All die ungeliebten Hunde. :: Was sonst nirgends passt

All die ungeliebten Hunde.

von Attila(YCH) am 31. Mai 2000 22:44

Liebe Besucher dieses Forums,


augenscheinlich habe ich mit meiner Frage "Soll ich meine Hündin abgeben?" eine hitzige Debatte ausgelöst. Das spiegelt sich in den zahlreichen Antworten wider, die ich im Forum selbst oder via E-Mail erhielt. Wenige dieser Antworten näherten sich meinem Problem objektiv, versuchten überhaupt, die Beweggründe der Frage zu verstehen; die meisten verurteilten mich vorab für die Schlechtigkeit, daß ich auch nur im entferntesten den Gedanken hegte, einen Hund abzugeben... So etwas tut man doch nicht!

Die Haltung, die aus solchen Stellungnahmen spricht, scheint mir, mit Verlaub, etwas selbstgerecht. Sollte ich es in diesem Forum wirklich nur mit Menschen zu tun haben, denen Tierliebe und Herzensgüte seit ihrer Geburt mit dem Löffel eingeflößt worden sind? Ich kann es nicht glauben. Hat wirklich KEINER von Euch jemals einen Hund abgegeben? Habt Ihr immer alle Eure Hunde behalten, gleichgültiog welche Scherereien sie Euch machten? Hunde, die Eure Wohnung zerstörten? Hunde, die aggressiv gegen Euch oder andere Menschen waren und blieben? Hunde, die sich nicht erziehen ließen? Hunde, die nicht allein bleiben konnten? Hunde, die unverbesserliche Streuner waren? Hunde, die keine Versicherung mehr versichern wollte? Hunde, die von Anfang an krank waren und Euch ein Vermögen kosteten? Oder Hunde, die nur schläfrig herumlagen wie Schildkröten und Euch einfach langweilten? Liebe Leute, ich kann's nicht glauben, daß Ihr alle diese Hunde behalten habt. Ihr gebt's nicht zu, das ist es.

Oder WARUM sind unsere Tierheime voll mit herrenlosen Hunden? Warum sind die Zeitungen voll mit Anzeigen "Gegen Schutzgebühr in gute Hände abzugeben"? Hunde zu Hunderten, zu Tausenden. Sie alle waren einmal "sehr lieb", als sie ins Haus kamen, und wurden dann doch irgendwo festgebunden. Die sie festgebunden haben, hielten sich auch alle zu irgendeinem Zeitpunkt für Hundefreunde. Aber dann geschah etwas - das Geld ging aus, die Frau lief fort, der Sohn blieb in der Schule sitzen -, und sie wußten nicht mehr ein noch aus.

Sicherlich gibt es viele unberufene Hundehalter, die vom Wesen des Hundes, seinen Bedürfnissen, seiner Haltung und Erziehung keine Ahnung haben. Solche Leute sind überfordert, sobald sich erste Widerstände einstllen. Dann muß der Köter, der aus einer Laune heraus angeschafft wurde, eben wieder verschwinden. Ich habe selbst über Jahre immer wieder Hunde aufgenommen, die ein neues Zuhause suchten. Sie waren arme, gequälte Kreaturen, die glücklich schienen, sich für ein paar Tage an mich anschließen zu dürfen, ehe sie dann wieder in andere Hände kamen. Wahrscheinlich ist sogar die Mehrzahl der Hundehalter unberufen, nicht geeignet, einem Tier gerecht zu werden und ihm ein gutes Zuhause zu bieten. Irgendwann sind sie des Hundes überdrüssig und geben ihn ab. So scheinen die meisten Hunde im Laufe ihres Lebens mehrere Herren zu haben.

Es wird Euch vielleicht nicht gefallen, aber seid Ihr einmal auf die Idee gekommen, daß es auch schlechte Hunde gibt? Was soll das nur sein, ein schlechter Hund, werdet Ihr empört fragen. Nun, ein schlechter Hund ist ein Hund, der auf Grund seiner instabilen Gesundheit, seiner geringen Vitalität und seines mangelnden Behauptungstriebes nicht in der Lage wäre, in freier Natur zu überleben, noch Aufgaben zu erfüllen, die sich ihm im Rahmen seines Zusammenlebens mit dem Menschen stellen. Ein Hund ist kein Schoßtier, das verhätschelt und dickgefüttert wird, und auch kein Ersatz für Kinder oder den fehlenden Lebensabschnittspartner. Ein Hund ist ein Wesen, das ursprünglich in Symbiose mit dem Menschen Tätigkeiten ausführte, welche diesen in seiner Arbeit und seinen täglichen Verrichtungen untrstützten: als Helfer bei der Jagd, Wächter über Haus und Hof, Hüter und Schützer der Herden, Begleiter und Kamerad auf einsamen Wanderungen. Hunde, die keine Aufgaben wahrzunehmen imstande sind, bleiben Luxusgeschöpfe, "die Lieblinge der Damen", ausschließlich denkbar in einer Welt, die alles im Überfluß hat und sich zur Unterhaltung ein paar skurrile Tiere hält (wo der Hund nicht genügt, sind es dann eben Wolfshybriden, Affen, Krokodile oder Raubkatzen). Mir fehlt jedes Verständnis und jede Sympathie für jene überzüchteten Rassen, deren bedauernswerte Vertreter schließlich als Spielzeuge verzogener Kinder irgendwo vor sich hindämmern.

Mir fehlt aber auch jedes Verständnis für einen "Tierschutz", der seine Hand über degenerierte, mißgebildete und damit letztlich leidende, ihrer Kräfte beraubte Tiere hält. Ein Welpe, dessen vitale Schwäche schon unmittelbar nach der Geburt erkennbar wird, gehört eingeschläfert, anstatt mit der Flaxche aufgezogen und an unwissende Halter vertickt zu werrden. DIESE Halter sind es, die das kränkelnde und schwächelnde Tier später abgeben werden, und nicht ihnen sind Vorhalte zum machen, sondern denen, die es gezüchtet und verkauft haben. Es wurde aber im Raum Bonn vor ein paar Monaten allen Ernstes eine Schäferhündin mit mißgebildeten Hinterläufen "zur Vermittlung" ausgeschrieben, die überhaupt nicht stehen konnte - und auch für sie fand sich irgendein Trottel, der wahrscheinlich ganz gerührt war über sein gefühlsduseliges Engagement und gar nicht wußte, was da auf ihn zukam. "Selbstlos hat er sich des Tieres angenommen." Und sie, die nie richtig Hund sein kann - was wird wohl aus ihr werden? Das ist mißverstandene "Humanität", bedenkenlos auf Tiere übertragen.

Wieviele Welpen mögen aus Zufallsverbindungen entstehen, wenn der Nachbarrüde, ungeachtet seiner genetischen Defekte, die Haushündin beglückt? Wie sehen wohl Schäferhund-Basset-Mischlinge aus, und wer möchte sie haben? Was geschieht mit all diesen Welpen? "Günstig abzugeben", auf dem Umweg über einen Halter ins Tierheim. "Aber sie sind doch so niedlich..." Pustekuchen. Sie taugen nichts, das ist die Wahrheit.

Nein, liebe Leute, ich glaube Euch Eure grenzenlose Tierliebe nicht. Jeder, der einen Hund sein eigen nennt, möchte einen guten Hund haben. Einen, der ihm Freude macht. Einen, auf den er stolz ist. Einen, auf den er sich verlassen kann. Der Hund soll ihm weder Ärgernis noch Last sein. "Für den heutigen Menschen, namentlich den landabgeschnittenen Städter, ist die Liebe zum Hund ein greifbarer Ausdruck unserer ewigen Erbsehnsucht zur Urheimat Natur, die letzte Gefühlsbrücke zur Mutter Erde, die den meisten verblieben." So schrieb Max von Staphanitz, und, Hand aufs Herz, pulsiert nicht ein wenig davon in jedem ehrlichen Hundehalter, wenn er mit Wohlgefallen auf seinen vierbeinigen Freund blickt?

Der Hund als Ware im kapitalistischen Wettbewerb, als Statussymbol für Neureiche, als Sportgerät für zukurzgekommene Egomane, aber auch als verweichlichtes Kunstgeschöpf oder Dauertierarztfall unter dem Deckmantel der "Tierliebe" - das kann's ja wohl nicht sein.

Mit Grüßen, Attila

von Anja + Aisha(YCH) am 31. Mai 2000 23:18

:
Also, was soll man davon halten? Ich gebe dir Recht, es gibt jede Menge Hundebesitzer, die nicht annähernd genug Ahnung haben um einen Hund artgerecht zu halten. Ebenso gibt es leider sehr viele Hunde, die in ihrem Leben mehrere Besitzer haben - meiner eingeschlossen. Meine Hündin Aisha hatte vor mir drei Besitzer und war im Tierheim (sie war
2 1/2 Jahre alt als ich sie bekam!)und sie ist ganz sicher nicht das was du als einen "schlechten Hund" bezeichnen würdest. Im Gegenteil! Sie hatte nur das Pech, das ihr erster Besitzer einen Wachhund wollte - Aisha ist ein Labrador-Golden-Mix! Also ab ins Tierheim. Die zweiten Besitzer liessen sich scheiden (keiner wollte den Hund), der dritte hatte keine Ahnung von Hunden und auch keine Lust, sich damit zu beschäftigen (zumindest theoretisch). Zu anstrengend, weg damit. Das sind keine Tierfreunde, das sind Egoisten! Es mag triftige Gründe geben, einen Hund abzugeben. Unüberlegte Anschaffung ist keine Entschuldigung!!! (Meine nicht dich persönlich, ist ein verzwickter Fall). Natürlich möchte jeder einen tollen Hund, aber dafür muß man etwas tun! Und wenn man ein Tier bei sich aufgenommen hat, trägt man zumindest die Verantwortung alles Mögliche zu versuchen. Wenn meine Kinder nicht so hübsch, intelligent oder pfiffig geraten, gebe ich sie auch nicht ins Heim!

Anja + Aisha (der beste aller Hunde, wird nie mehr abgegeben!

von Bianca(YCH) am 31. Mai 2000 23:31

Hallo Attila,
:

ich selber würde nie einen Hund abgeben, dessen bin ich mir sicher! Aber das spielt auch keine Rolle, weil jeder andere Anforderungen an ein Tier hat. Der eine möchte Sport betreiben, der anderen nimmt den Hund so wie er ist, ohne bestimmte Anforderungen an ihn zu haben!

Ich hatte bereits an Franziska geschrieben, dass es auch Hunde gibt, die als Zweithund nicht geeignet sind. Vor allem hast Du Deine bestimmten Erwartungen oder Anforderungen an ein Tier, aber ein Tier hat diese auch. Ich denke, in Eurem Fall kann weder der eine noch der andere dieses erfüllen, deshalb tendiere ich dazu, den Hund abzugeben. Das soll aber keineswegs eine Wertung sein, sondern Du wirst nicht glücklich werden mit dem Hund und somit der Hund auch nicht! Man sollte immer beide Seiten betrachten.


Oder Hunde, die nur schläfrig herumlagen wie Schildkröten und Euch einfach langweilten?

Es wäre schön, wenn Hunde in vielen Fällen so wären, denn dann gäbe es weniger Probleme. Du hast in Deiner ganzen Betrachtungsweise nämlich ein wichtiges Kriterium vergessen: DEN MENSCHEN! Wer schafft sich denn Hunde an, denen die meisten MENSCHEN gar nicht gewachsen sind (Aussie, Border, Herdenschutzhunde, Jagdhunde, alle ohne Aufgabe)? Der MENSCH! Viele von Deinen angegebenen Problematiken liegen darin begründet. MENSCH kauft sich was, hat eben jeder, wird dem aber nicht gerecht. Wer leidet? Der HUND!

: Oder WARUM sind unsere Tierheime voll mit herrenlosen Hunden?

Vielleicht weil wir auch größtenteils in einer Wegwerfgesellschaft leben? Oder meinst Du, dass alle Hunde, die in Tierheimen sitzen, nichts taugen?

Warum sind die Zeitungen voll mit Anzeigen "Gegen Schutzgebühr in gute Hände abzugeben"? Hunde zu Hunderten, zu Tausenden. Sie alle waren einmal "sehr lieb", als sie ins Haus kamen, und wurden dann doch irgendwo festgebunden. Die sie festgebunden haben, hielten sich auch alle zu irgendeinem Zeitpunkt für Hundefreunde. Aber dann geschah etwas - das Geld ging aus, die Frau lief fort, der Sohn blieb in der Schule sitzen -, und sie wußten nicht mehr ein noch aus.

Worin liegt das denn begründet? Da sind wir doch wieder beim Thema: Beim MENSCH! Er hat den Hund zum Haustier gemacht und früher wurde er auch zum Schutz oder als Jagdhelfer eingesetzt, heißt, er hatte eine Aufgabe.
:
: Sicherlich gibt es viele unberufene Hundehalter, die vom Wesen des Hundes, seinen Bedürfnissen, seiner Haltung und Erziehung keine Ahnung haben.

Leider zu viele!

:
: Es wird Euch vielleicht nicht gefallen, aber seid Ihr einmal auf die Idee gekommen, daß es auch schlechte Hunde gibt?

Wer ist dafür verantwortlich? Der HUND oder der MENSCH?

Was soll das nur sein, ein schlechter Hund, werdet Ihr empört fragen. Nun, ein schlechter Hund ist ein Hund, der auf Grund seiner instabilen Gesundheit, seiner geringen Vitalität und seines mangelnden Behauptungstriebes nicht in der Lage wäre, in freier Natur zu überleben, noch Aufgaben zu erfüllen, die sich ihm im Rahmen seines Zusammenlebens mit dem Menschen stellen.

Warum war der Hund früher in der Lage, selbständig zu überleben? Warum hatte der Hund früher nicht so viel mit Krankheiten zu tun? Weil die stärksten und gesündesten überlebten! Wie ist das heute? Überleben heute die gesündesten und die stärksten? Haben WIR nicht die Selektion der Hunde übernommen?

Mir fehlt jedes Verständnis und jede Sympathie für jene überzüchteten Rassen, deren bedauernswerte Vertreter schließlich als Spielzeuge verzogener Kinder irgendwo vor sich hindämmern.

Für jene überzüchtete Rassen? Nenn mir doch ein paar ursprüngliche Rassen, die nicht überzüchtet sind? Gibt es die heute noch?
:
: Wieviele Welpen mögen aus Zufallsverbindungen entstehen, wenn der Nachbarrüde, ungeachtet seiner genetischen Defekte, die Haushündin beglückt?

Wie sind denn grundsätzlich Rassen entstanden? Siehe zum Beispiel Leonberger. Leider achtete man da nie besonders auf die Gesundheit. Eine tolle Rasse, von der ich aber aus diesen Gründen Abstand nehme.
Die genetischen Defekte gibt es überall! Egal ob Rasse - Rasse oder Rasse - andersartige Rasse, wenn das Zuchtpotential so klein ist, dass nicht auf die Gesundheit und auf das Wesen geachtet wird, ist es doch klar, was daraus resultiert! Nicht zu vergessen, die armen Kreaturen, die dummerweise in Mode geraten! Ein Todesurteil für jede Rasse! Schau Dir doch unsere Bestimmungen an, mit was gezüchtet werden darf, TROTZ "kontrollierter" Zucht!

Wie sehen wohl Schäferhund-Basset-Mischlinge aus, und wer möchte sie haben? Was geschieht mit all diesen Welpen? "Günstig abzugeben", auf dem Umweg über einen Halter ins Tierheim. "Aber sie sind doch so niedlich..." Pustekuchen. Sie taugen nichts, das ist die Wahrheit.

Wie sind wohl Schäferhunde, die man teilweise nur auf Schönheit und nicht auf Leistung züchtet? Auch sie taugen nichts! Aber apropo auf Leistung. Schönheit wird dem Menschen wohl eher gerecht als Leistung, darin liegt wohl auch das Problem!

Viele Grüße
Bianca und Jill

von Attila(YCH) am 31. Mai 2000 23:30

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: Also, was soll man davon halten? Ich gebe dir Recht, es gibt jede Menge Hundebesitzer, die nicht annähernd genug Ahnung haben um einen Hund artgerecht zu halten. Ebenso gibt es leider sehr viele Hunde, die in ihrem Leben mehrere Besitzer haben - meiner eingeschlossen. Meine Hündin Aisha hatte vor mir drei Besitzer und war im Tierheim (sie war
: 2 1/2 Jahre alt als ich sie bekam!)und sie ist ganz sicher nicht das was du als einen "schlechten Hund" bezeichnen würdest. Im Gegenteil! Sie hatte nur das Pech, das ihr erster Besitzer einen Wachhund wollte - Aisha ist ein Labrador-Golden-Mix! Also ab ins Tierheim. Die zweiten Besitzer liessen sich scheiden (keiner wollte den Hund), der dritte hatte keine Ahnung von Hunden und auch keine Lust, sich damit zu beschäftigen (zumindest theoretisch). Zu anstrengend, weg damit. Das sind keine Tierfreunde, das sind Egoisten! Es mag triftige Gründe geben, einen Hund abzugeben. Unüberlegte Anschaffung ist keine Entschuldigung!!! (Meine nicht dich persönlich, ist ein verzwickter Fall). Natürlich möchte jeder einen tollen Hund, aber dafür muß man etwas tun! Und wenn man ein Tier bei sich aufgenommen hat, trägt man zumindest die Verantwortung alles Mögliche zu versuchen. Wenn meine Kinder nicht so hübsch, intelligent oder pfiffig geraten, gebe ich sie auch nicht ins Heim!
:
: Anja + Aisha (der beste aller Hunde, wird nie mehr abgegeben!
:

Hallo Anja, hallo Aisha,

wenn der Kerl einen Wachhund wollte und sich einen Labrador-Golden-Mix holte, war er nicht unterrichtet - einer von den Unberufenen! Es gibt zwar wachsame Retriever, die sofort anschlagen, aber ich habe doch den Eindruck, mit einer saftigen Wurst wären sie zu überzeugen, daß ich doch nicht der böse Einbrecher bin. Freut mich, daß Aisha bei Dir ein gutes Zuhause gefunden hat - bei ihrem vierten Besitzer! Wenn sie sich jetzt wohlfühlt, hat sie's doch gut getroffen, und manches wird aufgewogen.

Gruß, Attila

von Attila(YCH) am 31. Mai 2000 23:35

: Hallo Attila,
: :
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: ich selber würde nie einen Hund abgeben, dessen bin ich mir sicher! Aber das spielt auch keine Rolle, weil jeder andere Anforderungen an ein Tier hat. Der eine möchte Sport betreiben, der anderen nimmt den Hund so wie er ist, ohne bestimmte Anforderungen an ihn zu haben!
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: Ich hatte bereits an Franziska geschrieben, dass es auch Hunde gibt, die als Zweithund nicht geeignet sind. Vor allem hast Du Deine bestimmten Erwartungen oder Anforderungen an ein Tier, aber ein Tier hat diese auch. Ich denke, in Eurem Fall kann weder der eine noch der andere dieses erfüllen, deshalb tendiere ich dazu, den Hund abzugeben. Das soll aber keineswegs eine Wertung sein, sondern Du wirst nicht glücklich werden mit dem Hund und somit der Hund auch nicht! Man sollte immer beide Seiten betrachten.
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: Oder Hunde, die nur schläfrig herumlagen wie Schildkröten und Euch einfach langweilten?
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: Es wäre schön, wenn Hunde in vielen Fällen so wären, denn dann gäbe es weniger Probleme. Du hast in Deiner ganzen Betrachtungsweise nämlich ein wichtiges Kriterium vergessen: DEN MENSCHEN! Wer schafft sich denn Hunde an, denen die meisten MENSCHEN gar nicht gewachsen sind (Aussie, Border, Herdenschutzhunde, Jagdhunde, alle ohne Aufgabe)? Der MENSCH! Viele von Deinen angegebenen Problematiken liegen darin begründet. MENSCH kauft sich was, hat eben jeder, wird dem aber nicht gerecht. Wer leidet? Der HUND!
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: : Oder WARUM sind unsere Tierheime voll mit herrenlosen Hunden?
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: Vielleicht weil wir auch größtenteils in einer Wegwerfgesellschaft leben? Oder meinst Du, dass alle Hunde, die in Tierheimen sitzen, nichts taugen?
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: Warum sind die Zeitungen voll mit Anzeigen "Gegen Schutzgebühr in gute Hände abzugeben"? Hunde zu Hunderten, zu Tausenden. Sie alle waren einmal "sehr lieb", als sie ins Haus kamen, und wurden dann doch irgendwo festgebunden. Die sie festgebunden haben, hielten sich auch alle zu irgendeinem Zeitpunkt für Hundefreunde. Aber dann geschah etwas - das Geld ging aus, die Frau lief fort, der Sohn blieb in der Schule sitzen -, und sie wußten nicht mehr ein noch aus.
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: Worin liegt das denn begründet? Da sind wir doch wieder beim Thema: Beim MENSCH! Er hat den Hund zum Haustier gemacht und früher wurde er auch zum Schutz oder als Jagdhelfer eingesetzt, heißt, er hatte eine Aufgabe.
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: : Sicherlich gibt es viele unberufene Hundehalter, die vom Wesen des Hundes, seinen Bedürfnissen, seiner Haltung und Erziehung keine Ahnung haben.
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: Leider zu viele!
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: : Es wird Euch vielleicht nicht gefallen, aber seid Ihr einmal auf die Idee gekommen, daß es auch schlechte Hunde gibt?
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: Wer ist dafür verantwortlich? Der HUND oder der MENSCH?
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: Was soll das nur sein, ein schlechter Hund, werdet Ihr empört fragen. Nun, ein schlechter Hund ist ein Hund, der auf Grund seiner instabilen Gesundheit, seiner geringen Vitalität und seines mangelnden Behauptungstriebes nicht in der Lage wäre, in freier Natur zu überleben, noch Aufgaben zu erfüllen, die sich ihm im Rahmen seines Zusammenlebens mit dem Menschen stellen.
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: Warum war der Hund früher in der Lage, selbständig zu überleben? Warum hatte der Hund früher nicht so viel mit Krankheiten zu tun? Weil die stärksten und gesündesten überlebten! Wie ist das heute? Überleben heute die gesündesten und die stärksten? Haben WIR nicht die Selektion der Hunde übernommen?
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: Mir fehlt jedes Verständnis und jede Sympathie für jene überzüchteten Rassen, deren bedauernswerte Vertreter schließlich als Spielzeuge verzogener Kinder irgendwo vor sich hindämmern.
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: Für jene überzüchtete Rassen? Nenn mir doch ein paar ursprüngliche Rassen, die nicht überzüchtet sind? Gibt es die heute noch?
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: : Wieviele Welpen mögen aus Zufallsverbindungen entstehen, wenn der Nachbarrüde, ungeachtet seiner genetischen Defekte, die Haushündin beglückt?
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: Wie sind denn grundsätzlich Rassen entstanden? Siehe zum Beispiel Leonberger. Leider achtete man da nie besonders auf die Gesundheit. Eine tolle Rasse, von der ich aber aus diesen Gründen Abstand nehme.
: Die genetischen Defekte gibt es überall! Egal ob Rasse - Rasse oder Rasse - andersartige Rasse, wenn das Zuchtpotential so klein ist, dass nicht auf die Gesundheit und auf das Wesen geachtet wird, ist es doch klar, was daraus resultiert! Nicht zu vergessen, die armen Kreaturen, die dummerweise in Mode geraten! Ein Todesurteil für jede Rasse! Schau Dir doch unsere Bestimmungen an, mit was gezüchtet werden darf, TROTZ "kontrollierter" Zucht!
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: Wie sehen wohl Schäferhund-Basset-Mischlinge aus, und wer möchte sie haben? Was geschieht mit all diesen Welpen? "Günstig abzugeben", auf dem Umweg über einen Halter ins Tierheim. "Aber sie sind doch so niedlich..." Pustekuchen. Sie taugen nichts, das ist die Wahrheit.
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: Wie sind wohl Schäferhunde, die man teilweise nur auf Schönheit und nicht auf Leistung züchtet? Auch sie taugen nichts! Aber apropo auf Leistung. Schönheit wird dem Menschen wohl eher gerecht als Leistung, darin liegt wohl auch das Problem!
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: Viele Grüße
: Bianca und Jill
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Hallo Bianca, hallo Jill,


vollkommen richtig, was Du ergänzt hast. Der Mensch ist verantwortlich, mit seinen Modeticks, seiner Geldgier, seinen Ego-Trips. Die Hunde können nichts dagegen tun, die Hunde leiden nur.

Gruß, Attila

von Anja + Aisha(YCH) am 31. Mai 2000 23:43

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: Hallo Anja, hallo Aisha,
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: wenn der Kerl einen Wachhund wollte und sich einen Labrador-Golden-Mix holte, war er nicht unterrichtet - einer von den Unberufenen! Es gibt zwar wachsame Retriever, die sofort anschlagen, aber ich habe doch den Eindruck, mit einer saftigen Wurst wären sie zu überzeugen, daß ich doch nicht der böse Einbrecher bin. Freut mich, daß Aisha bei Dir ein gutes Zuhause gefunden hat - bei ihrem vierten Besitzer! Wenn sie sich jetzt wohlfühlt, hat sie's doch gut getroffen, und manches wird aufgewogen.
:
: Gruß, Attila
:
Das hast du gut erkannt. Nachdem sie seit einem guten Jahr bei mir ist, hat sie jede Menge gelernt - und ich auch. Aber mit Fressbarem gleich welcher Art ist sie in fast jeder Situation bestechlich. Aber was soll´s. No dog is perfect!
Alles Gute für deine Entscheidung, möchte nicht in deiner Haut stecken.

Gruß, Anja + Aisha


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