Auf den Rücken drehen/Alphawurf"" :: Hundeerziehung + Soziales

Auf den Rücken drehen/Alphawurf""

von Tanja D.J. Djebby(YCH) am 07. Juni 2002 06:46

Guten Morgen!

: ich kenne einen Hund, bei dem man eindeutig sieht, daß er auf diese Weise "erzogen" wurde. Ich habe noch nie im Leben einen Hund gesehen, der so freudlos durch die Gegend läuft. Er macht alles schön, führt alle Befehle sauber und sofort durch. Aber beim Anblick des Hundes kommen mir fast die Tränen. Echt !
Ansonsten wurde der Hund aber mit positiver Bestärkung und ohne Schläge erzogen?
Merkst Du worauf ich hinaus will? Bei einem normal erzogenen und großgezogenen Hund meine ich kann gelegentliches Nackenschütteln nicht schaden, klar, wenn ich ihn dauernd schüttele und auch ansonsten mehr drücke als mit ihm zusammenzuarbetien, klar kommt dann so ein elendes Bild dabei heraus!

: Dann kenne ich einen anderen Hund, der ebenfalls so erzogen wurde. Dem siehst Du es nicht an, aber Du spürst es. Dieser Hund läuft immer schwanzwedelnd herum (für andere sieht es aus, als wäre er freudig, ist aber ständig beschwichtigend), er bemüht sich, alles seinen Besitzern rechtzumachen, kommt "freudig", wenn sie rufen. Ist ein "will-to-please-Hund", wie aus dem Buch. (ist übrigends der einzige will-to-please, den ich kenne).
Gleiche Frage wie oben.
Wie würdest Du denn dann seine Gemütsverfassung einschätzen?
"Will-to-please" hat ja nicht zwangsläufig was mit falscher Erziehung zu tun, es gibt Hunde, die sind so, wollen alles recht machen, freuen sich, wenn sie arbeiten dürfen.

Liebe Grüße
Tanja

von Tanja D.J. Djebby(YCH) am 07. Juni 2002 06:52

Hallo Tanja!

: Hier denke ich, daß der Hund sehr wohl unterscheiden kann, WIE ernst es seinem Besitzer ist. Er kann unterscheiden, ob seinem Besitzer einfach der Hut hochgeht (was viele Hunde ja gar nicht ernst nehmen, der Besitzer macht sich vielmehr unglaubwürdig), oder ob er eben etwas nicht wünscht, oder ob er den Hund töten will.
: Es ist doch auch erwiesen, daß ein Hund einen geplanten Scheinangriff (von einem Scheintäter) von einem wirklichen Angriff auf seinen Hundeführer problemlos unterscheiden kann.
: Wenn er das kann, dann dürfte es doch für einen Hund eine Kleinigkeit sein, die eventuelle Tötungsabsicht seines Hundeführers sofort eben nicht als solche ernsthafte zu erkennen.

Und genau das meine ich nämlich auch...nur hast du das besser erklärt und rübergebracht! :-)
Selbst wenn Schütteln eigentlich eine Tötungsabsicht darstellt, kann der Hund doch wohl unterscheiden/spüren, dass ich ihn nicht töten will.

Grüße
Tanja

von Tanja D.J. Djebby(YCH) am 07. Juni 2002 07:01

Hallo Annette,

Ich halte ebenfalls nicht viel vom "Alphawurf".
Den habe ich zu früheren Zeiten angewendet und halte heute auch nicht mehr sehr viel davon, halte ihn sogar (im Gegensatz zum gelegentlichen Nackenschüttler) für vertrauenszerstörend.

Wenn ich wütend bin, dann legen sich meine Hunde von allein auf den Rücken und damit ist es dann auch gut. Das Wütend-sein meiner bzw. unsererseits läuft auf dem Lauterwerden der Stimme ab.
Klar, so läuft es bei uns auch ab!

Hunde im Nackenfell zu schütteln lehne ich ab, weil es nichts bringt.
Mir hat es damals sehr viel gebracht!

Hätten meine Hunde einmal einen Welpen wirklich geschüttelt, so würde mir das ziemliche Sorgen machen,
Ich würde mir da vermutlich auch ernste Sorgen machen, aber ich bin ein Mensch und kein HUnd und ich denke, dass Hunde diesen kleinen feinen Unterschied (auch in der Absicht) spüren und erkennen!

Und im übrigen ergeben sich viele Unarten im Lauf vom Welpen zum erwachsenen Hund auch von allein, ebenso wie bei uns Menschen.
Das hat aber nichts mit Alphawurf, Nackenschütteln etc. zu tun! :-)
Kann ich Dir aber beipflichten!

Viele Grüße
Tanja

von Tanja D.J. Djebby(YCH) am 07. Juni 2002 07:11

Hallo Gabi!

: Instinkt ist angeboren, da ist das Alter wahrscheinlich ziemlich egal.
Instinkt kann man aber auch "ausschalten" bzw. umlenken!
Der Instinkt sagt dem Hasen sicherlich zu flüchten, wenn ein Hund daher kommt, es gibt aber genügend "Hunde-Hasen-Freundschaften"!

: DOCH die zählen sehr. Denk Dir das so: Hund darf alles, weiß eh nicht wo er richtig hingehört oder denkt sich weit nach oben (Rangordnung) und DANN: Tötungsabsicht vom bisher "trotteligen" *g* Besitzer - wie soll der Hund das einordnen/ verarbeiten ? Das muß aus Hundesicht ungeheuerlich sein, oder ?
: Wenn er dann mit der gebotenen Empörung *g* reagiert - HILFE, wir haben einen Problemhund ! Tierheim ! Und da sitzt dann der arme Wicht, u.U. als Beisser abgegeben.
Ja, stimme ich Dir zu, kann ich aus Hundesicht voll und ganz verstehen, aber das ist kein Beispiel eines Hundes, der "normal" erzogen wird und gelegentlich geschüttelt wird/wurde (als Welpe)!

: Oder ein nicht wesensstarker Hund kriegt einen Knacks indem er z.B. ab da vor knallenden Türen Panik hat (weil genau da eine Tür geknallt hat) oder ähnliches und KEINER weiß warum.
: Ich denke da gibt es ein weites Feld von Sachen, die sich heimlich entwickeln und dann später das Produkt "Problemhund" hervorbringen.
Kann ich Dir auch nur zustimmen...aber wieder kein richtiges Beispiel, weil das nicht zwangsläufig mit dem Schütteln zu tun hat, der hätte den Knacks auch, wenn Du in dem Moment geknurrt oder geschnauzgrifft (ohhh, schöne Wortneuschöpfung!) hättest!

Klar, das sind Beispiele, warum man Nackenschüttler NICHT anwenden SOLLTE, aber sie zeigen mir immernoch nicht schlüssig, dass, wenn alles andere paßt sie eben SCHÄDLICH sein können!

: Eben weil die Hundebesitzer keine Lust haben sich mit dem Wesen des Hundes zu beschäftigen :-((((.
Das habe ich getan und tue ich immernoch...vielleicht schüttele ich deswegen heute nicht mehr, aber wie gesagt, SCHADET es denn wirklich so wenn der Rest vom Umfeld und Verhältnis paßt?

: Ansonsten kenne ich im Moment keine "Nackenschüttler" jedenfalls keine bekennenden.
Wer gibt das in der heutigen Zeit schon noch zu??

Viele Grüße
Tanja

von bri(YCH) am 07. Juni 2002 07:10

liebe eve

vielleicht hast du mich ja falsch verstanden: was mich bewogen hat war dies, das viele hier ratschläge erteilen die sich stark widersprechen. wie soll denn jemand sich für etwas entscheiden, das er aus eigener erfahrung (noch) nicht kennt? eine diskussion in unserer hundeschule war die grundlage: soll man oder soll man nicht? meine meinung dazu war klar, aber wie du ja auch gesehen hast, gibt es eben auch die andere meinung. ich denke, je mehr verschiedene erfahrungen geschildert werden, deste eher kann ich mich entscheiden, wenn ich nicht schlüssig bin.

die frage war also durchaus ernstgemeint, ich habe nämlich alle antworten ausgedruckt und es wird in der nächsten stunde darüber diskutiert.

ich würde mir sicherlich niemals anmassen, die user hier nicht ernst zu nehmen, denn sonst würde ich kaum in diesem forum schreiben.

aber ich bin dir trotzdem für dein postin dankbar, mir kam nämlich wirklich nicht in den sinn, das jemand diese empfindung haben könnte.

liebe grüsse:
bri

von Tanja D.J. Djebby(YCH) am 07. Juni 2002 07:15

Guten Morgen Cindy,

: Nur mal so ein paar verworrene Gedanken. Wäre aber trotzdem interessiert, wie Du das siehst?

Du hast meine Gedanken in einigermaßen erfaßbare Sätze gesteckt.

Ich meine tatsächlich, dass es daran liegt. Wir sind zu unsicher, zu wenig Hund um wirkich wie Hund zu handeln/auszustrahlen...und deswegen sind wir unsicher!

...aber ich arbeite an mir!

Liebe Grüße
Tanja

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