Problem Bellen! :: Welpen - Junghunde

Problem Bellen!

von Mike & Indy(YCH) am 06. Februar 2003 15:25

meine 15.wochen alte indy (appenzeller mischling) fängt fast jedes mal zu bellen an wen wir jemanden beim spazierengehen begegnen, mehr aus angst und sie macht gleichzeitig eine rückwärtsbewegung am 'fremden' vorbeizugehen, mich stört das eigentlich weniger - finde ein hund darf schon auch mal bellen - aber für unsere 'opfer' sprich spaziergänger die uns entgegenkommen ist das meist nicht so lustig, v.a. wenn sie noch keine erfahrung mit hunden haben,
bitte um ein paar kleine tipps wie man dem hund das bellen 'abgewöhnt', ein paar gute habe ich schon von meiner freundin bekommen *thx*,
lg mike & indy

von andrea(YCH) am 06. Februar 2003 15:34

hi,
naja, ich finde es nicht so normal und auch irgenwann ziemlich nervig, wenn der hund ständig bellt...zumal du auch schreibst, dass dies ein angstbellen ist....
hat deine kleine denn schon schlechte erfahrung mit menschen gemacht?

ich würde an deiner stelle so viel wie möglich in kontakt mit "fremden" menschen gehen...wenn möglich auch dann bei diesen stehen bleiben und sich kurz unterhalten...die fremden sollten den hund nicht beachten wenn er angst zeigt und du solltest dem hund mit einer festen mitziehenden aufmunternden stimme zeigen, dass die menschen kein grund sind um angst zu haben...auf keinen fall dieses verhalten mit " ach du kleine süsse, is doch nicht schlimm" stimme bestärken...

lg
andrea & akira

von Cindy(YCH) am 06. Februar 2003 17:56

Hallo Mike,

: bitte um ein paar kleine tipps wie man dem hund das bellen 'abgewöhnt', ein paar gute habe ich schon von meiner freundin bekommen *thx*,
:

Wenn das Tips im Stile meines Vorschreibers sind, dann lass es blos bleiben. Du willst dir deinen Hund doch nicht versauen, oder?

Appenzeller sind idR ziemliche Beller. Zumindest diejenigen, die ich kenne. Ich würde da folgendermassen vorgehen.
Zuerstmal solltest Du das Ganze auch gezielt üben. Und nicht bloss dem "Zufall" überlassen.
Ausserdem nie "blind" rumlaufen. Sprich, Du bist einfach konzentriert bei der Sache, vorausschauend. Wenn es Dir möglich ist, würde ich Zufallsbegegnungen im Moment soweit möglich ausweichen.
Wenn es nicht möglich ist, beobachte Dich mal selbst. Wirst Du unruhig, wenn Du andere Spaziergänger siehst? Kommt Dir der Gedanke "Hilfe, gleich bellt sie wieder, oh nein, wie ist mir das peinlich", oder sowas in der Art?
Wenn ja, diese Unruhe deinerseits überträgt sich auf deinen Hund. Sie spürt das, und wird erst recht noch nervös. Das verstärkt das ganze noch.

Also:
Schritt 1 wäre, ein "Watch Me" Signal zu etablieren. Was ist egal. Kannst "Watch Me" verwenden, "Schau" irgendwas. Indy soll lernen, auf dieses Signal zu Dir zu schauen. Ideal wäre es dabei, mit einem Clicker zu arbeiten, da Du damit das entsprechende Verhalten besser bestärken kannst. Mit Clicker ist man idR einfach schneller. Ansonsten konditioniere sie auf ein Wort wie z.B. "fein". "Fein" bedeutet soviel wie "Jetzt kommt das Leckerlie/Spiel/....". Im Prinzip machst Du dabei nichts anderes, als "fein" zu sagen, und ihr im nächsten Moment ein Leckerlie zu geben. Zum Verknüpfen muss das ganze innerhalb von 1 sec passieren. Das gilt am Anfang für "Fein" + Leckerlie. Danach dann für das entsprechende Verhalten + "fein" und anschliessend Leckerlie.
Zurück zum "Watch Me". Am Anfang zuhause üben. Möglichst ohne Ablenkung. Hund schaut dich an (wichtig, Hund wird NICHT dazu gezwungen) "fein" + L. Wenn sie das begriffen hat, dehnst Du die Zeit des Ansehens langsam aus. Also die Zeit, die sie dich ansieht, und Du dein "fein" sagst. Wenn das klappt, und sie auch mal etwas länger Dich ansehen kann, sagen wir mal 10-15 sec. oder auch etwas länger, dann fängst Du das langsam an, ohne Ablenkung ausserhalb zu üben. Im Garten z.B. Oder während des Spaziergangs, wenn gerade niemand in der Nähe ist.

Schritt 2 wäre dann, das ganze mit Bekannten, die zu dem Zweck "angeheuert" wurden zu üben. Und zwar am Anfang auf weitere Entfernung, so dass Indy sich noch nicht daran stört. Und mit zunehmendem Erfolg immer mehr annähern.

Sollte sie irgendwann anfangen zu bellen - IGNORIEREN. Ihr aber auch keinen "Erfolg" dahingehen gönnen, dass der "Fremde" weggeht, so dass sie Bellen gleichsetzen kann mit "ich habe es geschafft, den bösen Fremden zu vertreiben". Wenn ihr auf einer Wiese üben könnt, wo ihr etwas mehr Platz habt, dann sollte euer Bekannter einfach in einem etwas weiteren Kreis/Halbbogen um euch rumlaufen. Sobald sie aufhört zu bellen "Fein"+L.

Schritt 3: wenn die von Dir gestellten Begenungen gut funktionieren, dann könnt ihr euch an Zufallsbegegnungen wagen

Ziel ist, dass sie bereits das Herankommen fremder Personen damit verbindet, dich anzusehen, und die Fremden gar nicht zu beachten.

Für Zufallsbegenungen während Schritt 1 und 2 gilt:
Ihr Verhalten nicht beachten wenn sie bellt, wenn sie nicht bellt, toll loben, sie ablenken. Möglichst bereits durch gezieltes "Management" deinerseits, also frühzeitiges Ausweichen, Ablenken etc. dafür zu sorgen, dass ihr Verhalten nicht auftritt.

Und sie auf keinen Fall zu Begegnungen, evlt. sogar Berührungen zwingen. Das bringt nichts, und kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass sie Dir nicht mehr vertraut.

Es kann jetzt sein, dass ich ziemlich oberflächlich im Erklären war. Bin im Moment etwas im Klausurstress, und habe eigentlich nicht allzuviel Zeit. Wenn Du was nicht verstanden hast, frag nochmal nach. Ansonsten empfehle ich Dir mal das Buch "So lernt mein Hund" von Sabine Winkler. Sieb beschreibt das Lernverhalten von Hunden darin sehr gut. Und auch das "Nicht Bellen bei Begegnungen mit fremden Personen" ist ein Verhalten, das gelern werden will. Und mit dem Wissen über das Lernverhalten dürfte es Dir nicht schwer fallen, einen Weg dazu zu finden, wie Du das Verhalten deines Hundes ändern kannst.

Gruss Cindy

von Nina mit TC(YCH) am 06. Februar 2003 17:32

Hallo!

Ich kenn Mike und seinen Hund ja smiling smiley

Indy ist aus einer nicht gerade super Aufzucht, die Familie war mit den Welpen ziemlich überfordert. Von dem her ist die Prägung nicht so super verlaufen, obwohl sie sonst ein sehr unkomplizierter und braver Hund ist.

Lg Nina mit Tina & Chelsea

von andrea(YCH) am 06. Februar 2003 18:40


naja...ich weiss nicht, ob es mit 15 wochen so eine tolle idee ist, allen menschen aus dem weg zu gehen.der hund ist in der prägungsphase und in dieser zeit kann man es sich "nicht erlauben" äusserliche einflüsse zu umgehen...gerade jetzt sollte der hund mit allem möglichen in kontakt kommen.bus(mensch), stadt(mensch), aufzug(mensch) etc.. meine jetzt 5 monatige hündin hatte z.b. wahnsinnige angst vor gelben säcken die auf der strasse lagen..ich bin immer wieder mit ihr hin hab dagegen getreten, krach gemacht und und und...jetzt ist die kleine wie wild auf gelbe säcke...
ich denke in diesem alter kann man dem hund noch viel ungezwungener die angst vor dingen nehmen, als wenn sie nicht mehr im welpenalter sind...


von Cindy(YCH) am 06. Februar 2003 21:59

Hallo Andrea,

da hast Du recht. Aber gerade bei einem ängstlichen Hund sind das eben Sachen, die man auch explizit trainieren muss, und nicht dem Zufall überlassen. Und da denke ich, dass es ebenfalls besser wäre, Mike würde da gezielt draufzugehen, also diese Situationen explizit trainieren, um eben nicht das Schreckmoment "oh, wie wird sie sich jetzt verhalten" zu haben.
Dein Beispiel mit den Gelben Säcken könnte z.B. auch ins Gegenteil umschlagen. Da würde ich es wiederum eher so machen, dass ich einfach unbeteiligt daneben stehenbleiben würde, und mir die Zeit nehmen würde, bis sie ganz von allein hingeht.
Braucht zwar seine Zeit, bringt mE aber weit mehr. V.a. würde ich zumindest am Anfang nicht dagegentreten etc. Je nach Hund war's das dann. Ich hatte mal so einen Angsthasen. Egal ob es Mülltonnen waren, Menschen, v.a. Menschen, die sie anfassen wollten, ungewöhnlich aussehende Pflanzen ( einmal brauchten wir 30 min, um an einer "geschossenen" Rübenpflanze vorbeizugehen ).
Das Problem ist mE die Gradwanderung zwischen "wieviel darf ich das angsauslösende Teil beachten, um Neugier beim Hund zu erzeugen, die evtl. die Angst überwindet" und "ab wann ist es zuviel Beachtung, so dass Hund evtl. in seiner Angst sogar noch bestärkt wird". So nach dem Motto "Frauchen mach so ein Gedöns drum, also muss es ja angsteinflössend sein".

Gruss Cindy

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