Moritz: Nachruf für einen Todgeweihten :: Hundeerziehung + Soziales

Moritz: Nachruf für einen Todgeweihten

von Harald Krake(YCH) am 05. Juni 1999 17:54

Moritz können diese Zeilen nicht mehr helfen -- er wird in wenigen
Stunden eingeschläfert. Doch eine Mischung aus Kummer, Wut und
dumpfer Ahnung, schlimme Fehler gemacht zu haben, treiben mich zu
dieser Art von Nachruf.
Als ich den Schäfer-Mischling Moritz das erste Mal im Tierheim sah, hat es
irgendwie gleich "gefunkt". Ich suchte eigentlich gar keinen Hund.
Aber so ein hübscher und wacher Kerl -- man kann ja mal fragen...
Was ich dann allerdings von der Heimleitung zu hören bekam, dämpfte meine
Euphorie schlagartig: vor mehr als einem Jahr an einer
Bundesstrasse im Alter von ca. 12 Monaten aufgegriffen,
wahrscheinlich ein Husky- oder Schlittenhund/Schäfer-Mischling,
ohne Halsband (ausgesetzt...), absoluter Alpha-Rüde,
hat schon diverse Eingliederungsversuche hinter sich,
keiner hat es länger als zwei Tage mit ihm ausgehalten, Mobiliar
hat er komplett zerlegt, wurde vom Tierarzt nach bösem Kampf
mit anderem Rüden zusammengeflickt, hat auch schon Menschen gebissen.
Ein echter Problemhund also! Nur noch ein paar Wochen bis zur Spritze,
wenn der Platz für die "Sommerhunde" benötigt wird...
Trotzdem dachte ich, eine Chance sollte er noch bekommen. So ging ich
ganz behutsam vor, allein schon deshalb, weil mir unsere dreijährige
Tochter wichtiger als jeder Hund ist und meine Frau der ganzen
Sache ohnehin ziemlich skeptisch gegenüber stand.
Vor acht Wochen holte ich ihn das erste Mal ab. Alles verlief problemlos,
wenn er auch an der Leine zog, als ob er einen LKW aus dem Schlamm
befreien müsste. Nach ein paar Tagen aber lief er schon ohne Ziehen,
schliesslich gab's hin und wieder ein Leckerli, wenn er sich benahm.
Seltsam nur, dass er ausser "Sitz" offenbar kein Kommando kannte.
Bei "Platz" blickte er mich nur fragend an, probierte
allerlei Kunststückchen um an das Leckerli zu kommen, aber
auf die Idee, sich hinzulegen kam er nicht. Nach zwei Wochen konnte
er es. Von da an lernte er Schlag auf Schlag (oder erinnerte er sich?).
Er lief bald ohne Leine und entfernte sich praktisch nie weiter als
zehn Meter von mir. Regelmässig suchte er den Blickkontakt und ich konnte
ihn praktisch immer heranrufen. Perfekt wie im Lehrbuch also.
Wir gingen auch regelmässig auf den Hundeplatz. Es war eine echte Freude
mit anzusehen, wie er sich mit den anderen Hunden arrangierte.
Von wegen Alpha-Rüde, der sich in jeden anderen Hund verbeisst!
Ging ich bei einem Streit weg und rief "komm", hörte er sofort
auf zu raufen, und lief mir nach. Was will man mehr?
Ich konnte überhaupt nicht verstehen, dass ein so lernwilliger
und gehorsamer Hund solch schlimme Dinge gemacht haben soll.
Spielen konnte er allerdings nur mit Artgenossen, nie mit mir und auch
nicht mit anderen Menschen. Stöckchen holen, gar Apportieren,
Tannenzapfen suchen, mit dem Ball spielen oder einen alten Lappen
abklauen kannte er nicht. Jeder Versuch blieb zwecklos.
Heute weiss ich, dass das ein Alarmzeichen ist (- s. diverse Bücher
von E. Trumler).
Einziges Spiel blieb ein zärtliches "Beissen" in meinen Unterarm
und vorsichtiges Herumbalgen -- so gut man da als Mensch bei
30 Kilo Hund eben mithalten kann.

Doch schliesslich hatte er auch meine Frau um den Finger gewickelt und
wir beschlossen, ihn endgültig zu uns nach Hause zu nehmen.
Küche ist verboten! Essen vom Tisch gibt's nicht! Widerstand zwecklos!
Am ersten Tag wollte er es zwar noch ziemlich oft wissen,
ob die Küche wirklich verboten ist, aber schon
am zweiten Tag hat er es akzeptiert und blieb brav an der Türschwelle
stehen, sogar wenn gekocht wurde und ich nicht in Sichtweite war.
Unfassbar, dass die anderen nicht mit ihm klargekommen sein sollen.
So ein braver und schlauer Hund!

Nach ein paar Tagen aber war er schlagartig wie ausgewechselt:
Ein vorbeifahrendes Auto wurde plötzlich angebellt,
einem Radfahrer drohend hinterhergelaufen, echte oder vermeintliche
Tiere im Wald gejagt und das Kommando "Komm" geflissentlich überhört.
Alles Verhaltensweisen, die er vorher nie gezeigt hatte!
Als ich ihn von einem Hof holte, weil er nicht kam, knurrte er mich sogar an!
Da ich mich unter keinen Umständen anknurren lassen will,
massregelte ich ihn mit beiden Händen durch Hochnehmen und
anschliessendem Runterdrücken am Hals. Er warf sich dann auch
auf den Rücken und es schien alles wieder gut.
Doch der Schein trog! Am gleichen Nachmittag passierte es:
er löste sich in unserem Garten, was mir natürlich nicht gefiel
und ich darauf hin (für seine Begriffe) wohl im Ton etwas zu
harsch reagierte. Er sprang sofort wie wild herum, rannte durch den Garten
wie von der Tarantel gestochen und nahm die typische
"spiel-mit-mir"-Stellung ein. Ich ging darauf ein und es begann das
inzwischen geübte Beiss- und Umwerfspiel.
Dabei "biss" er jedoch so fest zu, dass ich mir ohne feste Jacke
wohl eine ernste Fleischwunde zugezogen hätte. Auch auf "Schluss"
hörte er erst nach mehrmaliger Wiederholung und sprang selbst danach
immer noch wie wild durch den Garten. Dabei knurrte er ziemlich furchterregend.
Wir gingen sofort zum Abreagieren raus. Er biss in die Leine,
attackierte sogar Baumstämme, sprang herum wie ein wilder Hengst
und verhielt sich extrem aggressiv. So hatte ich ihn noch nie gesehen!
Das ganze Spektakel dauerte etwa eine halbe Stunde. Mich griff er
zwar nicht direkt an, aber ich muss gestehen, dass mir ziemlich
mulmig zumute war. Zum Glück kamen keine Passanten oder andere Hunde vorbei.

Mir wurde klar, dass dieser Hund eine echte Gefahr für meine Familie,
insbesonders für meine Tochter darstellt.
Ich bin mir sicher, dass der Biss nicht als echter Biss gemeint war
(sonst könnte ich wohl kaum mehr diese Zeilen tippen), aber Moritz
hat offenbar nie gelernt, dass Menschenarme nicht aus Titan sind.
Auf dem Nachhauseweg war zwar wieder alles normal und friedlich,
"Fuss", "Sitz", "Platz", "Komm", usw. klappten wieder,
trotzdem habe ich innerlich vor diesem Hund kapituliert.
Die Sicherheit meiner Familie geht vor. Meine Frau hatte nach
dem Vorfall regelrechte Angst vor ihm. Gestern Abend brachte ich ihn
ins Tierheim zurück. Wer das ohne Tränen fertigbringt, ist kein Mensch.
Die Leiterin des Tierheimes entschied auch sofort --
doch letztlich bin ich derjenige, der sein Todesurteil besiegelt hat.

Es plagt mich die Frage, ob mein Entschluss voreilig war.
War ich vielleicht zu streng mit ihm?
Oder war es im Gegenteil ein Versuch, die Rangordnung zu ändern?
Wenn ja, was habe ich falsch gemacht?
Wie passt das mit seinem sonst so problemlosen Gehorsam zusammen?
Oder hätte ich ihm einfach mehr Zeit geben sollen?

Neben Trauer mischt sich aber auch Wut gegen die (Un-)Menschen, die
diesen sonst so lieben und intelligenten Hund zum psychischen
Krüppel gemacht und ausgesetzt haben.
Wer ist hier überhaupt der Krüppel?!

(Antworten bitte auch als Mail direkt an harald@krake.de)

von Kine(YCH) am 05. Juni 1999 18:13

Hallo Harald!

: Spielen konnte er allerdings nur mit Artgenossen, nie mit mir und auch
: nicht mit anderen Menschen. Stöckchen holen, gar Apportieren,
: Tannenzapfen suchen, mit dem Ball spielen oder einen alten Lappen
: abklauen kannte er nicht. Jeder Versuch blieb zwecklos.
: Heute weiss ich, dass das ein Alarmzeichen ist (- s. diverse Bücher
: von E. Trumler).

Inwiefern ein Alarmzeichen?

Viele Grüsse

Kine


von Harald(YCH) am 05. Juni 1999 18:33

: Hallo Harald!
:
: : Spielen konnte er allerdings nur mit Artgenossen, nie mit mir und auch
: : nicht mit anderen Menschen. Stöckchen holen, gar Apportieren,
: : Tannenzapfen suchen, mit dem Ball spielen oder einen alten Lappen
: : abklauen kannte er nicht. Jeder Versuch blieb zwecklos.
: : Heute weiss ich, dass das ein Alarmzeichen ist (- s. diverse Bücher
: : von E. Trumler).
:
: Inwiefern ein Alarmzeichen?

Hallo Kine!

Laut Trumler (übrigens ein Schüler von Konrad Lorenz)
wird ein Welpe in den ersten Wochen auf seine Artgenossen
geprägt (wann genau müsste ich erst nachschlagen...).
Wenn er in dieser Zeit keinen oder wenig Kontakt zu Menschen
hat (eine andere Art von Artgenosse also), wird er für alle Zeit
nur Hunde als Spielpartner akzeptieren. Das ist insofern problematisch,
weil über das Spiel viel gelernt wird. Und gelernt wird nun mal nur von
Artgenossen, denen man blind vertraut, die also eine Autorität für den
Welpen darstellen.
Ausserdem hat man mit grossen Hunden später das Problem, sie ordentlich
"auszupowern", denn egal wie gut Deine Kondition auch sein mag:
der Hund ist vielleicht gerade warmgelaufen, wenn Du schon fix und fertig bist.
Beim Apportieren kannst Du schön verschnaufen, während Dein Hund sich
richtig austobt.
Ich hatte genau dieses Problem mit Moritz. Er war einfach nicht
auszulasten. Ich glaube das hat viel mit seinem Agressionsstau
zu tun. Natürlich hätte ich mir noch einen zweiten Hund zulegen
können -- doch dann hätte meine Frau Ihr Veto eingelegt.

Gruss,

Harald.

von Mela(YCH) am 05. Juni 1999 18:53

:
: vor mehr als einem Jahr an einer
: Bundesstrasse im Alter von ca. 12 Monaten aufgegriffen,
: wahrscheinlich ein Husky- oder Schlittenhund/Schäfer-Mischling,
: ohne Halsband (ausgesetzt...), absoluter Alpha-Rüde,
: hat schon diverse Eingliederungsversuche hinter sich,
: keiner hat es länger als zwei Tage mit ihm ausgehalten, Mobiliar
: hat er komplett zerlegt, wurde vom Tierarzt nach bösem Kampf
: mit anderem Rüden zusammengeflickt, hat auch schon Menschen gebissen.
: Ein echter Problemhund also! Nur noch ein paar Wochen bis zur Spritze,
: wenn der Platz für die "Sommerhunde" benötigt wird...
: Trotzdem dachte ich, eine Chance sollte er noch bekommen. So ging ich
: ganz behutsam vor, allein schon deshalb, weil mir unsere dreijährige
: Tochter wichtiger als jeder Hund ist und meine Frau der ganzen
: Sache ohnehin ziemlich skeptisch gegenüber stand.
:
Hallo Harald,
ich würde gerne wissen aus welchen Tierheim Du diesen Hund bekommen hast. Das soll jetzt kein Vorwurf an Dich sein, aber von einer Tierheimleitung erwarte ich im Bezug auf die Vermittlung von Problemhunden (und genau das ist Moritz) ein etwas glücklicheres "Händchen". Ich selbst arbeite auch in einem Tierheim und kann die Vorgehensweise hier in keinster weise nachvollziehen.
Ein Hund, der sich wie o. von der Leitung beschrieben verhält, hat nichts in einer Familie zu suchen, sondern allerhöchstens bei zwei Personen, die sehr viel Erfahrung im Umgang mit Problemhunden haben. Alleine die Tatsache, daß der HUnd´bereits mehrmals vermittelt war und zurückkam ist für ein Tierheim erschreckend. Bevor hier überhaupt eine Vermittlung stattfinden hätte dürfen, hätte der Hund einem Therapeuten vorgestellt werden müssen und dann auch entsprechend dessen Anweisungen therapiert werden müssen. Man hätte Dir und Deiner Familie, aber in allererster Linie dem Hund diese Leiden ersparen sollen.

Bei "Platz" blickte er mich nur fragend an, probierte
: allerlei Kunststückchen um an das Leckerli zu kommen, aber
: auf die Idee, sich hinzulegen kam er nicht. Nach zwei Wochen konnte
: er es. Von da an lernte er Schlag auf Schlag (oder erinnerte er sich?).

Ein Hund kann nur durch Verknüpfung lernen, d. h. bevor der Hund sich nicht hinlegt, darf ich zu Anfang nicht das Lautzeichen "Platz" geben, ansonsten lernt er alles was er an "Kunststückchen" vorführt um an das Leckerli zu kommen - aber nicht das was er soll. Also: immer erst Verknüpfung - dann Hörzeichen!

: Er lief bald ohne Leine und entfernte sich praktisch nie weiter als
: zehn Meter von mir. Regelmässig suchte er den Blickkontakt und ich konnte
: ihn praktisch immer heranrufen. Perfekt wie im Lehrbuch also.
: Wir gingen auch regelmässig auf den Hundeplatz. Es war eine echte Freude
: mit anzusehen, wie er sich mit den anderen Hunden arrangierte.
: Von wegen Alpha-Rüde, der sich in jeden anderen Hund verbeisst!
: Ging ich bei einem Streit weg und rief "komm", hörte er sofort
: auf zu raufen, und lief mir nach. Was will man mehr?
: Ich konnte überhaupt nicht verstehen, dass ein so lernwilliger
: und gehorsamer Hund solch schlimme Dinge gemacht haben soll.

Es gibt viele Hunde, die bei einem neuen Menschen schnell und willig lernen, dann kommt es aber nach einer Zeit von 6-7 Wochen zu einem Lernstop, in dieser Zeit verhält sich der Hund, als hätte er die verlangten Kommandos noch nie gehört (Literatur zu diesem Thema:
Was tu´ich nur mit diesem Hund - Eric H. W. Aldington)

: Spielen konnte er allerdings nur mit Artgenossen, nie mit mir und auch
: nicht mit anderen Menschen. Stöckchen holen, gar Apportieren,
: Tannenzapfen suchen, mit dem Ball spielen oder einen alten Lappen
: abklauen kannte er nicht. Jeder Versuch blieb zwecklos.
: Heute weiss ich, dass das ein Alarmzeichen ist (- s. diverse Bücher
: von E. Trumler).

Mit diesen "Spielen" kannst Du einem Hund das JAGEN beibringen, dabei ist immer absolute Vorsicht geboten.

: Einziges Spiel blieb ein zärtliches "Beissen" in meinen Unterarm
: und vorsichtiges Herumbalgen -- so gut man da als Mensch bei
: 30 Kilo Hund eben mithalten kann.

Auch dieses "Kneifen" würde ich bei einem, wie oben beschriebenen Hund nicht dulden, wenn er nämlich mal einen Schnauzengriff im Gesicht des Menschen zur Maßregelung benutzt, kann das ziemlich nach hinten losgehen.

: Nach ein paar Tagen aber war er schlagartig wie ausgewechselt:
: Ein vorbeifahrendes Auto wurde plötzlich angebellt,
: einem Radfahrer drohend hinterhergelaufen, echte oder vermeintliche
: Tiere im Wald gejagt und das Kommando "Komm" geflissentlich überhört.
: Alles Verhaltensweisen, die er vorher nie gezeigt hatte!
: Als ich ihn von einem Hof holte, weil er nicht kam, knurrte er mich sogar an!

Hatte er vorher nur auf dem Übungsplatz so lammfromm gehorcht oder auch im Feldversuch in Wald und Flur bzw. der Fußgängerzone?

: Da ich mich unter keinen Umständen anknurren lassen will,
: massregelte ich ihn mit beiden Händen durch Hochnehmen und
: anschliessendem Runterdrücken am Hals. Er warf sich dann auch
: auf den Rücken und es schien alles wieder gut.

Hast Du ihn sofort in dem Moment als er sich freiwillig (?) auf den Rücken gelegt hat gelobt?

: Doch der Schein trog! Am gleichen Nachmittag passierte es:
: er löste sich in unserem Garten, was mir natürlich nicht gefiel
: und ich darauf hin (für seine Begriffe) wohl im Ton etwas zu
: harsch reagierte. Er sprang sofort wie wild herum, rannte durch den Garten
: wie von der Tarantel gestochen und nahm die typische
: "spiel-mit-mir"-Stellung ein.

Wie sah diese Stellung bei dem Hund aus, hat er dabei gekläfft, gebellt oder irgendwelche Töne von sich gegeben.

Ich ging darauf ein und es begann das
: inzwischen geübte Beiss- und Umwerfspiel.
: Dabei "biss" er jedoch so fest zu, dass ich mir ohne feste Jacke
: wohl eine ernste Fleischwunde zugezogen hätte. Auch auf "Schluss"
: hörte er erst nach mehrmaliger Wiederholung und sprang selbst danach
: immer noch wie wild durch den Garten. Dabei knurrte er ziemlich furchterregend.

Das meinte ich etwas weiter oben mit "es kann nach hinten losgehen"

: Wir gingen sofort zum Abreagieren raus. Er biss in die Leine,
: attackierte sogar Baumstämme, sprang herum wie ein wilder Hengst
: und verhielt sich extrem aggressiv. So hatte ich ihn noch nie gesehen!
: Das ganze Spektakel dauerte etwa eine halbe Stunde. Mich griff er
: zwar nicht direkt an, aber ich muss gestehen, dass mir ziemlich
: mulmig zumute war. Zum Glück kamen keine Passanten oder andere Hunde vorbei.

Du hättest als Alpha dieses Verhalten nicht hinnehmen dürfen!!! Spätestens zu dem Zeitpunkt hat der Rüde gemerkt, daß Du nicht Alpha
bist....

: Die Leiterin des Tierheimes entschied auch sofort --
: doch letztlich bin ich derjenige, der sein Todesurteil besiegelt hat.

Die Tierheimleitung hat bei diesem Fall einiges falsch gemacht!!!
Das sage ich jetzt mal einfach so, weil es in unserem Tierheim nie zu so einem Vorfall gekommen wäre... wir arbeiten mit unseren Hunden und haben einen tollen "Therapeuten" .

: Es plagt mich die Frage, ob mein Entschluss voreilig war.

Dein Entschluß war der einzig richtige, alleine schon zum Schutz Deiner Familie, die Profis aus dem Tierheim hätten wissen müssen, daß so ein Hund sich nicht in 2 Monaten ändert und ihn in eine Familie vermitteln dürfen - so etwas dauert, oftmals auch Jahre..

: War ich vielleicht zu streng mit ihm?

Zu streng warst Du mit Sicherheit nicht, in einigen o. bereits angesprochenen Situationen vielleicht eher zu nachgiebig.

: Neben Trauer mischt sich aber auch Wut gegen die (Un-)Menschen, die
: diesen sonst so lieben und intelligenten Hund zum psychischen
: Krüppel gemacht und ausgesetzt haben.

Es ist oft nur die Unwissenheit der Menschen, die einen Hund zu dem machen was er ist. Wenn ein Hund dominant ist und die Leute Ihn nicht gleich auf frischer Tat ertappen ist es oft schon zu spät und sie werden mit dem Tier nicht mehr fertig.
Dann folgt der Gang ins Tierheim oder der Hund wird einfach irgendwo entsorgt, damit man sich nicht noch rechtfertigen muß.

Ich würde mich freuen nochmals von Dir zu hören.

P.S. War das Dein erster (Problem)hund???? Hattet ihr bereits andere Hunde?

Gruß,
Mela

von Franziska + Wonda(YCH) am 05. Juni 1999 18:29

Hallo Harald!
Tut mir wirklich leid, was sich da bei Euch abgespielt hat, besonders für Moritz, der inzwischen wohl in einem anderen Dasein ist. Es ist wirklich schade, aber das Tierheim hätte Euch den Hund gar nicht geben dürfen. Vermutlich ist es mit den Vorbesitzern immer genauso abgelaufen, erst brav und anhänglich, dann überdreht und dominant. So ein Hund dürfte nur an wirklich erfahrene Leute gehen, ohne Kinder, mit viel Zeit. Aber wo sind die?
Auch wenn es Moritz nichts mehr nützt, ich würde dem Tierheim deutlich sagen, daß so etwas nicht geht - einen offensichtlich schwierigen Hund, der schon mehrfach zurückgegeben wurde, an eine Familie mit Kindern abzugeben.

Falls Ihr Euch wieder einen Hund holen wollt, wünsche ich Euch jedenfalls recht viel Glück. Und Moritz wünsche ich, daß er jetzt glücklich ist, wo immer er auch ist.

Liebe Grüße von Franziska + Wonda

von Harald(YCH) am 05. Juni 1999 19:00

: Hallo Harald!
: Vermutlich ist es mit den Vorbesitzern immer genauso abgelaufen, erst brav und anhänglich, dann überdreht und dominant. So ein Hund dürfte nur an wirklich erfahrene Leute gehen, ohne Kinder, mit viel Zeit. Aber wo sind die?

Ist das denn typisch -- erst brav und anhänglich und dann überdreht?
Warum kam das Dominanzverhalten so abrupt und verschwand dann wieder
wie ein Spuk?
Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe das Gefühl, Moritz hatte
einfach keine Möglichkeit, sich abzureagieren (nach dem "Spuk" war
er schliesslich wieder normal und gehorchte anstandslos).
Hat das etwas mit seinem Spielverhalten zu tun? (spielt nur mit Hunden)
Was geht in einem solchen Hund vor?

Moritz kann niemand mehr helfen. Aber vielleicht kann sein Fall
andere dazu bringen, solche Hunde besser einzuschätzen.
Wenn sein Verhalten typisch ist, was kann man tun und
wie macht man es richtig?

Heute würde ich nie mehr einen Hund aus dem Tierheim nehmen, der
auch nur eine annähernd ähnliche Vorgeschichte wie Moritz hat.
Ich würde ihn nicht einmal nehmen, wenn wir keine Kinder hätten.

Trotzdem sind wir diesen Hunden schuldig, Antworten für Ihr
Verhalten zu finden. Da hilft kein Orakel, sondern nur
fundiertes Wissen.
Vielleicht war Moritz's Zeit bei uns dann nicht ganz umsonst...

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