DSH am Aussterben? :: Hunderassen

DSH am Aussterben?

von Frieda am 12. Mai 2007 11:00
Huhu,

also das die DSH aussterben glaub ich nicht, aber wohl, dass das Klieschee der typischen DSH wohl nie ganz verloren gehen kann, weil auch ich keine anderen als diese Klischee-erfüllenden kenne.
In meinem Dorf gibt es eine DSH-Zucht (Fliesheck-DSH *KOTZ*), die meisten Hund die hier rumrennen sind DSH (neben Labrador, Golden Retriever, Dackel, JRT, die sind auch noch sehr häufig). Aber mein Hund hat bisher in seinem Leben vielleicht mit 2 DSH gespielt. Als Welpe ist er mal auf einen freilaufenden zugelaufen und wollte natürlich schnuppern. Der Besitzer machte mir dann ganz schnell deutlich, dass er keine anderen Hunde an seinen ran lässt. Genauso geht es mir auf sämtlichen Spaziergängen. Wenn ich DSHs mal sehe, dann an der Leine, aber meistens seh ich sie auf Grundstücken, in Zwingern oder Autoboxen am DSH-Club. Ich mag sie nicht und ihre Besitzer noch viel weniger. Aber das wird sich wohl auch nicht mehr ändern... (Und gebissen wurde ich bisher auch von zwei DSH, mein Hund auch von zwei verschiedenen). Leider sagen mir dann häufig die Besitzer auch, dass sie absolut nicht sozialverträglich sein und sie deswegen nur an der kurzen Leine laufen könnten. Schon irgendwie traurig. Die Frage ist nur, woher kommt das?

bye Frieda

von Antje am 13. Mai 2007 05:24
Hallo Klaus,

beim DSH gibt es zwei Besonderheiten, die es bei anderen Rassen nicht gibt: Zum einen wird diese Rasse in der "Dissidenz" in erster Linie als Langstockhaar gezüchtet und dann nicht unter dem Namen "Deutscher Schäferhund" vermarktet, sondern unter dem Begriff "Langstockhaar-Schäferhund" oder "Altdeutscher Schäferhund". Der "normale" Schäferhund = Stockhaar wird dort kaum gezüchtet. Während andere Rassen, z.B. der Golden Retriever, in der "Dissidenz" ein sehr starkes Zuchtaufkommen besitzen, welches im Fall des Golden wahrscheinlich höher liegt als im VDH. Insofern können die VDH-Zahlen alleine kein sicherer Anhaltspunkt sein.

Zum anderen ist der DSH einer der Exportschlager Nr. 1. Ein hoher Prozentsatz des Geburtsjahrganges 2005 lebt nicht in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt verteilt. Die von mir gezogenen Hunde leben zu ca. 25% im Ausland, meist in den USA. Und das obwohl ich zu den Züchtern gehöre, die relativ wenige Welpen ins Ausland verkaufen. Nicht wenige der in Deutschland lebenden Zuchthunde stehen sogar in ausländischem Eigentum, so daß die Hündinnen zwar hier werfen, deren Welpen dann aber zum größten Teil ins Ausland gehen.

Ich gehöre übrigens auch zu den DSH-Haltern, die Du nur selten mit ihren Hunden irgendwo treffen wirst. Weil mir diese "Meiner will nur spielen"-Fraktion fürchterlich auf den Kekes geht. Nachdem mir mehrfach Welpen zusammengebissen wurden, hochtragende Hündinnen und rekonvaleszente Hunde (z.B. mit gebrochenen Bein) trotz ausdrücklichem Wunsch, daß die Hunde keinen Kontakt bekommen, über den Haufen gernnt wurden, meide ich fremden Hundehalter mit ihren Vierbeinern wie die Pest. Sehe ich sie von weitem auf mich zukommen, schlage ich einen anderen Weg ein. Da meine Hunde an den meisten Tagen in der Woche Kontakt zu vielen anderen Hunden haben, deren Sozialverhalten ich kenne oder deren Halter ich kenne (und dadurch die Hunde einschätzen kann), benötigen sie keine Kontakte zu mir völlig wildfremden Hunden, über die ich nix weiß.

Wenn ich meine Hunde mal irgendwo hin mitnehmen muß, wo es von anderen Hunden wimmelt, ist es mir schon öfters passiert, daß sie nicht als DSH erkannt wurden. Verwechselungen mit dem Husky sind häufig, und meine Alte wurde auch schon öfters für einen Groenendal und einmal auch für mal einen Labrador gehalten... :-) Wohlgemerkt von HUNDEHALTERN, nicht von Menschen die mit Hunden nicht viel am Hut haben... 8-|

Grüße

Antje

von Antje am 13. Mai 2007 05:45
Quote :
Original geschrieben von Phoenix
Dass DSH mit vollkommen schräger Hüfte die höchsten Platzierungen bekommen (habe ich vor 2 Jahren in Tulln erlebt), spricht doch für sich.

Hallo Phönix,

dazu ist anzumerken, daß es beim DSH relativ viele Züchter gibt, die dieses Schönheitsideal nicht anstreben, sondern rein auf Leistungsfähigkeit züchten. Und im Gegensatz zu sehr vielen anderen Rassen kannst Du beim DSH auch mit Hunden züchten, welche nur die Zuchtbewertung "gut" erhalten, also vom "Ideal" relativ weit abweichen. Diese züchterische Entscheidungsfreiheit hast Du bei vielen anderen Rassen nicht.

Quote :
Original geschrieben von Phoenix
Ehrlich gesagt, ich würde jedem vom DSH abraten. Besser AC weiße SH, Langhaarige (Altdeutsche), oder Belgische oder Französische - von all denen kenne ich gut sozialisierte Exemplare und deren BesitzerInnen.

Das hängt nun mal alles von den persönlichen Erfahrungen eines jeden Einzelnen ab. Ich kenne nur ein Expemlar der Weißen, welches ich empfehlen könnte, die Mehrzahl hier bei uns kommt aus einer züchterischen Ecke mit Wesens- und Gesundheitsproblemen.

Der von Dir zitierte "Altdeutsche" ist und bleibt ein langstockhariger DSH und keine eigene Rasse, die von einigen Zuchtverbänden in der "Dissidenz" unter falschem Namen vermarktet wird. Wie sollen sich diese Hunde denn vom DSH unterscheiden, wenn die langstockhaarigen DSHs aus dem SV dort als Zuchthunde übernommen werden? Willst Du mir erzählen, daß ein Langstockhaar-DSH aus einem meiner Würfe, der in ein solches Zuchtbuch übernommen wird, deswegen plötzlich anders vererbt als seine stockhaarigen Geschwister?

Beim Langstockhaar-DSH mußt Du bei der Auswahl "Deines" Züchters und der Elterntiere/Vorfahren Deines künftigen Welpen genau so sorgfältig auswählen wie beim stockhaarigen DSH. Denn das ist genau die gleiche Mischpoke...

Pauschal vom DSH ab- und zum Belgier anzuraten halte ich für gefährlich! Wer wesensmäßig mit einem durchschnittlichen DSH nicht hin kommt, wird das auch bei einem durchschnittlichen Vertreter der belgischen Schäferhundrassen nicht können. Bei den langstockhaarigen Rassen kannst Du in diversen Linien, genau wie beim DSH aus reinen Show-Linien, große Probleme mit dem Wesen bekommen. Oder aber die Hunde sind extrem leistungsbetont gezogen (Malinois und Tervueren aus Malinois-Linien), mit einem entsprechenden Trieb und Durchsetungsvermögen. Für den Durchschnitts-Hundehalter "viel zu viel Hund"!.

Beim DSH muß man einfach zwei Sachen wissen. Zum ersten: Was will ich überhaupt? Darüber sollte man sich VOR dem Kauf eines Hundes klar sein.

Zum zweiten: WO kaufe ich? Da muß man sehr genau recherchieren, daß die Zuchtziele des ausgewählen Züchters mit dem, was man als Hund haben möchte, überein stimmen.

Genau die gleichen Kriterien mußt Du bei allen anderen Rassen auch anlegen. Nur hast Du beim DSH diesbezüglich einen viel größeren Entscheidungsspielraum, weil es viel mehr Züchter gibt mit unerschiedlichen Zuchtzielen und unterschiedlichen Einstellungen zur Aufzucht der Welpen.

Und für den Laien ist es schwierig, einen wirklich gut veranlagten Welpen zu bekommen. Auch ich verkaufe bevorzugt an Welpenkäufer, die bereits Erfahrung mit dem DSH oder einer ähnlichen Rassen besitzen.

Grüße

Antje

von Anonymus am 13. Mai 2007 07:56
Hallo

>>Pauschal vom DSH ab- und zum Belgier anzuraten halte ich für gefährlich!

>>>Zum zweiten: WO kaufe ich? Da muß man sehr genau recherchieren, daß die Zuchtziele des ausgewählen Züchters mit dem, was man als Hund haben möchte, überein stimmen.

>>>Und für den Laien ist es schwierig, einen wirklich gut veranlagten Welpen zu bekommen


Kann mich nur 100% tig anschließen....


Zum Langstockharr,leider wird gerade dort sehr viel Schmu gemacht..
Auch da zählt was Antje zu zwei Schrieb...



Viele grüße
Nara

von Anonymus am 13. Mai 2007 18:11
wir treffen auch selten Deutsche Schäferhunde. Einen Freilaufenden hab ich glaub ich noch gar nicht gesehen.
Immer kurz an der Leine wie ein Schwerverbrecher! Oder sogar so daß man den Eindruck hat daß er "gebrochen" ist, keinen eigenen Willen mehr hat 8-| . Rute hängt runter und kein Glanz in den Augen. Ich schätze mal daß sich viele am Wochenende auf den speziellen Plätzen "austoben" dürfen und die restliche Zeit werden sie einfach weggesperrt.
Gruß Nina und Nico (DSH- Mix)

von Antje am 13. Mai 2007 19:13
Quote :
Original geschrieben von Nina u. Nico
wir treffen auch selten Deutsche Schäferhunde. Einen Freilaufenden hab ich glaub ich noch gar nicht gesehen.
Immer kurz an der Leine wie ein Schwerverbrecher! Oder sogar so daß man den Eindruck hat daß er "gebrochen" ist, keinen eigenen Willen mehr hat 8-| . Rute hängt runter und kein Glanz in den Augen. Ich schätze mal daß sich viele am Wochenende auf den speziellen Plätzen "austoben" dürfen und die restliche Zeit werden sie einfach weggesperrt.

Jep!!! Und deswegen laufen auch meine AUSSCHLIESSLICH an einer 30 cm langen Leine... 8-|









Auch wenn Euch das vielleicht anpieselt: Ich habe etwas dagegen, wenn wir auf unseren Spaziergängen von den Vierbeinern fremder Leute gestört werden! Und vielen meiner Sportkollegen ergeht das ähnlich. Lieber packt man die Hunde ins Auto und fährt in Gebiete, in denen man vor diesen grässlichen Der-tut-Nixen seine Ruhe hat! Mit 'nem großen Hund wie dem DSH ist man in unserem Bundesland der Dumme, wenn ein anderer kleinerer Hund Streit anfängt und anschließend 'nen Siebener im Fell hat. Selbst wenn der Große angeleint war und der Kleine den Stunk angefangen hat. Läuft der große Hund ebenfalls frei, hat er die allerschlechtesten Karten, wenn's Stunk gibt und der Große gewinnt. Was glaubt Ihr, passiert mit einer fremden Hündin, die zwischen meine beiden gerät und dann zu zanken anfängt??? Sie werden sie nicht totbeißen, aber für 'ne Anzeige mit anschließendem Wesenstest reicht das bei und allemal. Also heißt das für mich: No contact to other dogs!

Die meisten Hundesportler halten schon sehr lange Hunde und haben im Laufe der Jahre ihre Erfahrungen gesammelt bezüglich anderen Hundehaltern. Nicht nur, daß jeder Depp von Hundehalter von weitem brüllt "Der will nur spielen!", wenn sein Zausel mobbend auf den nächsten Hund zuläuft, anstelle ihn zurück zu rufen (was eh nicht funktionieren würde, da der Karo i.d.R. nicht für 5 Cent hört), sondern ein jeder hat schon seine leidvollen Erfahrungen gemacht, wie das ist, mit seinem Hund z.B. eine 3 Stunden zuvor gelegte Fährte abzusuchen (wofür man sich an dem Tag vielleicht sogar noch ein paar Stunden Urlaub hat nehmen müssen), derweil so ein Wischmopp kläffend um den suchenden Hund herumfegt, versucht, ihn von hinten in die Waden zu kneifen, und das Fraule im Sommerkleidchen derweil auf dem Weg steht und ruft "Machen Sie ihren doch auch los, meiner will mit ihm spielen". Welche Gedanken einem in diesem Moment, in dem man gerade realisiert, daß dieses die letzte Trainingsmöglichkeit vor einer Prüfung oder einem Wettkampf ist, durch den Kopf gehen, schreibe ich jetzt lieber nicht...

Glaubt mir, es ist besser so, daß sich die Hundesportler mit ihren Hunden (egal ob mit DSH oder anderen Rassen, die anderen tun's nämlich auch) in hundehalterfreie Gebiete zurück ziehen. Zumindest in meinem "Revier" würde sonst ab und an der eine oder andere Hundehalter an einer Fährtenleine baumelnd erhängt in einem Baum vorgefunden werden... :-)

Grüße

Antje

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