwischen ja glücklicherweise schon viele Tierärzte, Hündinnen ohne medizinische Indikation zu kastrieren, weil z.B. bei den Dobis anschließend 8 oder 9 von 10 kastrierten Hündinnen träufeln (was oft stark untertreiben ist, bei einigen bekommt man es trotz Höchsdosis von verschiedenen Medikamenten nicht in den Griff und die Hündinnen müssen sehr jung getötet werden), bei den Boxern liegt die Rate nur wenige drunter. Doch selbst wenn das Risiko "nur" bei 1:20 liegt, spiele ich doch indirekt mit dem Leben oder zumindest der Gesundheit meiner Hündin (auch wenn man das Träufeln mit Medikamenten in den Griff bekommen kann, haben diese doch teilweise schwere Nebenwirkungen bei Langzeitanwendung), wenn ich diese kastrieren lasse, und für mich ist das dann, wenn es ohne eine Notwendigkeit und aus reiner Bequemlichkeit geschieht, ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bzw. Oder andersherum, wenn ich mich über eine grundlos kastrierte Hündin (= ohne medizinische Indikation) nicht aufrege, dann darf ich das über einen Hund mit kupierter Rute auch nicht...

Viele Grüße

Antje

von Nikka(YCH) am 05. April 2001 11:38

Hi Amelie,

eben! *g* Läufige Hündinnen nimmt meiner auch noch wahr, da wird mehr geschnüffelt, aber es ist weit nicht mehr das hypernervöse Bremborium, das er sonst immer gemacht hat. Ich denke, dass die Kastration vielfach gelassener macht, da nicht mehr ständig Rangordnungsauseinandersetzungen anfallen.
Was hast Du denn für einen? Wie hat er sich nach der Kastration verändert im gegensatz zu vorher?

Liebe Grüße,
Nikka

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