Anspringen - wie abgewoehnen? :: Clickertraining

Anspringen - wie abgewoehnen?

von Reinhold + Ayko(YCH) am 29. Juli 2000 21:44

Hallo Wiebke,

danke für den Vorschlag. Ein Problem sehe ich darin, dass
jeder Fremde wohl anders reagieren wird und sich deshalb
kein einheitliches "Sitz"-Signal für den Hund ergibt.

Aber trotzdem ist dein Vorschlag natürlich ein guter Ansatz, zu
einer brauchbaren Lösung. Bloß sollte das Sitz-Signal vom
Hundeführer selbst ausgehen (dann ist es einigermaßen einheitlich).
und es sollte vom Hund auch absolut zuverlässig befolgt werden.

Nun ist die Frage, kann man einem Hund ein unter allen
Umständen zuverlässiges Sitz ausschließlich mit pos.operanter
Konditionierung beibringen (ich meine ja) oder braucht man
dazu aversive Reize.

Also wenn ich schon mit der Sprühflasche irgendein Ziel erreichen
wollte, dann würde ich sie jedenfalls nicht in Anwesenheit von
Fremden und nicht in Anwesenheit von anderen Tieren anwenden,
an die sich mein Hund gewöhnen soll. Ein zuverlässiges Sitz kann ich
mit meinem Hund auch alleine einüben. Alle aversiven Reize die ich
dabei ggf. anwenden würde, bringt er dann nicht mit Fremden und
auch nicht mit anderen Tieren in Verbindung. Und genau das wäre
mir sehr wichtig.

Viele Grüße
aus dem Wilden Südwesten
Reinhold + Ayko

von andreas(YCH) am 31. Juli 2000 19:20

Hallo Reinhold,

so schön Dein Beispiel auch ist, so haben wir uns doch nicht nur längst vom Ausgangsthema gelöst, sondern entfernen uns zunehmend von unser beider Beiträge.

Du schilderst, wie Du eine Katze an einen unter Deiner Signalkontrolle stehenden Hund gewöhnst, der zudem keine Anstalten zur Katzenjagd macht. Ich dagegen redete von einem Rottweiler, der erwachsen aus dem Tiereim ins Haus kam, keinerlei Kommandos kannte und der sofort daran gehindert werden mußte, den Katzenbestand zu dezimieren.

Nun könnten wir uns wohl noch gegenseitig eine endlos lange Liste von Einzelfällen herunterbeten, ich könnte Dir mitteilen, dass ich Dir zum allergrößten Teil zustimme; ich könnte Dir ferner entgegnen, dass Du meines Erachtens dennoch zu schematisch bist und auf diese Weise den unterschiedlichsten Fallgestaltungen, (nicht zuletzt unter Berücksichtigung der unterschiedlichen intellektuellen Fähigkeiten der Tierhalter) nicht gerecht wirst.

Da ich aber das dumpfe Gefühl habe, dass das außer uns so langsam niemanden mehr interessiert, spare ich es mir auf - wir werden wohl in diesem Forum noch Gelegenheit haben, Worte aneinander -nicht gegeneinander- zu richten.

In diesem Sinne,
sei gegrüßt,

andreas

von Wiebke(YCH) am 31. Juli 2000 20:29

Danke, ganz lieb! "Sitz" vom Hundeführer auch auf Distanz ausgelöst und recht zuverlässig befolgt (was ist schon 100%?), kannten die schon vom Welpenkurs. War ja auch nur mal eine Möglichkeit, etwas Neues zu konditionieren und neuen vielleicht irgendwann mal sinnvollen Denksport für die Hunde zu schaffen - was natürlich durch die etwas anderen Reaktionen jedes Menschen um einiges länger dauert, bis es in etwa gefestigt ist.

Ich denke sicher auch, dass es beim Abgewöhnen des Anspringens normalerweise einfach geht, wenn alle Beteiligten konsequent unerwünschtes Verhalten nicht belohnen (Wegdrehen, damit der Hund im Nachrücken zu seiner angeborenen Begrüßungsform die Pfoten runter nimmt und dann "begeistert begrüßen" zur Bestärkung - wenn sich die Begrüßten aufgeklärt verhalten, ist bei uns das Mittel der Wahl, den Tip hatten wir hier auch schon öfter) bzw. natürlich auch wieder mal den Clicker einsetzen und Alternativen belohnen, womit die Reaktion zusätzlich etwas vom Ziel-Objekt abgelenkt wird, wenn der "Zuständige" erwünschtes Verhalten auf die richtige Art (intermittierend usw.) hoch-wirksam bestärkt.

Bei "niedlichen" kleinen Hunde-Rassen erfordert das allerdings ganz viel Druck - auf die fremden Leute, nicht auf den Hund. Oder reagieren Eure nicht auf Sprüche, wie: "tuz, tuz, ist der süüüüß, ja (klopf, klopf auf das Bein) ja komm doch mal her, ja lassen sie ihn doch, ich hab' Tiere so gern ...." - und diese Aufforderungs-Aktionen variieren deutlich mehr, als die eher reflektorischen Abwehr-Angst-Reaktionen.

Bestimmte Situationen - Begrüßung an der Wohnungstür - sind ja noch einfach mit alternativem Verhalten zu belegen, aber so im Vorbeigehen auf der Straße - man will ja nicht unfreundlich wirken.

Was macht Ihr da??


von Reinhold + Ayko(YCH) am 31. Juli 2000 23:05

: Bei "niedlichen" kleinen Hunde-Rassen erfordert das
: allerdings ganz viel Druck - auf die fremden Leute, nicht
: auf den Hund. Oder reagieren Eure nicht auf Sprüche,
: wie: "tuz, tuz, ist der süüüüß, ja (klopf, klopf auf das Bein)
: ja komm doch mal her, ja lassen sie ihn doch, ich hab' Tiere
: so gern ...." - und diese Aufforderungs-Aktionen variieren
: deutlich mehr, als die eher reflektorischen Abwehr-Angst-Reaktionen.

: Bestimmte Situationen - Begrüßung an der Wohnungstür - sind
: ja noch einfach mit alternativem Verhalten zu belegen, aber so
: im Vorbeigehen auf der Straße - man will ja nicht unfreundlich wirken.

: Was macht Ihr da??


Hi Wiebke,

das interessiert mich auch, wie ihr das macht.

Am einfachsten ist natürlich der Standpunkt: "Mein Hund hat sich
für Fremde nicht zu interessieren, er soll lernen, sie zu ignorieren."
Das ist die einfachste Lösung und erzieherisch wohl auch am
leichtesten zu lösen.

Nun denke ich, - gerade in der momentanen Kampfhunde-
diskussion - sollte ich mich mit meinem Hund nicht von denjenigen
Mitmenschen abkapseln, die wohlgemeintes Interesse an meinem
Vierbeiner zeigen. Das sind nicht nur spleenige ältere Damen mit dem
Würfelzucker in der Hand, sondern es sind vor allem Hundelieb-
haber, Kinder aller Altersstufen und oft auch Behinderte im Rollstuhl.
Soll ich einfach weitergehen, als hätte ich nichts gehört? Das finde ich
nicht gut.

Ich wechsle mit den Leuten ein paar Worte und entscheide dann
von Fall zu Fall. Wenn ich es für angemessen halte, dann rufe Ayko
heran, lasse ihn Sitz (bei kleinen Kindern "Platz"winking smiley machen und dann
darf man meinen Hund durchaus aus der Nähe angucken, streicheln
oder ihm ein Stöckchen hinhalten. Ayko ist da sehr kontaktfreudig.

Vor allem auf Schulhöfen, wo viele Kinder sind, hängen seine
Ohren ganz besonders tief und sein Schwanz wackelt in Höchst-
frequenz. Er ist dann auch immer sofort umringt von Dutzenden von
Schulkindern.

(Klar dass ich aufpasse wie ein Luchs und mich so verhalte, dass
ich jederzeit eingreifen könnte, wenn das erforderlich wäre.)

Bei mir läuft das unter positiver Imagepflege.
Gerade jetzt halte ich das für besonders wichtig.

Und wenn ein kleines Kind aus dem Kinderwagen herausruft:
"Wau, wau" und die Eltern auch Interesse an meinem Hund
zeigen, dann kann ich auch nicht wiederstehen. ;-))))
Dann muss ich da einfach hingehen. ;-)))


Viele Grüße
aus dem Wilden Südwesten
Reinhold + Ayko

von Jenny(YCH) am 01. August 2000 08:24

HI Wiebke,

: Was macht Ihr da??

Ach, ich kenne das nur zu genau. Habe einen Border der einfach wie ein kuscheliger Mischling für die Leute aussieht. Und er findet die Leute sowieso toll. Ich hatte ihm das anspringen erfolgreich als Welpen nicht angewöhnt, leider haben die Hundefreunde diese ERziehungsversuche untergraben.

Ich habe dann einerseits das Nicht-Anspringen gezielt geübt und andererseits, wenn er Anstalten gemacht hat bei fremden Leuten aufzspringen, bin ich schnell hingegangen und habe ihn ins Sitz getan. Auf das "ach, macht doch nichts, ich habe Hunde ja so gern" habe ich dann erklärt, dass er nicht aufspringen soll, denn es könnten ja mal Kinder oder ältere Leute, oder Leute mit sauberen Kleidern kommen und die haben das nicht gerne. Eigentlich haben das die meisten eingesehen und ihn im Sitz gestreichelt.

Gruüässli
jenny

von Juliane(YCH) am 01. August 2000 08:27

Hallo Reinhold,

bin "die" mit dem Rottweiler. dein Beispiel ist echt schön... zu lesen. Trifft aber überhaupt nicht die Lage in der wir uns befunden haben! Jack war zu der Zeit hoch motiviert zu jagen. Allein der Anblick der Katzen ließ ihn sich mit wildem Gebell regelrecht abdrehen. Er steigerte sich so sehr in die Situation hinein, daß mit Down (was er garnicht konnte) nichts zu machen gewesen wäre. Sein wildes Bellen wirkte auch nicht seehr vertrauensfördernd. Die Alternative zu einer schnellen Unterbindung des Verhaltens wäre gewesen ihn im Tierheim zu lassen! (er war bereits 2 1/2 Jahre alt und hatte dort den Großteil seines Lebens verbracht...).Denn um ehrlich zu sein, den Katzen die bereits Jahre vorher mit mir den Haushalt geteilt haben, wollte ich den Streß auch nicht zumuten.
Soviel nur um Deine, zugegebener Maßen schöne und harmonische, Schilderung der gewöhnung von Hund und Katz etwas zu "relativieren".

Gruß Juliane

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