Moritz: Nachruf für einen Todgeweihten :: Hundeerziehung + Soziales

Moritz: Nachruf für einen Todgeweihten

von Mela(YCH) am 06. Juni 1999 17:52

: Hallo, Mela!
: Du erzählst hier Sachen, da interessiert es mich einfach mal, woher Du Dein Wissen hast. Das widerspricht naemlich genau den Sachen, die ich weiss und vielleicht kannst Du mich eines besseren belehren (wenn's ,mich überzeugt).

Hallo Juliane,
wir arbeiten mit unseren Hunden vor allem auf der Basis unseres Therapeuten und der ist ein Anhänger von Erich H.W. Aldington und Dr. Hellmuth Wachtel (letztes Werk von Wachtel ist übrigens "Bruder Hund"winking smiley.
Wir haben 9 (noch) unvermittelbare Hunde und arbeiten sehr intensiv mit den Tieren und die Fortschritte sind enorm.


: Das Arbeiten auf den Hundeplätzen mit dem Spielzeug ist keinesfalls "herkömmlich". Das ist eigentlich erst richtig im Kommen.
: Was glaubst Du, wie zum Beispiel die Spürhunde bei der Polizei ausgebildet werden? Z.B. die, die Rauschgift suchen? Die suchen nicht, weil sie süchtig sind oder weil sie jemandem einen Gefallen tun wollen, sondern weil sie ihr Spielzeug suchen und als Belohnung für das Suchen und Finden werden Apportier-Spiele gespielt.
:
Das Training von Spürunden läuft aber etwas anders: es geht um das apportieren eines zuvor versteckten "Spielzeugs (das ist mir schon auch klar-an Kommisar Rex glaubt hier ja wohl keiner???)und nicht das Verfolgen (!!!) eines wie blöd durch die Luft geschleuderten Bällchens oder Stöckchens.

: : : : Hast Du ihn sofort in dem Moment als er sich freiwillig (?) auf den Rücken gelegt hat gelobt?
:
: : es ist unheimlich wichtig, wenn du einen hund unterwirfst und er sich das gefallen läßt, ihn auch positiv zu bestätigen (würde der Alpha in der gruppe auch tun, sobald der andere am rücken liegt ist bauch lecken angesagt).
:
: Hast Du das schon mal selbst gesehen? Das ist nämlich das erste Mal, dass ich das höre! Das bezweifele ich ganz entschieden!!
:
Hast Du Dich eigentlich schon mal etwas genauer mit dem Verhalten der Vorfahren unserer Hunde beschäftigt oder mit einer gemischten Hundegruppe?
Wenn der Alpha einen anderen Wolf (oder auch Hund) unterwirft und sich dieser auf den Rücken fallen läßt, wird das von dem Alpha sofort (!!!) mit einem Lecken über den Bauch "belohnt". Gut zu beobachten ist das auch bei Hündin-Welpen.
Und ja, ich habe das schon selbst gesehen, wir haben gemischte Hundegruppen.

: : Das ist eine klassische aufforderung zum spiel, vor allem bei hunden mit jagdtrieb, und das kläffen und auffordern kann sehr schnell vom Spiel und tobeverhalten in ein aggressives verhalten umkippen, oft schnappen die hunde dann auch zu...
:
: Ja, genau. Da hast Du recht. Hunde fordern zum Spiel auf, indem sie
: den Hintern in die Luft strecken und mit den Vorderbeinen nach unten gehen.
: Aber das macht jeder Hund!!! Jeder kleinste Welpe fordert so schon seine Geschwister zum Spiel auf und nicht nur, wenn er ein Jagdhund ist.

Stop hier habe ich einen grammatikalischen Fehler bei der Interpunktion gemacht; es müßte da so stehen:
Das ist eine klassische Aufforderung zum Spiel, aber vor allem bei hunden mit jagdtrieb kippt diese spielaufforderung oft um. Dieses Verhalten ist beim erwachsenen Hund sehr nah am Aggressionsverhalten (siehe Aldington und auch Lorenz).
Ich habe hier auch nicht von Jagdhunden sondern von Hunden mit Jagdtrieb gesprochen.

:
: Ich finde es auch nicht richtig, wenn Tiere aus dem Tierheim vermittelt werden, die so problembehaftet sind. Aus der Ferne kann man aber sicherlich nicht sagen, dass Harald keine Fehler gemacht hat. Das werfe ich ihm nicht vor, denn auch ich selbst würde mir einen Problemhund aus dem Tierheim nicht zutrauen. Aber der Mensch macht, wenn er unerfahren ist doch viele Fehler, ohne es selbst zu bemerken. Das können so kleine Dinge sein, dass Harald sie vielleicht bis jetzt noch nicht als Fehler erkannt hat und deshalb auch nicht in seiner Aufarbeitung berücksichtigt hat. Wenn er mal wieder einen Hund hat und seine Erfahrungen gesammelt hat, wird er sich darüber sicher klar werden.

Sicher hat er Fehler gemacht, aber nicht jeder Hund nutzt Fehler sofort aus. Ein dominanter Hund aber schon. Und es geht auch nicht darum zu sagen, daß Harald alles perfekt gemacht hat. Das Problem liegt hier in meinen Augen einzig und alleine in der Verantwortung des Tierheimes gegenüber den Leuten, die so einen Hund bekommen. Und Harald hat sicher mehr richtig gemacht, als alle anderen vorher. Er hätte diesen Hund nicht bekommen dürfen. Und zu Haralds Entlastung muß man ganz einfach sagen, daß sich KEIN Mensch ständig im Griff hat und dem Hund gegenüber absolute Vormachtstellung demonstriert.

Ich würde mich freuen wieder von Dir zu hören.

Gruß,
Mela
: Nichts für ungut! Juliane

von Kine(YCH) am 06. Juni 1999 17:45

Hallo Harald!

:
:
: Gibt es eigentlich bereits so eine Art zentrales (Internet-)Register
: für Heim/Problem-Hunde ?
:

Vielleicht kennst Du es ja schon: Hunde in Not-Webring

[www.webring.de]

: Wenn nicht, dann wird's aber höchste Zeit!
: Ich würde das auch technisch unterstützen, denn wir betreiben
: eigene Server in USA und Deutschland. Da ist immer noch
: ein bischen Bandbreite frei für einen guten Zweck...
:
Ist eine gute Idee.

: An einen Welpen habe ich nach diesen Erfahrungen auch schon gedacht.
: Es muss auch kein reinrassiger sein, Hauptsache kein Neurotiker
: und ein gut (auf den Menschen!) geprägter.
:
: Bin für jeden Adresstip dankbar!
:

Habe in der Fressnapf-Zeitung gelesen, dass das Tierheim auf Ibiza DRINGENDST bis zum 30. Juni dieses Jahres neue Zuhause sucht für viele Hunde (darunter auch Welpen), da wohl ansonsten Einschläferung droht.

Leider habe ich keinen Scanner, sonst könnte ich Dir das bei Interesse mal rüberfaxen.
Der Verein heisst DUO, Informationen kann man bekommen bei den Mitarbeiterinnen Christiane Michel und Karin Böhler unter der Tel.: 0034 971 32 52 75 (montags bis freitags, 10:00 bis 13:00 Uhr)
Es besteht kein "Abnahmezwang", d.h. die Hunde werden in ein Tierheim in der Nähe des möglichen neuen Besitzers gebracht, wo dann das erste Kennenlernen erfolgen soll. Lt. Fressnapf-Zeitung soll es damit also "kein Risoko geben, plötzlich einen Hund zu besitzen, zu dem man keine Beziehung bekommt..."

(ICH WEISS, viele werden jetzt wieder aufschreien: in deutschen Tierheimen gäbe es genügend Hunde, die auf eine Vermittlung warten, da muss man nicht einen aus dem Ausland holen...)

Viele Grüsse

Kine & Siggi (der nun schon aufgeregt wartet, schliesslich hat Frauchen schon die Inline-Skater bereitgelegt und es soll doch schnell losgehen) smiling smiley)

von Juliane(YCH) am 06. Juni 1999 19:25

Ich selbst hatte noch keinen Jagdhund. Ich habe aber sehr intensiv die Ausführungen von Daniel verfolgt und diese Erkenntnisse sind mir logischer, naemlich dass ein Hund nicht für unterlassene Sachen gelobt wird.

von Juliane(YCH) am 06. Juni 1999 19:44

Hallo, Mela!
: Das Training von Spürunden läuft aber etwas anders: es geht um das apportieren eines zuvor versteckten "Spielzeugs (das ist mir schon auch klar-an Kommisar Rex glaubt hier ja wohl keiner???)und nicht das Verfolgen (!!!) eines wie blöd durch die Luft geschleuderten Bällchens oder Stöckchens.

Und was glaubst Du, macht der Hundeausbilder mit dem Spielzeug mit dem Hund? Warum sucht der Hund das Spielzeug? Weil er's danach mal halten darf? Nein, weil anschliessend mit ihm gespielt wird, das Spielzeug wird geworfen, es wird eben dieser Beutetrieb ausgenutzt!

: : : es ist unheimlich wichtig, wenn du einen hund unterwirfst und er sich das gefallen läßt, ihn auch positiv zu bestätigen (würde der Alpha in der gruppe auch tun, sobald der andere am rücken liegt ist bauch lecken angesagt).
: :
: : Hast Du das schon mal selbst gesehen? Das ist nämlich das erste Mal, dass ich das höre! Das bezweifele ich ganz entschieden!!
: :
: Hast Du Dich eigentlich schon mal etwas genauer mit dem Verhalten der Vorfahren unserer Hunde beschäftigt oder mit einer gemischten Hundegruppe?
: Wenn der Alpha einen anderen Wolf (oder auch Hund) unterwirft und sich dieser auf den Rücken fallen läßt, wird das von dem Alpha sofort (!!!) mit einem Lecken über den Bauch "belohnt". Gut zu beobachten ist das auch bei Hündin-Welpen.
: Und ja, ich habe das schon selbst gesehen, wir haben gemischte Hundegruppen.

Ich bin eben dabei, alles über Hunde und deren Vorfahren zu lernen und ich lass mich auch gern belehren, wenn ich falsche Vorstellungen habe. Aber das mit dem Belohnen für's Unterwerfen, das kann ich trotzdem nicht glauben.
Das Unterwerfen findet meines Wissens doch nur bei einem Kampf statt, als letzte Tat sozusagen. Der überlegene hat den unterworfenen Hund an der Kehle. Er wartet, bis der Unterlegene seinen Blick abwendet und sich vollständig ergibt. Er wird vorsichtig von ihm ablassen, immer bereit, wieder nachzufassen. Und da soll er ihm anschliessend den Bauch lecken?
Gruss, Juliane

von Angela(YCH) am 06. Juni 1999 22:04

Hallo Juliane

:Gut zu beobachten ist das auch bei Hündin-Welpen.

Wir haben heute unseren Welpen besucht und dabei ist uns sehr stark aufgefallen,
dass die Hündin jeden Welpen auf den Rücken gelegt hat und das lief folgender massen ab:
Die Hündin nahm den Vorderlauf eines Welpen in die Schnauze und kippte ihn, danach nahm
sie den Kopf des Welpen in die Schnauze und anschliessend hat sie ihm den Bauch, oder die Brust
geleckt.

Dies hat sie mit jedem Welpen nacheinander getan. Die Welpen sind jetzt sieben Wochen alt.

Ich dachte erst es ginge da um Bauchmassage wegen der Verdauung oder so.
Aber anscheinend wurde ganz klar die Rangordnung festgelegt, da die Fütterung schon eine Weile her war.

Ich weiss nicht, ob Dich diese Beobachtung interessiert, habe mich aber kurz eingeklink,
weil ich genau dies Heute erlebt habe.

Herzliche Grüsse
Angela

PS: Auch ich habe gehört, dass man vor allem das Stöckchenspiel mit dem Hund unterlassen sollte
wenn er zu gerne Jagd, da dies unter den Wölfen als anheizen zur Jagd betrieben wird.


von Chrischi(YCH) am 06. Juni 1999 23:05


: : Hallo Harald
: : Es tut mir leid was passiert ist!Sicher ist es richtig das Moritz gar nicht an Dich vermittelt hätte werden dürfen.Dennoch kann man dem Tierheim nicht die ganze Schuld geben.Ich möchte Dir keinen Vorwurf machen,aber eine Frage ,ist Moritz ausführlich von einem Tierarzt untersucht worden?Es wäre nicht der erste Fall bei dem es sich um einen Tumor im Kopf handelt,welcher diese wesensänderung verursacht!Kann man Moritz noch retten???
: : Grüße Chrischi
:
: Hallo Chrischi!

: Möglich ist ja alles, aber offengestanden halte ich die Tumor-These
: für ziemlich unwahrscheinlich. Dann hätte Moritz diesen Tumor nämlich
: schon anderthalb Jahre im Kopf haben müssen,
HalloHarald
Eben weil ich denke das Du Hundesachverstand besitzt und Du nach Deinen Beschreibungen alles richtig gemacht hast,stelle ich die These mit dem Tumor im Kopf auf.Die Möglichkeit das Moriz den Tumor schon länger hat ist nicht abwägig.Der Schäferhund meines Onkels hatte 5 Jahre einen Kopftumor und lebte mit ein Paar aussezern gut damit bevr man ihn dann wegen starker Schmerzen erlösen mußte.
P.S Für das Verhalten von Moriz können aber auch andere Schmerzen zuständig sein (Zahn u.s.w).
Aufjedenfall wird so ein freundlicher , gehorsamer Hund der außerdem offensichtlich sehr an Dir gehangen hat nicht plötzlich zur"reißenden Bestie".
Die allerbesten Wünsche Chrischi

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