Bin verzweifelt und überfordert :: Hundeerziehung + Soziales

Bin verzweifelt und überfordert

von Carmelina(YCH) am 20. Januar 2002 21:12


Hallo
Ja ich weiss, es wird einen Haufen Vorwürfe hageln, nach meinem Beitrag das ist mir bewusst, hilft mir aber nicht weiter mit meinem Problem. Mein Hund ist 21 Wochen alt, er ist ein Mischling, Labrador und Sennenhund. Von Tag zu Tag fordert er mehr. Ich gehe mit ihm jeden Tag mind. 4 x laufen, da kann er auch mit Hunden spielen oder ich werfe ihm Stöckchen oder mache auch ab und zu mal spielerisch Gehorchsamsübungen. Zu Hause mach ich auch ab und zu Spiele mit ihm, etwas werfen und er bringt es oder ich gebe ihm einen Karton oder einen Kauknochen zum nagen. Aber jet5zt kommt mein problem: er wird immer wie fordernder. Ich weiss mir bald nicht mehr zu helfen. Nach dem Spaziergang (der ca 30 Minuten bis 45 Minuten dauert) legt er sich für ca eine Stunde hin und schläft. danach aber ist keine Ruhe mehr, er will spielen, läuft mir überall hinterher. Winselt wenn ich ihn nicht beachte etc. Aber ich KANN DOCH UNMOEGLICH mich ununterbrochen mit ihm beschäftigen! Ab und zzu kaut er an etwas oder zerreisst Papiert, da kann er sich mal eine Viertelstunde bis eine Halbe allein beschäftigen. Aber dann wird wieder gefordert. Oft ignoriere ich sein Winseln einfach. Dann legt er sich nach einer Weile wieder hin. Und dann habe ich ein schlechtes Gewissen, weil er sich offenbar langweilt. Ich weiss mir nicht mehr zu helfen. Wer hat von euch auch einen jungen Hund und wie macht ihr das? Meiner ist eigenlich nicht einmal besonders lebhaft, und trotzdem immer fordert er etwas. Das kann doch nicht so weiterghehe ich mus auch meinen Haushalt machen und meine Heimarbeit. Kann kaum eine halbe Stunde etwas für mich machen.
Bitte helft mir, ich will doch nur das beste für meinen Hund.
Liebe Grüsse
Carmelina

von Wilma u. Arno(YCH) am 20. Januar 2002 22:41

Hallo Carmelina,

ganz ruhig durchatmen.
Also um es kurz zu machen: Du meinst es gut, hast aber bisher das falsche getan.
Dein Hund hat sich total dran gewöhnt, daß Du Dich ständig mit ihm beschäftigst u. fordert jetzt immer mehr. Es ist jetzt an Dir das Ganze zurück zu fahren.
Zunächst einmal: In diesem Alter sollte der Hund noch keine Marathonmärsche machen. 2 -3 einen Spaziergang, bei dem er möglichst viel erlebt, andere Hunde trifft, ein bißchen mit Dir spielt, das mit dem üben ist auch sehr gut.
Einfach Strecken laufen geht gewaltig auf die Knochen, bei einem Hund, der wahrscheinlich groß werden wird. Glaub nicht, daß ein Hund weiß, wann er genug hat, grade so junge Tiere zockeln immer weiter mit, wenn man sie animiert sprich weiterläuft.
Deine Schilderung erinnert mich an einen Entlebucher in meiner Bekanntschaft, der auch in seinem ersten Lebensjahr die Familie u. die Umwelt tyrannisierte, weil ihm dauernd nachgegeben wurde.
Wichtig sind für Dich jetzt gute Nerven, denn Du mußt ihn ignorieren, wenn er von sich aus etwas will. Stell klar, daß Du Spiele anfängst u. beendest.
Du schreibst Du hättest ihn schon ignoriert aber dann ein schlechtes Gewissen. Davon mußt Du runterkommen. Auch in einem Rudel hätte er nicht dauernd Beschäftigung u. wenn er ältere Mitglieder ständig nerven würde, würden die ihn entsprechend zurechtweisen.
Du wirst sehen, wenn Du konsequent bleibst, wird er immer besser damit klarkommen.
Sehr hilfreich wird wenn es machbar ist, ein fester Tagesablauf sein. Also z. B. nach dem ersten Morgenspaziergang erstmal keine Beschäftigung mehr mit ihm, sondern Du erledigst Deine Hausarbeit.
Falls Du es sonst nicht in den Griff kriegst, kann auch ein Zimmerkennel oder ein Kinderlaufstall hilfreich sein. Dann kannst Du sicher sein, daß er nicht, weil Du ihn ignorierst, Unsinn anstellst. Im allgemeinen sollte es aber ohne gehen, immerhin ist Dein Hund ja kein Welpe mehr sondern ein Junghund.
Sehr hilfreich kann auch der Besuch in einer Hundeschule sein. Dort wirst Du auch merken, daß viele Ersthundebesitzer sich die Aufzucht eines Hundes leichter vorgestellt haben. Und Dein Hund kann ausgiebig mit gleichaltrigen toben u. neues lernen.
Gruß
Wilma u. Arno

von Franziska(YCH) am 20. Januar 2002 23:26

Hi Carmelina,

ich kann mich Wilma nur anschließen. Noch eine kurze Bemerkung von mir dazu (ich möchte mich nicht lustig machen, sondern nur zum Nachdenken anregen):

Das hört sich an, als ob Dein Hund Dich angeschafft hätte und jetzt Dein Besitzer ist. Hunde sind aber nicht dazu geschaffen, Menschen zu halten ;o).

Bis dann

Franziska

von Nadine(YCH) am 20. Januar 2002 23:42

Hallo.
Ich habe eine Briardhündin mit 10 Monaten. Ich finde keinen grund dir Vorwürfe zu machen, absolut keine. Aller Anfang ist schwer und jetzt heisst es einfach auch für dich lernen, lernen, lernen.
Dein Hund ist mittlerweile gewohnt andauernd von dir beschäftigt zu werden, wenn er es will und - wie auch meine Vorschreiber es gesagt haben :-) - er muss lernen, dass DU die Regeln setzt, DU Spiele beginnst und beendest. Ignoriere ihn, wenn du andere Dinge zu tun hast, du kümmerst dich sicher genug um ihn.
Was mir auch auffällt ist, dass du anscheinend rund um die Uhr bei ihm bist. Er muss so langsam lernen, dass du auch mal aus dem Haus gehen kannst, ohne dass er gleich die Wände abreißt. Finde einen festen Tagesablauf! Jetzt vielleicht noch viermal mit ihm gassi gehen, aber keine 45min, sondern vielleicht nur 20, mit spielen, Hunde treffen oder auch mal Dinge mitnehmen, die er nicht kennt. Lass dir was einfallen, kletter mal auf einen Baum (falls du Lust hast, versteht sich :-)), mache ihn auf Dinge aufmerksam, spring mit ihm über Wiesen, mach den Hampelmann für ihn, dazu brauchst du gar kein Spielzeug, du wirst ihm reichen. Übe mit ihm beim Gassi gehen "Hier", "Komm" oder sonstiges. Mache es interessant. Forder auch gleich sein "Denkvermögen", damit er nicht nur körperlich angestrengt ist. Aber alles in Maßen!!! Du musst dir immer bewusst sein, dass er noch sehr klein ist. Zu Hause kannst du zwischendurch für 10min immer mal wieder, neben dem Gehorsam, kleine Kunststückchen üben, "Pfote" oder sowas :-)) Lass deine Fantasie spielen. Es wird deinem kleinen Hund gefallen. Und das Loben nie vergessen, wenn er etwas gut macht. Wenn es nicht funktioniert, einfach ignorieren. Damit geht es bei mir eigentlich ganz gut, die ständige Straferei, die es früher mal gab ist völliger Quatsch. :-) Versuche es über Loben, zumindest was die Kunststückchen angeht :-))) Ich habe auch einen tollen Plan, den kannst du jetzt noch nicht, aber wenn dein Doggi ein bisschen älter ist, anwenden - es geht darum, Schritt für Schritt dem Hund beizubringen, dass er DInge, die du im Haus versteckst, sucht. Wie z.B. ein Stofftier, etc., das kannst du dann später mit ihm auch immer wieder zwischendurch machen und es ist nicht sehr Zeitaufwendig, macht ihm aber einen heidenspass. Wenn du möchtest kann ich dir das "Schritt für Schritt - Programm" gerne schicken, das ist etwas, was den meisten Hunden sehr viel Spass bereitet, aber man muss eben wissen, wie fange ich es an :-)) Wenn du Lust hast, dann maile mir gerne, ich freue mich :-)) sweetsmilie@gmx.de
Das alles klingt jetzt nach wahnsinnig viel, aber wie gesagt: Nie übertreiben, er ist in seiner Konzentration noch nicht 100% und auch so ist er noch "Welpe".
Ein Hundeplatz wäre sicherlich eine tolle Erfahrung für dich und ihn. Leider hast du nicht erwähnt wo du wohnst, sonst könnte ich dir da vielleicht weiterhelfen. :-))
Dein schlechtes Gewissen ist "normal", so ging es mir am Anfang auch, wenn ich sie mal ausschimpfen musste - aber ich wusste, dass ich das übersehen muss. So weh es dir tut, du tust dir und ihm keinen Gefallen, wenn du deinem schlechten Gewissen nach gibst.
Viele liebe Grüße, Nadine

von Mike(YCH) am 21. Januar 2002 07:48

Hallo Carmelina,
zu den anderen Ratschlägen würde ich dir noch raten,extrem Proteinarmes Futter zu füttern.Auch ich meinte es mal zu gut mit der meinen und selbst nach 1 Stunde Radfahren gab sie zu Hause keine Ruhe.Nach der Futterumstellung wurde sie wieder bedeutend ruhiger.
Gruß mike

von Emily(YCH) am 21. Januar 2002 08:21

Hallo,

du arme, hast dich glaub ich von den süßen Hundeaugen einwickeln lassen*grins*. Ist nämlich ganz schön schwer, den winselnden Wollknäueln zu widerstehen. Aber ich kann mich den anderen nur anschließen, du hast deinen TAgesplan und dein Hund muss sich nach dir richten. Ich hatte anfangs auch ein schlechtes GEwissen, wenn er mich so angeguckt hat aber ich habs durchgehalten und wenn er mich zu etwas aufgefordert hat, war ignorieren angesagt. Du solltest agieren, dein Hund reagieren. Wenn das andersrum ist, wirds ganz schön anstrengend für dich. Er wird dann immer häufiger versuchen, den Spieß rumzudrehen.

Wenn er nach dem Spazierengehen schläft, ist er auch ausgelastet, wenn er dann wach wird, dreht sich eben nicht die ganze Welt wieder um ihn, er muss ja auch lernen, sich allein zu beschäftigen, du kannst ja nicht immer für ihn da sein.

Das klappt schon, wenn du seine Aufforderungen immer ignorierst und tief durchatmest, wenn er dich nervt, dann wird das irgendwann aufhören, das Verhalten erlischt, da es nicht zum Erfolg führt. Dann hast du bald mehr Ruhe.

Viel Erfolg und starke Nerven wünscht Dir Emily



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