Fährtenarbeit in der Freizeit :: Was sonst nirgends passt

Fährtenarbeit in der Freizeit

von Michaela(YCH) am 20. Mai 1999 12:59

Hallo Holger und alle die es interessiert,

hier nun die Beschreibung, wie man seinen Hund die Fährtenarbeit im wahrsten Sinn des Wortes schmackhaft machen kann smiling smiley

Zuerst mußt Du Dir einen Punkt suchen, von dem aus du weggehst, es kann z.B. eine markante Stelle im Garten, oder Wald sein. Dort beginnst du mit der Fährte. Es ist besser nicht ein einziges Leckerchen zu verstecken, sondern z.B. mit Brot, oder Käse (was immer Dein Hund mag) und war in sehr kleinen Stücken. Die erste Fährte ist ca. 100 Schritte lang und bei jedem vierten Schritt wird ein kleines Stück Essen versteckt. Durch die Länge der Fährte, versteht der Hund, was er machen soll, bei kürzeren Strecken ist er zu schnell fertig und in dem Moment wo er begreift, was Du von ihm willst, ist die Fährte schon wieder aus. Du beginnst die Fährte mit dem Kommande "Such" und deutest auf das erste Essensstück. Vielleicht läßt sich Dein Hund am Anfang noch ablenken, doch die Ruhe kommt mit dem ständigen Wiederholen des Fährtenspiels. Wenn Dein Hund, wodurch auch immer abgelenkt ist, versuche ihn wieder auf die Fährte zu konzentrieren. Locke ihn durch den Tonfall, zeige auf die Fährte und spiele einfach, als ob es sich dabei um etwas ganz Tolles handelt. Sage dabei wieder das Anfangskommando "Such", aber im lockeren Tonfall, es soll ja Spaß machen. Wenn Dein Hund der Spur dann wieder folgt und das nächste Käse/Brot/Fleischstück gefunden hat, loben. Jedesmal. Du wirst anfangs viel in gebückter Haltung sein müssen, um ihn richtig zu motivieren und immer wieder auf das Essen zeigen zu können.
Mit fortschreitender Erfahrung den Abstand zwischen den einzeln aufgestreuten Krumen vergrößern. Und auch immer in anderem Gelände. Dies jedoch erst, wenn Dein Hund schon genügend positive Erfahrung gemacht hat. Die Schwierigkeit kannst Du nach und nach erhöhen. Bei einem Mißgeschickt nicht schimpfen, sondern einfach ignorieren und wieder auf die richtige Fährte lenken.

Viel Spass beim Suchen,

Michaela + Henry



von daniela(YCH) am 20. Mai 1999 13:32

Hallo Michaela!
Auch ganz praktisch: an einem Stock ein Ende mit Leberwurst (oder Ähnlichem) beschmieren und dieses Ende hinter sich herziehen bis zu einem bestimmten Punkt, wo dann ein Leckerchen wartet.
Oder: Irgendeinen vertrauten Gegenstand mit Wurst einschmieren, hinter sich herziehen, irgendwo liegenlassen und Hund dann suchen lassen. So findet er nicht nur ein Leckerchen, sondern auch Frauchens Schlüsselbund/Halstuch/Ball, etc
yawning smiley)
Daniela

von eva und rio(YCH) am 20. Mai 1999 20:52

Hi Michaela,
ich mache mit meinem Hovi-Mädchen schon seit einiger Zeit immer mal morgens eine Fährte, und es klappt auch ganz gut. Allerdings machen wir es immer in ziemlich hohen Wiesen, davon gibt es ja im Moment ziemlich viele und bei uns sagen die Bauern auch nichts. Jetzt habe ich es aber mal auf einer ganz kurzen versucht, und das hat gar nicht geklappt. Rio ist wie verrückt hin und hergelaufen und hat nicht im Mindesten die Spur gesucht. Hat sie das ganze einfach nicht verstanden, oder ist es in einer frisch gemähten Wiese (etwa zwei tage davor) noch zu schwer?
Und was mache ich, wenn ich merke, daß es nicht funktioniert? wenn ich rio los mache, rennt sie zurück, dahin, wo ich sie auf die Fährte angesetzt hatte, es könnte ja sein, daß da etwas liegt. Das passiert auch, wenn ich schon einige hundert Meter weitergegangen bin. Muß ich sie dann an der Leine lasssen, oder macht es nichts, wenn sie noch mal suchen geht, ich habe sie ja dann nicht mehr im Geschirr? Was also tun nach einer mißglückten Fährte?
Und noch eine frage habe ich: Wenn Rio eine korrekte Fährte gearbeitet hat, mache ich sie meistens los. Dann will sie aber nicht toben, sondern sucht die Fährte noch mal rückwärts, in der Hoffnung, es wären neue Käsestückchen gewachsen yawning smiley)) Es kann dabei auch passieren, daß sie von der Fährte abweit und kreuz und quer sucht. Sollte ich das verhindern, oder ist das egal? Schließlich hat sie die Fährte schon einmal korrekt gearbeitet, scheint also gewußt zu haben, um was es geht, oder?
Fragende Grüße,
eva und rio

von Dobi-Manu(YCH) am 21. Mai 1999 05:12

Hallo Eva,

ich habe ein paar wichtige Fragen an Dich:

1. Wie "legst Du die Fährte?

Du mußt Schritt für Schritt schlurfend mit den Beinen markieren. Nicht normal gehen, denn so legst Du keine zusammenhängende Fährte und Deinem Hund fällt es schwer sich zu darauf zu konzentrieren. Also immer schlurfen im Tippelgang, das heist das Du die Füße nicht abrollst sondern am Boden schleifst.

2. Du lässt Deinen Hund frei die Fährte suchen?

Niemals, immer an der Suchleine. Anfänglich ist sie kurz, später ist sie dann ca. 10 Meter lang. Leine hat seinen Grund: Wenn Dein Hund mal auf der falschen Fährte ist kannst Du ihn sanft auf den richtigen Weg zurückführen. Übrigens eine sauber gearbeitete Freifährte schaffen nur ganz wenige Hunde.

3. Nach mißglückter Fährte gibst Du auf und machst Deinen Hund los?

Niemals, immer bis zum Ende suchen, notfals gebückt mitlaufen oder selbst mitkriechen und such, such, such ....... Sieht für Außenstehende zwar äußerst lustig aus doch ist es für die Fährtenarbeit und die Sicherheit die Dein Hund dann erlangt sehr wichtig. Also nicht aufgeben auch wenn's mühsam ist.

4. Du suchst Fährten in hohen Wiesen?

Da läuft Dein Hund Gefahr sich auf die optische Fährte zu verlassen und nicht nach Nase zu arbeiten. Versuch es mal in niedrigerem Gras (keine frisch gemähte Wiese - warum? Siehe weiter unten!))und schlurfe was das Zeug hält. Dadurch verletzt Du die Grasnarbe (das ist auch das weshalb die Bauern oftmals Fährtenarbeit nicht dulden) und legst durch die geknickten Halme eine unüberriechbare Duftspur für Deinen Hund und natürlich die Leckerbissen nicht vergessen. Den immer hinter Dich legen, als zusätzlichen anfänglichen Suchanreiz. Dein Hund sucht nämlich nicht nach Deinem Geruch sondern nach der Bodenverletzung, anfänglich natürlich auch nach den Leckerbissen. Bei Profifährten suchen die Hunde auf allen Bodenverhältnissen, auch Matsch, Acker usw., und die Fährte ist zu alledem auch noch von einem Fremden gelegt. Später erübrigt sich das Fährtenlegen mit Leckerbissen und Dein Hund sucht nach abgelegten Gegenständen bzw. verweist dem Hundeführer diese.
Soll heißen er macht den Hundführer durch Verharren, Sitzen, Platz, Laut geben darauf aufmerksam das er einen Gegenstand gefunden hat.

5. Wie lang sind Deine Fährten

Weniger ist anfänglich mehr, denn wenn Dein Hund eine kurze Fährte (20 Meter geradeaus reichen) sicher arbeitet dann und erst dann kannst Du anfangen längere Fährten, später auch mit Winkeln, zu legen. Immer erst verlängern wenn Sicherheit und Genauigkeit auf den kürzeren gegeben sind.

6. Du machst Dir Gedanken wenn der Hund nach Beendigung der "Arbeit" zum Anfang zurückläuft?

Brauchst Du nicht, allerdings nur wenn zuvor bis zum Ende der Fährte gearbeitet wurde. Wenn Du nach der Fährte Deinen Hund lobst was das Zeug hält und dann ableinst ist die Arbeit ja erledigt und es steht nur noch Spiel und Belohnung auf dem Programm. Wenn er dann selbständig die Fährte abläuft ist es doch ein gutes Zeichen das er "Riechorganmäßig" alles bestens verstanden hat.

Versuch es doch mal so, bald merkst Du das dies der beste Weg ist.

Liebe Grüße von
Dobi-Manu

von Holger + Ajax(YCH) am 21. Mai 1999 06:26

Hallo Michaela,

vielen Dank für Deinen Beitrag (der Dank gilt natürlich auch allen Anderen, die zu dem Thema hier noch etwas beigetragen haben).
Da bei und in unmittelbarer Nähe zum haus jede Menge Wiesen sind, auf denen auch nicht immer Kühe stehen, können wir das mit dem Fährtelegen hier sicherlich gut machen. Da wir in zwei Wochen in Urlaub fahren (natürlich mit den Hunden) werde ich dort sicherlich die Muse finden, das 'mal in Ruhe anzugehen. Ich darf dann nur nicht die große Tüte mit den kleinen Leckerchen vergessen.

Nochmals vielen Dank für den Tip
Holger mit Ajax & Danessa (den Fährtenhunden in spe)

von eva und rio(YCH) am 21. Mai 1999 06:56

Guten morgen, Manu,
erst mal danke für die ausführlichen Antworten. So ungefähr mache ich es, wie Du es beschrieben hast, nur das mit den kürzeren Wiesen muß ich mal versuchen. Allerdings hat Rio die Nase immer ganz dicht am Boden, deshalb glaube ich eigentlich nicht, daß sie mit den Augen sucht.
Ach so, ich habe aber noch eine frage: Ist es für den Hund eigentlich schwerer, auf sehr nassen Wiesen zu suchen? Oder macht das nichts?

: 1. Wie "legst Du die Fährte?
Ich schlurfe immer ganz fürchterlich, und als Leckerchen gibt es Käse, alle vier Schritte ungefähr. Die Fährten sind schätzungsweise Vierzig Meter lang, und enthalten einen winkel, den sie genau ausarbeitet, Nase immer tief am Boden.
Wird bei Prüfungen eigentlich auch geschlurft, oder geht das dann mit normalen Schritten? Ich will eigentlich keine machen, aber interessieren würde es mich mal!

: 2. Du lässt Deinen Hund frei die Fährte suchen?
Nein, immer mit Geschirr (Hals und Brust sind ganz frei und es ist kein Bank zweischen den Beinen) und einer längeren Leine, die ich je nach dem verlängere, wie sicher der Hund ist.

: 3. Nach mißglückter Fährte gibst Du auf und machst Deinen Hund los?
Ja, das habe ich einmal gemacht, weil wirklich gar nichts zu machen war. Die Wiese war nicht nur ganz kurz, sondern es hat auch noch angefangen, zu wehen, ich habe die Fährte nicht mehr gesehen, und der Hund sie nicht gerochen. Aber man ist ja lernfähig: entweder kriechen, oder es gar nicht machen yawning smiley))
Wann fängt man eigentlich an, Gegenstände ins Spiel zu bringen? Ist es sinnvoll, ein Schlüsseletui zu nehmen, und es mit Pansen (trocken) zu füllen, aus dem der Hund dann ein stückchen bekommt, wenn er es verwiesen hat, oder ist eine andere Methode sinnvoller?

So, das wars jetzt eigentlich, ich habe frei und werde das jetzt gleich ausprobieren, nur relativ kurze, nicht frisch gemähte Wiesen sind im Moment schlecht zu finden, Tschüß, schönen morgen noch,
eva und rio

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