Dreimal impfen - zuviel? :: Gesundheit & Hund

Dreimal impfen - zuviel?

von Cindy(YCH) am 17. Februar 2001 11:02

HI Gaby,

: Wie ich bereits geschrieben habe, habe ich den Bericht einer Kuvacz-Züchterin gelesen, deren Hunde ALLE nach einer Ausstellung erkrankt sind - nacheinander, alte wie junge und bei den jungen war die Impfung gerade ein paar Tage her. Bis auf einen haben alle überlebt.
:

"Gerade ein paar Tage", euch ist schon klar, dass bis zum Enstehen eines Immunschutzes nach einer Impfung bis zu drei Wochen vergehen? Evtl sogar 4 Wochen?

:
: Allerdings wurde mein Hund als Welpe mit 4 Wochen passiv immunisiert (halte ich für besser, da werden nur Antikörper verabreicht), dann mit 8 Wochen und noch einmal mit 12 Wochen geimpft - die Tollwut-Impfung erst mit 12 Wochen.
:

Gaby, eine Frage, iwe gut kennst Du dich mit Immunologie aus? Ist nicht böse gemeint, nur so eine Frage. Aber nachdem ich einmal einen derartigen Schwachsinn in einer Hundezeitung gelesen habe, dass die maternalen AK (die AK, die die Welpen von der Mutter in den ersten 24 STunden nach der Geburt über die Milch bekommen ) dem Immunsystem der Welpen hilft beim Aufbau eines Immunschutzes und die Impfungen unterstützt, kann ich nur noch entsetzt den Kopf schütteln, über das, was in den Köpfen vieler Pseudofachleuten so rumspukt . AK sind Eiweissubstanzen, die gegen Antigene (Fremdeiweiss im Körper ) vorgehen. Wenn ein Welpe AK gegen eine Krankheit bereits hat, über Muttermilch oder Antiserum, dann baut er keinen eigenen Immunschutz auf.
Die AK werden nach einigen Wochen abgebaut. Ab dann ist kein!! Immunschutz mehr vorhanden. - passive Immunisierung. Wenn die Welpen also Antiserum erhalten, und etwa 4 Wochen später geimpft werden, kann es durchaus passieren, dass noch AK vom Antiserum übrig sind, die die Impfantigene abfangen. Das Immunsystem des Welpen wird also gar nicht angeregt, eine eigene Immunität aufzubauen.


: Du mußt das so sehen: Wenn der Hund eine Impfung bekommt, wird immer das Immunsystem geschwächt - oder auch "anderweitig" beschäftigt.
: Angenommen, dieser Hund bekommt jetzt Kontakt mit anderen Krankheiten, dann ist er für diese natürlich anfälliger. Deshalb sehe ich in den Kombi-Impfungen wenig Sinn - denn damit wird das Immunsystem völlig überfordert.

BEi einem gesunden Hund nicht unbedingt. Aber gebe Dir recht. Einzelimpfungen sind besser. Vor allem als Grundimmunisierung würde ich die Impfungen auseinanderziehen. Da kann sich das Immunsystem voll auf ein Antigen konzentrieren :-).


: : : Denn ich selbst lasse mich auch nur alle 10 Jahre impfen, wieso sollte mein Hund dann jedes Jahr damit belastet werden?

Kurze Gegenfrage, vielleicht liegt es daran, dass ein Hund einen anderen Stoffwechsel hat als ein Mensch? Und dass er die AK-bildenden Zellen schneller eliminiert? Hypothese. Ich weiss es nicht genau. könnte es mir aber nur so erklären.
Andererseits: Man hat beim Menschen immer gesagt, wenn man einmal Röteln hatte, oder dagegen geimpft wurde, ist man lebenslang immun. Eine Freundin von mir war Arzthelferin bei einem Frauenarzt. Sie meinte, sie hätten bei allen neuen Patientinnen den Röteln-AK-Titer bestimmen lassen. Sei er über einem bestimmten Mindestwert gewesen, hätte sich nie mehr einer darum gekümmert. Vor kurzem aber hätte man festgestellt, dass es durchaus sein kann, sogar recht häufig, dass der Titer trotzdem wieder abfällt. Und dann sogar der Immunschutz weg sein kann.

Jedes Immunsystem ist individuell. Sprich, jeder Körper reagiert anders auf Impfungen oder überhaupt auf Antigene. Die Jahreszahlen sind Richtwerte. Das heisst aber nicht, dass diese Zahlen auf jedes Individuum zutreffen. Der eine hat nach 6 Monaten keinen Schutz mehr, der andere nach 2 Jahren noch.
Wie gesagt, besser wäre eine regelmässige Titer-überprüfung. Und dann entsprechende Impfung.

: Ich war aber trotzdem dafür, dass z.B. meine Oma sich gegen Grippe hat impfen lassen.

Darf ich ehrlich sein? Von den Grippe-impfungen halte ich gar nichts.

Gruss Cindy

von Cindy(YCH) am 17. Februar 2001 11:04

Ach, Gaby,

was ich noch vergessen habe.
Wenn Du dich für Immunologie in den Grundzügen interessierst, also wie das Immunsystem arbeitet, dann empfehle ich Dir "Immunologie kurzgefasst" von Eberhardt WEcker.

Gruss Cindy

von Gaby(YCH) am 17. Februar 2001 13:52

Hi Cindy,

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: : Wie ich bereits geschrieben habe, habe ich den Bericht einer Kuvacz-Züchterin gelesen, deren Hunde ALLE nach einer Ausstellung erkrankt sind - nacheinander, alte wie junge und bei den jungen war die Impfung gerade ein paar Tage her. Bis auf einen haben alle überlebt.
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: "Gerade ein paar Tage", euch ist schon klar, dass bis zum Enstehen eines Immunschutzes nach einer Impfung bis zu drei Wochen vergehen? Evtl sogar 4 Wochen?


Ähm, und die älteren Hunde? Ich sagte ja, unterschiedliche Hunde, unterschiedlicher Impfzeitpunkt usw.

Außerdem halte ich es für die soziale Entwicklung absoluten Schwachsinn, wenn der Impfschutz gerade bei einem Welpen erst drei Wochen oder so nach der Impfung da ist!
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: : Allerdings wurde mein Hund als Welpe mit 4 Wochen passiv immunisiert (halte ich für besser, da werden nur Antikörper verabreicht), dann mit 8 Wochen und noch einmal mit 12 Wochen geimpft - die Tollwut-Impfung erst mit 12 Wochen.
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: Gaby, eine Frage, iwe gut kennst Du dich mit Immunologie aus? Ist nicht böse gemeint, nur so eine Frage. Aber nachdem ich einmal einen derartigen Schwachsinn in einer Hundezeitung gelesen habe, dass die maternalen AK (die AK, die die Welpen von der Mutter in den ersten 24 STunden nach der Geburt über die Milch bekommen ) dem Immunsystem der Welpen hilft beim Aufbau eines Immunschutzes und die Impfungen unterstützt, kann ich nur noch entsetzt den Kopf schütteln, über das, was in den Köpfen vieler Pseudofachleuten so rumspukt . AK sind Eiweissubstanzen, die gegen Antigene (Fremdeiweiss im Körper ) vorgehen. Wenn ein Welpe AK gegen eine Krankheit bereits hat, über Muttermilch oder Antiserum, dann baut er keinen eigenen Immunschutz auf.
: Die AK werden nach einigen Wochen abgebaut. Ab dann ist kein!! Immunschutz mehr vorhanden. - passive Immunisierung. Wenn die Welpen also Antiserum erhalten, und etwa 4 Wochen später geimpft werden, kann es durchaus passieren, dass noch AK vom Antiserum übrig sind, die die Impfantigene abfangen. Das Immunsystem des Welpen wird also gar nicht angeregt, eine eigene Immunität aufzubauen.


Cindy, lies mal die ganzen Links, die ich da eingebaut habe. Und ich habe Kontakt zu einigen Leuten, die das mit der Impferei wesentlich kritischer sehen und auch belegen können. Mit gutem Zuhören bzw. Mitlesen behältst Du da ziemlich viel.
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: : Du mußt das so sehen: Wenn der Hund eine Impfung bekommt, wird immer das Immunsystem geschwächt - oder auch "anderweitig" beschäftigt.
: : Angenommen, dieser Hund bekommt jetzt Kontakt mit anderen Krankheiten, dann ist er für diese natürlich anfälliger. Deshalb sehe ich in den Kombi-Impfungen wenig Sinn - denn damit wird das Immunsystem völlig überfordert.
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: BEi einem gesunden Hund nicht unbedingt. Aber gebe Dir recht. Einzelimpfungen sind besser. Vor allem als Grundimmunisierung würde ich die Impfungen auseinanderziehen. Da kann sich das Immunsystem voll auf ein Antigen konzentrieren :-).


Das Problem ist aber, wieviele Hunde sind denn gesund? Alleine die Wurmkuren vor den Impfungen belasten doch unheimlich und es gibt viele kritische Stimmen, die Mutationen (wie bei Parvo), Allergien und weitere Dinge mit der Impferei in Zusammenhang bringen.

Und diesen Stimmen höre ich auch deshalb zu, weil bisher kein schlüssiges Arguemt seitens der Impfbefürworter diesen Verdacht ausräumen kann.
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: : : : Denn ich selbst lasse mich auch nur alle 10 Jahre impfen, wieso sollte mein Hund dann jedes Jahr damit belastet werden?
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: Kurze Gegenfrage, vielleicht liegt es daran, dass ein Hund einen anderen Stoffwechsel hat als ein Mensch? Und dass er die AK-bildenden Zellen schneller eliminiert? Hypothese. Ich weiss es nicht genau. könnte es mir aber nur so erklären.

Halte ich nicht für so schnell. Es gibt genug Impfstoffe, bei denen seitens der hersteller zugegeben wird, das diese zwei Jahre schützen, trotzdem wird jährlich geimpft. Und es gibt einen Tollwutimpfstoff, der drei Jahre gültig ist, aber leider hier keine Zulassung hat.


: Andererseits: Man hat beim Menschen immer gesagt, wenn man einmal Röteln hatte, oder dagegen geimpft wurde, ist man lebenslang immun. Eine Freundin von mir war Arzthelferin bei einem Frauenarzt. Sie meinte, sie hätten bei allen neuen Patientinnen den Röteln-AK-Titer bestimmen lassen. Sei er über einem bestimmten Mindestwert gewesen, hätte sich nie mehr einer darum gekümmert. Vor kurzem aber hätte man festgestellt, dass es durchaus sein kann, sogar recht häufig, dass der Titer trotzdem wieder abfällt. Und dann sogar der Immunschutz weg sein kann.
:
: Jedes Immunsystem ist individuell. Sprich, jeder Körper reagiert anders auf Impfungen oder überhaupt auf Antigene. Die Jahreszahlen sind Richtwerte. Das heisst aber nicht, dass diese Zahlen auf jedes Individuum zutreffen. Der eine hat nach 6 Monaten keinen Schutz mehr, der andere nach 2 Jahren noch.
: Wie gesagt, besser wäre eine regelmässige Titer-überprüfung. Und dann entsprechende Impfung.

So sehe ich das auch. Allerdings gehen auch die Zahlen, ab welchem Titer Immunität besteht, auch auseinander.


: : Ich war aber trotzdem dafür, dass z.B. meine Oma sich gegen Grippe hat impfen lassen.
:
: Darf ich ehrlich sein? Von den Grippe-impfungen halte ich gar nichts.

Der Spruch stammt auch nicht von mir.....;-))

Ich hab sowieso eine Heidenangst vor Nadeln und Spritzen, käm mir gar nicht in den Sinn, mich gegen so etwas impfen zu lassen...;-))

Grüße, Gaby

von Gaby(YCH) am 17. Februar 2001 13:56

Hi Cindy,

: was ich noch vergessen habe.
: Wenn Du dich für Immunologie in den Grundzügen interessierst, also wie das Immunsystem arbeitet, dann empfehle ich Dir "Immunologie kurzgefasst" von Eberhardt WEcker.
:
Auweia, und wer macht für mich dann meinen Bilanzbuchhalter weiter?..;-)

Ich will ehrlich gesagt gar nicht so genau wissen, wie das alles funktioniert, denn es gibt zuvieles, was gar nicht wissenschaftlich eindeutig geklärt ist.

Wichtig ist mir in erster Linie, das Immunsystem zu stärken, denn ein wirklich gesunder Hund ist auch durch schwere Krankheiten, wie Staupe etc., nicht tödlich gefährdet.

Und mich beunruhigt eigentlich viel mehr folgendes: Geimpfte Hunde erkranken seltener, dafür aber umso schwerwiegender.

Warum das so ist, würd mich allerdings doch interessieren...;-))

Grüßlis, Gaby

von Nikka(YCH) am 18. Februar 2001 15:31

Hallo Birgit,

ich habe bisher noch keinen Fall erlebt, in dem ein Hund nach einer Grundimmunisierung in der 8. und 12 Woche erkrankt ist. Wohl aber 2 Fälle, in denen nach einer Welpen-Parvovirose-Vakzinierung um die 6. Woche herum Parvo aufgetreten ist.
Manchmal schlagen wohl die Impfungen in frühem Alter nicht an, weil noch Antikörper aus der Muttermilch vorhanden waren, deswegen sollte man frühestens ab der 8. Woche impfen.
Eine dritte Impfung ist allerdings dennoch abgesagt, aber: nur die Tollwut, weil diese auch laut Hersteller, wenn ich mich nicht irre, geimpft werden darf. Außerdem überlastet man das Immunsystem weniger, denn mit der Kombivakzine SHPPi-L haben die Tiere in diesem Alter schon genug zu tun. Oftmals läßt man sogar Pi - eine Komponente des Zwingerhustens - weg.

Gruß, Nikka

von Cindy(YCH) am 18. Februar 2001 17:37

Hi Gaby


: Außerdem halte ich es für die soziale Entwicklung absoluten Schwachsinn, wenn der Impfschutz gerade bei einem Welpen erst drei Wochen oder so nach der Impfung da ist!

Sag das nicht mir, sondern der Natur, die so lange braucht. :-)


: Das Problem ist aber, wieviele Hunde sind denn gesund? Alleine die Wurmkuren vor den Impfungen belasten doch unheimlich und es gibt viele kritische Stimmen, die Mutationen (wie bei Parvo), Allergien und weitere Dinge mit der Impferei in Zusammenhang bringen.
:

Mutationen kommen immer vor. Viren sind Lebewesen. Sie haben einen genetischen Code, entweder DNA oder RNA. Genetische Codes ändern sich ständig - Mutation. Es gab schon früher, vor 1978, einen Parvo-virus, der beim Hund nachgewiesen wurde. Das sog. canine Parvo-Virus Typ 1. Dieses Virus ist z.B. apathogen. Sprich, da nicht krankmachend war keine Impfung nötig. Theoretisch hätte es sein können, dass sich dieses Virus durch Mutation verändert. Oder? Und dass es dann pathogen ist?
Also wäre keine Impfung, wie auch immer, daran beteiligt gewesen.
Da das canine Parvo-Virus Typ 2 mit dem felinen Parvovirus und dem Nerzenteritisvirus eine gewissen Ähnlichkeit hat, geht man davon aus, dass hier ein Zusammenhang besteht. Aber ebenfalls durch Mutation. Ob diese Mutation durch Impfung oder was auch immer stattgefunden hat, ist, soweit ich weiss nicht nachgewissen, also reine Spekulation.


: Es gibt genug Impfstoffe, bei denen seitens der hersteller zugegeben wird, das diese zwei Jahre schützen, trotzdem wird jährlich geimpft. Und es gibt einen Tollwutimpfstoff, der drei Jahre gültig ist, aber leider hier keine Zulassung hat.
:

Woher kommt der Impfstoff, wie ist die Zusammensetzung, was enthält das Lösungsmittel, etc? Gibt es irgendwo Berichte über Zulassungsanträge und entsprechende Ablehnungen?
Der Grund, warum er hier in D nicht zugelassen ist, würde mich interessieren. Die herstellende Pharmafirma müsste sich doch gerade dafür interessieren, dass ihr Impfstoff zugelassen wird. Und natürlich auch entsprechende Zulassungsanträge stellen.


: Ich hab sowieso eine Heidenangst vor Nadeln und Spritzen, käm mir gar nicht in den Sinn, mich gegen so etwas impfen zu lassen...;-))

Kenn ich doch irgendwoher. :-)

Gruss Cindy

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